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Angel

mhd. bis spez. · 27 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
41 in 27 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Angel

Bd. 1, Sp. 301
Die Angel, plur. die -n, Diminutivum Angelchen, ein Wort, welches in denjenigen Fällen, in welchen es heut zu Tage gebraucht wird, vornehmlich einen doppelten Begriff mit sich führet. 1. Den Begriff der Spitze, und da wird es, 1) in vielen Fällen für einen jeden Stachel gebraucht. So werden in den Oberdeutschen Mundarten die Stacheln der Bienen, Wespen u. s. f. Angeln genannt. Besonders, 2) der spitzige Theil verschiedener Werkzeuge, vermittelst dessen sie in den Häft, oder auf andere ähnliche Art befestiget werden. In diesem Verstande wird dem Amboße, den Sensen, den Degenklingen, den Feilen, den Messern u. s. f. eine Angel zugeschrieben. 3) Derjenige eiserne Haken, in welchem die Thür hänget, und um welchen sie sich beweget; die Angel, oder Thürangel. Eine Thür aus den Angeln heben. Zwischen Thür und Angel seyn, oder stecken, sich zwischen zwey gleich unangenehmen Fällen befinden. So auch: sich zwischen Thür und Angel legen, sich in die Nothwendigkeit setzen, von zwey gleich unangenehmen Fällen einen zu erwählen. Und hat in Fesseln an der Höllenpforten Angel Die Zwietracht hingebannt, Raml. Siehet man auf die heutige Gestalt dieser Angeln, so müßte man ihren Nahmen aus dem folgenden Begriffe der Krümme herleiten.[] Allein anfänglich bestand eine solche Angel bloß aus einem geraden, spitzigen Eisen, welches sich unten senkrecht in der Thür befand, und sich in einer darunter befindlichen Pfanne umdrehete, dergleichen noch die Thorwege auf dem Lande haben. In Niedersachsen heißt eine Angel in der heutigen Gestalt Häspe und Hänge, in Österreich der Kegel, Schwed. Hurrhaka, von hurra, wenden, drehen. Figürlich wurden ehedem auch die Pole der Welt und der Erde Angeln genannt, welche Benennung heut zu Tage nur zuweilen noch bey den Dichtern vorkommt. Daß noch die ganze Welt in ihren Angeln geht, Günth. 2. Den Begriff der Krümme, besonders in demjenigen Werkzeuge, welches zum Fischen gebraucht wird, und aus einem Häkchen mit einem Widerhaken bestehet. In weiterer Bedeutung wird auch das ganze Werkzeug, von welchem die eigentliche Angel ein Theil ist, eine Angel genannt. Angeln legen. Der Fisch hat an die Angel gebissen. In noch weiterer Bedeutung heißen noch mehrere mit Widerhaken versehene Werkzeuge und deren Theile Angeln; z. B. Fußangeln. Anm. 1. Angel für Winkel ist veraltet, und stammet zunächst von dem Latein. angulus her. Die gleichfalls veraltete Benennung der Angeltugenden, d. i. der Haupt- oder vornehmsten Tugenden ist eine buchstäbliche Übersetzung der Lateinischen Benennung virtutes cardinales. Skinner leitet Angel, besonders in der letzten Bedeutung, von hangen her, weil sie in das Wasser gehänget wird, welcher Ableitung das Holländ. Hangel und Hengel günstig zu seyn scheinet. Nach Wachtern ist anken, inserere, infigere, das Stammwort, dem auch Ihre beypflichtet. Allein es scheinet, daß Angel in seinen zwey verschiedenen Bedeutungen auch eine gedoppelte Abstammung habe, aus welchen, bloß zufälliger Weise, ein und eben dasselbe Wort geworden. In beyden ist es vermittelst der Ableitungssylbe -el, von der Wurzel Ang gebildet, von welcher bey den Alten noch Spuren vorkommen. Die ältesten Franken hatten eine Art mit Widerhaken versehener Spieße, deren schon Agathias unter dem Nahmen Angones gedenkt, und Ange kommt noch in dem Gedichte Winsbecks für eine Angel zum Fischen vor. Hier scheinet der Begriff der Krümme der herrschende, und unser Hauptwort mit dem Griech. αγκυλος,krumm, und dem Latein. uncus verwandt zu seyn. S. auch Änkel und Anker. In Ansehung der ersten Bedeutung der Spitze gehöret Angel ohne Zweifel zu dem weitläuftigen Geschlechte, zu welchem auch Achel, Aculeus, Acus, Agen, Ähre, Ahle, Ege, Igel und hundert andere gerechnet werden müssen. Das eingeschaltete n darf niemanden irre machen, weil solches vor den Hauchbuchstaben nichts seltenes ist. Siehe N. Anm. 2. In Ansehung des Geschlechtes dieses Wortes sind die Mundarten sehr unbeständig. Bey den meisten Oberdeutschen, welchen auch Frisch folget, ist es in beyden Bedeutungen männlichen Geschlechtes. Dem Steinbach und Aichinger ist es ein Masculinum, wenn es cardo bedeutet, hingegen ein Fämininum, wenn es für hamus steht; wobey der letztere den Plural des Masculini zugleich die Ängel macht. Andere kehren es gerade um, und gebrauchen Angel, hamus, im männlichen, Angel, cardo, aber im weiblichen Geschlechte. Doch das sind vermuthlich nur willkürliche Maßregeln. Sehen wir auf das, was am häufigsten geschiehet, so müssen wir dieses Wort in beyden Bedeutungen im Hochdeutschen zu den weiblichen zählen; obgleich bey den Niedersachsen und Oberdeutschen das männliche Geschlecht häufiger ist.
4633 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    angeladv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    angel adv. si begunden trahten angel wie si in bræhten wider heim Servat. 2370. er gedâhte gar angil (: vil) Kol. 229.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    angelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    angel , M. nhd. „Angel“ (F.), Spitze, Stachel (Biene), Haken (M.), Dornspitze, Zungenspitze, Fischangel, Fußangel, Türan…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Angel

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Angel , plur. die -n, Diminutivum Angelchen, ein Wort, welches in denjenigen Fällen, in welchen es heut zu Tage gebr…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Angel

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Angel eindeutig noch mask 1,169 Vs 3 9,466 Vs 135ff Var 25 1 ,43,15 B27,233,8 Fischangel 1) : Angelhaken Wir setzten u…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Angel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Angel (tschech. Uhlava ), Fluß im westlichen Böhmen, entspringt am Panzerberg im Böhmerwald, fließt in nördlicher Richtu…

  6. modern
    Dialekt
    angel

    Bayerisches Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    angel Band 1, Spalte 1,416

  7. Spezial
    angel

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    angel [ān·gel] m. (-i) 1 Engel m. 2 ‹fig› (porsona da n bun cör) Engel m. ◆ angel custode (angel protetur) Schutzengel m…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit angel

353 Bildungen · 226 Erstglied · 124 Zweitglied · 3 Ableitungen

angel‑ als Erstglied (30 von 226)

Angel I

SHW

Angel I Band 1, Spalte 247-248

Angel II

SHW

Angel II Band 1, Spalte 247-248

Angel II [I]

Idiotikon

Angel II [I] Band 1, Spalte 328 Angel II [I] 1,328

Angel III [II]

Idiotikon

Angel III [II] Band 1, Spalte 329 Angel III [II] 1,329

Angelbaum

SHW

Angel-baum Band 1, Spalte 247-248

Angelbär

SHW

Angel-bär Band 1, Spalte 247-248

Angeleisen

SHW

Angel-eisen Band 1, Spalte 247-248

Angelhaken

SHW

Angel-haken Band 1, Spalte 247-248

Angelrute

SHW

Angel-rute Band 1, Spalte 247-248

angelangen

DWB

angel·angen

angelangen , adire, transitiv, einen um etwas angehen: das man einen schwachen kranken menschen in schwere gefengnis legen sol und darnach a…

angelangen

FWB

1. ›jn. um etw. ersuchen, bitten, sich mit einem Anliegen an jn. wenden‹; 2. ›jn. rechtlich belangen‹.

Angelt

WWB

ange·lat

An-ge-lat [verstr.] 1. Gesicht. — 2. Manieren, „das ganze Wesen“ ( Bek Al).

Angelbeiz

RhWBN

angel·beiz

Angel-beiz m.: zu 1. ǫ˙ŋ.əltsbētə Heinsb . — Zu 2. -bētəl Geilk-Heinsb. — Zu 3. -bEtsəl Neuw-Hardert Hüllenb.

ANGELBEN

DWB2

angel·ben

ANGELBEN vb. vgl. früh: ⟨1576⟩ die wurtzel ist kurtz .. zugespitzt, an der farb angelblet Philomusus anonymus horn (1595)E 5 b . 1 trans., g…

Angelbestick

MeckWB

angel·bestick

Angelbestick n. der Köder zum Bestecken der Fischangeln, namentlich in der Seefischerei, beim Fang von Schellfischen gebrauchter Ausdruck.

Angelblock

MeckWB

angel·block

Angelblock m. Block, in welchen die Kloben ( s. -klaw ) mit den Angelschnüren gesteckt werden Wi Kirchd .

Angelböger

MeckWB

Angelböger m. Vorrichtung zum Rundbiegen der Angelhaken, bes. der Dorschangel, ein auf einer Holzplatte befestigter runder Klotz Ro Warn ; S…

Angel (cardo)

Wander

angel·cardo

Angel (cardo) Angel (cardo). Ein dürrer Angel kirrt, wird er nicht mit Oel geschmiert. – Brandt, Nsch., 59.

Angelches

Meyers

Angelches , soviel wie Zeisig.

angel als Zweitglied (30 von 124)

gangel

KöblerMnd

*gangel , Sb. nhd. „Gang...“ Hw.: s. gangelwāgen, gangelwech E.: s. gān (1), ganc (1)

Brunne(n)angel

Idiotikon

Brunne(n)angel Band 1, Spalte 329 Brunne(n)angel 1,329

Chrangel

Idiotikon

Chrangel Band 3, Spalte 831 Chrangel -ä- 3,831

dreiangel

DWB

drei·angel

dreiangel , m. triangel dreieck, triangulum Frisch 1, 205 c . engl. triangle. secht, drumb hat der so berg und thal erschuf, aus sonder trew…

Dreyangel

Adelung

Der Dreyangel , S. Adelung Triangel .

drîangel

MWB

drîangel stM. ‘Dreieck’ [wenn man ein Viereck durch eine Diagonale teilt, hat es] zwen dryangel [ triangulos ] , das sind zwo figur, der ysl…

erbmangel

DWB

erb·mangel

erbmangel , m. vitium nativum hereditarium, erbfehler. an pferden unterscheidet man erbmängel von hauptmängeln und geringen mängeln.

ermelspangel

KöblerMhd

ermel·spangel

ermelspangel , st. N. nhd. „Ärmelspangel“, Armspange ÜG.: lat. periscelis Gl Q.: Gl (15. Jh.) E.: s. ermel, spangel W.: nhd. DW- L.: LexerN …

federangel

DWB

feder·angel

federangel , m. hamus plumatus: Schîonatulander mit einem vëderangel vienc äschen unde vörhen. Tit. 154 ; ir vëderangel, ir nâtern zan! Parz…

fischangel

DWB

fisch·angel

fischangel , hamus: die Aar beim höchsten gbirg entspringt, dem Gotthart, der in dwolken dringt, und sich wie ein fischangel windt durch Bri…

Fleetangel

Wander

fleet·angel

Fleetangel Hei is en Fleetangel. ( Hildesheim. ) – Firmenich, I, 185, 24. Ein garstiger Mensch.

frangel

Lexer

fra·n·gel

frangel stm. franse. 6½ eelen frangels zuo der wimpel Rta. 1. 172,27. — mnd. frange, nld. franje s. franse s. franze.

fruchtmangel

DWB

frucht·mangel

fruchtmangel , m. der mangel an getreide, besonders an solchem, das zu brot gebraucht wird, inopia rei frumentariae. Stieler 1229 f.

Fußangel

Pfeifer_etym

fuss·angel

Fuß m. ‘unterer Teil des Beines’, vielfach übertragen auf andere einen Körper (Gefäß, Möbelstück, Bauteil u. a.) tragende Elemente, älter au…

Fußangel

BWB

Fußangel Band 1, Spalte 1,415

Fëderangel

Idiotikon

Fëderangel Band 1, Spalte 328 Fëderangel 1,328

G(e)schau(w)mangel

Idiotikon

G(e)schau(w)mangel Band 4, Spalte 326 G(e)schau(w)mangel 4,326

G(e)wërsmangel

Idiotikon

G(e)wërsmangel Band 4, Spalte 326 G(e)wërsmangel 4,326

Ableitungen von angel (3 von 3)

angele

RhWB

angele: im Auszählreim: Angele, wangele, muckeln mei, domenei, heckbruət, sonderluət; a, b, bei bös ut Kemp-Süchteln .

Geangel

Campe

Geangel , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

vêrangel

MNWB

° vêrangel , m. , Viereck, Vierfachheit, v. der dȫgede.

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APA
Cotta, M. (2026). „angel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/angel/adelung?formid=A02148
MLA
Cotta, Marcel. „angel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/angel/adelung?formid=A02148. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „angel". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/angel/adelung?formid=A02148.
BibTeX
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