lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Altar

ae. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
28 in 25 Wb.
Sprachstufen
9 von 16
Verweise rein
79
Verweise raus
44

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Altar

Bd. 1, Sp. 379
Altar (o. lat. alta ara), jede künstliche Erhöhung zur Darbringung von Opfern, im Altertum ursprünglich aus Rasen, Erde, Steinen oder Holz roh aufgebaut. Griechen und Römer machten aus den Altären Werke der Kunst (Fig. 1), sie bildeten sie aus Stein und brachten an den Ecken Widderköpfe (Hörner) an, ursprünglich wirkliche Schädel der geschlachteten Tiere. später durch Skulptur hergestellte. auch schmückte man den A. zum Opferdienst mit Kränzen und Binden. Man errichtete einzelnen Göttern und auch mehreren zusammen Altäre, in Rom auch den Kaisern, wie überhaupt auch Heroen dieser Ehre teilhaftig wurden. Bei Griechen und Römern standen die Altäre außer in Tempeln an den Straßen und Plätzen, in Hainen und bei Quellen und an andern Orten des Verkehrs. Eroberer pflegten die Grenze ihres Vordringens durch die Errichtung eines Altars zu bezeichnen. Lange erhielt sich auch bei den Juden die altnationale Sitte, auf den Höhen Altäre zu errichten, bis seit Josias der von Salomo erbaute Tempel in Jerusalem ausschließliche Kultusstätte wurde. Hier stand der Brandopferaltar im Vorhof unter freiem Himmel; an den vier Ecken befanden sich Hörner, die mit dem Opferblut bestrichen wurden. Der Räucheraltar im Heiligtum, auf dem nur Räucherwerk verbrannt wurde, war mit Gold überzogen. Die katholische Kirche hat nach ihrer Opfertheorie den Abendmahlstisch in einen A. umgewandelt. In den christlichen Kirchen stand der A. in der ältesten Zeit frei vor der Apsis (s. d.), dann in der Chornische, stets gegen Morgen gerichtet. Später unterschied man den Hochaltar im Chor (Choraltar) und die Seitenaltäre, die zuerst für Privatmessen benutzt wurden. Die romanische Kunst behielt die seit dem 6. Jahrh. gebräuchliche Tischform mit steinerner Deckplatte für den A. bei, wofür der A. in der Allerheiligenkapelle zu Regensburg ein charakteristisches Beispiel ist, überwölbte ihn aber häufig mit einem Bogen oder Baldachin (ciborium), wie z. B. im Dom zu Regensburg und in St. Stephan zu Wien, und schmückte ihn reich mit Bildwerk und Aufsetztafeln aus Gold, Email und Elfenbein (s. auch Antependium). Die Gotik wählte zuerst Holz zu ihren Altären, die jedoch mit Schnitzerei, Malerei oder Vergoldung reich ausgeschmückt wurden. Die charakteristische Gestalt ist die des Flügelaltars, der in der Regel innen mit plastischen, außen mit gemalten Darstellungen versehen ist. Die umfangreichsten Altäre dieser Art sind: das Jüngste Gericht in der Marienkirche zu Danzig, der Hochaltar in der Klosterkirche zu Blaubeuren, die Krönung Marias im Münster zu Breisach und der Brüggemannsche A. im Dom zu Schleswig. Die Renaissance hat den Altären Architekturformen der Antike verliehen, die dann von der Barockkunst noch reicher ausgebildet wurden, so daß schließlich nicht bloß der Hochaltar, sondern auch die Seitenaltäre zu selbständigen Architekturwerken wurden, die man auf das üppigste mit Skulpturen und Zieraten aus kostbaren Materialien ausstattete. Das Altarbild im eigentlichen Sinn, als großes Gemälde, das den Hauptbestandteil des Altarschmuckes ausmacht, datiert aus der Renaissancezeit. Auf dem A. stehen Kruzifix, Blumen und Lichte, ferner aus Wachs bestehende Altarkerzen, die ursprünglich an die Nachtzeit des Abendmahls erinnern sollten, jetzt aver, auch in protestantischen Kirchen, bei andern hohen Festen, Trauungen, Taufen etc. ebenfalls an gezündet werden. Gleichfalls zum Schmuck dient die Altarbekleidung, deren Farbe seit dem Mittelalter in den katholischen und z. T. auch in den lutherischen Kirchen nach den verschiedenen kirchlichen Zeiten und Feiern wechselt (weiß bei Christusfesten, Bischofsweihen etc. vom 24. Dez. bis 13. Jan., grün vom 13. Jan. bis Septuagesimä und in der Trinitatiszeit, rot zu Pfingsten, an Apostel- und Märtyrerfesten, schwarz am Karfreitag, violett in der Advents- und Fastenzeit). Über den A. gebreitet wird das Altartuch (palla, mappa, auch Altartwehle genannt), ein seines weißes, oft gesticktes und mit Stickereien eingefaßtes Leinentuch. Vor dem Gebrauch muß jeder A. vom Bischof geweiht werden. Zur Feier der Messe außerhalb des Kirchengebäudes, auf Reisen, im Feld, ist ein Tragaltar im Gebrauch, gewöhnlich ein mäßiger Steinwürfel, in dem, wie in jedem katholischen A., Reliquien eingeschlossen sind, und der beim Gebrauch auf einen Tisch oder ein angemessenes Gestell gesetzt wird, oft aber auch in Form eines Diptychons aus vergoldetem Silber und andern Metallen (Fig. 2). In der lutherischen Kirche hat auch der A. vieles von der katholischen Kirche beibehalten, während die reformierte zum einfachen Abendmahlstisch zurückgekehrt ist. Die griechische Kirche bedient sich eines tischartigen Altars von Stein oder Hotz und hat in der Regel in jeder Kirche nur einen A. Vgl. Schmid, Der christliche A. und sein Schmuck (Regensb. 1871); Münzenberger und Beissel, Zur Kenntnis und Würdigung der mittelalterlichen Altäre Deutschlands (Frankf. a. M. 1890–1901).
4918 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    altarst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    altar , st. M. (a) Vw.: s. alter

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    altarst. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    altar st. n. , mhd. nhd. alter; as. aldar, mnd. ōlder n. m. ; mnl. ouder n. f. ; afries. alder- in Komp. ; ae. ealdor n.…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    altă̂rn.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    altă̂r , alter , olter , altâre , n. , selten m. , Altar . dat hôge a., vrônea. Hauptaltar. dat a. lîen einen Geistliche…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Altār

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Altār , des -es, plur. die -äre, Diminutivum das Altärchen, Oberdeutsch das Altärlein. 1) Eigentlich eine Erhöhung ü…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Altar

    Goethe-Wörterbuch

    Altar 1 im Bereich außerchristl, bes alttestamentl u griech-röm Religionen 1) : mehrf als Räucher-, Blutopfer- u Flammen…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Altar

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Altar ( Altare , weil erhöhet), bei vielen alten Völkern eine besondere Erhöhung von Erde, Rasen, Holz oder Steinen, um …

  7. modern
    Dialekt
    Altar

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Altar Band 1, Spalte 1,317f.

  8. Sprichwörter
    Altar

    Wander (Sprichwörter)

    Altar 1. Die des Altars pflegen, geniessen des Altars. – 1 Kor. 9, 13; Schulze, 263. Holl. : Die het altaar bedient, lee…

  9. Spezial
    Altar

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Al|tar m. (-[e]s, Altäre) alté (altá) m. ▬ den Altar abräumen desforní jö l’alté; desfá jö l’alté ; den Altar schmücken …

Verweisungsnetz

147 Knoten, 244 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 11 Hub 10 Wurzel 11 Kognat 10 Kompositum 89 Sackgasse 16

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit altar

199 Bildungen · 129 Erstglied · 69 Zweitglied · 1 Ableitungen

altar‑ als Erstglied (30 von 129)

Altarbild

SHW

Altar-bild Band 1, Spalte 205-206

Altarchens

SHW

Altar-chens Band 1, Spalte 205-206

Altardecke

SHW

Altar-decke Band 1, Spalte 205-206

Altarkerze

SHW

Altar-kerze Band 1, Spalte 205-206

Altarkreuz

SHW

Altar-kreuz Band 1, Spalte 205-206

Altarstein

SHW

Altar-stein Band 1, Spalte 205-206

Altarstufe

SHW

Altar-stufe Band 1, Spalte 205-206

Altartuch

SHW

Altar-tuch Band 1, Spalte 205-206

altararium

MLW

* altararium , -i n. velamen vel palla altaris — Altarbekleidung ( cf. J. Braun, Der christliche Altar. II. 1924. p. 9.18): Catal. thes. (ed…

ALTARAUFSATZ

DWB2

altar·aufsatz

ALTARAUFSATZ m. künstlerisch gestalteter aufbau auf dem hinteren teil des altars, retabel: 1857 der name solch eines altaraufsatzes ist bei …

altarbild

DWB

altar·bild

altarbild , n. effigies ante, pone aram: wie altarbilder stehen hohe unglückliche da. Herder.

Altarblume

PfWB

altar·blume

Altar-blume f. : ' Pfingstrose ', Aldarblumm [BZ-Rohrb ( Wilde 189)].

Altarbote

DRW

altar·bote

Altarbote mit Sammlung von Spenden für einen Altar Beauftragter wir erlitten haben ßo viel bullen kremer, cardinel ... gardianten, stifft bo…

Altārbuße

Adelung

altar·busse

Die Altārbuße , plur. die -en, bey den Protestanten, die höchste Stufe der Kirchenbuße, da der Büßende sein Verbrechen vor dem Altare kniend…

Altarbuße

DRW

altar·buße

Altarbuße Buße am Altar diese weibsperson ist ... wegen des delicti contra sextum zur öffentlichen altarbuße verurtheilet 1757 Kock,Schwanse…

Altār de los Collanes, el

Meyers

Altār de los Collanes, el (spr. koljānes, Capac-Urcu ), 5404 m hoher Vulkan in der Ostkette der Kordilleren von Ecuador, 20 km südöstlich vo…

altardieneⁿ

Idiotikon

altardieneⁿ Band 13, Spalte 163 altardieneⁿ 13,163

altar als Zweitglied (30 von 69)

herimaltar?

KöblerAhd

*herimaltar? , st. N. (a) Hw.: vgl. as. herimaldar*, lat.-as.? herimaldrus*

maltar?

KöblerAhd

*maltar? , N.?, M.? Vw.: s. *heri- Hw.: vgl. lat.-as. maldar*

affaltar

AWB

aff·altar

affaltar st. m. , bair. affalter, vgl. Schm. 1,41 ; ae. apulder f. m. ; an. apaldr. affaltar: nom. sg. Gl 2,159,5 ( Sg 876, 8. Jh. ). Es ist…

choraltar

DWB

chor·altar

choraltar , m. altare primarium, hauptaltar, um welchen der chor sich sammelt.

dankaltar

DWB

dank·altar

dankaltar , m. der altar, auf welchem man aus dankbarkeit opfer niederlegt. und auf den dankaltar geweihte myrten streut. Günther die jüngst…

feldaltar

DWB

feld·altar

feldaltar , m. ara campestris, ein tragbarer, für das kriegsheer.

frohnaltar

DWB

frohn·altar

frohnaltar , m. altare majus, ara domini: mhd. über frônalter ër machte ein cibôrjum, daʒ ist wâr. Servat. 2150 ; bî frônalter ër entslief. …

gialtar

KöblerAhd

gialtar , st. M. (a) nhd. Milchbruder, Altersgenosse ne. coaeval (M.) ÜG.: lat. coaevus Gl, collactaneus Gl Hw.: s. gialtro* Q.: Gl (Anfang …

Gibraltar

Wander

Gibraltar Gibraltar ist der Schlüssel zu Spanien. – Beiche, 221 a .

gnadenaltar

DWB

gnaden·altar

gnadenaltar , m. , altar mit einem gnadenbild ( s. d. ): die kirche enthält auszer dem gnadenaltar in der capelle ... viele nebenaltäre mit …

hauptaltar

DWB

haupt·altar

hauptaltar , m. der vornehmste altar einer kirche, im gegensatz zu den nebenaltären.

hausaltar

DWB

haus·altar

hausaltar , m. : du mein gast, dessen hände ich bei dem hausaltar gedrückt habe. Klinger 2, 172 ; der für seine hausaltäre, kämpfend, ein be…

hiofaltar

AWB

hiofaltar , hiofoltar st. m. , vgl. mhd. hiefalter f., nhd. dial. bad. hiefelter f., Ochs 2,689, frk. hiefelter m., Fischer 3,1578 ( beide f…

hiufaltar

KöblerAhd

hiufaltar , st. M. (a)? Vw.: s. hiufaltar*

h.naltâr

MNWB

h.naltâr Hochaltar, h.nprêster Priester der das Hochamt hält.

Ableitungen von altar (1 von 1)

altare

KöblerAe

altare , st. M. (a) Vw.: s. alter

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „altar". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/altar/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „altar". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/altar/meyers. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „altar". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/altar/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_altar_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„altar"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/altar/meyers},
  urldate      = {2026-05-18},
}