Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch
Trat
Trat, Tratt, f., m., n.
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tradidit etiam decimam ueteris emporii, scilicet illorum atriorum et camporum quod dicitur teutonice trata, ad eundem locum pertinentem1128 SteirUB. I 135
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in tertio anno ... quando campi ... sine semine jacent, quod vulgo dicitur trat1269 MBoica XII 416 Faksimile
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swo die drey man die velder mit marchsten auz nemen und taylen haizzent ze dem pawͤ und zů der trat, da sol man diu valltor anhengen und mit zaͤwn befriden; und fuͤrbaz nymmer suͤllen dann diu velder ... ze dem pawͤ und zů der drat ligenum 1365 MünchenStR.(Dirr) 405 Faksimile
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welcher ain tratpeunt zu gersten, kraut, har oder rüeben will auf der trait auffachen, der soll den zaun setzen1521 OÖsterr./ÖW. XIV 336
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der ... wider eines andern willen uͤber dessen grund ... fehrt ... der mag darauf gepfendet werden, beschicht es aber ohn schaden, alß wan winterßzeiten durch die offnen felder so in tradten ligen ... der ... pesserer pau halber ... gefahren wirdet daz solle man nit anten1599 NÖLREntw. V 172 § 5
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das malefizisch recht soll mann besizen auf der tratten neben A., auf derselben tratten soll man richten mit dem radt, schwert und prant16. Jh. Steiermark/ÖW. VI 235 Faksimile
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es soll kainer kain wißmad in aim veld einzeinen auf der traten; es soll auch kain öz auffachen am driten jar an der traten1654/68 Salzburg/ÖW. I 77 Faksimile
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conpascuus ager trata1160/65 AhdGl. IV 114 Faksimile
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ze waid, ze trâten vnd ze holczmarkten1380 FürstenbUB. VI 23 Faksimile
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es soll kainer in dem außwürchen der feldtfrücht nichts in das feld oder tratten schlagen, unzt der leczt schober daraus kombt1437 Salzburg/ÖW. I 21 Faksimile
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das der gatter von P. alle wismäder friden süll pis in see; er sol auch in albeg anhengen, als wol wann es ein traten ist, als wann es ain gehai ist1443/63 Chiemsee/GrW. VI 169 Faksimile
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die von S. ... uff dess ... spittals gutt mit offnen wegen, zu holtz und veld, wayd und tratt gehapt und genossen1466 FreibDiözArch. 19 (1887) 286 Faksimile
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daß die vier hoͤff, die bißhar recht gehabt hand zue der thratt, vmb willen sie sich der thratt in der weidt nach alp recht verzigen hand, zwaͤntzig vnd vier kuͤh in dieselben alp tryben vnd davon dheinen zinß geben sond1495 AppenzUB. II 2 S. 263 Faksimile
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wan ainer sein traid vor dem anderen abschneidt, der soll in acht tagen den anderen di tradt nit abschlagen15. Jh. OÖsterr./ÖW. XV 237
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wer vermaint gerechtigkhait zu haben, vff oder inn frembde guͤetter, es sey zu trib oder zu thratt oder holzen ... der soll zaigen ..., daß er daß zu thun macht habe1510 Fischer,Erbf. II 157 Faksimile
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wo ainer zu dem andern nit gefeldet noch geraint ist, die sollen ainder dem andern sein viech in sein tratten nit schlachenvor 1511? OÖsterr./ÖW. XIII 141
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das sy fürohin den weidgang und das trätt im ackerat, ouch anderen dingen in gesagten höltzeren ... haben und bruchen soͤllin1530 ZürichOffn. I 229 Faksimile
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die von H. hand mit irem vich gerechttikait ze faren trat vnd zůfart gegen dienen von S. vnd H. vshin1551 HaigerlochStB. 218
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daß ... niemand in den gemainen vischwassern mehr vische ... er hab dann ... mit den nechst vmbligenden anstoͤssern wun, waidt, trib vnd tradt1581 KurpfSamml. V 693 Faksimile
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die trattgueter sollen ufgahn uf acht tag augstmonat und dan acht tag an trat ligen und bleiben zu nutzen, ehemalen man die widerumb erth und bauwt1601 Widnau 266
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jetzund fangen wider die stein an und scheidt die von G. und dem B. und haben die von P. den trat oder trib daher1658 ReutlingerGBl.² 20/21 (1981/82) 104
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wo zwen drei oder mer nachtbarn am tratn ain pluemgsuech oder waid mit einander haben, so sol ain ieder nüt mer darauf dreiben und schlagen, dan waß er auf seinem nutz gezogen17. Jh. Salzburg/ÖW. I 57 Faksimile
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wann es sich begebe ... daß weg ... durch ein holtz giengen und die anstoͤsser ... einer das holtz der andere aber das tratt haͤtte, sie beyde einanderen den weg ... zuerhalten helffen sollen1728 Leu,EidgR. II 685 Faksimile
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man muß ... trift und tratt von einander unterscheiden: ersteres besteht bloß in dem rechte sein vieh durch ein gewisses feld zu treiben, und lezteres in der befugnis durch seine hausthiere das gras auf gewissen feldern und gegenden abfrezen zu lassen1785 Fischer,KamPolR. II 720 Faksimile
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was gras umb das dorf leit und nit in die höf gehört, und in der trat leit, das mag man wol hoen acht tag nach sant ulrichs tagum 1435 Bayern/GrW. III 654 Faksimile
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mit den kundluten uff die draut gegangen ... soll alles zů ainer gemainen draut gehalten sin1457 SchwäbWB. II 325 Faksimile
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daz nieman, wer hie burger ist, kainem usman kain geleͣgen gůt, das in unsern eͣttern, zeͣhenden und tratt geleͣgen ist, ze koͧffen geben sol1463 LeutkirchStR. 103
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wer ain viertlacker hate, der mag auf der tratten ze seiner notturft ain tagwerch lands einzeinen und peunten1625 (Hs.) Salzburg/ÖW. I 36 Faksimile
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in der ganzen graffschaft W. solle auf der tratt keiner mehr als von einem roß sechs pfennig, von einem haupt rindviech zwey pfennig zu geben schuldig seyn1639/1778 WerdenbergLB. 240 [hierher?]
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tratten: gemeinweideJournDeutschl. 1, 2 (1784) 327 Faksimile
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gif man trode bedrifð forstolenes yrfes of stæðe on oðer, ðonne befæste man þæt spor landesmannum [wenn jemand die Fährte gestohlenen Viehes von einem Ufer ans andere leitet, dann übergebe er diesen Spurfaden heimischen Leuten]um 935? Liebermann,AgsG. Duns 1
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gyf him hundred bedrife tród on oðer hundred, þæt mon cyðe ðam hundredesmen [wenn ihm (dem Nachspürer verlorener Fahrnis) eine Hundertschaft die Spur in eine andere Hundertschaft leitet, dass man (es) dem Vorsteher letzterer Hundertschaft melde]939/61 (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Hu 5
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gif man secge, þæt man þæt trod awoh drife, ðonne mot se ðe þæt yrfe ah trod oð to stæðe lædan ... ðone að syllan, þæt he mid folcrihte on þæt land sprece, swa his orf ðær up eode [wenn jener (dortige Gutsbesitzer) erwidert, dass dieser (Kläger) rechtswidrig diese Spur verfolge, dann kann dieser Eigentümer des Viehes (als Widerlegung) die Spur bis zum Ufer leiten und ... folgenden Eid ablegen: dass er nach Volksrecht gegen jenes Landgut klage, da sein Vieh dort hinaus gegangen sei]Mitte 10. Jh. (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Duns 1, 2
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so kam er an den sin / ez wære niwan des hirzes trat / er erbeizete und trat uf den pfat / und volgete dem selben spor1200/20 GottfrStraßb.(Weber) V. 17423
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dat de vnsen de trade hir bynnen S. noch tor tijd nicht rumeden1428 LübUB. VII 183 Faksimile
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aff in den Oressundt samptlicken to lopende were ader sustes up de trade in de szeh to lopen und de intonemende1522 HanseRez.³ VIII 189
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wan ... ein anstoss daß holtz und trat [Bed. II] allein hete, so sol er wie billich den weg ald strass allein zuerhalten schuldig sein. und sol ouch fürterhin keiner mehr gwalt haben, ein trat ußzeheben1632 AppenzRQ. I 447 Faksimile
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wan die weg truͤg seyndt, soll ein jeder an seinem anschuß die traden oder wagenleisten instechen und ... mit reisern und doͤrnen unterlegen1696 JülichPolO. 47 Faksimile
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ein jederman, die op dat sine nit kommen kan, so dat hie over sines nabers lant misten und düngen moet, sall hie alsdan sinen naber bidden, dair over he faren wirt, und alsdan in einem trane mit dem düngelwagen blieven, und wann he gedahn hefft, sall he denselbigen weg wedder tho seyen met derselvigen saat als darob geseyet issoJ. Westfalen/GrW. III 30 Faksimile