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schwinden

mnd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
18 in 16 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schwinden

Bd. 3, Sp. 1753
Schwinden, verb. irreg. Imperf. ich schwand; Mittelw. geschwunden; Imperat. schwinde. Es erfordert das Hülfswort seyn, und bedeutet, 1. * schnell im Kreise beweget werden; eine jetzt veraltete Bedeutung, von welcher indessen noch unser Schwindel abstammet. 2. Sich schnell vorüber bewegen. 1) * Eigentlich; eine im Hochdeutschen gleichfalls veraltete Bedeutung, in welcher man noch im Niedersächsischen sagt, alles schweinen oder schwinden lassen, alles gehen lassen, zu allem durch die Finger sehen. Siehe Geschwinde, welches von dieser Bedeutung abstammet. 2) Figürlich. (a) Vergehen, schnell aufhören zu seyn, oder doch empfunden zu werden; in welcher Bedeutung jetzt verschwinden üblicher ist. Ehedem sagte man dafür nur schwinden. Wenn der Priester siehet, daß das Eiterweiß schwindet, 3 Mos. 13, 39. Und die höhere Schreibart ziehet dieses einfache Zeitwort noch zuweilen dem zusammen gesetzten vor. Das Auge der Welt neigt sich und geht unter, Farben ermatten und schwinden, Herd. Nun schwindet des Winters Gestalt, Haged. (b) Schwinden lassen, fahren lassen, besonders im Oberdeutschen und der gemeinen Sprechart der Hochdeutschen. Einen Verdacht schwinden lassen. Ich will zehen Thaler schwinden lassen, fallen lassen. (c) Unvermerkt an körperlichem Umfange abnehmen. Das Holz schwindet, wenn es trocken wird. Das Eisen setzt sich nach dem Gusse und schwindet. So bald die Sonne die Fettigkeit aus dem Kütte gezogen, schwindet er und springt ab. Ein Glied schwindet, wenn es an körperlichem Umfang und Kräften abnimmt, gleichsam abstirbt, welchen Zufall man auch wohl den Schwind zu nennen pflegt. Figürlich auch wohl für abnehmen, vermindert werden überhaupt. Indessen fühl ich wohl, daß meine Kräfte schwinden, Canitz. Die guten Künste schwinden Und nehmen täglich ab, Opitz. So auch das Schwinden. Anm. Bey dem Ottfried ohne d, dem oft ungebethenen Begleiter des Nasenlautes, suinen, im Niedersächs. swinen, sweinen, im Angelsächs. aswinan, im Schwed. svinna, im Isländ. swina, mit einem andern Vorlaute im Niedersächs. dwinen, im Isländ. dwina, im Schwed. tvina, im Engl. to dwine, to dwindle. Schwind und schwinden sind natürliche Ausdrücke einer schnellen, leichten Bewegung, zu deren Geschlechte auch Wind, wenden u. s. f. und mit andern Endlauten auch schwingen, Schwanz, u. s. f. gehören. In Baiern ist Schwinderling eine Maulschelle, gleichfalls eine Onomatopöie der schnellen heftigen Bewegung.
2415 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schwindensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schwinden , sw. V. Vw.: s. swinden

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwinden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schwinden , verb. irreg. Imperf. ich schwand; Mittelw. geschwunden; Imperat. schwinde. Es erfordert das Hülfswort seyn, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schwinden

    Goethe-Wörterbuch

    schwinden bes bei bildh-übertr Gebrauch öfter zwischen verschiedenen Bedeutungen changierend 1 kleiner, weniger werden a…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwinden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schwinden , Volumenverminderung bei Holz, frisch geformten Tonwaren etc. durch Eintrocknen, bei Metallgüssen durch Erkal…

  5. modern
    Dialekt
    Schwinden

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schwinde n [ʿSweə Hf. Wh. ] f. (auch Pl.) 1. krankhafte Abmagerung: Er het d Schwingen am Arm Hf. 2. eine Hautkrankheit…

  6. Sprichwörter
    Schwinden

    Wander (Sprichwörter)

    Schwinden Schwindt vor Johanni de Rhi, so gibts e sure Wi.

  7. Spezial
    Schwindenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Schwinden , n уменьшение , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwinden

34 Bildungen · 0 Erstglied · 28 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schwinden 2 Komponenten

schwin+den

schwinden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwinden als Zweitglied (28 von 28)

abschwinden

DWB

abschwinden , evanescere, dahin schwinden, abzehren: von der pein, die ich empfunden, ist mein antlitz abgeschwunden. Opitz 3, 153 ; die gli…

augenschwinden

DWB

augen·schwinden

augenschwinden , n. tabes oculorum: augenschwinden wird leichtlich erkennet in und nachdem sie kleiner werden. Pinter pferdesch. 381 .

beschwinden

DWB

beschwinden , tabescere, schwinden: der kranke ist beschwunden, dahin geschwunden. Stieler 1980 . vgl. mhd. geswinden.

Dahínschwinden

Campe

dahin·schwinden

◬ Dahínschwinden , v. ntr. unregelm. ( s. Schwinden), mit sein, nach und nach verschwinden; dann, sterben. »Die stolze Farbe schwand dahin.«…

dahinverschwinden

DWB

dahin·verschwinden

dahinverschwinden , n. einzelne romantische streiflichter fallen schon durch die griechische poesie hindurch, wohin z. b. Ödips dahinverschw…

einschwinden

DWB

ein·schwinden

einschwinden , tabescere, attenuari, dän. indsvinde: wie eingeschwunden, schlecht gewebter ehrgeiz! illweavd ambition, how much art thou shr…

entschwinden

DWB

ent·schwinden

entschwinden , evanescere, weg, aus den augen kommen, verschwinden: und schnell, wie geister in die luft verwehen, entschwand sie mir und wa…

Fortschwinden

Campe

fort·schwinden

Fortschwinden , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Schwinden ), mit sein , verschwinden. Das Fortschwinden .

fuszschwinden

DWB

fuszschwinden , n. bei pferden das nach und nach von auszen eintretende kleinerwerden des fuszes, wobei nach diesem hin sich die hornsohle n…

geschwinden

DWB

geschwinden , verb. , verstärktes schwinden ( s. d. ). 1 1) dahinschwinden, verschwinden, vergehen: mhd. dô muoste im gar geswinden diu vröu…

gliederschwinden

DWB

glied·erschwinden

-schwinden , dass. wie -schweinen, hauptsächl. vom vieh gebraucht: gl., bey dem rindvieh. wenn ein glied kleiner und dünner wird, als es im …

hinschwinden

DWB

hinsch·winden

hinschwinden , verb. fortschwinden, langsam oder leise und unmerklich vergehen: nach diesem aufgedrungenen gefühl von vergänglichkeit und hi…

Hinwegschwinden

Campe

hinweg·schwinden

△ Hinwegschwinden , v. ntr . unregelm. ( s. Schwinden ) mit sein , verschwinden, vergehen. Das Hinwegschwinden .

kernschwinden

DWB

kern·schwinden

kernschwinden , n. eine hufkrankheit der pferde, s. DWB kern 4, a: für das kernschwinden, wann nämlich einem gaul das leben weicht ( aus den…

niederschwinden

DWB

nieder·schwinden

niederschwinden , verb. : wenn er ( mond ) von dem umkreis der erd sich wendet nach dem mittag wert, so steigt gegen west das wasser wider, …

überschwinden

DWB

ueber·schwinden

überschwinden , v. , untrennb. verbindung, spontan für verschwinden: rauch, ... ( der ) nit zergehet oder überschwint Paracelsus op. (1616) …

verschwinden

DWB

versch·winden

verschwinden , verb. , ahd. farsuindan Graff 6, 884 ; mhd. verswinden mhd. wb. 2, 2, 798 b . Lexer mhd. handwb. 3, 264 ; alts. farswindan Wa…

vorbeischwinden

DWB

vorbei·schwinden

-schwinden : als längst schon die erscheinung schwand vorbei A. v. Droste-Hülshoff w. (1878) 2, 231 Cotta; die ( dem fahrenden ) vorbeischwi…

vorüberschwinden

DWB

vorueber·schwinden

-schwinden , wobei das adv. den sinn des verbums verstärkt: bedauern vergangner zeit, vorübergeschwundner zustände und empfindungen Göthe 24…

wegschwinden

DWB

weg·schwinden

wegschwinden , verschwindend weggehen oder vergehen: plötzlich schwinden wir wieder weg, und sind in heiler haut schon wieder hier, noch eh'…

Zerschwinden

Campe

zer·schwinden

Zerschwinden , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Schwinden ), mit sein , zerfahren und verschwinden, sich verlieren. Schon längst — ist der Duft…

zurückschwinden

DWB

zurueck·schwinden

-schwinden , v. : thäler und hügel schwanden ... zurück Heinse 6, 152 Sch.; unsere denkungsart kann ... nimmermehr in die zeiten der Grieche…

zusammenschwinden

DWB

zusammen·schwinden

-schwinden , v. : das feuer war in ein zuckendes glimmen zusammengeschwunden Rosegger II 3, 67; das institut ist zu einer armseligkeit zusam…

Ableitungen von schwinden (6 von 6)

beschwinden

DWB

beschwinden , tabescere, schwinden: der kranke ist beschwunden, dahin geschwunden. Stieler 1980 . vgl. mhd. geswinden.

entschwinden

DWB

entschwinden , evanescere, weg, aus den augen kommen, verschwinden: und schnell, wie geister in die luft verwehen, entschwand sie mir und wa…

Erschwinden

Adelung

Erschwinden , verb. irreg. act. S. das folgende.

geschwinden

DWB

geschwinden , verb. , verstärktes schwinden ( s. d. ). 1 1) dahinschwinden, verschwinden, vergehen: mhd. dô muoste im gar geswinden diu vröu…

verschwinden

DWB

verschwinden , verb. , ahd. farsuindan Graff 6, 884 ; mhd. verswinden mhd. wb. 2, 2, 798 b . Lexer mhd. handwb. 3, 264 ; alts. farswindan Wa…

Zerschwinden

Campe

Zerschwinden , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Schwinden ), mit sein , zerfahren und verschwinden, sich verlieren. Schon längst — ist der Duft…