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schwalbe

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwalbe f.

Bd. 15, Sp. 2182
schwalbe, f. , mhd. swalwe mhd. wb. 2, 2, 760a. Lexer mhd. handwb. 2, 1333; ahd. swalawa Graff 6, 876; im got. nicht bezeugt (Grimm gesch. d. d. spr. 205); altn. svala (s. unten), n. svale, schwed. svala; ags. swealwe, engl. swallow; die herkunft des wortes ist dunkel (deutungsversuche bei Schade 22, 900b. Kluge et. wb.5 340a. Franck et. woordenb. 1226. Köne zu Hel. 3446); die schreibung mit b für w erscheint schon früh, vgl. z. b. Steinmeyer-Sievers gl. 3, 88, 15, für das spätmhd. und frühnhd. Diefenb. 278c, nov. gl. 204b, zur schlieszlich erfolgten wandlung in den verschluszlaut vgl. Wilmanns gr. 1, § 123. schwalb hirundo Dasypodius; Maaler 365d verzeichnet nur schwalm, m. (s. unten); schwalbe, f., une arondelle Hulsius 291b, vgl. Schottel 1411. Stieler 1965; hirundo, eine schwalbe, schwalm Corvinus fons lat. (1660) 316a. die form schwalm (m. und fem.) ist besonders alemannisch, doch begegnet sie auch sonst auf hochd. gebiete (vgl. die lesarten zur 23. fabel in Boners edelstein); so brütelt jeder swalme sin eige. K. Dangkrotzheim h. namenbuch 144; sagen mir eins, ir witschweifenden schwalmen. N. Manuel 150, 464 Bächtold; auch wen die schwalmen nider fliegen. Keisersberg emeis 33b (1516); die schaben (verderben die eier) der schwalmen. Fischart Garg. 196a; von dem huszschwalmen, und allen schwalmen in gmein. Gesner-Heuszlin vogelb. (1582) 213a; swalme, swalm (hochd.) Dief. 278c, nov. gl. 204b; swalm, der, hirundo Maaler 365d; schwalm, m. Stalder 2, 359; schwalm, m. und die schwalma Tobler 402a; schwalm, m. Seiler 266a; dim. schwälmli Hunziker 234; schwäb. schwalm, m. Schmid 486, vgl. Schmeller 2, 632. auch auszerhalb des alem. gebietes: schwalm, m. Spiesz 229; dim. schwelmle (Rhön) Frommanns zeitschr. 6, 420; hess. als m., zuweilen auch f. Vilmar 377; schwolme, f. Pfister 259; die schwalme als landschaftlich verzeichnet bei Steinbach 2, 533: als wie die schwalme pflegt. A. Gryphius 1, 506; swalme Nesselmann deutsch - preusz. voc. 20 (15. jh.); im Saml. und in Westpr. ist nach Frischbier 2, 327a schwalm, schwalmke gebräuchlich. für Ungarn bezeugt Schröer 289a schwalm, f. zur flexion: schwalm, m., gen. des schwalmen Schmeller 2, 632; hirundininus, das des schwalbens. Dentzler 1, 332b. die hornschwalme, podargus cornutus Oken 7, 112. das m scheint aus n nach b entstanden zu sein, n drang aus den anderen casus in den nom. (die schwalb'm Schöpf 657); vgl. oben albe th. 1, sp. 201 und alm sp. 244, anders gr. 2, 193. auffallend sind die bei Kilian angeführten formen mit m: swaelem, hirundo, swaelem-steenken, -steertken, -wortel. eine andere nebenform ist swal, swale: dur daʒ volge ab ich der swal, diu lieʒ durch liebe noch dur leide ir singen nie. minnes. frühl. 127, 36 (H. v. Morungen); vgl. mhd. wb. und Lexer mhd. handwb. a. a. o. besonders dem nd. gebiete ist diese form angehörig, vgl. Schiller - Lübben 4, 483b. swale Diefenbach 278c, nov. gl. 204b (schon im as. kann inlautendes w nach l schwinden, melas für melwas Gallée § 90); oder liegt eine bildung ohne w zu grunde? altn. svala neben vlva, slngva ist auffallend. im späteren nd. gelten deminutivformen als bezeichnungen des vogels (vgl. Schiller-Lübben 4, 484a): swaalke brem. wb. 4, 1110. Dähnert 475b. ten Doornkaat Koolman 3, 370b. Frommanns zeitschr. 4, 276, 13. swAeleke (Fallersleben) 5, 297; swālk (Helgol.) 3, 33. Schütze 4, 231, swälk Mi 90a. in Preuszen wird aus dem nd. schwālke das daneben gebräuchliche hochd. schwālchen. Frischbier 2, 327a. hervortreten des w - lautes: swalfke (Ostfriesl.) Frommanns zeitschr. 5, 273, 10. ten Doornkaat Koolman a. a. o.; schwalfte Woeste 264b. besondere formen: swäfelk, swallig, sweigelk Danneil 217b; swöægelke, swöælke, selten swālke Schambach 223a; schwolsber Müller - Weitz Aachener mundart 226; schwalfter (Bonn), schwolver (im Siegenschen) ebenda; mnld. swaluwe, swalwe van der Schueren Teuthonista 387b Verdam; nnld. zwaluw. die form schwalbe ist sowol in oberd. wie in md. mundarten verbreitet, vgl. Lexer 228. Zingerle 54a. Schöpf 657. Schmeller 2, 631 (der schwalben neben die schwalbe); schwalwe Hertel thür. sprachsch. 223; schwalv, f. (rheinfr.) Frommanns zeitschr. 5, 138. mit eigenthümlicher metathesis (vgl. nd. swäfelk) schwabelchen, schwobelchen (Westerw.) Kehrein 1, 371. 11) viele zusammensetzungen bestimmen näher die arten der schwalben: haus-, ufer-, thurmschwalben, see- oder meerschwalben (möven) u. s. w.; s. die verzeichnisse bei Nemnich unter hirundo. Behlen lex. d. forst- und jagdk. 5, 562. Oken 7, 90 ff. von allen diesen arten beschäftigt die in der nähe menschlicher behausungen lebende die beobachtung des volkes. sie nistet auf thürmen, hochragenden gebäuden, aber auch in traulicher, unmittelbarer nähe an den wohnungen: der schwalm liebet den menschen seer, also, dasz er gern bey jm herberg hat. Gesner-Heuszlin vogelb. 214a; schwalben! rieff er, baut das nest, denn man läszt euch nicht ewig sommer hoffen. Günther 914; vater! es bauet der mensch sein haus; es nistet die schwalbe im gesimse; du nährest die schwalbe; du nährest den menschen. Stolberg 1, 142; hoch baut die schwalb' an das gesims, unfühlend, welchen zierrath sie verklebt. Göthe 2, 181. ärmliche dachwohnung den nestern der schwalben verglichen: wie die schwalben hoch empor musz er unter dächern kleben. Czepko in Wagners archiv 1, 204. die sorgfalt, mit der die schwalbe ihr nest baut und dichtet, wird hervorgehoben (vgl. die hübsche schilderung bei Gesner-Heuszlin a. a. o. und Fr. Stolbergs gedicht 'das schwalbenpaar' werke 2, 257); ein swalwe klent von leime ein hiuselin. Neith. v. Reuenthal 30, 38. am hause nistende schwalben bringen frieden: dört wo d'schwalme niste, ziet der husfrieden i. Seiler 266b, vgl. Schütze 4, 232. wunderh. 2, 360 Boxberger: wo noch schwalben unter unserm dache nisteten, und keine so hungrige raben, wie jetzt die falschen freunde meines vaters. Raimund 1, 227 Glossy-Sauer. schwalben schützen nach weitverbreitetem volksglauben das haus vor blitzschlag. Birlinger volksth. 1, 194, 307, 1. sie zu vertreiben oder zu tödten bringt unheil: man fröuwt sich gmeinlich jr zuokunfft, und hat sy gern zuo herberg, also, dasz man es für ein übel hat, so einer jr nAest zerschleitzt und umbkert. Gesner-Heuszlin vogelb. 214b; wer eine schwalbe tödtet, verursacht vier wochen anhaltenden regen. Grimm myth.4 3, 446 (abergl. 378). wenn man eine schwalbe aus dem hause treibt, geben die kühe rothe milch. Birlinger volksth. 1, 125, 183. wie die schwalbe mit den menschen frieden abschlieszt, erzählt eine alte fabel, vgl. Boner edelst. 23, Gerh. v. Minden 17. sogar die raubvögel schonen die schwalbe: Isidorus spricht, daʒ diu swalb von den grimmen vogeln nümmer gelaidigt werd. Megenberg 200, 15. die schwalbe weisz voraus, wenn einem hause unheil zustoszen soll: Solinus spricht, daʒ diu swalb von nâtûr wiʒʒ, wenne ain haus oder ain dach vallen well, und daʒ fleuht si danne. 200, 28. sie nistet nicht auf jedem gebäude: so erfindt sich, das uf dem domstift zu Trier kein schwalb nistet; es ruet auch keine darauf, dann sie sonst herabfallen und sterben. Zimm. chron.2 3, 197, 37. Heppe wohlred. jäger 273b warnt davor die schwalben in den häusern nisten zu lassen, da sie die wanzen herbeiziehen. trauliche anrede: vrouwe swalewe, ir sît untugentlîch. minnes. 3, 109b Hagen; swester mîne, swalwen, nuo daʒ ich ouch spreche, des ist zît. L. v. Regensburg S. Franc. leben 2494. flug der schwalbe, bild der schnelligkeit; man sagt: die schwalben schieszen; ein træges sneggen slîchen, einr sneller swalwen vluc. minnes. 2, 388a Hagen; denn kriegrischer und schneller sind diese fremden rosse nicht. vergebens, dasz ihr Römer auf ihnen behender wie schwalben floht. Rhingulf 88; huscht doch die freud' auf flügeln, schnell wie schwalben, vor uns hin. Bürger 47a; reiter, sitzet schleunig auf und fliegt als meine schwalben jauchzend vor mir her. Grabbe 3, 302 Blumenthal. hin und her streifen: fuor hie umme, nu die rehte und nu die krumme, als die swalbe nâch irre spîse. renner 9304. aus dem hohen oder tiefen fluge der schwalbe schlieszt man auf kommendes gutes oder schlechtes wetter: so der schwalm so nach auff dem wasser fleügt, dasz er das schier mit dem bauch berürt, verkündet er einen rägen, sagt Aratus. Gesner-Heuszlin vogelb. 214b (nach alter fabel wurde ein habgieriger kaufmann, dessen güter im schiffbruch versanken, in eine schwalbe verwandelt; er sucht nun seine verlorene habe, vgl. Kirchhof wendunm. 3, 158 Österley). d' schwalma flügid nider, es ged ruch wetter. Tobler 402a, vgl. Hunziker 234. Wander sprichw.-lex. 4, 414, 23. die schwalbe erjagt ihre speise im fluge: der vogel wird gespeiset in seim flug von den snâken und von den mucken oder von den fliegen in dem luft. Megenberg 200, 12; diu swalewe vêhet die mücken vür den valken, des si bâget. den ertvlug unt den swippersweif kan si baʒ üeben. minnes. 2, 369b Hagen. gesang der schwalbe: es ist eine schwalbe, die uber mir hinferet, und zitzschet ein wenig. Luther 8, 256a. die schwalbe wimmert (schwiert). Comenius sprachenth. übers. von Docemius 160; zwitzern wie eine schwalbe. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694c; ich winselt wie ein kranch und schwalbe. Jes. 38, 14; ich hôrte den süeʒen sanc von einer swalwen, dâ si vlouc, ir stimme diu was guot. minnes. 2, 172b Hagen; gemessen am gesange der lerche und nachtigall als bild stümperhafter sangeskunst: ir arme kwittel zwitter schürfen snarz ouch sange lâget, si wil mit listen aller vogele dœne prüeven: diu lerhe und ouch diu nahtegal diu müeʒen von der swalewen verdulten spot. minnes. 2, 369b Hagen (vgl. schwalbennest). dem zwitschern der schwalben werden worte untergelegt: klicke wie ick, klicke datt't hölt (beim dichten des nestes); oder: mutter müsst denn jung'n kittel flick'n, kittel flick'n, mit witten, mit swarten, mit swarten zwirn. bei ihrer wiederkehr: ass ick wegtôg, wegtôg hâr ick all's noch; ass ick wedderkamm, wedderkamm, wass et fleit'n gaon; un dao hêt et, hêt et: -fritt nettelkôl un schît, schît schnur! oder: ass ick wegtôg, ass ick wegtôg, waorn all d' kisten un kasten vull; ass ick wedderkamm, ass ich wedderkamm, waor allens ût, wenn't, wenn't jümm man nich belu- rrt. Danneil 217b. vgl. das schwalbenlied bei Schmeller 2, 631. Wander sprichw.-lex. 4, 111, 1. 412, 5; fliegt die schwalbe zwitschert sie: 'da ich fortzog, da ich fortzog, waren alle kisten und kasten voll; da ich wiederkam, da ich wiederkam, war alles wüst und leer'. Immermann 13, 97 Boxberger. die schwalbe als zugvogel: die swalben fliegent über mer und beleibent den winter dâ, alsô sprechent etleich. Megenberg 200, 22; Maria geburt, trekken de swâlkes furt. ten Doornkaat Koolman 3, 370b; schwalben, die im lenze minnen, fliehen, wenn der nordwind weht. Schiller 1, 308; wiederkehrend verkünden sie den lenz (Grimm myth. 123) und suchen ihre im herbste verlassenen nester auf: so bald schwalmen im früling widerkommend, und sy jr alt näst wider findend, so frolockend sy mit jrem vilfältigen gesang. Gesner-Heuszlin vogelb. 213b; der schwalm ist des frühlings bot, wie die krähe des winters. Schmid 623; wanne vele swalbin komen von den sudin her geflogin, so werdit der lenze vornomen. ritterspiegel 1801; kommen ist die liebe schwalbe. wunderhorn 1, 154 Boxberger; schwalben kehren wieder, und die erstlingslieder kleiner vögelein zwitschern durch den hain. Hölty 150 Halm; die schwalbe fliegt, der frühling siegt, und spendet uns blumen zum kranze. 195; kranich und schwalbe merken ire zeit, wenn sie widerkomen sollen. Jer. 8, 7; sprichw. eine swalwe en brinkt nicht den mei. Tunnicius 774; ene swaalke maakt ninen sommer. brem. wb. 4, 1110; ein schwalbe bringt keinen sommer. Petri (1605) 2, Y 4a; eine schwalbe macht keinen sommer. Corvinus fons lat. 316a; de ersten swalften brenget noch kainen suemer. Wander sprichw.-lex. 4, 412, 2; ên oder twei swaleken mâket keinen sommer. 413, 14, vgl. 12. 13. 15; ein swalbe ouch nicht brengit den lenzin wan si komit geflogin. rittersp. 1789; der sonnenblick betrüget (im märz) mit mildem falschem schein, die schwalbe selber lüget, warum? sie kommt allein. Göthe 3, 36. von einem misztrauischen oder beschränkten: er musz vil schwalben sehen, bisz dasz er glaubt, dasz der früeling sey. Henisch 1266, 29; der sperling nimmt das nest in besitz: wenn die schwalb den sperling ins nest lest, so musz sie wandern; wenn die schwalb weg fleugt, so bleibt der sperling. Petri (1605) 2, Bbb 6b. die schwalben sollen andrerseits nicht fortziehen, sondern den winter verborgen in todähnlichem schlafe zubringen, vgl. Gesner-Heuszlin vogelb. 213b. Heppe wohlr. jäger 273a. Nemnich unter hirundo, s. auch Frisch 2, 240c. sie lebt im frühjahr wieder auf: die schwalbe die wir im winter erstarret finden und im lenz wieder aufleben sehen. Schiller 4, 42. weisze schwalben verkünden einen kalten sommer mit langdauernden nachtfrösten. Wander sprichw.-lex. 4, 414, 22; vgl. Gesner-Heuszlin vogelb. 213b. die schwalben sollen der bienenzucht schädlich sein: ob gleich die schwalmen den bynen schaden thuond. Gesner-Heuszlin 214b; wann die schwalben ihre jungen auszführen, bringen sie dieselben nah zu bienstöcken, auff die bäume, da fangen die alten die bienen und bringen sie den jungen. Colerus öcon. (1680) 2, 565b; derowegen, soll man weder alte noch junge schwalben, des grausamen schadens halber, den sie denen bienstöcken zufügen, leben lassen. Hohberg adl. landleben 2, 376a. eine grosze werthschätzung genieszt die schwalbe in der mittelalterlichen heilkunde; vgl. Megenberg 200, 16 ff. Gesner-Heuszlin vogelb. 214b ff. Colerus öcon. (1680) 2, 628b. öcon. lex. (1744) 2658. besonders werthvoll ist der in ihrem magen gefundene schwalbenstein (s. dieses und die andern zusammensetzungen). redensarten: schwalben schieszen für lügen Dentzler 2, 258a, vgl. Wander sprichw.-lex. 3, 275, 284 (eine schwalbe im fluge zu schieszen, ist schwierig); von einem unhöflichen, der seinen hut nicht zieht: er hat schwalben unter dem hute. Wander a. a. o. 4, 415, 42; andere wendungen: hi leat an swalk ütj flä an wal an gus (gans) wedder ha (nordfries.). Firmenich 3, 5, 54; dat hadde ik mal dôn schullt, se de junge dô schêt'n swalk in de soppe (dasselbe motiv in Holteis gedicht 'suschte nischt ak heem'). Frommanns zeitschr. 3, 430, 269; wenn de swäleke wi 'ne gôs schîten will, sau bastet êr dat âsloch. Wander a. a. o. 4, 414, 24; em geit dat mûl wî dem schwlke de rsch. nd. korrespondenzbl. 3, 53. 22) mhd. swalwe bezeichnet eine art harfe A. Schultz f. leben2 1, 552. Grimm gramm. 3, 468. 33) der europäische ziegenmelker (caprimulgus europaeus) wird auch groszbärtige schwalbe, nachtschwalbe genannt Nemnich, s.schwalk 2; eine art tropischer nachtraubvögel nennt Oken 7, 112 schwalmen (podargus). cypraea hirundo, schwalbe, eine schneckenart; mytilus hirundo, schwalbe, schwalbenmuschel, eine meermuschel. ebenda. 44) im schiffsbau heiszen schwalben oder schwalken eiserne platten, die zwei parallele seiten und zwei seiten mit winkelausschnitt haben; sie dienen zur befestigung des losen kiels an dem hauptkiel. Bobrik 617b. 55) schwalbe ende des strohdaches Birlinger 405a. 66) scherzhaft für eine ohrfeige (Halle) Albrecht 208b. 77) schwalbe als kuhname Schöpf 657; für ein weisz und schwarz geflecktes thier Bühler Davos 1, 132. 88) spöttisch zur bezeichnung eines maurers. nd. korrespondenzblatt 8, 72 (sonst auch dreckschwalbe). 99) als spottname für die predigermönche: prediger münch sind halb, drumb heiszens ein schwalb. Fischart 1, 127 randglosse (Kurz); vgl. schwalbenbruder, schwalbenkutte. 1010) wie mucke, grille und ähnl. für schwank, lustiger, launischer einfall: (ein) lustiger fatz-narr oder schwalbenmacher. Simpl. 1, 398 (1685).
15913 Zeichen · 398 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwalbe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schwalbe , plur. die -n, eine Art Zugvogel von schwarzer Farbe, Anm. Bey dem Notker Sualeuu, im Oberd. ehedem der Sc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwalbe

    Goethe-Wörterbuch

    Schwalbe 1 kleiner, schlanker, gewandt fliegender Singvogel mit langen, schmalen Flügeln u gegabeltem Schwanz; auch im V…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwalbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schwalbe , lat. Hirundo , Vogelgattung aus der Ordnung der S.nartigen, mit kurzem, dreieckigem Schnabel, weitem Rachen, …

  4. modern
    Dialekt
    Schwalbef. (m.)

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schwalbe f. (m.) : 1. a. 'der Zugvogel Rauchschwalbe (Hirundo rustica) sowie (seltener) Mehlschwalbe (Delichon urbica)',…

  5. Sprichwörter
    Schwalbe

    Wander (Sprichwörter)

    Schwalbe 1. An den Schwalben merkt man, dass es Sommer ist. Die Schwalbe gilt sehr allgemein als Verkünderin des Frühlin…

  6. Spezial
    Schwalbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schwal|be (Hirundinidae) f. (-,-n) 1 ‹ornit› vidundera (-res) f. 2 ‹sport› fal savaié tl’area di önescmetri m. ✒ eine Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwalbe

133 Bildungen · 101 Erstglied · 32 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schwalbe 2 Komponenten

sch+walbe

schwalbe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwalbe‑ als Erstglied (30 von 101)

Schwalbe, Gustav

Meyers

schwalbe·gustav

Schwalbe, Gustav , Mediziner, geb. 1. Aug. 1844 in Quedlinburg, habilitierte sich 1870 als Privatdozent in Halle, wurde 1871 Prosektor in Fr…

schwalbeln

RhWB

schwalb·eln

schwalbeln -alb- vereinzelt Rhfrk in Simm-Leideneck , LRip in Monsch-Vossenack schw.: schwabbeln (s. d.). — Abl.: die Schwalbel(er)ei, dat G…

schwalbenäugchen

DWB

schwalbenäugchen , n. , niederd. schwalmôgken, stiefmütterchen, viola tricolor Frischbier 2, 327 a ; s. schwalbenblume .

schwalbenart

DWB

schwalben·art

schwalbenart , f. : nach schwalbenart fliegen, nisten u. ähnl.; einheimische schwalbenarten.

schwalbenasche

DWB

schwalbe·nasche

schwalbenasche , f. die asche von verbrannten schwalben wurde in der älteren heilkunst verwandt: alte gschwär mit schwalmen äschen überlegt,…

schwalbenbaum

DWB

schwalben·baum

schwalbenbaum , schwalbenbeerbaum , m. viburnum opulus, wasserholunder, dessen beeren die schwalben lieben sollen. der name ist weit verbrei…

Schwalbenbeerbaum

Campe

≠ Der Schwalbenbeerbaum , — es, Mz. — bäume , der Wasserholunder.

Schwalbenbeere

Campe

schwalben·beere

≠ Die Schwalbenbeere , Mz. — n , die Beere des Wasserholunders s. d. (Viburnum opulus L .); noch verderbter Schwalbisbeere .

schwalbenblume

DWB

schwalben·blume

schwalbenblume , f. , nd. swalftenblaume, veilchen ( viola odorata ); swälukblaum, stiefmütterchen ( viola tricolor ) Pritzel-Jessen, vgl. S…

schwalbenblut

DWB

schwalben·blut

schwalbenblut , n. galt als heilkräftig: wer der swalben pluot nimt under dem rehten flügel, daʒ ist zuo den kranken augen guot. Megenberg 2…

schwalbenbruder

DWB

schwalben·bruder

schwalbenbruder , m. spöttisch von einem predigermönch: dann predigermönch dschwalbenbrüder seind barfüszern, den spatzen, zuowider. Fischar…

schwalbendreck

DWB

schwalben·dreck

schwalbendreck , m. sterco, cacarelli di rondini Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 695 a ( vgl. schwalbenkot , -mist); als spottname für …

Schwalbeneck

PfWB

schwalbe·neck

Schwalben-eck n. : FlN, amtl. Schwalbeneck [ KL-Ramst NW-Haardt ]; Bezeichnung nach der schwalbenschwanzähnlichen Flurform? —

schwalbenei

DWB

schwalbe·nei

schwalbenei , n. : schwalmeneyer schwertzend das haar, und weyszen fläcken im aug. Gesner - Heuszlin vogelb. 216 a .

schwalbeneisen

DWB

schwalbe·neisen

schwalbeneisen , n. ' eine art eisens, welches von dem eisenhammer bey Ziegenrück kommt und mit einem schwalbenschwanze gezeichnet ist ' Ade…

Schwalbenfalk

Adelung

schwalben·falk

Der Schwalbenfalk , des -en, plur. die -en, eine den Schwalben ähnliche Art Falken, welche in Peru einheimisch ist, und von andern zu den Fa…

schwalbenfalke

DWB

schwalben·falke

schwalbenfalke , m. 1) falco milvus, die weihe ( s. auch schwalbenschwanz). 2) falco nisus, der sperber, vogelfalk Nemnich. 3 ) falco peruvi…

Schwalbenfangen

GWB

schwalben·fangen

Schwalbenfangen für das in Italien betriebene Fangen von Singvögeln, speziell von Schwalben, durch Einklemmen zwischen zwei durch Federmecha…

schwalbe als Zweitglied (30 von 32)

Straßenschwalbe

RDWB1

Straßenschwalbe f уличная проститутка, ночная бабочка эвфем.

Ambra-Schwalbe

Adelung

ambrasch·walbe

Die Ambra-Schwalbe , plur. die -n, eine Holländische Seeschwalbe, welche stark nach Ambra riechet.

Bauerschwalbe

Adelung

bauersch·walbe

Die Bauerschwalbe , plur. die -n, ein Nahme, welchen man im gemeinen Leben auch den Rauch- oder Küchenschwalben gibt, weil sie sich gern in …

gerschwalbe

DWB

gersch·walbe

gerschwalbe , f. die mauerschwalbe, auch masc. der gerschwalm, spyr, apus ( die fuszlose, wegen ihrer kleinen füsze ) Maaler 170 d , gerschw…

gesangschwalbe

DWB

gesang·schwalbe

gesangschwalbe , f. oder sangschwalbe, eine art schwalben auf Martinique, deren gesang dem der lerche gleicht Adelung, hirundo dominicensis …

giebelschwalbe

DWB

giebel·schwalbe

giebelschwalbe , f. , nach den nistplätzen an den dachgiebeln benannt; für die hausoder mehlschwalbe: hirundo urbica Nemnich wb. d. natg. 19…

gierschwalbe

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giersch·walbe

gierschwalbe , f. , mauersegler, cypselus apus. nach ihrem schrillen schrei von 3 gieren ' schrill schreien ' gebildet. mnl. ghierswaluwe ap…

hausschwalbe

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haus·schwalbe

hausschwalbe , f. hirundo urbica. Nemnich 3, 164 . so nennt Fischart auch die ehefrau: führe mein Grandgauchiher ein hausschwalm heim, die i…

Kǘchenschwalbe

Adelung

kachen·schwalbe

Die Kǘchenschwalbe , plur. die -n, ein Nahme der gemeinen Rauch- oder Bauernschwalbe, weil sie gern in den Küchen der Landleute hauet; Hirun…

mauerschwalbe

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mauer·schwalbe

mauerschwalbe , f. hirundo apus: maurschwalbe, apus minor, eine art schwalben so in die mauren heckt Frisch 1, 650 c ; und dieser sommergast…

meerschwalbe

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meer·schwalbe

meerschwalbe , f. 1 1) vogelname: der gattung sterna in verschiedenen arten; des pelecanus aquilus, fregattvogels; des eisvogels, alcedo isp…

nachtschwalbe

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nacht·schwalbe

nachtschwalbe , f. caprimulgus europaeus. Nemnich 1, 854 : die nachtschwalben oder nachtschatten bilden eine sehr zahlreiche .. familie. Bre…

rauchschwalbe

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rauch·schwalbe

rauchschwalbe , f. hirundo rustica, eine schwalbe die in der bauern groszen kaminen nistet. Frisch 2, 91 b ; caminaria, rauchschwalbe Dief. …

rheinschwalbe

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rhein·schwalbe

rheinschwalbe , f. hirundo riparia Nemnich 3, 162 . 1 1) eine art schwalben, welche an bächen und flüssen sich aufhält und in löchern an den…

seeschwalbe

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see·schwalbe

seeschwalbe , f. 1 1) bezeichnung verschiedener vogelarten. 1@a a) eine art langschwingiger wasservögel, auch meerschwalbe ( s. theil 6, 185…

spierschwalbe

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spier·schwalbe

spierschwalbe , f. , dasselbe wie spiere, f. als name von schwalbenarten, spirswalbe, hirundo apos, cipselus. Trochus H 4 b , spierschwalb, …

stechschwalbe

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stech·schwalbe

stechschwalbe , f. , seltnere bezeichnung von hirundo rustica, unserer rauchschwalbe, mit rücksicht auf ihren schnellen, dahinstechenden flu…

Steinschwalbe

Adelung

steinsch·walbe

Die Steinschwalbe , plur. die -n, ein Nahme der Mauer- oder Kirchschwalbe, weil sie sich in Felsen und Gemäuern aufhält; S. Adelung Kirchsch…

thurmschwalbe

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thurm·schwalbe

thurmschwalbe , f. hirundo apus Nemnich 2, 160 . Brehm thierl. 3, 655 . Rückert brahm. 15, 15 . Vgl. thurmsegler.