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Schöpfung

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schöpfung

Bd. 18, Sp. 9
Schöpfung, die Hervorrufung des Alls durch den göttlichen Willen aus Nichts, auf der israelitischen Kosmogonie beruhendes jüdisches und christliches Dogma, womit schon die Apologeten des 2. Jahrh. den meist zugleich Theogonien darstellenden Kosmogonien des Heidentums, insonderheit auch der griechischen Vorstellung von einer ewigen Materie gegenübertraten. Während Gott unter letzterer Voraussetzung nur Weltbildner wäre, betont daher schon das altkirchliche Taufbekenntnis gegenüber dualistischer Auffassung die Allmacht Gottes als des Vaters, d. h. des Weltschöpfers. Später unterschied man, um die griechisch philosophische und die christlich-religiöse Ansicht zu vermitteln, eine erste S. (die des Chaos) und eine zweite (die der sechs Tagewerke oder Zeiträume). Während man sich aber theologischerseits selbst neuerdings noch bemühte, die israelitische Schöpfungssage vor der neuern Naturkunde zu rechtfertigen und mit deren Ergebnissen auszugleichen, entschieden die Abhängigkeit jener von der babylonischen Sage, die Art und doppelte Gestalt der Überlieferung und der Widerspruch mit der Naturwissenschaft für die mythische Ansicht in mancherlei Formen, und auch streng bibelgläubige Theologen räumen heute ein, daß Aussagen über den Hergang der Entstehung der Welt und ihrer Gebilde nicht in den Bereich des christlichen Glaubens gehören, und dieser lediglich den der naturwissenschaftlichen Forschung völlig freien Raum lassenden allgemeinen Satz von dem Begründetsein der Welt in dem vernünftigen Willen Gottes zu behaupten hat. Während aber die konservativen Dogmatiker an der Vorstellung eines zeitlichen Schöpfungsaktes festhalten, sprechen die freier gerichteten von einem ewigen schöpferischen Wirken Gottes. Vgl. Zöckler, Geschichte der Beziehungen zwischen Theologie und Naturwissenschaft (Gütersloh 1877–79, 2 Bde.); Otto, Naturalistische und religiöse Weltansicht (Tübing. 1904); J. Wendland, Die S. der Welt (Halle 1905). Unter dem Einfluß der geologischen Erkenntnis, daß der Bau der Erdrinde eine allmähliche Entstehungsweise verrät, und daß ihre Oberfläche in mannigfachen aufeinander folgenden Epochen von den heute lebenden völlig verschiedene Tier- und Pflanzengeschlechter getragen hat, begann das Dogma von der plötzlichen Erschaffung des Weltalls, der Idee einer allmählichen Entwickelung der lebendigen wie der leblosen Welt Platz zu machen. Seit dem ersten Erscheinen von Buffons »Epochen der Natur« (1749) sind mehrfach Versuche aufgetaucht, zwischen dem mosaischen Schöpfungsbericht und der Geologie durch sogen. Konkordanz- oder Harmonisierungshypothesen zu vermitteln, indem man entweder den erstern nur auf die im Menschen gipfelnde letzte S. (in der sogen. Restitutionstheorie) bezog, oder die geologischen Perioden der Erdbildung als die bildlich zu verstehenden sechs Schöpfungstage der Bibel deutete. Nachdem Lyell wahrscheinlich gemacht, daß die Veränderungen der Erde nicht unter gewaltsamen Umwälzungen (s. Katastrophentheorie), sondern in ununterbrochener Folge, wie noch heute, vor sich gegangen sind, und seitdem durch Darwin die Ansicht einer Entwickelung der höhern Lebensformen aus niedern die Oberhand gewonnen hat, beschränken sich die Vermittelungsvorschläge der Theologen auf eine Rückkehr zum Standpunkt des heil. Augustin, der eine mittelbare S. (creatio indirecta) lehrte, wonach Pflanzen und Tiere, ja selbst der Mensch ursprünglich nur der Anlage nach erschaffen worden wären, um sich, wenn ihre Zeit gekommen sei, zu entwickeln. Als Geschichte der S. bezeichnet man eine Darstellung des Entwickelungsganges des Weltalls und der Lebewesen, soweit dieselben sich naturwissenschaftlicher Forschung erschließt. Vgl. Kosmogonie.
3692 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schöpfung

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schöpfung , plur. inus. von dem Activo schöpfen, und zwar in dessen veralteten dritten Bedeutung für schaffen, ersch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöpfung

    Goethe-Wörterbuch

    Schöpfung 1 Nomen actionis; nur sg a Erschaffung der Welt durch göttlichen Willen, auch iSv Schöpfungsgeschichte, Schöpf…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schöpfung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schöpfung , die Hervorrufung des Alls durch den göttlichen Willen aus Nichts, auf der israelitischen Kosmogonie beruhend…

  4. Spezial
    Schöpfung, lexikalischef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Schöpfung , f , lexikalische выдумка , ж , лексическая

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoepfung

62 Bildungen · 58 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von schoepfung

schoepf + -ung

schoepfung leitet sich vom Lemma schoepf ab mit Suffix -ung.

Zerlegung von schoepfung 2 Komponenten

schoep+fung

schoepfung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schoepfung‑ als Erstglied (30 von 58)

schöpfungsakt

DWB

schoepfung·s·akt

schöpfungsakt , m. : der verstand mit seinen begriffen ist ein störender zeuge bey dem poetischen schöpfungsakt. Schiller briefe 3, 342 .

schöpfungsbach

DWB

schoepfung·s·bach

schöpfungsbach , m. : erkaltet war das feuer der natur, und eingefroren alle schöpfungsbäche. Rückert ges. ged. (1840) 1, 217 .

schöpfungsbau

DWB

schoepfung·s·bau

schöpfungsbau , m. bau, einrichtung der schöpfung: und nun bekommt Moses komplimente über komplimente, 'dasz er von einer athmosphäre unsrer…

schöpfungsbegriff

DWB

schoepfung·s·begriff

schöpfungsbegriff , m. : ( es wird gezeigt, dasz ) er — der widerspruch ( in dem begriffe der schöpfung freier wesen ) — aber verschwinde, w…

schöpfungsbericht

DWB

schoepfung·s·bericht

schöpfungsbericht , m. : ich weisz, wie viel physische, metaphysische .. und so gar historische systeme und hypothesen man auf diesen schöpf…

schöpfungsbild

DWB

schoepfung·s·bild

schöpfungsbild , n. : ohne zweifel fand Moses sie ( die Elohim ) in diesem alten schöpfungsbilde. Herder 11, 253 Suphan; im ersten schöpfung…

schöpfungsborn

DWB

schoepfung·s·born

schöpfungsborn , m. , vgl. schöpfungsbronn: gott, aufgestört aus seiner ew'gen ruh, erhebt sich schaudernd und versiegelt stumm den schöpfun…

schöpfungsbrief

DWB

schoepfung·s·brief

schöpfungsbrief , m. : ( bis ihm, Adam ) sein holdes weib mit süszgespitzten lippen .. mit jenem hauptjuwel, das selbst ihr schöpfungsbrief …

schöpfungsbronne

DWB

schoepfung·s·bronne

schöpfungsbronne , m. , vgl. schöpfungsborn: rauscht in euren tiefen auf, schöpfungsbronnen, lobt den herrn! Rückert (1882) 5, 241 ( ghasele…

schöpfungsbuch

DWB

schoepfung·s·buch

schöpfungsbuch , n. das erste buch Mosis, genesis: und im schopfungpuch do stet nemlich, mit schmerzen sein bereuet gott, in dem, als er ges…

schöpfungsdrang

DWB

schoepfung·s·drang

schöpfungsdrang , m. : das individuum befriedigt dabey ( in klagegedichten ) ein bedürfnisz, es erleichtert sich von einer last, anstatt das…

schöpfungsflamme

DWB

schoepfung·s·flamme

schöpfungsflamme , f. : wenn aufgeschwungen aus dem schlamme des irdischen, mein freyer geist, ein lichttheil in der schöpfungsflamme, das u…

schöpfungsfolter

DWB

schoepfung·s·folter

schöpfungsfolter , f. die mühe und anstrengung, die Mosaische schöpfungsgeschichte zu erklären Campe : warum musten sie sich an solch eine s…

schöpfungsgedanke

DWB

schoepfung·s·gedanke

schöpfungsgedanke , m. der gedanke, etwas zu schaffen Campe : seit man einmal dies stück aus unsrer welt, aus dem horizont menschlicher känn…

schöpfungsgeist

DWB

schoepfung·s·geist

schöpfungsgeist , m. : denn die epopee, das drama, die ode, und jede erdichtung fodert schöpfungsgeist im ganzen. Herder 1, 472 Suphan; welc…

Schöpfungsgenuß

GWB

schoepfung·s·genuss

Schöpfungsgenuß [ Gedankengang des ‘Faust’ ] Ideales Streben nach Einwircken und Einfühlen in die ganze Natur. Erscheinung des Geists als We…

schöpfungsgesang

DWB

schoepfung·s·gesang

schöpfungsgesang , m. : solch' ein zauberbild in der seele eines morgenländers muste unser schöpfungsgesang seyn. Herder 6, 45 Suphan; warum…

schöpfungsgesetz

DWB

schoepfung·s·gesetz

schöpfungsgesetz , n. : die geschichte Edens und des falls ist eine so einzelne ganze urkunde, als ich ihnen am schöpfungsgesetz gezeiget ha…

schöpfungsklang

DWB

schoepfung·s·klang

schöpfungsklang , m. : sein ( Memnons ) stein klingt — ein orakel in sieben heiligen lauten, die wir schon als sinnbild des welt- und schöpf…

schöpfungskraft

DWB

schoepfung·s·kraft

schöpfungskraft , f. : man kommt der unendlichkeit der schöpfungskraft gottes nicht näher, wenn man den raum ihrer offenbarung in einer sphä…

schöpfungskreis

DWB

schoepfung·s·kreis

schöpfungskreis , m. : die welt, verwandelt durch den fleisz, das menschenherz, bewegt von neuen trieben .. erweitern euren schöpfungskreis.…

schöpfungslehre

DWB

schoepfung·s·lehre

schöpfungslehre , f. : in diesem poetischen, national- und gedächtniszstück des sabbaths eine göttliche metaphysik der schöpfungslehre zu su…

schöpfungslust

DWB

schoepfung·s·lust

schöpfungslust , f. : als die welt im tiefsten grunde lag an gottes ew'ger brust, ordnet' er die erste stunde mit erhabner schöpfungslust. G…

Ableitungen von schoepfung (4 von 4)

erschöpfung

DWB

erschöpfung , f. 1 1) creatio: für des menschen erschöpfung. Mathes. 7 a ; die ander vernünftig erschöpfung. Schade sat. 3, 1 . 2 2) exinani…

geschöpfung

DWB

geschöpfung , f. creatura, ein geschepphung Dief. nov. gl. 118 a .

unschöpfung

DWB

unschöpfung , f. Göthe 31, 116 W.; s. schöpfung I 2 c u. un IV B. —

urschöpfung

DWB

urschöpfung , f. ( desgl. ) Auerbach tageb. aus Wien (1849) 216 . —