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Schöpfung

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schöpfung

Bd. 3, Sp. 1630
Die Schöpfung, plur. inus. von dem Activo schöpfen, und zwar in dessen veralteten dritten Bedeutung für schaffen, erschaffen, wo es doch nur in engerer Bedeutung von der unmittelbaren Hervorbringung eines Dinges, das vorher nicht da war, durch eine bloße Thätigkeit des Willens, gebraucht wird, welche denn nur Gott allein zukommt. Es wird hier so wohl von der ganz unmittelbaren Hervorbringung der einfachen Dinge, als auch von der mittelbarern Zusammensetzung der Dinge aus diesen einfachen gebraucht. Die Schöpfung der Welt aus Nichts. Die Schöpfung des Menschen, der Engel. Vor der Schöpfung, d. i. der Welt. Zuweilen, obgleich seltener, kommt es auch figürlich von Gott vor, die Hervorbringung zufälliger Beschaffenheiten und Veränderungen, oder eines Zustandes zu bezeichnen. Schöpfung und Erschaffung sind zwar der Form nach gar sehr verschieden; allein sie werden doch in manchen Fällen als gleichbedeutend gebraucht. Stosch bemerkt sehr richtig, daß, wenn das Object ausdrücklich gemeldet werde, man so wohl als das andere[] gebrauchen könne. Die Schöpfung des Menschen, der Welt, der Engel u. s. f. und die Erschaffung. Wird der Gegenstand verschwiegen, so findet nur allein Schöpfung Statt. Eben so richtig ist die Bemerkung, daß Schöpfung sich besser von der ganz unmittelbaren Hervorbringung, Erschaffung aber von der mittelbarern Zusammensetzung gebrauchen lasse. Der Grund scheint in der intensiven Form des Wortes Schöpfung zu liegen, welche wegen dieser Intension mehr sagt, als Erschaffung. In der edlern Schreibart hat man dieses Wort auch figürlich von dem ganzen Inbegriff der erschaffenen Dinge, von der Welt, zu gebrauchen angefangen. Wir müssen den flüchtigen Anblick der Schöpfung in einen bedachtsamen verwandeln, Gell. Der Mensch, das Meisterstück der Schöpfung. Die ganze Schöpfung schläft, Klopst. O Lied, verewige nicht die Grausamkeiten des Menschen, Wie er zum Wüthrich der Schöpfung sich würgt, Giseke. Da es denn auch wohl von einigen im Plural statt Welten gebraucht wird. Daß ichs durch die Schöpfung laut ausrufe, Klopstock.
2060 Zeichen · 26 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schöpfung

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schöpfung , plur. inus. von dem Activo schöpfen, und zwar in dessen veralteten dritten Bedeutung für schaffen, ersch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöpfung

    Goethe-Wörterbuch

    Schöpfung 1 Nomen actionis; nur sg a Erschaffung der Welt durch göttlichen Willen, auch iSv Schöpfungsgeschichte, Schöpf…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schöpfung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schöpfung , die Hervorrufung des Alls durch den göttlichen Willen aus Nichts, auf der israelitischen Kosmogonie beruhend…

  4. Spezial
    Schöpfung, lexikalischef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Schöpfung , f , lexikalische выдумка , ж , лексическая

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoepfung

62 Bildungen · 58 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von schoepfung

schoepf + -ung

schoepfung leitet sich vom Lemma schoepf ab mit Suffix -ung.

Zerlegung von schoepfung 2 Komponenten

schoep+fung

schoepfung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schoepfung‑ als Erstglied (30 von 58)

schöpfungsakt

DWB

schoepfung·s·akt

schöpfungsakt , m. : der verstand mit seinen begriffen ist ein störender zeuge bey dem poetischen schöpfungsakt. Schiller briefe 3, 342 .

schöpfungsbach

DWB

schoepfung·s·bach

schöpfungsbach , m. : erkaltet war das feuer der natur, und eingefroren alle schöpfungsbäche. Rückert ges. ged. (1840) 1, 217 .

schöpfungsbau

DWB

schoepfung·s·bau

schöpfungsbau , m. bau, einrichtung der schöpfung: und nun bekommt Moses komplimente über komplimente, 'dasz er von einer athmosphäre unsrer…

schöpfungsbegriff

DWB

schoepfung·s·begriff

schöpfungsbegriff , m. : ( es wird gezeigt, dasz ) er — der widerspruch ( in dem begriffe der schöpfung freier wesen ) — aber verschwinde, w…

schöpfungsbericht

DWB

schoepfung·s·bericht

schöpfungsbericht , m. : ich weisz, wie viel physische, metaphysische .. und so gar historische systeme und hypothesen man auf diesen schöpf…

schöpfungsbild

DWB

schoepfung·s·bild

schöpfungsbild , n. : ohne zweifel fand Moses sie ( die Elohim ) in diesem alten schöpfungsbilde. Herder 11, 253 Suphan; im ersten schöpfung…

schöpfungsborn

DWB

schoepfung·s·born

schöpfungsborn , m. , vgl. schöpfungsbronn: gott, aufgestört aus seiner ew'gen ruh, erhebt sich schaudernd und versiegelt stumm den schöpfun…

schöpfungsbrief

DWB

schoepfung·s·brief

schöpfungsbrief , m. : ( bis ihm, Adam ) sein holdes weib mit süszgespitzten lippen .. mit jenem hauptjuwel, das selbst ihr schöpfungsbrief …

schöpfungsbronne

DWB

schoepfung·s·bronne

schöpfungsbronne , m. , vgl. schöpfungsborn: rauscht in euren tiefen auf, schöpfungsbronnen, lobt den herrn! Rückert (1882) 5, 241 ( ghasele…

schöpfungsbuch

DWB

schoepfung·s·buch

schöpfungsbuch , n. das erste buch Mosis, genesis: und im schopfungpuch do stet nemlich, mit schmerzen sein bereuet gott, in dem, als er ges…

schöpfungsdrang

DWB

schoepfung·s·drang

schöpfungsdrang , m. : das individuum befriedigt dabey ( in klagegedichten ) ein bedürfnisz, es erleichtert sich von einer last, anstatt das…

schöpfungsflamme

DWB

schoepfung·s·flamme

schöpfungsflamme , f. : wenn aufgeschwungen aus dem schlamme des irdischen, mein freyer geist, ein lichttheil in der schöpfungsflamme, das u…

schöpfungsfolter

DWB

schoepfung·s·folter

schöpfungsfolter , f. die mühe und anstrengung, die Mosaische schöpfungsgeschichte zu erklären Campe : warum musten sie sich an solch eine s…

schöpfungsgedanke

DWB

schoepfung·s·gedanke

schöpfungsgedanke , m. der gedanke, etwas zu schaffen Campe : seit man einmal dies stück aus unsrer welt, aus dem horizont menschlicher känn…

schöpfungsgeist

DWB

schoepfung·s·geist

schöpfungsgeist , m. : denn die epopee, das drama, die ode, und jede erdichtung fodert schöpfungsgeist im ganzen. Herder 1, 472 Suphan; welc…

Schöpfungsgenuß

GWB

schoepfung·s·genuss

Schöpfungsgenuß [ Gedankengang des ‘Faust’ ] Ideales Streben nach Einwircken und Einfühlen in die ganze Natur. Erscheinung des Geists als We…

schöpfungsgesang

DWB

schoepfung·s·gesang

schöpfungsgesang , m. : solch' ein zauberbild in der seele eines morgenländers muste unser schöpfungsgesang seyn. Herder 6, 45 Suphan; warum…

schöpfungsgesetz

DWB

schoepfung·s·gesetz

schöpfungsgesetz , n. : die geschichte Edens und des falls ist eine so einzelne ganze urkunde, als ich ihnen am schöpfungsgesetz gezeiget ha…

schöpfungsklang

DWB

schoepfung·s·klang

schöpfungsklang , m. : sein ( Memnons ) stein klingt — ein orakel in sieben heiligen lauten, die wir schon als sinnbild des welt- und schöpf…

schöpfungskraft

DWB

schoepfung·s·kraft

schöpfungskraft , f. : man kommt der unendlichkeit der schöpfungskraft gottes nicht näher, wenn man den raum ihrer offenbarung in einer sphä…

schöpfungskreis

DWB

schoepfung·s·kreis

schöpfungskreis , m. : die welt, verwandelt durch den fleisz, das menschenherz, bewegt von neuen trieben .. erweitern euren schöpfungskreis.…

schöpfungslehre

DWB

schoepfung·s·lehre

schöpfungslehre , f. : in diesem poetischen, national- und gedächtniszstück des sabbaths eine göttliche metaphysik der schöpfungslehre zu su…

schöpfungslust

DWB

schoepfung·s·lust

schöpfungslust , f. : als die welt im tiefsten grunde lag an gottes ew'ger brust, ordnet' er die erste stunde mit erhabner schöpfungslust. G…

Ableitungen von schoepfung (4 von 4)

erschöpfung

DWB

erschöpfung , f. 1 1) creatio: für des menschen erschöpfung. Mathes. 7 a ; die ander vernünftig erschöpfung. Schade sat. 3, 1 . 2 2) exinani…

geschöpfung

DWB

geschöpfung , f. creatura, ein geschepphung Dief. nov. gl. 118 a .

unschöpfung

DWB

unschöpfung , f. Göthe 31, 116 W.; s. schöpfung I 2 c u. un IV B. —

urschöpfung

DWB

urschöpfung , f. ( desgl. ) Auerbach tageb. aus Wien (1849) 216 . —