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schöpfen

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

schöpfen

schöpfen

schöpfen Vb. ‘Flüssigkeit mit einer Kelle oder einem Gefäß entnehmen’, auch ‘(er)schaffen’ (heute selten, im 19. Jh. veraltend). Laut- und bedeutungsgleich stehen nebeneinander ein starkes Verb ahd. skephen und ein schwaches Verb ahd. skephen, beide für ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (s. schaffen). Vielleicht darf davon ausgegangen werden, daß die Bedeutung ‘(Wasser) schöpfen’ zunächst allein dem schwachen Verb zukam, das dann als eine Bildung zu dem unter Schaff (s. d.) behandelten Substantiv anzusehen wäre. Die semantische Vermischung beider Verben ist jedenfalls im Ahd. bereits vollzogen. Während starkes ahd. skephen in schaffen weiterlebt (und die Bedeutung ‘Wasser schöpfen’ aufgibt), setzt sich schwaches ahd. skephen mit seinen beiden Bedeutungen in mhd. schepfen, nhd. (mit Rundung zu ö) schöpfen (schöpfte, geschöpft) fort. Vgl. auch (schwach flektierend) mnd. nl. scheppen ‘(Wasser) schöpfen’. – erschöpfen Vb. ‘vollständig behandeln, die Kräfte völlig aufbrauchen’, eigentlich ‘bis zum Ende ausschöpfen’, ahd. irskephen ‘schwächen, erschöpfen’ (9. Jh.), mhd. erschepfen; erschöpft Part.adj. ‘am Ende seiner Kräfte, ermüdet’ (18. Jh.). unerschöpflich Adj. ‘unbegrenzt’ (15. Jh.). 1Schöpfer m. ‘Schöpfgefäß, -kelle’ (15. Jh.).
1270 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schöpfen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schöpfen , verb. reg. welches der Form nach ein Intensivum von schaffen und schieben ist, seinem Wesen und Ursprunge nac…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schöpfen

    Goethe-Wörterbuch

    schöpfen Zusammenschr ‘frischgeschöpft’ B36,14,6 1 mit einem Gefäß, der hohlen Hand oä Flüssigkeiten od Schüttgut aus ei…

  3. modern
    Dialekt
    schöpfenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schöpfen schw. : 1. '(von einer Flüssigkeit) mit einem Gefäß entnehmen', scheppe [verbr., PfId. 122 Christmann Kaulb 8, …

  4. Sprichwörter
    Schöpfen

    Wander (Sprichwörter)

    Schöpfen 1. Er schöpft für sich mit dem Eimer, für andere mit dem Fingerhut. Böhm. : Každý sobĕ žbánem a jinému střípkem…

  5. Spezial
    schöpfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schöp|fen vb.tr. 1 ciarié fora, tó fora 2 ‹fig› (herausnehmen, entnehmen) tó fora. ▬ Wasser aus dem Brunnen schöpfen cia…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoepfen

10 Bildungen · 1 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

schoepfen‑ als Erstglied (1 von 1)

schoepfen als Zweitglied (5 von 5)

abschöpfen

DWB

abschöpfen , hauriendo detrahere, herunter schöpfen: den rahm oben von der milch abschöpfen, das fett von der brühe, den schaum vom zucker a…

aufschöpfen

DWB

auf·schoepfen

aufschöpfen , sursum haurire: wasser aus dem brunnen aufschöpfen; bei tische, suppe aufschöpfen, aus der schüssel auf die teller geben.

ausschöpfen

DWB

aus·schoepfen

ausschöpfen , exhaurire, nnl. uitscheppen: er wölle den Jordan mit seinem munde ausschepfen. Hiob 40, 18 ; und meint den abgrund göttlicher …

einschöpfen

DWB

ein·schoepfen

einschöpfen , haurire in vasculum etc.: wasser einschöpfen; mit dem löffel punsch einschöpfen; luft einschöpfen, gewöhnlich schöpfen.

erschöpfen

DWB

erschöpfen , was erschepfen, in der später durchgedrungnen schreibung, die sich aber bereits bei Frisius und Maaler findet. 1 1) zuweilen no…

Ableitungen von schoepfen (4 von 4)

beschöpfen

FWB

1. ›etw. schaffen, jn. erschaffen (im Sinne der Schöpfungstat Gottes); etw. bilden, formen‹.; 2. ›etw. stiften, einsetzen, einrichten‹.; 3. …

entschöpfen

DWB

entschöpfen , 1 1) in der älteren sprache deformare, verunstalten, wie schöpfen formare, bilden, gestalten. Dasypodius 78 c ; entschöpft def…

erschöpfen

DWB

erschöpfen , was erschepfen, in der später durchgedrungnen schreibung, die sich aber bereits bei Frisius und Maaler findet. 1 1) zuweilen no…

verschöpfen

DWB

verschöpfen , verb. falsch schöpfen, unrechtes oder in ein unrechtes gefäsz schöpfen; sich verschöpfen, sich beim schöpfen versehen Campe ; …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schoepfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schoepfen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „schoepfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schoepfen/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schoepfen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schoepfen/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schoepfen"},
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