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anschaffen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 19 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

anschaffen

anschaffen

schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner schaben, Schaff, Schaft, Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); 1beschaffen Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen 2beschaffen Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). – Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. – Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; 2Schöpfer m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.
3816 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    anschaffensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    anschaffen , sw. V. Vw.: s. aneschaffen

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    anschaffensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    anschaffen , sw. V. Vw.: s. aneschaffen*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Anschaffen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Anschaffen , verb. reg. act. von schaffen, befehlen, machen, daß man etwas bekomme, herbey schaffen, d. i. Sorge trag…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    anschaffen

    Goethe-Wörterbuch

    anschaffen ‘anschafen’ DjG 3 1,24,19 mehrf ‘angeschaft’; st flekt s 2 1 a herbeischaffen [ Meph: ] Schafft einen Bohrer …

  5. modern
    Dialekt
    an schaffen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    an schaffe n ankaufen allg. Dis han s i e alles ong e schafft sider d ass s i e g e hirot e t sin d Ingenh. — Bayer. 2, …

  6. Sprichwörter
    Anschaffen

    Wander (Sprichwörter)

    Anschaffen 1. Schaffe dir ein gutes Gedächtniss an, wenn du ein Lügner wirst. – Burckhardt, 564. 2. Wer vieles anschafft…

  7. Spezial
    anschaffen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    an|schaf|fen vb.tr. 1 (beschaffen) procuré (-rëia) 2 (befehlen) comané (-na), ordiné (-nëia) 3 (kaufen) cumpré (-ra) II …

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anschaffen

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitungen von anschaffen (1 von 1)

veranschaffen

MeckWB

veranschaffen verschaffen: dat hadd' sei sick veranschafft Ro GSchwaß ; denn will ick Sei dat Geld veranschaffen Lu Gorl .

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Cotta, M. (2026). „anschaffen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/anschaffen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „anschaffen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/anschaffen/pfeifer_etym. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „anschaffen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/anschaffen/pfeifer_etym.
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