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scheffen

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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13 in 10 Wb.
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29
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Scheffen

Bd. 7, Sp. 993
Scheffen das Wort nach ahd. sceffin(o), schaffin, mhd. scheffe(n) lautend, ist in mdl. Bed. veralt., doch bis etwa 1880—90 in Gebrauch gewesen; die nhd. Bed., heute allg. bekannt, hat z. T. nhd. Lautung angenommen; die mdl. Lautung Rhfrk, Mosfrk, Rip bis zur Benr-L. (noch ins OBerg n. der L. hinein) šęfə(n) (-E- WMosfrk s. oben scheffen; -ęvf-, –ęif-) Sg. u. Pl. [Bitb-Wiersd šēf; in Altk u. Bo-Walberbg auch -ę-; Pl. -fə(n); MüEif šęfe, Pl. -fərə; Aden-Weibern, Ahrw-Burgsahr šęfər, Pl. -rə]; n. der Benr-L. šEpə(n), –Eə-, –ēə- Sg. u. Pl. [Pl. -pəs Kemp-Lobberich; šfəs Bed. 1 MGladb-Rheind] [Eup šeəpə Sg. u. Pl.] m.: 1. die nhd. Bed. »beisitzender Urteilsfinder« ist allg.; lautl. Rhfrk, Mosfrk im entrundenden Geb. -ęf-, –Ef-; im Rip u. Berg, SNfrk neben der echten mdl. Lautung auch šfə(n); NBerg -p-; MGladb šfə; he es Sch. beim Gerich (Schöffeng.); he setz als Sch. Rip, Allg. In alter Lautung u. Bed. noch in den Sprüchen von der Siebenzahl der Gerichtsschöffen Et es got, dat der Sch. siəve sind; wat der ene net wet (weiss), dat w. der angere, oder der Sch. modde s. sin SNfrk, Rip; dau häs mih ze dohn wie s. Sch. Ahrw. Em Sonnesching (-schein) kann ene Bur mih Heu mache, als em Ren (Regen) s. Sch. Bo-Mehlem. — 2.a. die mdl. Bed., bis etwa 1880—90, heute veralt. u. ersetzt durch die amtl. Bezeichnungen, sind noch in geschlossenen Geb. nachweisbar. Mitglied des Gemeinderates Saarbg, Wittl, Bitb, Prüm, Malm, dann Bo, Sieg, Waldbr, Gummb, dann Heinsb, MGladb, Kemp; heute einer vom Gemeinderot, im OBerg Gemeindescheffen. RA.: De Sch. (die bloss Ehrenämter haben) kriən Schlehkirschen, Schmillensot (Schmielensamen) un dat Fett vam Schlipsten (Schleifstein) Gummb-Berghsn. Sagt einer »jo«, dann die andern: Jo, un de Sch. nickten ebd. — b. Gemeinde-, Ortsvorsteher, heute Vorsteher (nur im Hunsr ist Sch. bis heute noch geläufig) Hunsr, Koch, Kobl, Goar, Daun, Aden, Ahrw, Rheinb, Bo-Walberbg, rrhn. Altk, Siegld (Ortssch.). RA.: Wenn dat Kalf net saufe wöll, dann mâcht mer et zum Sch. Goar-Alken. — Zu 2 a, b: et Scheffenhaus Hausn. (ein Sch. hatte das Haus einmal gebaut); Scheffenantun, –welm, –lis so werden die Bewohner eines solchen Hauses genannt. — c. zur Überwachung der bei der Maiversteigerung zusammengegebenen Mailehnen haben zwei Sch., die Räte des Schultheisses, jeden Abend die Häuser der Lehnen zu besuchen u. sich zu überzeugen, dass kein Bursche ein Mädchen besucht, das er nicht gesteigert hat Neuw-Heddersd. — d. Aufsichtsperson (Kirchenmeister) in der Kirche u. bei Prozessionen, meist Sendsch. (s. d.). — e. Büttel Trier-Stdt. — 3. übertr. verächtl. dot es ene Sch. van e Jong vorlauter Schwätzer, — es ene rechtige Mulscheəpen Kemp-Born.
2740 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scheffenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    scheffen , schepfen , schephen swv. BMZ schöpfen Apoll. S. 87,17. Hätzl. 2. 75,33. schepen Griesh. 2,71. scheppen Leys. …

  2. modern
    Dialekt
    scheffen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    scheffe n [èfə K. Z. ] 1. refl. sich hinlegen, zu Bette gehn. Ich ge h hi ning an d scheff mi ch Dunzenh. D e r Hund he…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheffen

35 Bildungen · 20 Erstglied · 12 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von scheffen 2 Komponenten

sch+effen

scheffen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scheffen‑ als Erstglied (20 von 20)

scheffenambehte

KöblerMhd

scheffen·ambehte

scheffenambehte , st. N. nhd. Schöffenamt Q.: StRBrünn (13./14. Jh.), StRPrag, Urk, WeistGr E.: s. scheffe, ambehte W.: nhd. Schöffenamt, N.…

scheffenambet

Lexer

scheffen·ambet

scheffen-ambet stn. s. v. a. scheffelambaht Böhm. 680 f. 1361 . Gr.w. 3,421. schepfen ambet Brünn. r. 378,156. 395,201. schepf ambet Prag. r…

scheffenbære

KöblerMhd

scheffenbære , Adj. nhd. „schöffenbar“, zum Schöffen geeignet, zum Schöffen gemacht Hw.: vgl. mnd. schēpenbār Q.: DSp (um 1275) (FB scheffen…

scheffen II

RhWB

scheffen II das Wort ist WMosfrk an der Saar n. der das/dat- L. u. in Trier-Ld , Wittl , Bitb , Prüm (hier auch šEfəln ) verbr.; sonst schep…

scheffenisse

KöblerMhd

scheffe·nisse

scheffenisse , st. F. nhd. Schöpfung, Erschaffung, Schaffung Hw.: s. scheffnisse E.: s. scheffe, scheffen, nisse W.: nhd. DW- L.: Hennig (sc…

Scheffenmann

RhWB

scheffen·mann

Scheffen-mann m.: im Glockenspruch: On alles, wat mer kreien on han, dat hüet dem Isaks Nathan, on wat me dann nouch övverig han, dat krett …

Scheffenrat

RhWB

scheffen·rat

Scheffen-rat -r:t Verbr. wie Scheffe 2 a m.: Gemeinderat. RA.: Wenn änen am (im) Sch. as, dan moss hen dreimol su weit sputze (spucken) wie…

Scheffenstuhl

RhWB

scheffen·stuhl

Scheffen-stuhl štō:l Gummb , MGladb-Raser m.: veralt. wie Nhd.; der Scheəpe modde (müssen) 7 sien op der Scheəpestohl.

scheffenstuol

Lexer

scheffen·stuol

scheffen-stuol stm. schöffenstul, -gericht Böhm. 622 ff. 688 f. ( 1359. 63 ). Miltenb. stb. 15 a . Gr.w. 2,216. 3,418. 477. schöpfen stuol i…

scheffenære

KöblerMhd

scheffenære , st. M. Vw.: s. schaffenære

scheffen als Zweitglied (12 von 12)

abscheffen

RhWB

ab-scheffen: abschöpfen; et Fet von der Briht (Brühe) ofsch. das Beste vorwegnehmen; de Schmand vun der Melch ofsch.; de Melch ofsch. entrah…

bescheffen

Lexer

be-scheffen swv. s. beschepfen.

gemeindescheffen

DWB

gemeinde·scheffen

gemeindescheffen , m. : darnach sprachen sie, daʒ zu Königheim sollen sin zwölf sendtscheffen, die heiszt man die gemeindscheffen. weisth. 6…

gescheffen

KöblerMhd

gescheffen , st. V., sw. V. nhd. schaffen, erschaffen (V.), schöpfen (V.) (2) Hw.: s. geschaffen Q.: Apk, Parad (FB gescheffen), Will (1060-…

Kirchescheffen

LothWB

kirche·scheffen

Kirche scheffe n [-šèfə Lix. Kr. u. s.; khèrχənšefa Obd. La. Ro. Egelsh. ] m. 1. Kirchenschöffe, Mitglied des Kirchenrats. 2. Küster Kr.

Ortscheffen

RhWB

ort·scheffen

Ort-scheffen oărtsšęfə Siegld ( -šaof Wilnsd ), Neuw-Datzeroth m.: Ortsvorsteher.

Sendscheffen

RhWB

send·scheffen

Send-scheffen (urkdl. reich bezeugt: syentscheffene Goar 1351; seentscheffen Monsch 1415, Aach 1560) zinšęfə(n) (s. S.) Goar-Weiler , May-Tr…

Ableitungen von scheffen (3 von 3)

bescheffen

Lexer

be-scheffen swv. s. beschepfen.

gescheffen

KöblerMhd

gescheffen , st. V., sw. V. nhd. schaffen, erschaffen (V.), schöpfen (V.) (2) Hw.: s. geschaffen Q.: Apk, Parad (FB gescheffen), Will (1060-…

scheffene

KöblerMhd

scheffene , sw. M. nhd. beisitzender Urteilssprecher, Schöffe, Inhaber des Schöffenamts Q.: Gl, Urk E.: s. scheffe W.: nhd. DW- L.: Lexer 18…