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Schaffe

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schaffe

Schaffe

schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner schaben, Schaff, Schaft, Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); 1beschaffen Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen 2beschaffen Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). – Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. – Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; 2Schöpfer m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.
3816 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schaffef.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    schaffe f. ahd. scafa lembulus Graff 5,449. miaparo, parva navigatio scafa sumerl. 11,30.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaffe

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das star…

  3. modern
    Dialekt
    Schaffef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schaffe f. : ' Mühe, Plage '; vgl. PfWB Schaffens . Mit der han ich moi Schaff [Kaislt]. SHW Südhess. V 147 Schaff m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaffe

86 Bildungen · 79 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schaffe 2 Komponenten

sch+affe

schaffe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaffe‑ als Erstglied (30 von 79)

schaffecht

ElsWB

schaf·fecht

schaffecht [àfèχt Str. ] Adj. arbeitsliebend. ‘Sei ehrlich unn schaffecht’ arbeitsam Stöber Daniel 1. ‘Au schaffecht in der Hushaltung Isch…

Schaffelgeld

DRW

schaffel·geld

Schaffelgeld, n. zu 1Schaff eine Abgabe auf solh eur maj. zuesagen, der munz halben gethan, haben si auch entgegen der steurn piers und scha…

schaffell

DWB

schaf·fell

schaffell , n. pellis ovina, ovilla Stieler 465 . Frisch 2, 157 a . schafffell, melota .. ovina pellis Dasyp. ; schaffAel (das) schAeffin fA…

Schaffelle

Meyers

schaff·elle

Schaffelle zur Benutzung als Pelzwerk liefern Europa, Buenos Aires, Kapland und Australien. Je nach der Schafrasse erhält man gewöhnliche Fe…

schaffeluusch

MeckWB

Wossidia schaffeluusch zu bösen Streichen aufgelegt: schaffeluusch sin Ro Rostock@Nienhagen bei Doberan NHagD ; Syn. schawernacksch.

schaffen I

SHW

schaffen I Band 5, Spalte 149-150

schaffenærinne

Lexer

schaffenærinne stf. schaffnerin. umgel. scheffenærinne Schm. Fr. 1,96. Kolm. 118,24 nach der hs.;

Schaffenei

ElsWB

schaffe·nei

Schaffenei [ʿSàfənèj Str. ] f. Schreibstube eines Schaffners CS. 88. — Schwäb. 451.

schaffener

Lexer

schaff·ener

schaffenære , schaffener stm. BMZ anordner, aufseher, verwalter, schaffner, procurator Dfg. 462 a . schaffenære Lanz. Flore 2690. 980. 3256.…

schaffenerīe

KöblerMhd

schaffenerīe , st. F. nhd. „Schaffnerei“, Verwaltung? ÜG.: lat. procuratio Gl Q.: Gl (15. Jh.?) I.: Lüs. lat. procuratio? E.: s. schaffen W.…

schaffenheit

DWB

schaffen·heit

schaffenheit , f. beschaffenheit, qualitas, constitutio Stieler 1712 , nur noch in einigen zusammensetzungen gebräuchlich; vgl. be-, miszsch…

schaffen I

RhWB

schaffen I PfWB ElsWB LothWB -af-, im Geb. des Prät. šū:f, –ō:-, –ō- usf., Part. gəšafə(n) u. -šaft st.: 1. a. wie nhd., aus der Sprache der…

schaffen II

RhWB

schaffen II. nach Wk. VII 18 steht in einem grossen, bis zur Ahrsperre gehenden südl. Geb. sch. für den allg. Begriff »arbeiten« (in der WEi…

Schaffens

ElsWB

schaff·ens

PfWB RhWB Schaffe n s n. eifriges Arbeiten. Mei n , wenn die an e S. ge h n, do stecke n si e i h m! richten sie viel aus Geberschw.

schaffensfülle

DWB

schaffens·fuelle

schaffensfülle , f. : jeder fand sich gefördert und angeregt durch dies geistige zusammenleben, um welches sich allseits der feine duft aris…

Schaffensgeschirr

MeckWB

schaffens·geschirr

Wossidia Schaffensgeschirr n. seem. Eßbesteck Ro Rostock@Dändorf Dänd ; dat Backgeschirr (Teller) un de Drinkmuck un dat Schaffensgeschirr (…

schaffenstil

Lexer

schaffen·stil

schaffen-stil stm. stiel eines schaffen, schöpfgefässes Ls. 1. 514,201. 515,225. 37.

schaffe als Zweitglied (4 von 4)

buschaffe

DWB

busch·affe

buschaffe , m. simia orangutang, waldmensch, nnl. boschmensch, waldmann, waldteufel.

Geschaffe

Campe

Geschaffe , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

Plüschaffe

RhWB

pluesch·affe

Plüsch-affe -āp MGladb , Düss , Mettm ( -āpə ) f.: Grosstuer, Stutzer, Windbeutel, Geck; blokarierte Pl. Mettm-Kuchhsn .

wasserschaffe

DWB

wasser·schaffe

wasserschaffe , -schapfe , -schaft , f. wasserschöpfe ( s. d. 3): ( ein garten genannt ) zer wasserschaft urkundenbuch der st. Eszlingen 1, …

Ableitungen von schaffe (3 von 3)

beschaffe

BMZ

beschaffe stv. 1. schaffe, erschaffe. swaʒ ûf dirre erde beschaffen ist tod. gehüg. 963. die engel beschuof des gotes gewalt aneg. 3,78. 2,5…

Geschaffe

Campe

Geschaffe , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

verschaffe

BMZ

verschaffe stv. 1. schaffe übel, entstelle. dâ von er sô vorschaffin wart, daʒ nîmant wolt im sîn gemein Jerosch. 128. c. 2. verwandele, ver…