Eintrag · Rheinisches Wb.
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schaffen II. nach Wk. VII 18 steht in einem grossen, bis zur Ahrsperre gehenden südl. Geb. sch. für den allg. Begriff »arbeiten« (in der WEif rbiχtən weniger gebraucht), wie in einem nrip, lnfrk Geb. wirken; n. des Geb. schaffen wird das Zeitw. in best. Wend. gebraucht; lautl. -af- [Trier-Ld, Wittl, -āf- in Bed. 1 b] schw.: 1. im südl. grossen Geb. a. arbeiten schlechthin, tätig sein, bes. bei landwirtschaftlicher Arbeit auf dem Felde, in der Scheune, im Stalle, bei der Hausfrau im Hause, dort meist mit Fleiss, Anstrengung arbeiten (nicht mit Anstrengung bei jeder Tätigkeit duhn, bei unsachlicher, sinnloser, böser T. machen); etwas sch., zustande bringen; en schafft net geren. hen hot kan Lost zer Orbicht Bitb, Allg.; ech moss höck (heute) noch sch. viel arbeiten; nu schaff doch ens; der kann sch.; wat häs dau geschaff? Aden, Allg.; is dat geschafft?; dran erom sch. Allg.; de schafft on däht (tut), e mecht, e kennt doch op kä greinen Zwäg Merz; sch. gohn, sch. sin auf der Arbeit sein Allg.; der es net fer ze sch. nicht zum Arbeiten zu gebrauchen Allg.; er schafft un schäfft un schaft doch neist Simm-Schlierschd; sihr (schnell), dichtig, wolfig (udgl.) sch.; sech kapot, kromm on steif sch.; wie verreckt, geckig (net gescheit) sch. Allg., er schafft bledsinnig druf enin Nahe; on der Eisebohn, am Feier (Hochofen) sch.; enner (unter) Dach sch. in der Scheune sch.; en de Hand sch. mithelfen; op et Sch. ka mer dichtig essen Allg.; ich hon Trapp on Galopp geschafft sehr schnell u. viel Birk; das Sch. schotzt mer nit geht nicht voran Allg.; de Sonn (das Werer) muss sch. helfe die Arbeit des Landmanns gedeiht nicht, wenn das Wetter nicht hilft Nahe. RA.: Der schafft (so tüchtig) wie e Peərd (Gaul, Karrengaul, Hengst, Dier, en Binn, Bei, Wolf, e Steck Vieh, en Erdwirmchen) Allg., — e Borebutzer Kreuzn, — en Feind Kreuzn-Langenlonsh, en Türk Westerw; der schafft (ohne Sinn u. Verstand) wie en Ochs, — e welle Watz (Eber), — e ongebunne Stick Vieh, — e angebonne Zeckel, — en Laus om Seil, — der schafft (allzusehr) wie en Ondeier (Untier) Allg.; de lo (Faulenzer) schafft bal su flott wie e Meirer (Maurer) Bitb; de schafft su ger wie en Esel danzt Daun-Wiesbaum; en as immer om sch. wie Hans om Dächen (Beet), — en Laus om Roff (Schorf), — en Eres (Erbse) an (in) der Wal Bitb-Badem. Fer ze sch. brauch ich net rem (zurück) ze kommen ich war mein ganzes Leben lang fleissig Bitb-Obersgegen. Der (übermässig Arbeitende) schafft sech noch de Sielsak eraus Daun-Strohn, — dar'm der Arschdarm erauskimmt, — darer de A. schlept, — dar et Wasser im Arsch kocht, — et W. em de Reck erafläft Hunsr, Allg., — dat en hannen (hinten) eromflegt Bitb-NWeis; der (Faulenzer) schafft, dar em's Messer im Sack net wackelt S Wond-NEisenb; er (der F. beim Kartoffelgraben) schafft, dat mer em Maul un Nas sieht Simm-Laub; der (Regsame) schafft, we wenn et mor (morgen) net mih gelen (gelten) däht; mer ment, de welt op emol reich gen Daun-Tettschd. Er schafft of Deiwel komm raus sehr fleissig Saarl, Verbr., — in de Dag unüberlegt Allg., — en dat Hunnert, bis et Dausend voll es, — uf de Haufe (de Kupp) er spart, — fer de Katz umsonst Allg. Wie sot (sagte) de Man, fer ze sch. sein ich əllan (allein) an (u.) um Desch kreən ich kan Plaz! Bitb-NWeis. Der kann nore schreie, sch. ma (mag) er nit Simm-Horn. Sch. macht et Lewe siss (süss), Faulhät stärkt de Gliere Hunsr. Dir misst bere (beten), als wenn der wollt gleich sterwe, on sch., als w. der w. ewig of der Welt sen Bernk-Immert. De Bauere misse sch., dat se dat Maul ufsperre Simm-Horn. Vum Sch. is noch käner reich wor, sust wer de Isel reicher as se Her (Miller) Rhfrk, Allg. Wer Sunndes wie Wertes schafft, hat et se Lewe zo neist gebrecht Mos. Wan eich net sch., dann gäht de Schorschten net Bitb. Gut Gescherr is half geschafft Rhfrk. Gut iwerloigt as h. g. Trier-Mehring. Wie gefress, eso g. ebd.; wie mer össt, su schafft mer och Allg. Der schafft fir zwien un esst fir drei Koch, Allg.; der schafft em Dogluhn un fresst em Akkord Mos. Den Jong (den zu mietenden Knecht) loss net gohn, ohne datste jo gesot hos; den össt flott, e schwätzt fl. an (u.) en hält sich grod, wie wenn en en Blieser (Blasrohr) ageschleckt (eingeschluckt) hätt; doher schafft en och fl. Bitb-Seimerich. Der Faulenzer kann annere nit sch. sehn Rhfrk; wat dem zum Arm rausguckt, schafft nit gere Bernk-Rhaunen; er schafft gere bis of dat, wat zou de Himsarmen herausguckt Veldenz; er sagt: eich sch. geren, nore bei der Arwet en nochts well eich mei Ruh hon Trier, Allg.; eich bin ach (auch) kän Feind vän der Ärwet, awer ich gesinn (sehe) doch am liewschten die A., die wo schon geschafft is Saarl-Berus; nachts schleft er un dagsiwer schafft er neist Kreuzn-Langenlonsh; er schafft in zwien Dag mih bie en änem May, Allg., der schafft mih heannig sech be fir sech May-Trimbs. Wer sich ehrlich will ernehre, muss viel sch., wenig verzehre Simm-Horn. Ze viel sch. micht et best Peərd kapot Bitb, Allg., Wer et mehrscht schafft, horr et nit de best uf de Welt Hunsr. Fingerschlang Geschäft (gehannelt) eas mir lewer as be handlang (arm-) geschafft May, Rhfrk, Westerw. Wer neist hot se sch., fang an mit Jure, Hure orer Paffe! Simm-Schlierschd. — Der Most schafft gärt Mos in Trier, Bernk. Goar-Trechtinghsn. — Besondere Anwendungen: Was schaffscht dau dann do? (Hauptton auf dau) was hast du hier zu suchen?; was hascht dau do wedder geschafft? angerichtet (Dummheiten); was schafft dir (ihr) wie gehts euch; wat sch. denn at (schon) de Gruss (Grossmutter)? Saar. Do eas neust geschafft debei das ist eine Arbeit, wobei nichts verdient wird May-Kollig; die Leit hon der Sach gar neist se sch. gen haben sich um die Angelegenheit nicht gekümmert Nahe. — b.[Trier-Ld, Wittl, Bitb, Prüm -āf- s. scheffen l] etwas (einen) sch., irgendwohin schaffen, mit adv. Ortsbestimmungen; ebbesuf Seit sch. (auch stehlen) [auch bei S., iwer S. sch.]; ebbes aus der Welt sch. Allg.; eich sch. mich en's Bett gehe zu Bett Nahe; de schaft sein Kanner (Kinder) freh inner (unter) de Hauf verheiratet sie frühzeitig Wittl-Binsf, Allg.; er hat's onner de Leit geschafft das Gerücht verbreitet Ottw, Allg.; sich (äm) ebbes vom Hals sch. Allg.; ebbes eraussch. heraustransportieren Allg.; er hot sich erausgeschafft von langer Krankheit sich erholt Saarbr, Kreuzn-Gebr; such dich net eruszesch.! rede dich nicht heraus Saarbr-Güding; de Kuh hot rausgeschafft hat Gebärmuttervorfall Goar-NGondershsn; se schafft fort Simm, Birkf-Bundenb; se schafft stösst die Nachgeburt ab Wend-Dickesb, Meis-Hoppstädten, Goar-Oppenhsn, Koch-Müden; se sch. an de Fe Birkf-Gimbw (s. Wk V 4). Fortsch. auch weiterbringen, entfernen; die Kinn duhn alles f. verschleudern, verschwenden alles Rhfrk; se hon sich all so langsam fortgeschafft die Alten sind gestorben Rhfrk; ebbes hinab-, heraf-, hin-, herbei-, heren-, herunner-, zesumensch.; wat die Alle (Alten) herbeisch., fresse de Junge; der (Faulenzer) schafft et Bloə nit vum Himmel erunner Rhfrk, Allg. — 2. im Geb. n. des Geb. 1 -af- [im sndfrk Trübungsgeb. auch -ǫ-; Kemp-SPeter 1880 -āp-], deutlich als fremd empfunden. a. kräftig, schwer, lange arbeiten; etwas sch., mit Erfolg a., bewerkstelligen; do hammer ävver geschaff; mir han et g.; wemmer de ganze Wouch g. hät, moss mer Sonndes seng Rauh han; schaff, da wiərd dir och de Zitt net langk; dat Peərd schaff de Ärbet net (arbeiden die tägliche Arbeit mit Verstand u. Erfolg verrichten, jet dohn, mache sich beschäftigen, auch ohne Sinn u. Zweck) Rip, Allg. RA.: De kann sch. wie e Perd Allg. Frau fress, Mann schaff! Wahlspr. der faulen u. gefrässigen Frau Sieg. Berg, Dür-Birkesd. So wie me frett, so schaff me ouk Mörs. De morgens schaff, darf ovends fere (feiern) Köln-Stdt. Du hes vill geschaff on winneg gəarbet Sieg-Ägid. En Haffen es nicks to sch. Neckspr. auf Rees-Haffen. He mäckt sin Eldere jet te sch. viel Arbeit, Kummer u. Sorge MGladb, Allg. — Besondere Bed.: du häs he nüs ze sch. nichts zu suchen, entferne dich; wat häs du dann he ze sch.? zu suchen, du bist hier überflüssig; entferne dich; mach der nüs ze sch.! nur keine Ausflüchte Rip, Allg. — b. etwas sch., an andere Stelle sch., mit Ortsadv., durchaus geläufig u. anderen Bezeichnungen, wie jet an en andere Stell bringe (drohn), jet herodohn (-drohn)' überwiegend, wie auch die Komp. ab-, ansch. durch aus geläufig sind; jet us der Welt sch.; jet bei de Bahn sch. (herbei-); he hät sechzo en em düchtige Mann hersugeschaff Rip, Allg. — Abl.: die Schafferei, dat Geschaff(s) (das is Weibsleitsg. Rhfrk; et hot kä Gescheck on kä G. Birkf, Zell-Alf).
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Cotta, M. (2026). „schaffenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaffenii/rhwb?formid=S02128
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Cotta, Marcel. „schaffenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaffenii/rhwb?formid=S02128. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schaffenii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaffenii/rhwb?formid=S02128.
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