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schmuck

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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16 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmuck adj.

Bd. 15, Sp. 1115
schmuck, adj. hübsch, schön, zierlich. eine ableitung zu schmiegen, deren bedeutungsentwicklung nicht ganz klar ist, da ältere gebrauchsweisen nicht bekannt sind, aber wol im zusammenhange mit der des subst. schmuck und des verbums schmücken zu denken ist. doch könnte man auch eine entwicklungsreihe: schmiegsam, geschmeidig, schlank, zierlich annehmen, vgl. unten die mundartlichen angaben; in diesem sinne auch J. Grimm kl. schriften 6, 337. das wort ist den ältern dialekten unbekannt; es ist im nd. zu hause und hat sich wol von da aus in die benachbarten sprachgebiete verbreitet: so nordfries. smok (helgol. smuck Frommann 3, 26), besonders abern. smuk, schwed. smukk in der älteren sprache und mundartlich Rietz 635a. englisch mit eigenthümlicher erweichung des k smug (schon bei Gascoigne, 1572, und Shakespeare), vgl. Skeat 567b. im mnd. wörterbuch ist smuk nicht belegt, dagegen führt Lübben im mnd. handwb. 358b auf: smuk, geschmeidig, biegsam; schmuck, schön, zierlich. es begegnet zum beispiel in einem singspiel Laurembergs: wor geistu hen, wor bliffstu doch, du schmucke klene deerne? s. nd. jahrb. 12, 45; ferner bei Hollonius somnium vitae humanae (1605): ick habb tho husz ein schmuck junck wyff. v. 548 (s. 31 neudruck). dasz es in die nhd. schriftsprache aus dem nd. gekommen ist, bezeugen Frisch, Adelung und Campe ausdrücklich, doch ist es nicht erst in der 2. hälfte des 18. jahrh. eingedrungen, wie Kluge5 331b angibt, sondern schon bei Opitz und Spee in gebrauch, s. die belege. Weigand 2, 609 führt schon vom jahre 1507 schmug getzirt an. von den nhd. wörterbüchern hat es zuerst Wachter (1737) aufgenommen: schmuck, elegans, venustus, tersus, politus 1446; schmuck, adj. niderteutsch, schön, elegans, venustus Frisch 2, 210a. in heutigen mundarten besonders nd., s. Richey 268. brem. wb. 4, 872. Schütze 4, 133. Dähnert 435a. Danneil 198a. Mi 82a. Schambach 198b (1. geschmückt, sauber, nett, reinlich, hübsch angezogen, 2. hübsch, schön, stattlich), Klein 2, 129 (schmuck, stolt, geputzt, nieders.); nur im ostfries. und westf. nicht bezeugt, wo dagegen smuk, kusz, vorkommt, s. erstes schmuck 4, a. doch ist schmuck auch dem hochdeutschen sprachgebiete nicht fremd, s. Hunziker 226. Schm. 2, 544. Weinhold 86. Bernd 268. Frommann 4, 262, III, 4 (rheinfränkisch: zart, zierlich, schlank, biegsam). Liesenberg 198. oberlausitzisch schmuck in dem sinne 'ruhig, still, friedfertig' Anton 4, 7. belege aus der nhd. literatur, von kleidern und schmuck: hast ergeiget auf den wiesen manchen schmucken lorbeerkranz. Spee trutzn. s. 224 Balke; das ist ein schmuckes kleid. Göthe 14, 268 (bürgergen. 6). sonst von gegenständen: dasz man geschworen hätt', der schmucke april sey vor der thür. Fr. Müller 2, 368. meist indes von menschen: mit holdem munde ertheilte sie dem schmucken gärtner befehle, wie er die blumenpflanzung ordnen sollte. Musäus volksm. 1, 102 Hempel; ein schmucker zimmergeselle führte Eduarden ein flinkes bauernmädchen zu. Göthe 17, 156; aber wie erstaunte ich, als ich meine wunden alle geheilt, meinen körper schmuck und glänzend .. fand. 23, 80; zunächst gegen den zuschauer geht ein fräulchen von acht bis zehn jahren, .. so schmuck und zierlich als bei dem anständigsten feste. 39, 151; ein schmucker landknabe. 58, 93; ei Hans, wo kommst du her? und so schmuck und stattlich! gar nicht mehr wie unsereiner! Hauff jud Süsz 3; von ferren bist du schmuck, und häszlich in der nähe. Opitz 2, 443; des dorfes mädchen brachten den ährenkranz, durchschimmert von der bläue der lieblichen kornblume, 'gebet, gebt! doch schmucker wäret ihr uns, wenn ihr eimer brächtet!' Klopstock 2, 232; so frisch und schmuck wie weiland Seladon. Wieland 5, 41 (Amadis 13, 6); was machst du, schmuckes dirnchen, hier? Pfeffel 5, 50; erlesne männer, schmucke jünglinge. Uhland ged. (1864) 187; eingingen zum saale die püppchen schmuck. Rückert Firdosi 1, 159; bist du so schmuck, herr Ulrich Lichtenstein? Grillparzer könig Ottokar 4; die nonnen waren ein schmuck schwesternpaar. Immermann 13, 221 Hempel; ein schmuckes weib (an kleidern trug es just so viel als hier mein finger) lag darauf. Gaudy 20, 131; aus der dichtverzweigten linde rufen wir dem schmucksten kinde. Scheffel Juniperus 106. so auch adverbial: unsere reiter trabten wieder ganz schmuck daher. Göthe 30, 183; was für grünröck mögen das seyn? treten ganz schmuck und stattlich ein. Schiller Wallenst. lager 5. besonders in hinblick auf die kleidung: dafür glaubte sich aber auch der major wirklich besser angezogen als jemals, als er vor den spiegel trat und sich auf das schmuckeste herausgeputzt erblickte. Göthe 22, 50; der schäfer putzte sich zum tanz, mit bunter jacke, band und kranz, schmuck war er angezogen. 12, 54; schmuck aussehen: ik see nog idel smuk ut, wenn ik kämmt un wuschen bün. Schütze 4, 133; und wenn sie etwa meinen, es sähe im ganzen haus so schmuck aus wie in ihren zimmern, da irren sie gar sehr. Kotzebue dram. sp. 3, 291. auf geistiges übertragen: so auch mit den sogenannten seelen: wenn sie verse machen oder verliebt sind, ja dann freilich dünken sie sich wunder wie schmuck. Tieck Cev. 1, 257; Philander thäte eine schmucke predigt. Schuppius 250. in volksthümlicher (besonders nd.) redeweise oft ganz verblaszt, wie hübsch und schön: dat lett he smuk bliven, lasz er das hübsch bleiben! da blivt he smuk af, da bleibt er von, ist nichts für ihn. Schütze 4, 133; ga smukk hen, sei artig und gehe hin, do dat smukk. Dähnert 435b; smuck hand gäw'n Danneil 198a. vgl. auch dat lett nig smukk, ist nicht artig; dat is smukk, spöttisch, wenn etwas schlecht gethan ist Dähnert 435a.
5677 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmuck

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Schmuck , des -es, plur. doch nur in Einem Falle, die -e, von dem Zeitworte schmücken. 1. Eigentlich, der Glanz, und…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schmuck

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schmuck sehr ansprechend (angezogen, herausgeputzt, geschmückt, gestaltet), apart, prächtig, besonders hübsch, reizvoll;…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmuck

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmuck (hierzu die Tafel »Schmucksachen I-III« ). Bei den ältesten Kulturvölkern des Orients war die Neigung, sich zu s…

  4. modern
    Dialekt
    schmuck

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    schmuck Band 9, Spalte 914 schmuck 9,914

  5. Sprichwörter
    Schmuck

    Wander (Sprichwörter)

    Schmuck 1. Es ist besser dem schmuck täglich zulegen, denn mählich wieder ablegen. – Henisch, 323, 33. 2. Grosser Schmuc…

  6. Spezial
    Schmuck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schmuck m. (-[e]s) 1 belijia f. 2 (Verzierung) ornamënt (-nc) m. 3 abelimënt (-nc) m. 4 (Dekoration) decoraziun (-s) f. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmuck

120 Bildungen · 101 Erstglied · 16 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schmuck 2 Komponenten

sch+muck

schmuck setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmuck‑ als Erstglied (30 von 101)

Schmuck I N

Idiotikon

Schmuck I N. Band 9, Spalte 912 Schmuck I N. 9,912

Schmuck II

Idiotikon

Schmuck II Band 9, Spalte 912 Schmuck II 9,912

Schmuck III

Idiotikon

Schmuck III Band 9, Spalte 913 Schmuck III 9,913

Schmuck (Adj.)

Wander

Schmuck (Adj.) Schmuck (Adj.). 1. Dat is smuck. – Dähnert, 435 a . Spottweis von dem, was schlecht gethan ist. 2. Dat lett nig smuck. – Dähn…

schmuckangel

DWB

schmuck·angel

schmuckangel , f. angel mit einem glänzenden blech, durch dessen glanz man die fische anzulocken sucht. Jacobsson 2, 12 b ; alle flieszende …

Schmuckarbeit

GWB

schmuck·arbeit

Schmuckarbeit Anfertigung bzw Ausschmückung von Accessoires oä (als typische durch Frauen verrichtete Handarbeit) Sie [ Hilarie ] besaß ein …

schmuckbekränzt

DWB

schmuckbekränzt , adj. : heil euch, ihr grünen frohen gefilde! heil, des stillen segens wohnungen, euch! und euch ihr reiz- und schmuck-bekr…

schmuckberaubt

DWB

schmuckberaubt , adj. : die ehre missen, heiszt alles missen. besser, nicht der deine, als dein so schmuckberaubt. Shakespeare Ant. u. Cleop…

schmuckbewahrerin

DWB

schmuck·bewahrerin

schmuckbewahrerin , f. : schmuck- ò geschmuck-bewahrerin, guarda-gioie. gall. dama d'atour Kramer deutsch-ital. dict. 2, 614 c .

Schmuckdarstellung

GWB

schmuck·darstellung

Schmuckdarstellung Präsentation kostbarer Schmuckstücke; im Bild [ mBez auf das Konzert der Singakademie im Radziwillschen Palais während de…

Schmuckeis

RhWB

schmuck·eis

Schmuck-eis -uk-, –ok- Birkf-Bosen Gonnesw Neunk Schwarzenb Selb , Wend-Bliesem Guidesw Remmesw Stdt , Saarl-Bilsd Lab Diefflen Pachten Pies…

schmuckelen

ElsWB

schmuck·elen

schmuck e le n [mùklə Strüth ; myklə Roppenzw. Kaysersbg. ] 1. schmuggeln Strüth Kaysersbg. 2. refl. sich einhüllen in Kleider oder in die…

schmuckelig

DWB

sch·muckelig

schmuckelig , adj. : übel riechend, unrein Schm. 2, 541 . Kehrein 1, 357 , vgl. schmuckeln 3.

schmuckeln

DWB

schmuck·eln

schmuckeln , verb. 1 1) deminutivbildung zu schmucken, schmiegen: schmucken, schmuckelen sich ( da schmiegen forse ), rannicchiarsi, restrin…

Schmucken

Campe

sch·mucken

† Schmucken , v. intrs . in Hamburg, schmatzen, z. B. beim Küssen. D. Schmucken .

Schmuckenkordel

PfWB

schmucken·kordel

Schmucken-kordel f. : = Schmicke 1, Schmuckgoʳdel [ KB-Dreis Stett FR-Assh Kindh ], Schmu- [ FR-Ebertsh ]; Syn. s. Treibschnur , Schmicke 1;…

schmuckeren

ElsWB

schmuck·eren

schmuckere n [mùkərə Hlkr. Bf. Zinsw. ] ärmlich leben, aus Geiz oder Not. Die s. um e Pfënni g sind zu geizig, nur einen Pfennig auszugeben…

schmuckerig

ElsWB

schmucke·rig

schmuckerig [mùkərik Westhalten ] 1. Adv. schwächlich, kränklich. Das Kind luegt s. dri n . 2. Adj. trübe, vom Wetter.

schmuck als Zweitglied (16 von 16)

Familienschmuck

RDWB1

Familienschmuck m фамильные драгоценности (а не "семейные")

brautschmuck

DWB

braut·schmuck

brautschmuck , m. was brautputz: der erste morgen des sommers häufte um ihn den brautschmuck der erde. J. P. Hesp. 4, 62; welcher morgen! in…

g(e)schmuck

Idiotikon

g(e)schmuck Band 9, Spalte 914 g(e)schmuck 9,914

geschmuck

DWB

geschmuck , m. verstärkung von schmuck ( s. d. ), mhd. gesmuc, vereinzelt gesmock Alsfelder passional 2848 Gr.; daneben als n. die collectiv…

halsschmuck

DWB

hals·schmuck

halsschmuck , m. schmuck um den hals: damit hätte ich vielleicht nicht einmal die uhren mit dem zu jeder gehörigen hals-, kopf- und ohrensch…

hauptschmuck

DWB

haupt·schmuck

hauptschmuck , m. 1 1) kopfschmuck: der hauptschmuck nach gelegenheit der zeit: im winter auf die französisch, im meien auf die spanisch, im…

heidenschmuck

DWB

heiden·schmuck

heidenschmuck , m. decus campi, ist der name zweier pflanzen: des cistus helianthemum, sonnenröschen, erdepheu Nemnich 2, 1052 , und der ser…

hurenschmuck

DWB

huren·schmuck

hurenschmuck , m. ornatus meretricius: sihe, da begegnet im ein weib im hurnschmuck. spr. Sal. 7, 10 ; fromme, von allem hurenschmuck falsch…

kirchenschmuck

DWB

kirchen·schmuck

kirchenschmuck , m. ornatus ecclesiasticus, kleider und gewand der priester und zierat des altars Frisch 1, 516 b , ' anathema ' Steinbach 2…

kopfschmuck

DWB

kopf·schmuck

kopfschmuck , m. ornatus capitis, hauptschmuck, kopfputz. Adelung : weiblicher kopfschmuck, mhd. houbetgebende ( vgl. unter köpflein 2, d );…

Ofe(n)schmuck

Idiotikon

Ofe(n)schmuck Band 9, Spalte 913 Ofe(n)schmuck 9,913

perlenschmuck

DWB

perlen·schmuck

perlenschmuck , m. schmuck von oder wie von perlen Stieler 1886 : ( du hast ) meinen perlen-schmuck gebraucht zu kinderspiel. Hofmannswaldau…

Schleiergeschmuck

DRW

schleier·geschmuck

Schleiergeschmuck, m. Zierrat in Form eines Schleiers verpott, ... durch welches ... weybs persohnen ... verwahrnet ..., sich solchen kappen…

weiberschmuck

DWB

weib·er·schmuck

weiberschmuck , m. dafür weiber-geschmuck Abr. a S. Clara etw. f. alle 2, 374 , auszerdem fest in der form weiberschmuck, in den wb. von Sti…

Ableitungen von schmuck (3 von 3)

geschmuck

DWB

geschmuck , m. verstärkung von schmuck ( s. d. ), mhd. gesmuc, vereinzelt gesmock Alsfelder passional 2848 Gr.; daneben als n. die collectiv…

Schmucke

SHW

Schmucke Band 5, Spalte 541-542

unschmuck

DWB

unschmuck , adj. A. W. Schlegel-Tieck Shakespeare 9 (1833) , 50 ( Cymbeline 3, 4). unüblich. —