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schinden

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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25 in 20 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schinden

Bd. 7, Sp. 1134
schinden das Wort ist allg. (das Prät. fehlt fast überall), u. zwar Rhfrk šinə, Part. gešun u. gəšint; Mosfrk še·n.ə(n) [Trier, Bernk, WBitb -ø-], Part. an der Saar gəšu·n.(ən); Birkf, Trier-Stdt -šo·n.; sonst -šent [Wittl, Bitb, SPrüm -šant; sonst Prüm -ǫ-, –-, –ē-]; Siegld šen, Prät. šon, Part. gəšon [oFerndorft šiŋə, šiŋdə, gəšiŋt]; Rip, SNfrk še·n.ə [Aach auch -·n.də; auffallenderweise fehlt die Mouillierung še.ŋ.ə; nur Sieg-Fussh š·ŋ.ə], Part. gəšent [Westerw -ę-, –-; Sieg-Eitorf, Eup-Raeren jəšoŋk; Sieg-Birk --; Rip selten -šo·ŋ.ə]; Berg ši·n.ən, –e-, Part. jəšu·ŋ.ən, –o- u. jəšint, –e-; Klevld šenə, –ē-, Part. γəšent, –ē- u. γəšonə st. (schw.): 1. einen sch., die Haut abstreifen. a. ein krepiertes Tier sch., ihm die Haut abziehen u. es verscharren in der Schindkaule; de Schönner hot et krigt fer et ze sch. WBitb, sonst ist diese Wend. nicht mehr üblich, dafür de gefreckte Koh et Fell aftrecke (afziehen) on et en de Kul dohn Rip, Allg. — Noch in RA.: Wa mer en Koh schannt (schindet), kimmt et op en Hor (Haar) net on Wittl-Binsf. Wenn Kermes es, dann schennt mei Papp de Bock usf. Trier. De Bock sch. Purzelbaum schlagen Saarbg, Trier, Koch-Treis; es aufs Äusserste treiben Bitb-Speicher; eich muss emmer de Schinn-de-B. sein der Schuldige Trier-Stdt. De Wibbel (Käfer, Kornwurm) sch. die Ernte, auch eine längere Arbeit glücklich beenden. RA.: Der sieht aus wie e geschinnter Fuchs sehr mager, schlecht Ottw-Theley. — b. mit andern Obj.; Wäsem sch. Rasen abschälen Neuw-Rodenb; Bäume sch., die Rinde halb abschälen Kreuzn-Dörreb; ein Feldstück sch., sehr oberflächlich, nicht tief pflügen; dat Stöck göt nömme (nur) geschannt Bitb, u. so Kreuzn, Saarl-Eidenborn, Zell-Pünderich; Kleidungsstücke sch. u. dropsch. mutwillig abnutzen Siegld, Waldbr, Gummb; ne geschennde Welsch zerkerbter Klicker Dür. — c. (sich ein Glied sch.) sich sch., die Haut abschürfen beim Fallen, durch Stossen an einen Körper; hen hat (sich) de (am) Fanger (et [am] Knie) geschannt; seng Hand as ganz geschannt; hen hat sich g.; et as g. nur eine Hautabschürfung Bitb, Allg.; ek han mi de Hut (et Fell), et Ben, de Klauen geschungen Gummb, Allg. RA.: Besster fuler Hungk (Hund) geheschen (gescholten) äls de Huck (Haut) geschennt als bei fleissiger Arbeit sich die Haut verletzen Köln-Poulh. — 2. übertr. a. einen (einen Menschen, ein Tier) sch., plagen, übermenschlich anstrengen, ihm zu schwere Arbeit auferlegen, dabei nicht gut behandeln, misshandeln, schikanieren; de schend de Peərd övver alle Mosse (Massen); der schennt seng Löck (Leute) op den Dut, dut on lebendig Rip, Allg.; der soll die arme Leit (Leute) geschunn hon Rhfrk, Allg.; en geschennt Perd abgetriebenes Pferd Dinsl, Allg.; der seiht geschunnen aus verkommen, elend Saarl, Allg. RA.: Et es ärmer Steck Mewel (Möbel) bie en ale Jonggesell; er wird geschindelt on gehudelt, kann sech stelle, bie e well May-OMendig. Aprel half schennt noch Kouh (Kuh) o Kalf ist dem Vieh oft noch wenig zuträglich Merz, Saarbg, Trier. Schinn(e)-de-Gräwer (imperat. Wortf. »schinde den Gräber«) eine Campanula-Art im Weinberge, die schwer auszurotten ist uNahe, Goar (Rhein), uMos. — b. sich sch., sich abmühen, abquälen [Altk-NFischb šenərn]; sech sch. on plogen (quälen) Allg.; sech sch. on schube SNfrk; sech sch. on streppen Merz; eich muss mich sch., on dau leischt (liegst) op der fauler Seit Merz-Saarhölzb, Allg.; he schennt sech der ganze Dag, sch. sech net faulenzt MGladb, Allg., — bes op der Dut Bergh, Allg., — zom Krüəpel Grevbr, — für nüs (nichts) erfolglos Rip, Allg., — wie ennen Hongk (Hund) Aach. RA.: Net jedderēn (jeder) gewennt, de sech düchteg schennt, on männichen g., de sech net sch. Schleid-Hellenth. — c. einen sch., überfordern bei Zahlungen; änen bes of't Blot sch. Westerw. — d. absol. beim Abheben der Spielkarten nur die obere abheben Dür. — e. schönne mer! Ruf beim Klickersp., der es dem Spieler gestattet, jedes Hindernis aus dem Wege zu räumen, wenn nicht vorher einer ruft: schönne der necks! Dür. — f. in nhd. Form schinden schmarotzen, umsonst am Trinkgelage teilnehmen, aus der Studentenspr. Verbr. in den Städten. — Abl.: die Schinnerei, dat Geschinn(s).
4213 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schindenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    schinden , schinten stv. I, 3. BMZ schinnen Karlm. 140,23 (: binnen). prät. u. part. auch sw. schinte, geschindet, gesch…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schindensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    schinden , sw. V. nhd. schinden, peinigen, häuten, Fell abziehen, plündern, rauben, ausplündern, ausrauben, berauben, be…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schinden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schinden , verb. irreg. act. Imperfect. ich schund; Mittelwort geschunden; Imperat. schinde. 1) Eigentlich, die Haut ein…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schinden

    Goethe-Wörterbuch

    schinden häufig PartPrät ‘geschunden’ 1 jdn/ein Tier häuten; je einmal im Bild sowie subst ‘der Geschundene’ In dem groß…

  5. modern
    Dialekt
    schinden

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schinde n [ìə S.; ìntə Hüss. ; ìntə, entə O. Bf. Scherw. Rapp. Illk. Str. Betschd. ; æə M. ; eə K. Z. Dehli; Pa…

  6. Sprichwörter
    Schinden

    Wander (Sprichwörter)

    Schinden 1. Die haben gut schinden, die es nicht empfinden. – Chaos, 80; Winckler, VII, 80. It. : A chi non duole, ben s…

  7. Spezial
    schinden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schin|den (schund, geschunden) I vb.tr. 1 (schlecht behandeln) scintiné (-nëia), strabacé (-cia), tormenté (tormënta) 2 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schinden

30 Bildungen · 6 Erstglied · 19 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schinden 2 Komponenten

schin+den

schinden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schinden‑ als Erstglied (6 von 6)

schîndende

Lexer

schîndende part. adj. s. schînen.

schindenhengst

DWB

schinden·hengst

schindenhengst , m. nordwind, aquilo, boreas Dasypod. ; schindtdenhengst (der) byszwind, boreas. schindtenhengst von mitternacht, aquilo. de…

schindenleich

DWB

schinden·leich

schindenleich , m. ( s. schindleich): und helt jederman nicht mehr davon ( vom kirchhof ), denn als wenn jemand uber einen schindenleiche li…

schinden als Zweitglied (19 von 19)

geltschinden

KöblerMnd

*geltschinden , sw. V. nhd. Wucher betreiben Hw.: s. geltschindære E.: s. gelt, schinden

strātenschinden?

KöblerMnd

*strātenschinden? , sw. V. nhd. „straßenschinden“, Straßenraub begehen Hw.: s. strātenschinden (2) E.: s. strāte, schinden

abe schinden

MWB

abe schinden stV. ‘etw. (Fell, Rinde) abziehen, ablösen’ zwô hiute [...] : / die heter [...] / zwein tieren abe geschunden Iw 468; so nim ha…

abegeschinden

KöblerMhd

abe·geschinden

abegeschinden , sw. V. nhd. wegnehmen Q.: RSp (um 1415) E.: s. abe, ge, schinden W.: nhd. DW2- L.: Lexer 356a (abegeschinden), Benecke/Mülle…

abeschinden

KöblerMhd

abe·schinden

abeschinden , st. V., sw. V. nhd. „abschinden“, schinden, abhäuten, abziehen Q.: Enik (FB abe schinden), BenRez, Hadam, Iw (um 1200), Narr, …

abschinden

DWB

abschinden , excoriare, abhäuten: einem stücke vieh die haut, einem baum die rinde abschinden, einem die haut an den fingern abschinden: tru…

anschinden

DRW

anschin·den

anschinden anstiften, anregen angeschundet und geheißen 1530 MagdebSchSpr.(Friese) 226 Faksimile DWB. I 450 Faksimile RügenLR. 46

ausschinden

DWB

aus·schinden

ausschinden , pecus glubere, mlat. excoriare: tragen etliche ausgeschunden wolfshäut. Ayrer 197 a ; guter, fleisziger posthund, ich werde di…

beschinden

DWB

beschin·den

beschinden , cutem destringere: den baum, die hand beschinden; dasz er dreiszig stufen herabfället und weiter keinen schaden nimmt, als dasz…

erschinden

DWB

erschin·den

erschinden , excarnificare, praet. erschund für erschand, part. erschunden: denn was sie mit ablasz, bullen, beichtbrieven, butterbrieven un…

holzschinden

KöblerMhd

holz·schinden

holzschinden , st. N. nhd. „Holzschinden“, Abschälen von Bäumen Q.: DRW (um 1450) E.: s. holz, schinden W.: nhd. DW- L.: DRW

hūsschinden

KöblerMhd

hūs·schinden

hūsschinden , sw. V. nhd. Häuser berauben Q.: Chr (1374) E.: s. hūs (1), schinden W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 1406 (hûsschinden)

krāmschinden

KöblerMnd

krām·schinden

krāmschinden , V. nhd. Häuser plündern in denen Kindbetterinnen sind Hw.: s. krāmschinden (2) E.: s. krām, schinden L.: Lü 187b (krâmschinde…

lantschinden

KöblerMnd

lant·schinden

lantschinden , sw. V. nhd. Wegelagerei treiben Hw.: s. lantsākære Q.: Chr. d. d. St. 6, 34 E.: s. lant, schinden L.: MndHwb 2, 744 (lantschā…

strātenschinden

KöblerMnd

strāt·en·schinden

strātenschinden , N. nhd. Straßenraub Hw.: s. strātenrōf E.: s. strāteschinden (1), strāte, schinden L.: MndHwb 3, 530 (strâtenpôl/tsrâtensc…

verschinden

DWB

ver·schinden

verschinden , verb. durch abschürfen beschädigen: zum hencker, stosz gar jetzt den nachttopf noch um! die kniee verschunden die beine halb k…

zerschinden

DWB

zer·schinden

zerschinden , verb. , zu schinden ( th. 9, 189), die haut abscheuern, -stoszen, -reiben: Rother 2443 F.-K.; dasz sie ( eine frau ) in keller…

Ableitungen von schinden (5 von 5)

beschinden

DWB

beschinden , cutem destringere: den baum, die hand beschinden; dasz er dreiszig stufen herabfället und weiter keinen schaden nimmt, als dasz…

erschinden

DWB

erschinden , excarnificare, praet. erschund für erschand, part. erschunden: denn was sie mit ablasz, bullen, beichtbrieven, butterbrieven un…

geschinden

Lexer

ge-schinden stv. I, 3. BMZ Rsp. mit abe.

verschinden

DWB

verschinden , verb. durch abschürfen beschädigen: zum hencker, stosz gar jetzt den nachttopf noch um! die kniee verschunden die beine halb k…

zerschinden

DWB

zerschinden , verb. , zu schinden ( th. 9, 189), die haut abscheuern, -stoszen, -reiben: Rother 2443 F.-K.; dasz sie ( eine frau ) in keller…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schinden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schinden/rhwb?formid=S05112
MLA
Cotta, Marcel. „schinden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schinden/rhwb?formid=S05112. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schinden". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schinden/rhwb?formid=S05112.
BibTeX
@misc{lautwandel_schinden_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-09},
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