schalk,
m. servus, veterator, homo lascivus, joculator. II.
Formales. gemeingermanisches wort, goth. skalks,
altnord. skálkr,
schwed. dän. skalk,
ags. scealc,
fries. alts. skalk,
mnd. nnd. mniederl. holl. schalk,
ahd. scalh, scalc. Graff 6, 480,
mhd. schalh, schalc, schalk.
man vermuthet verwandtschaft mit sollen (
goth. skal, skulum, skulans),
vgl. Lexer
mhd. handwb. 2, 641.
die auf oberdeutschem sprachgebiete entstandene form skalh,
in der die schlieszende muta zur spirans verschoben erscheint, hat in die nhd. schriftsprache keinen eingang gefunden. ältere sprachdenkmäler weisen vereinzelt schwach flectierte formen auf: do kom ein valknære geleich gar eim schalken (: valken).
minne-falkner 98.
im übrigen bietet die formale entwicklung innerhalb des hd. keine besonderheiten. IIII.
Bedeutung und gebrauch. II@11)
die ältesten belege zeigen das wort in der bedeutung knecht, diener. wahrscheinlich bezeichnete schalk
zunächst den hörigen, der wegen einer schuld seine freiheit verloren hatte (
s. das formale),
gewann dann aber einen allgemeineren sinn. die gothische bibel bietet es als regelmäszige übersetzung für δοῦλος,
daneben einmal für οἰκέτης (
Röm. 14, 4),
einmal für παιδάριον (
Neh. 5, 18).
auch in den zahlreichen ahd. belegen hat schalk
nur diesen sinn, während es im mhd. auszerdem noch in anderer daraus entwickelter verwendung erscheint. die altfries. und altsächs. denkmäler weisen ebenfalls das wort als knecht, diener auf, die übrigen dialekte zeigen auch anderen gebrauch. das nhd. hat die hier erwähnte bedeutung völlig verloren. schon Luther
gebraucht schalk
nicht mehr so. II@1@aa) schalk
als knecht, weithin in den alten dialekten verbreitet: goth. hwas þan izwara skalk aigands arjandan aiþþan haldandan.
Luc. 17, 7;
ahd. inti ih quidu .. mînemo skalke: tuo thiʒ, inti her tuot iʒ.
Tatian 47, 5;
in servum venundatus est (
Joseph), ze scalche uuard er ferchôufet. Notker
ps. 104, 17;
altfries. thi skalk skolde dwa, alsa him sin hera bad. Richthofen 73, 16;
mnd. he heft gedaen alse en knecht, de synen heren moit gehorsam zyn, so he syn schalck was.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 41
a;
altnord. skálkar þeir er skjöld bera.
quelle bei Egilsson 716
a;
ahd. mhd. gihugi mit eragrehtinthines scalches, druhtin. Otfrid 4, 31, 19; er (
Noah) sprach, mein sun Cham der muʒʒe seiner bruder eigen sein, die da bedachten die schame mein. von den wurden die schalche giborn.
anegenge 25, 62.
noch bei Möser
nach altem sprachgebrauch: wenn einer von adel das glück hatte, zum könige erwählt zu werden, so mochte sich der glanz dieser würde leicht auf sein gefolge verbreiten, und des königs schalk sich um einen grad höher dünken, als des schalks knecht.
osn. gesch. 1, 65. II@1@bb) schalk
im gegensatz zu herr:
ahd. ginuhsamôt themo iungiren, thaʒ sô sî sô sîn meistar, inti scalc sô sîn hêrro.
Tat. 44, 16; got uuolta in (
Joseph) aber ze hêrren machon. doh sie in fure scalch kâbin. Notker
ps. 104, 17;
mnd. diu not was also grot, dat de heidenen de christenen angrepen, de schalk sinen herren, de vader sinen sone, de broder den broder.
d. chron. 2, 113, 27
mon. Germ.; mhd. der heilege wîssage sprach daʒ er die schalke rîten sach, dô die herren muosten gê
n. Thomasin v. Zircläre
d. wälsche gast 6456 (
nach pred. Sal. 10, 7);
zu fürst: sî hæten des spils ensamt gespilt, dâ manec schalc wirt von gezilt und manec fürste wol geborn.
Eraclius 3802;
zu reicher:
ahd. skalka joh thie richethie gent thar al giliche. Otfrid 5, 19, 53;
zu freier: swâ dehein gotis holdi sî, er sî scalc oder vrî.
fundgr. 2, 121, 38.
bildlich in alterthümelnder sprache: die minn' ist ein gefangner falk, vom jägersmann gewiegt im ringe, damit der freie als ein schalk dienstbar auf das gewilde springe. Immermann 13, 237;
alt auch im gegensatz zu freund, hausgenossen,
vgl. mhd. wb. 2, 1, 76
a. II@1@cc) schalk
zusammengestellt mit knecht, diu (
diener): si suhten si mit triuwen under den scalchenunde under den diuwen. Diemer
deutsche ged des 11. u. 12. jh. 27, 17; war tet dîn vater sînen sin, daʒ er in dem abte lieʒ und in im selben niene hieʒ dienen sam durch alleʒ reht tæt sîn schalc und sîn kneht? Hartmann v. Aue
Greg. 1186. II@1@dd)
der schalk
als eigenthum des herrn, alts.: that ik (
Johannes) môti an is giskôha,thôh ik sî is skalk êgan, an sô rîkiumu drohtine,thea reomon antbindan.
Heliand 939;
ahd. 'ist, druhtin', quad, 'gilumplih,thaʒ thu nu wasges mih; inti ih bin eigan skalk thîn,thu bist herero min? ...' Otfrid 4, 11, 22; daʒ er wiʒʒen solte, daʒ si iener wolte fur eigen schalch hine geben.
kindheit Jesu 87, 18.
zur treue verpflichtet, daher mit dem stehenden beiworte hold
versehen: unz er fuar ahtontithes selben wortes mahti, gagantun imo blidethie holdun scalka sine. Otfrid 3, 2, 26.
in verbindung sonst mit lobenden beiwörtern, wie gut, getreu: thô quad imo sîn hêrro: gifih, guot scalc inti gitriuui.
Tat. 149, 4;
mit tadelndem, wie übel, böse,
ahd. abuh, laʒʒo: thô gihalôta inan sîn hêrro inti quad imo: abuh scalk. 99, 4; oba quidit ther ubilo scalc in sînemo herzen. 147, 12; thô antlingita sîn hêrro quad imo: ubil scalc inti laʒʒo. 149, 7. II@1@ee)
der fromme knecht heiszt '
knecht gottes': Paulus skalks guþs, iþ apaustaulus Jesuis Xristaus. 1
Tit. 1;
ags. hê Moyses sende his sylfes scealc.
quelle bei Bosworth-Toller 822
a;
altniederfr. ginâthe scalke thînin.
ps. 18, 13;
ahd. uuer ist hiêr genamot kotis scalch? Notker
ps. 35, 1; nû lobont truhtenen alle sîne scalcha. 133, 1; wola druhtin minja bin ih scalc thin. Otfrid 1, 2, 1; thara leiti, druhtîn,mit thines selbes mahtin zi themo sconen libethie holdun scalka thine. 5, 23, 28.
der gegensatz ist der knecht der sünde, ahd. sundôno scalk: uuâr uuâr quidu ih iu, bithiu allerô giuuelîh thie sunta tuot ther is suntûn scalc.
Tatian 131, 14 (
Joh. 8, 34); schalk der schalkheit: ruom, lüge, spot, swer die drî hât, der mac niht heiʒen vrî, wan der ist schalc der schalkeit. Thomasin v. Zircläre
d. wälsche gast 219. der ougen schalk,
augendiener: der ougen scalc endienet niht niuwan dâ eʒ der herre siht. Vridank 49, 15. II@1@ff)
während in den übrigen altgermanischen dialekten das wort meist anwendung findet auf den unfreien knecht, wird es im ags. daneben häufig im sinne von '
krieger, mann'
gebraucht. J. Grimm
gramm. 3, 320
hält diese bedeutung für die ursprüngliche, doch ist hier wol eher die annahme eines secundären gebrauchs gerechtfertigt, der vermittelt sein mag durch die bedeutung '
lehensmann': eóde scalc monig, swîð-hicgendetô sele þâm heán, searo-wundor seó
n. Beowulf 919; mundum brugdon scealcas of sceaðum scirmæled swyrd ecgum gecoste.
Judith 230.
spuren dieser alten bedeutung von schalk
haben sich auch hochdeutsch erhalten in den zusammensetzungen marschall und seneschall,
sowie in dem eigennamen Gottschalk, Gottschall. II@22)
mensch mit knechtssinn, von knechtisch böser art, arglistiger, ungetreuer mensch. der bedeutungsübergang erklärt sich zum theil aus dem geringen ansehen, in dem der unfreie stand, zum theil aus dem übeln einflusse, den die knechtschaft leicht auf den character ausübt. diese bedeutung, die aus althochdeutscher zeit noch nicht belegt werden kann, ist im früheren nhd. die herrschende. heute wird sie noch verstanden, besonders wenn beiwörter wie böse, arg, durchtrieben
u. s. w. verdeutlichend hinzutreten, hat jedoch etwas alterthümliches und wird besonders mit bewuszter anlehnung an die bibelsprache verwandt. II@2@aa)
in einfacher stellung: altnord. ljúga sem skálkr.
quelle des 13.
jh. bei Cleasby-Vigfusson 542
a;
nhd. der imselb ein schalk ist, welchen andern ist er gut?
bibel von 1483, 323
b.
Syr. 14, 5 (
bei Luther: wer jm selber nichts guts thut); der schalk, der reich man, ward in die hel vergraben. Keisersberg
evangel. (1517) 50
b; denn beide propheten und priester sind schelcke, und finde auch in meinem hause jre bosheit, spricht der herr.
Jerem. 23, 11; es ist mancher scharffsinniger, und doch ein schalck, und kan die sachen drehen, wie ers haben will. derselbe schalck, kan den kopff hengen und ernst sehen, und ist doch eitel betrug.
Syr. 19, 22. 23; du schalck, hastu nicht gesagt, du habst nur einen menschen auff dem marckt vermerckt? Alberus
Esop 13
a; ich darf mich sein freuen, das mir schelck feind seindt. Paracelsus (1589) 2, 16; herr! herr! in den possen bin ich alt und grau geworden, und mit den possen habe ich mir recht genommen an einem schalk und sohnesmörder. Immermann 4, 70
Boxberger; dô er entgegen dem tore gienc, der schalc in schalclîche enpfienc: er sprach ûʒ schalkes munde, sô er schalclîchest kunde. Hartmann v. Aue
Iwein 6240; slüffe ein schalc in zobelbalc, wær er iemer drinne, erst doch ein schalc. Vridank 49, 20; man heiʒt manegen einen süeʒen man, der süeʒer rede vil kan; wær alliu kunst in sînem balk, er wære sîner sêle ein schalk, ist er an guoten werken lær. Heinrich der Teichner 202; ich hore wol waʒ due nast gesprochen, eʒ müʒ an dir werde gerochen, wen due lugest alʒ ein rechter schalk.
auferstehung Christi 202; du schalk, was darfst mein man vor sagen, er werd mit kremerei pald reich, und gest selber einem petler gleich?
fastn. sp. 482, 1; wolt ir denn ie ain schalk sein und wolt euch nit zu ern schicken und wolt das mein in pös seck flicken, die ir habt in manchem winkel sitzen? 660, 29; du theilest wie ein schalck. Waldis
Esop 1, 73, 13; glänzt nur die brust von einem wurm-gespinnste, das farb' und arbeit theuer macht, so wird das hertze nicht bedacht, das
unter seid' und sammt offt einen schalck verheelet. Günther 560; also pflegen die schälke mit ihren knechten zu handeln (
nd. sus lonen schelke eren knechten). Göthe 40, 178. II@2@bb)
mit verstärkenden beiwörtern: mnd. do nu de bosen ioden unde argen schelken (
gleich nachher de quaden schelke) alle dit hadden gedan.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 41
a;
nhd. und da sie von einander gethan waren, foddert er den einen, und sprach zu jm, du böser alter schalck, jtzt treffen dich deine sünde, die du vor hin getrieben hast.
Susanna 52; er (
gott) lesst beide regen uber danckbare und undanckbare, gibt allerley aus der erden, gelt und gut dazu, den ergsten schelcken auff erden. Luther 6, 36
a; ich kann das argument selber nicht solviren, dasz verzweifelte schälke so gute tage haben.
tischr. 2, 85; dagegen böse schälke alles überflüssig haben. 114; er ist ein loser schalk,
vaferrimus, veterator, insignis nebulo est. Stieler 1717; ein alter schalk,
veterator, alias durchtriebener schalk,
vaferrimus nequam, ingenium colubrinum. ebenda; nu vürhte ich aber vil sêre daʒ ich dise grôʒ êre vil tiure gelten müeʒe ... als mir der arge schalc gehieʒ, der mich in die burc lieʒ.
Iwein 6561; mit vil grôʒem unsite, als ein arger schalc tuot, der bœse ist und unvruot, er ime antworten began. Heinrich v.
d. Türlin
krone 19961; den bœsen schalken swindiu bôsheit wol behaget.
minnesinger 3, 47
a Hagen; den schalc hœn unde ræʒe schôʒ er in kurzer wîle mit einem snellen pfîle. Konrad v. Würzburg
troj. krieg 38088; phi dich an, du boser schalgk, du rechter trogener, uff dinen balck!
Alsfeld. passionssp. 5416; da will ich du untrewer schalck mich eben im brunnen ertrencken. H. Sachs 2 (1591), 4, 19
b; (
die böse magd) bekömpt ein bösen schalck der jhr den ungetrewen balck rechtschaffen klopfft. B. Ringwald
laut. wahrh. (1597) 317; ey, dasz dir nimmer gut gescheh! nimbst du mich also zu der eh? du arglistiger böser schalck.
elsäss. literaturdenkm. 4, 340; die allergierigsten schälke (
nd. de gyrigen schelke) werden erhoben, und nutz und gewinn bedenkt man alleine, recht und weisheit stehen zurück. Göthe 40, 180. II@2@cc)
der teufel heiszt ein schalk:
mnd. de duvel is ein schalk; wem he wat bringhet, dem nemet he dusent werve meer, wen he om bringhet.
quelle des 15.
jahrh. bei Lübben
mnd. gramm. 198.
vom fuchs: der schalk dacht in sich selbst: ich musz mich nicht beschämen; er sprach und macht dabei ein hämisches gesicht: was soll ich mir für mühe nehmen, sie (
die trauben) sind ja saur und taugen nicht. Haller
schweiz. ged. 197.
von gliedern des leibes, die als selbstthätig gedacht werden: das auge ist des leibs liecht. wenn dein auge einfeltig ist, so wird dein gantzer leib liecht sein. wenn aber dein auge ein schalck ist, so wird dein leib finster sein.
Matth. 6, 23;
mit beziehung auf diese stelle: da er (
David) sahe, dasz des ehrlichen Uriä weib, nicht ihren gantzen leib, sondern ihre zarte weisse füsze wusche, da wurde sein auge ein schalck, und begieng eine solche thorheit, welche er hernach mit so vielen thränen beweinete, dasz sein königliches lager davon nasz wurde. Schuppius 516.
im nd. sagt man: de mund is een schalk, wen man em wat vor holt, so janet he up,
der mund täuscht darüber, wie viel man essen kann, die gelegenheit zu einem guten bissen macht appetit, wenn man gleich nicht hungrig ist. brem. wb. 4, 601.
auch de mund isz'n schalk, beed em man watt. Dähnert 400
a; de mund is en schalk, man mut em wat beeden. Schütze 4, 120. II@2@dd)
dem schalk
wird der mensch, der reines herzens
ist, gegenüber gestellt: wer reines herzens in diesen brunnen sich hinunter läszt, rückt wie ein sandkorn, diesen felsen weg; doch kaum (fährt das orakel fort), dasz ihn ein schalk berührt, bedecken schwarze beulen des frevlers hand. Schiller
dom Karlos 1, 1.
als gegensatz zu biedermann: er (
der meister) wirt euch leren gar behent, das ir der menschen sinne erkennt, von was complex der mensch auch ist, das ir das kunt in kurzer frist, ob ir euch an in wollet lan, er sei ein schalk oder ein piderman.
fastn. sp. 141, 15; auch diesen becher nimm, der sich mit weine füllet, so bald ein biedermann ihn an die lippen bringt; der quell versieget nie, woraus sein nectar quillet: doch bringt ein schalk ihn an des mundes rand, so wird der becher leer, und glüht ihm in der hand. Wieland 22, 85 (
Oberon 2, 50);
zu frommer: es thue nu der teufel oder mensch, ein schalck oder fromer solch werck. Luther 6, 100
b; das eine musz vergehn, wans andre wachsen soll, ja, lebt der fromm' in angst, so gehts den schälcken wol. Rist
poet. lustgarte G 5. II@2@ee) schalk
mit sinnverwandten ausdrücken verbunden: mnd. were ok, dat schalke, rovere, mortbernere dat lant anverdighen wolden.
quelle von 1375
bei Schiller-Lübben 4, 41
a;
nhd. dorumb so einer zuo eim spricht: du lecker, du buob, du schalck, du schelm, so schilt er jn nit vast übel. Keisersberg
post. 3, 101
b; da ergrimmet der zorn Saul wider Jonathan, und sprach zu jm, schalck und bube, ich weis wol, das du den von Isai ausserkoren hast, dir und deiner unartigen mutter zu schanden.
1 Sam. 20, 30
in den ausgaben bis 1540 (
ausgabe von 1545: du ungehorsamer bösewicht); sein herr aber antwortet, und sprach zu jm, du schalck und fauler knecht, wustestu das ich schneitte, da ich nicht geseet habe, und samle, da ich nicht gestrawet habe, so soltestu mein geld zu den wechslern gethan haben.
Matth. 25, 26; und (
gott) beweiset dieselbige (
die liebe) buben und schelcken, die sein wort lestern und verfolgen, seinen son dazu creutzigen, und jm alles leid und verdries thun on unterlas. Luther 6, 47
a; wenn ein schalck, hurnkind, oder dieb in ein frembd erbgut kompt, so gilt alles gut eben so viel, als wenns der rechte erbe hette. 100
b; der schnod pub, der schalk und lecker hat mir verthan wiesen und ecker.
fastn. sp. 481, 11; ohn schutz, ohn heyl, ohn trost, sih ich niemand umb mich, dan mörder, schälck und dieb, verfolger oder spötter. Weckherlin 89; Keisersberg
sucht die bedeutungsunterschiede zwischen solchen sinnverwandten wörtern festzustellen: do wer zuo sagen, was ein lecker wer, was ein buob wer, was ein schalck wer, und was ein böszwicht wer. denn zwüschent den fyeren ist ein groszer underscheidt.
post. 3, 101
b,
und gibt von schalk
folgende erklärung: der heisset ein schalck (
homo nihili) den man dannen oder neben usz schaltet, der nüt wert, noch nyenen zuo nütz ist, weder zu syeden, noch zu broten, ein unmensch. ein ding das man neben usz schaltet, das ist ein schalck, und heiszt im latin nequam, quasi nequicquam, ad nihil utilis.
ebenda. II@2@ff)
besondere wendungen und sprichwörtliche redensarten. es heiszt: einer ist ein schalk in der haut,
wie '
steckt in einer schalkshaut, ist ein vollkommener schalk': es scheinet wol also, das die leute meinen sie (
die geistlichen in den klöstern) seien from und heilig, ist aber nichts, denn das man sich für den leuten decket, für gott bleiben sie eben schelcke in der haut, wie vor. Luther 4, 23
b; kent er sie aber, das sie schelke in ðer haut sein, so geb' er ihnen nicht. Pape
bettel- u. garteteufel U 3
a.
ähnlich: jr habt im hausz ein knecht, der halt sich gegen euch so schlecht, darumb jr jm auch viel vertrawt, und ist ein schalck in seiner haut. Waldis
Esop 4, 81, 52.
in gleichem sinne: ein schalk von haut und haar sein: dann dise habn, auf sie getichtet ein falsch gezeugnus und gerichtet als schelk und bubn von haut und haren. Rebhun
Susanna 115
Tittmann. freier: er ist mit einem schalck beschlagen. S. Franck
sprichw. 2, 73
a; mit einem schalke gefüttert sein: ich habe dich allezeit vor den frömbsten angesehen, bist du nun mit einem solchen schalcke gefüttert? A. Gryphius
gel. dornrose 104, 30
Palm; der fuchs ändert den balg und behält den schalk. Lehmann 16; ein schalck lest seine tücke nicht. Petri 2, R 3
a; der ein schalck in die kutten steckt, wird ein buben wieder abziehen. Lehmann
bei Wander 4, 79; wer einen schalk ins kloster trägt, bringt einen buben wieder heraus. Simrock 8850; einem alten schalck ist ubel abzubrechen. Henisch 491, 53; alte schelcke kan man nicht from machen. Petri 2, J 3
b; es gehet, wie man spricht, du bist zu jung dazu, das du soltest alte schelcke from machen. Luther 3, 229
b; an einem groszen schalck, verwandlet sich selten der alte balg,
homines extremae malitiae nunquam aut raro fiunt meliores. Henisch 176; ein schalck war gestern so from als jetzt. Petri 2, R 3
a; ein frommer schalck, ein duppel schalck. Eyering 2, 70; wenn ein schalck sich from stellet, so ist er am argesten. Petri 2, Ccc 2
a; je arger schalk je besser glück und zuschlag. Ji 6
a; ie ärger schalk, ie beszer glück,
quo quis nequior, eo fortunatior. Stieler 1717;
ähnlich: und sihest doch, das dem ungerechten nach alle seinem mutwillen gehet, das ein sprichwort hieraus geflossen ist, je grösser schalck, je besser glück. Luther 3, 290
b;
nd. hô kwader (
oder slimmer) schalk, hô mër glük. ten Doornkaat Koolman 4, 92
a; je böser schalck, je eh jms glückt. Waldis
Esop 4, 73, 81; einem schalk brennt man zwei lichter, dem frommen kaum eins. Simrock 8844; dem frommen legt man ein kissen unter, dem schalke zwei. 8845; geld macht diebe, glück macht schelcke. Luther 3, 238
b; gelegenheit macht schälck! A. Gryphius (1698) 1, 708; ein schalck macht den andern,
malus ipse fies si malis convixeris. S. Franck
sprichw. 2, 59
a; ein schalck macht vil schalcke. Lehmann
bei Wander 4, 80; ein schalk heckt den andern. Simrock 8843; für einen schalck man hellt, wer sich zu einem schalck gesellt. Henisch 1557, 8; wer mit einem schalck an einer stangen wasser tregt, der musz auch mit jhm ein straffe tragen. Petri 2, Hhh 3
a; ein schalck kennet den andern. Henisch 335, 33; ein schalck weisz, wo es dem andern ligt. Petri 2, R 3
a; ein schalck weisz wie dem andern umbs hertz ist. S. Franck
sprichw. 2, 63
a; ein schalck besagt, verraht den andern nicht,
nequam non prodit alterum. Henisch 298, 10; es hilfft jmmer ein schalck dem andern uber. Petri 2, Aa 1
b;
doch sagt man auch: ein schalck verreth, betreugt offt den andern. R 3
a; es ist kein schalck so verschlagen, er wirt zuweilen von andern betrogen. Bb 2
b; kein schalk ist so verlogen, er wird wohl selbst betrogen. Simrock 8838; es ist schalck an schalck kommen,
cretensis cretensem, vulpes vulpem provocat. S. Franck
sprichw. 2, 67
b; es ist ein schalck uber schalck kommen. Henisch 458, 27. Simrock 8839; man muosz schälck mit schälcken fahen. S. Franck 2, 191
a; den schalken musz man mit schälken fangen,
cum cretensibus cretizandum est. Stieler 1717; wer einen schalck wil fahen, der musz einen schalck an die lucken stellen,
vulpinari cum vulpe. S. Franck 2, 8
a. 191
a; man sagt, welcher schälck fangen wöll, derselb schälck für die lucken stell. Ayrer 2727, 2
Keller; willst du 'nen schalk fangen, so stell 'nen schalk in die lücken. Simrock 8841;
ähnlich: wer einen schalk fangen will, musz einen schalk hinter die thüre stellen. 8842; wer einen schalck mit schalck will letzen, der musz ein auf die schiltwacht setzen. Waldis
Esop 4, 2, 195.
übergang von der persönlichen in die abstracte bedeutung der schalkheit (
unten 5)
veranschaulichen die folgenden wendungen, bei deren anwendung vielfach die mildere bedeutung von schalk
hervortritt, die unter 3
behandelt ist, und die sich dadurch erklären, dasz der schalk
wie der böse, der versucher
als ein vom handelnden gesondertes wesen aufgefaszt wird, das ihn treibt, leitet. so heiszt es: jedermann trägt einen schalck im busen. Lehmann 116; jeder trägt seinen schalk im busen. Simrock 8851; wir kennen nun den schalk, der dir im busen steckt. verräther! alles ist entdeckt. Wieland 10, 347;
auch nach unten 3: die frage war ernsthaft und besonnen verlangst du die antwort; da weisz ich, beim himmel! nicht, wie eben sich mir der schalk im busen bewegte. Göthe 1, 341; der schalk in dem busen verbirgt sich so sehr, vom pelze die läuschen enthüllen sich eh'r. 41, 93;
nd. he het en schalk im herten. Woeste 224
b;
aarg. er het de schalk im libe. Hunziker 217; darf auf der frechen stirn des ehebruchs die heilige majestät der tugend leuchten? wär es nicht billig, dasz der schalk im herzen durch äus're zeichen sich verkündete? Schiller
Phädra 4, 2; den schalk kan niemand bergen, den man einem in den augen ansihet. Petri 2, N 3
a; der schalck jhm aus den augen sicht. W. Spangenberg
glückswechsel act 5.
elsäss. literaturdenkm. 4, 340, 892.
in anderem bilde den schalk im nacken haben: der schalk sitzt einem im nacken; hinter den ohren: der schalck schläfft offt hinter den ohren. Lehmann
bei Wander 2, 79; den schalck aber hinder den oren, mocht er (
Domitian) nit lang decken. S. Franck
chron. d. Teutschen (1539) 24
a; da (
in der trunkenheit) verräth sich ain jeder wer es sey, was in ihm steck, da sicht man wie eyn unrain hertz, beide weib und mann haben, da regt sich der schalck hinter den oren.
laster d. trunkenh. G 2
a; wann der bapst oder bischof zuo billicher oberkeit kommen und begeren früntschaft und verein uf zuo richten, püntnus ingan, so hat der wolf ein schalk hinter den oren, ist kein hirt, sonder ein wolf. Schade
sat. u. pasqu. 3, 19, 27;
der wolf zum lamm: wie kompts, dasz sich dein bosheit übt, und hast mir hie den born betrübt? du hast ein schalck hinder den ohrn. Alberus
fabeln (1590) 23
a; doch da der schalck mir hindern ohren warm ward und fein war auffgefrohren, da lernet ich auch zu der zeit, dasz nicht thun würd schwere arbeit. W. Spangenberg
mammons sold act 1.
elsäss. literaturdenkm. 4, 264, 102. wer den schalck hinder jm laszt, der hat ein guot tagreisz thon,
ad bonam frugem se recipere. S. Franck
sprichw. 2, 42
a; den schalk decken, bedecken, verbergen: am feyertag, mein huber, must du nit allein keinen hut machen, sondern auch keinen schalk bedecken. Abr. a S. Clara
Judas 3, 163; di kut mir zieret meinen palck, das ich damit bedeck mein schalck. Schwartzenberg 139, 1; mein gwant das ist ein igelsbalk, darmit deck ich mein groben schalk. H. Sachs
spruchged. 9, 56
Tittmann; in gutem schein mit bösem grundt den schalk er artlich decken kundt. Soltau
volksl. 365;
sprichwörtlich: wer den schalk verbergen kann, der ist zu hoff ein weiser mann. Petri E ee 5
a. hinter etwas steckt der, ein schalk: steckt hinter deiner höflichkeit nicht der schalk und die eigene bosheit deines geschlechtes, so will ich dir trauen. Weisflog 1, 129; ich förcht es steck ein schalck darhinder. H. Sachs 2 (1591) 4, 18
b.
ähnlich: du zeygest im du tügest es im usz lieb, aber im hertzen im grund hassestu in, do lyt der schalck. Keisersberg
christenl. bilgerschaft 141
c; denn es kan wol ein heimlicher schalck darunter verborgen ligen, wider den glauben, oder die liebe. Luther 5, 408
a; aber in summa ich besorge: teutsch darvonn zu schreibenn, das daruntter ein schalk begraben liegt. gott gebe, das mich meine gedancken betriegen.
quelle von 1554
bei Dief.-Wülcker 832. II@2@gg)
den übergang zu der folgenden bedeutung veranschaulichen stellen, in denen das wort in milderem, aber doch tadelndem sinne gebraucht ist. es heiszt von einem diener der aus schlauheit, eigenen vortheils wegen, handelt: bist du nun vollends ein schalk, und widersprichst ihm nicht, und lobst ihn ins gesicht, und bewunderst ihn ..
Anton. je verflucht! da verrathen sie mir ja meine ganze politik! Lessing 1, 229;
von einem, der in der absicht reisende zu berauben den Rübezahl nachäfft: weil sich nun der schalk entdeckt sah und die schwere hand seines gegners fürchtete, auch nicht zweifelte, der reisige sei der leibhaftige Rübezahl, den er nachzuäffen sich unterfangen hatte, ergab er sich auf discretion und bat flehentlich um sein leben. Musäus
volksm. 1, 58.
ähnlich, doch so, dasz nur schadenfreude, nicht eigennutz hervortritt: in seinem (
Herders) character lag ein wunderbares miszverhältnisz: von natur ein braver, edler, zuverlässiger mann, hatte er sich gegen die welt erbittert, und liesz diesen grillenkranken zug dergestalt in sich walten, dasz er eine unüberwindliche neigung fühlte, vorsätzlich ein schalk, ja ein schelm zu sein. Göthe 26, 96;
von einem mädchen: sie (
Lieschen) stiftet nichts gutes; ihr seht dem schalk mehr nach als billig, vertraut ihr mehr als recht ist. 23, 193. II@33)
gemildert zu der bedeutung mutwilliger, loser mensch, der harmlosen spott, heitere possen, neckereien treibt. diese uns heute am meisten geläufige anwendung scheint erst in nhd. zeit entstanden zu sein; Luther
kennt sie oder wenigstens ihre vorstufe, nach der anwendung von schalkheit,
s. d. 3.
allgemeine verbreitung hat sie jedenfalls erst in der classischen zeit gewonnen. definitionen werden mehrfach gegeben: schalk .., ein so genanntes mittelwort .. welches sowohl einen groben arglistigen betrüger bezeichnen kann, als auch eine person, welche andere durch ein unschuldig scheinendes betragen nur im scherze zu hintergehen sucht. Adelung; freilich bedeutet das wort schalk im gewöhnlichen sinn eine person, die mit heiterkeit und schadenfreude jemand einen possen spielt. Göthe 15, 294.
in diesem sinne gebrauch bei gleichzeitigen und späteren schriftstellern: Lisette. o ja, gnädige frau, ich verstehe sie.
baronesse. nein, schalk, du miszverstehest und geflissentlich. Klinger 1, 475;
Lisette. ich spreche der schönsten, geistreichsten muse nach ..
baronesse. du bist und bleibst ein schalk.
ebenda; wer ist sie? fragte die gräfin im hereintreten. eine schauspielerin, ihro excellenz zu dienen, war die antwort, indem der schalk mit einem gar frommen gesichte und demüthigen gebärden sich neigte und der dame den rock küszte. Göthe 18, 238; wie man denn schon vorher über das sonstige äuszere benehmen des übrigens sehr geschätzten Plotho glossiert, und da man ihm nun einmal gewogen war, auch den schalk in ihm bewundert hatte, der sich über alles ceremoniel wie sein könig hinauszusetzen pflege. 24, 330; welch mädchen ist kein schmetterling, kein schalk? Gotter 1, 18. loser, arger schalk (
anders als oben 2,
b): an ihrer (
der Themis) linken seite humpelte .. der geheime justizrat Cujacius, und risz beständig juristische witze, und lachte selbst darüber so herzlich, dasz sogar die ernste göttin sich mehrmals lächelnd zu ihm herabbeugte, mit der groszen pergamentrolle ihm auf die schulter klopfte, und freundlich flüsterte: 'kleiner, loser schalk, der die bäume von oben herab beschneidet!' Heine 3, 22
Elster; der lose schalk (
Heine) wollte unterhalten, rühren, verblüffen und vor allem gefallen. Treitschke 3, 713;
königin. du arger schalk! das fest galt also mir? ich denk', du gabst dir's selbst und deinen wünschen.
Otto. ihr zürnt doch nicht?
königin. was scherz ist, tadl' ich nicht. Grillparzer 5, 195. schalk
und schelm
erscheinen als sinnverwandte ausdrücke in diesem sinne verbunden: er (
Hermes) tritt sogleich als schelm und schalk unter götter und menschen. Göthe 39, 11;
doch dient auch schelm
als steigerung zu schalk.
häufig nennt der dichter Amor einen schalk,
zuweilen mit stärkerer anlehnung an 2,
meist aber in diesem sinne: doch Amor, der schalk, übt an den spröden seine gerechtsame am liebsten. Musäus
volksm. 4, 80
Hempel; Amor, ein gott bist du, wenn du mit doppeltem pfeile zwei verwundest; ein schalk wenn du mit einem nur triffst. Herder
z. lit. u. kunst 10, 78; es hat ihn jener schalk (
Amor) betrogen. Göthe 1, 210; Amor bleibet ein schalk, und wer ihm vertraut, ist betrogen! 277; welches schicksal erfahr' ich! es löset scherzend die muse, Amor löset, der schalk, mir den verschlossenen mund. 291.
von Hermes: kräftig und zierlich aber zieht schon der schalk die geschmeidigen doch elastischen glieder listig heraus (
aus den wickeln). 41, 231.
von Zeus als stier der Europa: doch unser schalk vor freude war taub zu ihrem leide. Bürger 22
b.
von Mephistopheles: von allen geistern, die verneinen, ist mir der schalk am wenigsten zur last. Göthe 12, 25.
ähnlich, doch mehr an 2
rührend: da raunt ihm der schalk, der versucher ins ohr: geh! hole dir einen der laken. 1, 230.
vom thier: dem sperling beut des strohdachs morsche schaube ein nest, ein brautgemach dem buhlenden schalke. Rückert 2, 291. II@44)
nach einer anderen seite entwickelt sich die bedeutung 2
auf schweizerischem sprachgebiete, wo schalk
einen menschen bezeichnet, dem üble laune zur gewohnheit geworden ist. Stalder 2, 307.
die erklärung, die Göthe 15, 294
gibt, erscheint als etwas zu eng gefaszt: hier (
in der Schweiz) aber bedeutet's (
das wort schalk) ein frauenzimmer, das einer person, von der es abhängt, durch gleichgültigkeit, kälte und zurückhaltung, die sich oft in eine art von krankheit verhüllen, das leben sauer macht.
einen ähnlichen übergang weist z. b. die bedeutungsgeschichte von böse
auf, das sowol pravus als iratus bedeutet. II@55) schalk
im sinne von schalkheit. über die entstehung dieser gebrauchsart s. 2,
f sp. 2072
mitte. II@5@aa)
nach 2,
arglist, bosheit: diese alle thun jnen selbs unaussprechlichen schaden, damit das gott sie hatte angrieffen, jren willen zu tödten, und ... seinen willen da haben, so wollen sie eine göttliche, heilsame hand nicht leiden, fallen zurücke, und behalten jren willen den alten schalck. Luther 1, 78
b; das deine meinung und rhümen recht und nicht ein heimlicher schalck sey. 5, 415
a; er sahe auch wol dasz jm der herzog noch niemandts anderst kein beystand thun wolt, wol verstundt, dasz die sich mit einander unterredt, und sein schalk zum theil ausbrochen und offenbar worden war.
Galmy 276; wär auch ich der redlichdumme gewesen, den schalk nicht zu merken. Schiller
Fiesko 5, 16; dann bald sie aus der wiegen gohn, werdend sie alles schalcks gewohn. Wickram
irr reit. bilger O 2
a.
bl. 50
a; ich merck den schalck. H. Sachs
fastn. sp. 1, 40, 105
neudruck; dennocht musz man dieweil wir doch wandern hie auf schlipfrigen wegen, fleiszig den alten schalk ausfegen. Wolgemut
Esop 3, 377.
in eigenthümlichem bilde: (
dieweil du) hast den Adam hindern ohrn, der dich gar offt durch dein gesicht, mit einem schalck ins hertze sticht. Ringwald
laut. wahrh. 184.
auch wie verstellung, schein: etwas auf den schalck thun.
quelle von 1581
bei Schmeller 2, 411.
die wendungen den schalk im busen, im nacken, hinter den ohren haben, den schalk decken, da liegt, steckt der schalk
u. ähnl. s. unter 2,
f. II@5@bb)
nach 4,
zorn, ärger: (
mein weib) facht dann im schalk erzellen wie ich mich so letz hab tan gstellen und alle ding im hus umbkert, ouch sie bim har im bett umbzert. Manuel 324, 547
Bächtold. äuszerung des zorns, des ärgers: schalk, zank unnd hader, ein schalck ausstossen,
serere iurgia. Maaler 346
c; ein groszen zorn und schalk stoszet aus ein trunken weib, jr schand und schmach mag sy nit decken.
Zürich. bibel v. 1530. 641 (
Sir. 26, 11). II@66) schalk,
mundartlich von einem dienenden, helfenden geräte, träger, gestell, auf dem etwas ruht, der bedeutung 1
angeschlossen, schon mhd. begegnend Lexer 2, 640:
tripus, esel, schalck Frischlin
nomencl. (1586) 176
a. Schmid 452.
brem. wb. 4, 602; 26 sh. meister Jeckel zymmerman von 6½ tagen eczliche schalke zu machen zum armbrusten; item 2 gulden 2 zymmerman iglicher 6 tage schelke zu machen und stamph zu pulver.
quelle von 1410
bei Dief.-Wülcker 832; im mac geschehen als jenem Durinkharte, den ir muoter mit der pfannen schalke harte an sînen drüʒʒel sluoc. Haupts
Neidhart XXXIX, 14. II@77)
übertragungen der bedeutung 2: II@7@aa)
mundartlich heiszt schalk
ein kohlkopf, der in die höhe schieszt ohne sich zu schlieszen. so im preusz. Frisch 2, 255
b,
auch im sächs.-thüringischen. II@7@bb) schalk
wird auch das in schwarzer erde vorkommende kalkmehl genannt, das von unerfahrenen mit salpetererde verwechselt wird. Jacobsson 3, 547
a,
vgl.kobalt,
nickel.