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kobalt

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kobalt m.

Bd. 11, Sp. 1537
kobalt, m. ein mineral und metall. 11) die wissenschaft nennt kobalt ein metall (auch genauer kobaltmetall), das aus kobalterzen dargestellt wird; schon im 16. jh. nach folg.: weiter seind nun auch etliche metallen, die nit in der geschrift, in der philosophei der alten oder in der gemein erkennt seind, und doch metallen, als der zinken, der kobolet, die sich vom feuer lassen hemmern und schmieden. Paracelsus schriften Basel 1589 8, 350. er hat demnach auch das metall kobalt schon gekannt, da die erze desselben nicht hämmerbar sind; leider ist die gewinnungsart nicht angegeben, so gilt denn Brandt 1733 als entdecker des metalls (A. Menge). die wunderliche zerdehnung ist als wäre es als roman. fremdwort angesehen. die heutige wissenschaft braucht das wort unrecht gern als n. (z. b. Oken), an metall oder mineral denkend. 22) eigentlich gehört das wort dem bergmann an und bezeichnet die kobalterze, wertvoll dadurch dasz aus ihnen die beste und schönste blaue farbe gewonnen wird (smalte, blaufarbe) auf den blaufarbenwerken, daher auch farbenkobalt, blaufarbenkobalt (Chemnitzer bergwerkslex.). ähnliche erze, die nicht den gleichen gewinn geben, nennt man unechte, unvollkommne kobalte; auch der galmei wird hie und da kobalt genannt. in der engsten bed. aber heiszt auch das aus kobalterde bereitete dunkelblaue glas kurz kobalt oder blaufarbe (Krünitz 42, 3). bestimmte arten der erze heiszen glanzkobalt, ruszkobalt, schlackenkobalt, scherbenkobalt u. a. 33) name und sache haben aber eine merkwürdige geschichte hinter sich. während die kobalte jetzt als sehr edle erze gelten, war das bergmännische wort urspr. verächtlich gemeint. noch Adelung gibt an, bei den bergleuten heisze alles kobalt was im schmelzen kein metall gibt, nach schwefel und arsenik riecht und andre metalle raubt oder spröde macht; kräftiger in Hübners zeitungslex. (1722) 2, 1009: 'kobald, eine giftige rauberische unart von bergerzten, welche die guten erzte verkürzt oder wild und kalt macht, von welcher viele glauben dasz sie das silber .. verzehre, daher sie auch den namen von den bergleuten bekommen haben'. nach Krünitz 42, 7 pflegt der bergmann sogar alles was er nicht kennt, kobalt oder kobolt zu nennen, und der hüttenmann kann schlechte erze, die oft reich aussehen, nicht ärger schimpfen als wenn er sie kobolt nennt. 44) kobolt und kobalt ist nämlich urspr. éin wort, das erz hat beim bergmann seinen namen von dem gespenstischen bergmännchen erhalten, der das silber raube und das schlechte erz, wie böses wetter und andres unheil sende. der name war schon fest, als man im 17. jh. im sächsischen Erzgebirge die tugenden des vorher verhaszten erzes kennen lernte. ebenso wird der nickel, der sich gewöhnlich in gesellschaft des kobalts findet, seinen namen von nickel daemon (myth. 456) empfangen haben. 55) den völligen beweis dafür liefern die wortformen. im Chemnitzer bergwerkslexicon (1743) steht einfach kobalt sowol für die 'giftige bergart' und den farbenkobalt wie für 'das berggespenste'; nachher heiszt ebenda das zweite kobelt, wie bei Stieler 617, nach der mundartlichen form, und ebenso der kobold noch beim volke und beim bergmann. auch noch kürzer kobel, vom gespenste (s. unter kobel sp. 1539 unten) und vom erze: da fand sich auch (bei der probe des erzes) kiesz, kobel, rauch und schlacken manigfalte. Köhler alte bergmannsl. s. 105. alle drei formen wechselnd, auch im sinne, bei Mathesius: cadmias fossiles .. ir bergleut heiszt es cobelt, die Deutschen nennen den schwarzen teufel und die alten teufelshuren ... cobel ... wie die unhulden und hexen ... mit dem cobalt und hippomane oder pferdgift .. teufelei treiben. Sarepta 109b; nach dem quecksilber .. ist cobalt .. das giftigst metall. das.; kobelt und kobalt 109a, kobelerz 110a, kurz vorher: kobelt raubet oft und verzeret die silber. aber auch kobolt, so im landreim von Tyrol 1558 (Hormayrs taschenb. 1841 s. 15. 23) u. a.: alle kobolt, sie seind (für seien) gediegen oder mildt, schällicht oder küglicht, schwarz oder grau, seind bisweilen reich am silber. L. Erker beschreib. aller erzt (1580) 4b; noch im 18. jh. z. b. bei M. Kramer (s. Claudius unter kobaltkuchen), wie umgekehrt der berg- und hausgeist da noch kobalt heiszt. die unnütze unterscheidung kann also nur von irgend einem gelehrten aufgebracht sein. doch schon Frischlin nom. c. 13 (1594 s. 41) gibt nur kobalt, cadmia metallica, ungeschmelzt erz, ebenso Schönsleder, Henisch 609. 66) das wort, das wol aus dem Harz oder Erzgebirge stammt, ward aber allgemein: schwed. kobolt, n. nl. kobalt, frz. cobolt und cobalt, engl. cobalt, ital. span. cobalto, lat. cobaltum Kirsch cornuc., bei Junius nomencl. 1577 cobaltus 286b, bei Frisch 1, 171b cobalium, auch russ. poln. sloven. böhm. kobalt, bei Jungmann auch böhm. kobolt, kobult (s.kobold I, 1, b a. e.) und übersetzt d'asík, d. h. teufelchen, von d'as teufel, dämon.
4923 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kobaltstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kobalt stm. BMZ s. kobolt.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kōbalt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kōbalt , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein im Bergbaue und der Mineralogie übliches Wort, wo es…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kobalt

    Goethe-Wörterbuch

    Kobalt vereinzelt C-; in 9 von 25 exzerptierten Belegen -bolt/-bold 1) (zB N(LA I 1,116, 27) BergbauGeologieSchneeberg )…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kobalt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kobalt , Metall, zu den schweren, unedlen, dehnbaren gehörig, findet sich vorzüglich mit Arsenik als Speis- K. u. mit Sc…

  5. Spezial
    Kobalt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ko|balt n. (-s) ‹chim› cobalt m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kobalt

99 Bildungen · 89 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kobalt 2 Komponenten

kob+alt

kobalt setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kobalt‑ als Erstglied (30 von 89)

Kobaltammoniakverbindungen

Meyers

Kobaltammoniakverbindungen ( Kobaltiake, Kobaltiamine, Kobaltammine ), Verbindungen, die bei Einwirkung von Luft auf ammoniakalische Kobalts…

Kobaltarseniāt

Meyers

Kobaltarseniāt , arsensaures Kobaltoxydul, s. Kobaltblüte und Kobaltrosa .

kobaltbereiter

DWB

kobalt·bereiter

kobaltbereiter , m. beamter der die kobaltreviere zu bereiten hatte, um die verbotene ausführung von kobalterzen zu überwachen, so im vorige…

kobaltbeschlag

DWB

kobalt·beschlag

kobaltbeschlag , m. ein pulver womit die kobalterze durch verwitterung beschlagen sind, ochra cobalti. Adelung.

Kobaltblau

Meyers

kobalt·blau

Kobaltblau ( Kobaltoxydultonerde, Kobaltultramarin , Thénards Blau, Königsblau ), blaue Farbe, besteht im wesentlichen aus Koba ltaluminat C…

Kobaltblüte

Meyers

kobalt·bluete

Kobaltblüte ( roter Erdkobalt, Erythrin ), Mineral, besteht aus arsensaurem Kobaltoxydul Co 3 As 2 O 8 +8H 2 O mit 37,5 Proz. Kobaltoxydul, …

kobaltblumen

DWB

kobalt·blumen

kobaltblumen , pl. flos cobalti, kobaltblüte, ein zarter krystallinischer auswuchs auf kobaltischen erzen. Adelung.

Kobaltbronze

Meyers

kobalt·bronze

Kobaltbronze , metallglänzendes, violettes, schuppiges Pulver, besteht aus phosphorsaurem Kobaltoxydulammoniak, läßt sich auf der Haut wie T…

kobaltbrunz

DWB

kobalt·brunz

kobaltbrunz , m. 'kobeltbrunz, ist das geringe ( geringhaltige ) bei den kobelten '. bergwerkslex. 334 b . zu brunz urina?

Kobaltchlorür

Meyers

Kobaltchlorür ( Kobaltochlorid, Chlorkobalt ) CoCl 2 entsteht beim Lösen von Kobaltoxyd oder Kobaltoxydul in Salzsäure; die rosenrote Lösung…

Kobaltcyanür

Meyers

Kobaltcyanür ( Kobaltocyanid ) Co(CN) 2 wird aus essigsaurem Kobaltoxydul durch Cyankalium als braungelber Niederschlag mit 3H 2 O gefällt, …

Kobaltförderniß

Campe

kobalt·foerderniss

Die Kobaltförderniß , Mz. die — sse , auf den Blaufarbenwerken, diejenige Verrichtung, da von den Bergbeamten der Vorrath jedes Berggebäudes…

Kobaltformation

GWB

kobalt·formation

Kobaltformation für ein die bestimmte Struktur u Zusammensetzung eines kobalthaltigen Gesteins repräsentierendes Musterstück Ich habe von de…

kobaltgang

DWB

kobalt·gang

kobaltgang , m. gang in dem kobalt bricht: kobeltgeng sind unartig. Mathesius Sar. 110 a ; cobaltgenge. 63 b .

Kobaltgelb

Meyers

kobalt·gelb

Kobaltgelb ( Indischgelb, Fischers Salz ), gelbe Farbe, besteht aus salpetrigsaurem Kobaltoxydkali (Kobaltikaliumnitrit K 6 Co 2 N 12 O 24 )…

Kobaltgrün

Meyers

kobalt·gruen

Kobaltgrün ( Rinmanns Grün ), grüne Farbe, wird erhalten, indem man eine Lösung von Kobaltchlorür mit Zinkchlorid mit kohlensaurem Natron fä…

Kobaltiake

Meyers

Kobaltiake , Kobaltiamine , s. Kobaltammoniakverbindungen .

Kobaltige Säure

Meyers

Kobaltige Säure H 2 CoO 3 soll neben ihrem Kobaltsalz CoCoO 3 bei Einwirkung von Wasserstoffsuperoxyd auf Kobaltohydroxyd entstehen. Das Mag…

kobalt als Zweitglied (9 von 9)

Drusenkobalt

Adelung

drusen·kobalt

Der Drusenkobalt , des -es, plur. inus. im Bergbaue, eine Art Kobaltes, welcher auf der Oberfläche mit vielen kleinen Erhöhungen, gleich ein…

glanzkobalt

DWB

glanz·kobalt

glanzkobalt , glanzkobolt , m. , arsenikhaltiges kobaltmineral, kobaltglanz, vgl. glanzkobald Schwan nouv. dict. (1783) 1, 757 b , glanzkobo…

raubkobalt

DWB

raub·kobalt

raubkobalt , m. arsenikhaltiges erz, das beim schmelzen den silbergehalt des erzes raubt, auch kobaltnapf. Jacobsson 2, 433 b .

Rūßkobalt

Adelung

russ·kobalt

Der Rūßkobalt , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, im Bergbaue, ein schwarzer Kobalt.

scherbenkobalt

DWB

scherben·kobalt

scherbenkobalt , m. , auch schirbenkobalt, eine art kobalt oder gediegener arsenik von halbmetallischer blättriger gestalt, grauschimmernder…

spiegelkobalt

DWB

spiegel·kobalt

spiegelkobalt , m. in der bergwerkssprache bezeichnung einer kobaltart mit glänzenden flächen. Jacobsson 7, 399 b ; spiegelkobald, arsenicum…

Ableitungen von kobalt (1 von 1)

Verkobalten

Meyers

Verkobalten , mit Kobalt überziehen, s. Vernickeln .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kobalt". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kobalt/dwb?formid=K09649
MLA
Cotta, Marcel. „kobalt". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kobalt/dwb?formid=K09649. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kobalt". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kobalt/dwb?formid=K09649.
BibTeX
@misc{lautwandel_kobalt_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kobalt"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-12},
}