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Kobold

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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11 in 9 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Kobold Der

Bd. 2, Sp. 992a
Der Kobold, des — es, Mz. die — e. 1) Ehemahls ein Possenreißer. 2) I der Geisterlehre des gemeinen Haufens, eine Art Mittelgeister. — — — Herr, ein übellauniger kleiner Boshafter Kobold hält in diesem Walde Haus. Wieland. Zuweilen auch so viel als Gespenst. So suchte dies Gespenst durch Dienst und guten Rath Dem Geisterpöbel vorzudringen, Ih will nur einen Streich besingen, Der allerklügste Streich, den je ein Kobold that. Lichtwer. Besonders aber bei den Bergleuten, ein eingebildeter Berggeist, von welchem Abergläubige vorgeben, daß er sich in den Gruben häufig sehen lasse, allerlei Possen mache, die Arbeiter necke, ihnen aber keinen Schaden zufüge, wenn er nicht gereizt werde, und der über die Verlegenheit, in welche er die Leute durch seine Neckereien setzt, sich erfreue, daher die Redensart: Lachen wie ein Kobold. Dergleichen Geister sollen in der Gestalt und Tracht der Bergleute erscheinen, dem Scheine nach allerlei Bergarbeiten verrichten, und die= jenigen, die sie reizen und zornig machen, erwürgen. Man nennt sie auch Berggeister, Bergmännchen. Wahrscheinlich haben die in den Bergwerken schwebenden Schwaden, welche durch die Brechung der Lichtstrahlen in mancherlei Gestalten erscheinen, die durch die Einbildungskraft noch mehr ausgebildet und ausgeschmückt werden, und welche diejenigen, die sich ihnen unvorsichtig nähern, oft tödten, zu diesem Mährchen Veranlassung gegeben. Da man die Natur dieser Dünste besser kennen lernte und fand, daß sie vorzüglich von Arsenikerzen herrührten, zu welchen auch die meisten Kobalterze gehören, so legte man diesen Erzen auch den Namen Kobold oder Kobalt wie man gewöhnlich schreibt und spricht bei. Vielleicht hängt mit den gaukelhaften Bewegungen der vermeinten Berggeister auch diejenige Bedeutung des Wortes Kobold zusammen, nach welcher es in den gemeinen Sprecharten auch für Burzelbaum gebraucht wird.
1880 Zeichen · 15 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kobold

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Kobold , ein Halbmetall, S. Adelung Kobalt .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kobold

    Goethe-Wörterbuch

    Kobold a kleiner (meist neckischer, auch hinterhältiger) Berg- od Hausgeist, Dämon; auch mit Attr wie ‘munter, possenhaf…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kobold

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kobold , nach dem Volksglauben an bestimmte Oertlichkeiten oder Familien gebundener Geist, in Zwerggestalt erscheinend, …

  4. modern
    Dialekt
    Kobold

    Südhessisches Wörterbuch

    Kobold Band 3, Spalte 1573-1574

  5. Sprichwörter
    Kobold

    Wander (Sprichwörter)

    Kobold 1. Einer ist des andern Kobold und Katermann. 2. Du Kobold. – Dähnert, 246. In Pommern als Scheltwort. 3. Einen K…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kobold

9 Bildungen · 8 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kobold 2 Komponenten

kob+old

kobold setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kobold‑ als Erstglied (8 von 8)

koboldchen

DWB

kobold·chen

koboldchen , n. kleiner kobold. Lessing 11, 178 . kobeltjen Schmotther 2, 388 .

kobolden

DWB

kobolden , purzelbäume machen, s. kobold II, 3: wie dort bergmännlein seltsamlich kobólden. Eichendorf krieg den philistern s. 180 ; lasz da…

koboldisch

DWB

kobold·isch

koboldisch , adj. zu kobold: koboldisches lachen u. dgl. Grimm myth. 479. 472. 467 .

Koboldmaki

Meyers

kobold·maki

Koboldmaki ( Gespensttier, Gespenstaffe , Tarsius spectrum Geoffr ., s. Tafel »Halbaffen I« , Fig. 2), Halbaffe aus der Familie der Langfüße…

Koboldsgrube

GWB

kobold·s·grube

Koboldsgrube pl, für Kobaltgruben im sächs Schneeberg 1) [ aus Karlsbad ] Ich habe .. die Erlaubniß .. die dortigen K-n zu befahren B30,39,2…

koboldspossen

DWB

kobold·s·possen

koboldspossen , pl. koboltspossen machen, narrenspossen treiben, lärmen und toben, spuken. M. Kramer (1768. 1787). mhd. schon findet sich Re…

koboldstreich

DWB

kobold·streich

koboldstreich , m. possenhafter oder tückischer, neckischer streich, vgl. das vor. und Lichtwer u. kobold I, 3 , b : die wahre hochachtung, …

kobold als Zweitglied (1 von 1)