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Kobalt

mhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kobalt

Bd. 11, Sp. 201
Kobalt Co, Metall, findet sich gediegen nur im Meteoreisen, mit Schwefel verbunden als Kobaltkies Co3S4 (mit 11–25,6 Proz. K.), mit Arsen als Tesseralkies CoAs3, mit Nickel, Eisen und Arsen als Speiskobalt (CoNiFe)As2 (mit 3–24 Proz. K.), mit Eisen, Arsen und Schwefel als Kobaltglanz (CoFe)(AsS)2 (mit 30–34 Proz. K.), mit Mangan u. Sauerstoff als Kobaltmanganerz (CoMn)O. 2MnO2+4H2O, mit Arsen u. Sauerstoff als Kobaltblüte CO(AsO4)2+8H2O etc. Am wichtigsten sind Speiskobalt, Kobaltkies und Kobaltglanz. Die Kobalterze finden sich in Begleitung von Nickel-, Wismut-, oft auch von Silber- und Kupfererzen; fast alle Nickelerze enthalten auch K., und sehr häufig ist in den Kobalterzen das K. teilweise durch Eisen, Mangan oder Nickel ersetzt. Ein geringer Kobalt- und Nickelgehalt findet sich im Roheisen, auch wurde K. im Schwefelkies, Braunstein, im Mineralwasser von Neyrac und spektroskopisch in der Sonne nachgewiesen. Zur Gewinnung von K. und von Kobaltpräparaten verarbeitet man meist arsenhaltige Kobalterze, die durch Röstung für sich oder mit Kohlenklein möglichst vollständig von Schwefel und Arsen befreit werden und als Zaffer, Saflor, Kobaltsaflor in den Handel kommen. Dies geröstete Produkt enthält im wesentlichen Kobaltoxydul und Kobaltoxyd, arsensaures und arsenigsaures Kobaltoxydul und wird in der Porzellan-, Fayence- und Glasfabrikation als Farbmaterial, auch zur Darstellung von Schmalte und zum Blaufärben des Glases benutzt. Man unterscheidet ordinären (OS), mittlern (MS) und seinen Zaffer (FS und FFS). Zaffer ist die unreinste Sorte der im Handel vorkommenden Kobaltoxyde. Zur Darstellung reinerer Präparate werden die gerösteten Erze oder Speisen und Leche der Nickelwerke in Salzsäure gelöst und aus der Lösung Arsen, Kupfer, Blei, Wismut durch Schwefelwasserstoff gefällt. Die vom Niederschlag getrennte Flüssigkeit erhitzt man mit Chlorkalk und fällt dann das Eisen durch Kalk. Aus der filtrierten Lösung wird durch wenig Chlorkalk zuerst das Mangan, durch mehr Chlorkalk das K., zuletzt das Nickel gefällt. Zur Gewinnung eisenfreier Lösung von Kobaltchlorür aus Kobalterzen werden diese durch Rösten von Schwefel und Arsen befreit, wenn es oxydische Erze sind, durch Glühen entwässert, mit Eisenchlorür, das hierbei in Oxyd übergeht, geglüht und mit Wasser ausgezogen. Aus der erhitzten Lösung des Chlorids oder Sulfats kann man das K. durch Zink fällen. – Das aus dem gefällten Kobaltoxyd durch Reduktion erhaltene metallische K. ist fast silberweis mit einem Stich ins Rötliche, stark glänzend, dehnbar, gut polierbar, fester und härter als Eisen und Nickel; (kohlenstoffhaltiges) K. ist hämmerbar wie Gußeisen und zeigt faserigen Bruch. K. ist ebenso stark magnetisch wie Eisen, Atomgewicht 59, spez. Gew. 8,5–8,7, schmilzt bei 1800° (1500°), an trockner Luft unveränderlich, gibt beim Erhitzen an der Luft Oxyduloxyd Co3O4, überzieht sich in feuchter Luft mit einer Oxydschicht, löst sich langsam in verdünnter Salzsäure und Schwefelsäure, leichter in Salpetersäure; die Lösungen sind rot und enthalten Chlorür oder Oxydulsalz. K. ist vorwiegend zweiwertig. Mit Sauerstoff bildet es hauptsächlich Kobaltoxydul CoO, Kobaltoxyd Co2O3 und Kobaltoxyduloxyd Co3O4. Unter gewöhnlichen Umständen geschmolzen, ist das K. porös, kristallinisch, läßt sich weder hämmern noch walzen. Durch einen umsichtig geleiteten Gärungsprozeß und durch Zusatz von 0,12 Proz. Magnesium wird es aber hämmerbar und dehnbar und nimmt in der Kälte große Härte an. Die Gußstücke zeigen zugleich große Dichtigkeit neben einer dem Gußstahl beinahe gleichkommenden Festigkeit und Zähigkeit. In der Weißglut läßt sich K. mit Stahl und Eisen zusammenschweißen. Man hat vorgeschlagen, K. zum galvanischen Überziehen von andern Metallen zu benutzen, da es sich gegen atmosphärische Einflüsse ebenso widerstandsfähig erweist wie Nickel, aber schönere Farbe und größere Härte und Zähigkeit besitzt; mit K. plattierte Eisenbleche würden auch zu Kochgeschirren, Laboratoriumgefäßen etc. gut verwendbar sein. Aus Kobalterzen werden viele Farbepräparate dargestellt. Die Kobaltindustrie ist am meisten im Erzgebirge und in Ungarn entwickelt, kleinere Werke gibt es in Hessen-Nassau, an der Nahe, am Harz etc., das größte Blaufarbenwerk der Erde besitzt Oberschlema. Norwegen liefert Schmalte und Erze für England, das solche auch aus Nordamerika und Chile bezieht. Durch die Konkurrenz des Ultramarins hat die Kobaltindustrie sehr gelitten. Die Gesamtproduktion von Kobalterzen beträgt 6900 Ton., davon entfallen 3100 T. auf Europa und zwar wesentlich auf die Gruben des sächsischen und böhmischen Erzgebirges. Man gewinnt in Europa etwa 10 bis 15 T. metallisches K. Kobalterze fanden im Altertum nur sehr beschränkte und unsichere Anwendung zum Blaufärben von Glas, auch haben sich die Griechen einer Kobaltverbindung als Pigment bedient. Schürer entdeckte im 16. Jahrh. im Erzgebirge die Darstellung blauen Kobaltglases, und im Anfang des 17. Jahrh. wurde das Blaufarbenwerk bei Johanngeorgenstadt gegründet. Der Name K. war schon gegen Ende des 15. Jahrh. gebräuchlich und ist wahrscheinlich von Kobold (Berggeist) entnommen, indem die Bergleute jedes Erz, das beim Schmelzen kein Metall lieferte, als Erzeugnis eines bösen Berggeistes betrachteten. Später verstand man unter K. Mineralien, die Glas blau färben. Nach Berthelot ist die Bezeichnung K. auf griechisch-ägyptischen Ursprung zurückzuführen. Das Kobaltmetall wurde 1735 von Brandt entdeckt, aber erst in den letzten Jahren begann man es für die Technik zu verwerten, und die Herstellung schmiedbaren Kobalts datiert aus den Jahren 1879 und 1880.
5641 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kobaltstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kobalt stm. BMZ s. kobolt.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kōbalt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kōbalt , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein im Bergbaue und der Mineralogie übliches Wort, wo es…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kobalt

    Goethe-Wörterbuch

    Kobalt vereinzelt C-; in 9 von 25 exzerptierten Belegen -bolt/-bold 1) (zB N(LA I 1,116, 27) BergbauGeologieSchneeberg )…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kobalt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kobalt , Metall, zu den schweren, unedlen, dehnbaren gehörig, findet sich vorzüglich mit Arsenik als Speis- K. u. mit Sc…

  5. Spezial
    Kobalt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ko|balt n. (-s) ‹chim› cobalt m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kobalt

99 Bildungen · 89 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kobalt 2 Komponenten

kob+alt

kobalt setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kobalt‑ als Erstglied (30 von 89)

Kobaltammoniakverbindungen

Meyers

Kobaltammoniakverbindungen ( Kobaltiake, Kobaltiamine, Kobaltammine ), Verbindungen, die bei Einwirkung von Luft auf ammoniakalische Kobalts…

Kobaltarseniāt

Meyers

Kobaltarseniāt , arsensaures Kobaltoxydul, s. Kobaltblüte und Kobaltrosa .

kobaltbereiter

DWB

kobalt·bereiter

kobaltbereiter , m. beamter der die kobaltreviere zu bereiten hatte, um die verbotene ausführung von kobalterzen zu überwachen, so im vorige…

kobaltbeschlag

DWB

kobalt·beschlag

kobaltbeschlag , m. ein pulver womit die kobalterze durch verwitterung beschlagen sind, ochra cobalti. Adelung.

Kobaltblau

Meyers

kobalt·blau

Kobaltblau ( Kobaltoxydultonerde, Kobaltultramarin , Thénards Blau, Königsblau ), blaue Farbe, besteht im wesentlichen aus Koba ltaluminat C…

Kobaltblüte

Meyers

kobalt·bluete

Kobaltblüte ( roter Erdkobalt, Erythrin ), Mineral, besteht aus arsensaurem Kobaltoxydul Co 3 As 2 O 8 +8H 2 O mit 37,5 Proz. Kobaltoxydul, …

kobaltblumen

DWB

kobalt·blumen

kobaltblumen , pl. flos cobalti, kobaltblüte, ein zarter krystallinischer auswuchs auf kobaltischen erzen. Adelung.

Kobaltbronze

Meyers

kobalt·bronze

Kobaltbronze , metallglänzendes, violettes, schuppiges Pulver, besteht aus phosphorsaurem Kobaltoxydulammoniak, läßt sich auf der Haut wie T…

kobaltbrunz

DWB

kobalt·brunz

kobaltbrunz , m. 'kobeltbrunz, ist das geringe ( geringhaltige ) bei den kobelten '. bergwerkslex. 334 b . zu brunz urina?

Kobaltchlorür

Meyers

Kobaltchlorür ( Kobaltochlorid, Chlorkobalt ) CoCl 2 entsteht beim Lösen von Kobaltoxyd oder Kobaltoxydul in Salzsäure; die rosenrote Lösung…

Kobaltcyanür

Meyers

Kobaltcyanür ( Kobaltocyanid ) Co(CN) 2 wird aus essigsaurem Kobaltoxydul durch Cyankalium als braungelber Niederschlag mit 3H 2 O gefällt, …

Kobaltförderniß

Campe

kobalt·foerderniss

Die Kobaltförderniß , Mz. die — sse , auf den Blaufarbenwerken, diejenige Verrichtung, da von den Bergbeamten der Vorrath jedes Berggebäudes…

Kobaltformation

GWB

kobalt·formation

Kobaltformation für ein die bestimmte Struktur u Zusammensetzung eines kobalthaltigen Gesteins repräsentierendes Musterstück Ich habe von de…

kobaltgang

DWB

kobalt·gang

kobaltgang , m. gang in dem kobalt bricht: kobeltgeng sind unartig. Mathesius Sar. 110 a ; cobaltgenge. 63 b .

Kobaltgelb

Meyers

kobalt·gelb

Kobaltgelb ( Indischgelb, Fischers Salz ), gelbe Farbe, besteht aus salpetrigsaurem Kobaltoxydkali (Kobaltikaliumnitrit K 6 Co 2 N 12 O 24 )…

Kobaltgrün

Meyers

kobalt·gruen

Kobaltgrün ( Rinmanns Grün ), grüne Farbe, wird erhalten, indem man eine Lösung von Kobaltchlorür mit Zinkchlorid mit kohlensaurem Natron fä…

Kobaltiake

Meyers

Kobaltiake , Kobaltiamine , s. Kobaltammoniakverbindungen .

Kobaltige Säure

Meyers

Kobaltige Säure H 2 CoO 3 soll neben ihrem Kobaltsalz CoCoO 3 bei Einwirkung von Wasserstoffsuperoxyd auf Kobaltohydroxyd entstehen. Das Mag…

kobalt als Zweitglied (9 von 9)

Drusenkobalt

Adelung

drusen·kobalt

Der Drusenkobalt , des -es, plur. inus. im Bergbaue, eine Art Kobaltes, welcher auf der Oberfläche mit vielen kleinen Erhöhungen, gleich ein…

glanzkobalt

DWB

glanz·kobalt

glanzkobalt , glanzkobolt , m. , arsenikhaltiges kobaltmineral, kobaltglanz, vgl. glanzkobald Schwan nouv. dict. (1783) 1, 757 b , glanzkobo…

raubkobalt

DWB

raub·kobalt

raubkobalt , m. arsenikhaltiges erz, das beim schmelzen den silbergehalt des erzes raubt, auch kobaltnapf. Jacobsson 2, 433 b .

Rūßkobalt

Adelung

russ·kobalt

Der Rūßkobalt , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, im Bergbaue, ein schwarzer Kobalt.

scherbenkobalt

DWB

scherben·kobalt

scherbenkobalt , m. , auch schirbenkobalt, eine art kobalt oder gediegener arsenik von halbmetallischer blättriger gestalt, grauschimmernder…

spiegelkobalt

DWB

spiegel·kobalt

spiegelkobalt , m. in der bergwerkssprache bezeichnung einer kobaltart mit glänzenden flächen. Jacobsson 7, 399 b ; spiegelkobald, arsenicum…

Ableitungen von kobalt (1 von 1)

Verkobalten

Meyers

Verkobalten , mit Kobalt überziehen, s. Vernickeln .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kobalt". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kobalt/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „kobalt". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kobalt/meyers. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kobalt". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kobalt/meyers.
BibTeX
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