Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Seneschall m.
Seneschall m.
Seneschall m. ehemals ‘Inhaber eines hohen Hofamtes (mit auch militärischen Befugnissen)’ im merowingischen Frankenreich, mhd. sene-, scheneschalt, -schlant, -schas (und in weiteren Varianten), entlehnt (mit unorganischem -t) aus afrz. seneschal (frz. sénéchal), latinisiert in mlat. siniscalcus (692). Zugrunde liegt anfrk. *siniskalk, germ. *sinaskalka, eine Bildung zu germ. *sena ‘alt’. Vgl. got. sineigs ‘alt’ (Superlativ sinista), verwandt mit aind. sána-, awest. hana-, griech. hénos (ἕνος), lit. sẽnas, air. sen sowie lat. senex, senis ‘alt’, beruhend auf ie. *sen(o)- ‘alt’. Dies vielleicht im Sinne von ‘der noch da Seiende’ zur Wurzel ie. *es- ‘sein’? Zum Grundwort s. Schalk, eigentlich ‘Knecht, Diener’ (ahd. scalc, mhd. schalk, wie in Marschall, s. d.).