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säure

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

säure f.

Bd. 14, Sp. 1923
säure, f. saure beschaffenheit, acritudo Schottel 1392, acor, aciditas Frisch 2, 153a, ableitung von sauer (vgl. das.), ahd. sûrî acredo Graff 6, 272, mhd. siure, sûre, mit den nebenformen soure, sûere, bair. säure, seure, daneben md. sûrde Lexer handwb. 2, 948, nhd. neben säure häufig säuere geschrieben: die seüere Helber syllabierb. 32, 20 Röthe, die sewer Alberus dict. bb 4b, bair. säuer, saier, soier, suier Schm. 2, 321. 11) die saure beschaffenheit. 1@aa) eigentlich säure des essigs, des weines, unreifer äpfel u. ä. gern in gegensatz zu süszigkeit gestellt und dabei leicht in die bedeutung 'bitterkeit' übergehend: denn als sie (die katze) kaum darein (in eine grüne walnusz) den ersten bisz gethan, so schnaubt und sprudelt sie, als wenn sie glas gefressen. 'dich, spricht sie, lobt der mensch: so mag er dich auch essen. o! pfuy, was musz er nicht für eine zunge haben! an solcher säure sich zu laben!' Lessing 1, 129. 1@bb) vielfach in freierer wendung und übertragen, schärfe, bitterkeit, von schmerzen, not u. dgl., überall in gegensatz zur süszigkeit gedacht. so besonders mhd. siure mhd. wb. 2, 2, 756a. Lexer a. a. o., z. b.: minne mit ir stiuregehiurevil siuresüeʒet wol unde machet herzeliebe trûren swach. Konrad v. Würzburg lieder 8, 19; zwai vaʒ ligent ... an der strâʒ gotes, ainʒ vol wermuot (daʒ ist ain pitter kraut) und ainʒ vol süeʒes honiges. dâ von schüll wir leben under got, daʒ wir die süeʒen mit der säuren mischen. Megenberg 155, 14. 1@cc) ethisch gewendet, von einer mürrischen gemütsart oder einer betrübten stimmung: diu süeʒe, diu guote, diu siure an wîbes muote noch herzegallen nie gewan. Tristan 10242. besonders in diesem sinne auch im nhd. noch üblich. Musäus strauszfedern 3, 67: dadurch kam eine fremde mischung, eine säure in unser geblüt. Klinger 1, 404. auch von den äuszerungen einer solchen stimmung: ich kan nicht gnugsam auszsprechen, mit was groszer sauere und bitterkeit der geberden und worten, sie mir ihren elenden stand beschrieben haben. Schuppius schriften 691. 22) in concretem sinne, ein saurer gegenstand, ein stoff, besonders eine flüssigkeit von saurem geschmack. 2@aa) allgemein, säure im magen u. dergl.: und dennoch weint das schwache kind, .. sobald den magen säure quälet. Withof acad. ged. 2, 76. vgl. bair. die sur salzbrühe, salzlake, sole, sauce Schm. 2, 324, sur coinquinatio Dief.-Wülcker 830. 2@bb) als technischer ausdruck der chemie, eine verbindung von wasserstoff mit einem radical (s.säurerest), das entweder ein nichtmetallisches element oder die verbindung eines solchen mit sauerstoff ist (danach nach der alten bezeichnung in wasserstoffsäuren und sauerstoffsäuren geschieden). im allgemeinen erkennt man säuren an ihrem sauren geschmack, und an der fähigkeit, in wässriger lösung blaue pflanzenfarbstoffe (wie lackmus) zu röten. vgl. Karmarsch-Heeren3 7, 502 ff. 2@cc) für sauerteig, mhd. Lexer handwb. 2, 949. Schm. 2, 321. 2@dd) für sauermolken. Schm. a. a. o. vgl. sauer, n. 33) nicht mit säure verwandt ist ein in ältern und neuern mundarten verbreitetes wort sûre, sre, das 'krätzmilbe' oder 'hitzblatter, finne im gesicht' bedeutet, und aus mittellat. siro stammt. acarus exulcerans, scabiei krätzmilbe, sire, siere, sirichen, seire, süre, seuren, sur, syre, holl. siere, sierken Nemnich, mhd. siure Lexer handwb. 2, 949, mnd. sure Schiller-Lübben 4, 478a; siro .. sre, seuren, seiren .. siurra, suirra, surro, siur, seyrin, sury, suoer, zuer, zur, sir, sure, sierul Dief. gloss. 538b. nov. gloss. 341a; in neuern mundarten nd. süre brem. wb. 4, 1103, schweiz. süre Stalder 2, 420. Seiler 285b, sra, srli Tobler 428b, bair. seur, gewöhnlich seurlein, seurle Schm. 2, 322.
3738 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Säure

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Säure , plur. die -n, das Abstractum des Bey- und Nebenwortes sauer, für das schleppende Säuere, die saure Beschaffe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Säure

    Goethe-Wörterbuch

    Säure pl auch ‘Säuern’ 1 physiol; sich als Geschmacksempfinden manifestierende saure Beschaffenheit, auch im Bild Ihre..…

  3. modern
    Dialekt
    Säuref.

    Pfälzisches Wb.

    Säure f. : wie schd., Saire [mancherorts], Saiere [ KU-Hundh Rockhs KL-Fischb Hütschhs PS-Schmalbg KB-Kriegsf ]; Zs.: Es…

  4. Sprichwörter
    Säure

    Wander (Sprichwörter)

    Säure 1. Säure ist eine Tugend beim Essig, aber nicht beim Wein. – Altmann VI, 509. 2. Säure zehrt, Süsse nährt. Daher b…

  5. Spezial
    Säure

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Säu|re f. (-,-n) aje (aji) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saeure

30 Bildungen · 23 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von saeure 2 Komponenten

sae+ure

saeure setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

saeure‑ als Erstglied (23 von 23)

Säureanilide

Meyers

Säureanilide , soviel wie Anilide, s. Anilin .

säurebildend

DWB

säurebildend , adj. eine säure bildend. Campe.

Säurebraun

Meyers

saeure·braun

Säurebraun , zwei braune Farbstoffe, von denen der eine bei Einwirkung von salzsaurem Diazobenzol auf Chrysoidinsulfosäure, der andre aus Di…

Säurebrechend

Campe

○ Säurebrechend , adv . die Säure brechend, die Säure benehmend. » Säurebrechende Mittel (absorbentia )« Consbruch.

säurefähig

DWB

saeure·faehig

säurefähig , adj. : die säuren .. bestehen nach Lavoisier alle aus .. dem sauerstoffe .. und einer säurefähigen grundlage, radical, oder bas…

säuregehalt

DWB

saeure·gehalt

säuregehalt , m. gehalt an säure, die relative säuremenge, die in einer mischung enthalten ist: der säuregehalt dieses weines beträgt 7,5 pr…

Säuregelb

Meyers

saeure·gelb

Säuregelb , ein Gemisch der Natronsalze der Amidoazobenzolmono- und -disulfosäure, das als Farbstoff ( Echtgelb, Solidgelb, Neugelb ) in den…

Säureorange

Meyers

saeure·orange

Säureorange , Azofarbstoff für Seide und Wolle aus diazotierter Sulfanilsäure und βNaphthol.

säureradical

DWB

saeure·radical

säureradical , n. und säurerest , m. der theil einer säure, der sich bei der salzbildung mit dem metall verbindet, das an die stelle des was…

säurerin

DWB

saeure·rin

säurer , m. und säurerin , f. mas, et foemina fermentans, quales sunt pistor, et pistrix. Stieler 1697 .

Säureviolett

Meyers

saeure·violett

Säureviolett , die Natriumsalze der Sulfosäure der Pentamethylbenzylpararosanilinsulfosäure und ähnlicher Farbstoffe, färben Seide und Wolle…

saeure als Zweitglied (6 von 6)

Êssigsäure

Adelung

essig·saeure

Die Êssigsäure , plur. die -n. 1) Die Säure oder sauere Beschaffenheit des Essiges, als ein Abstractum und ohne Plural. 2) Ein saurer flüssi…

Vitriolsäure

Adelung

vitriol·saeure

Die Vitriolsäure , plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, 1. Die dem Vitriole wesentliche mineralische Säure, als ein Abstractum. 2. Dies…

weinsäure

DWB

wein·saeure

weinsäure , f. , 1 1) in älterer zeit, bis zum ende des 18. jahrh. ( frühester beleg im altnord. vinsyra, f., für ' weinessig ', vgl. Fritzn…

Ableitungen von saeure (1 von 1)

ursäure

DWB

ursäure , f. (ur- C 4 c) Fr. A. Lange gesch. d. materialismus 338 . —