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Säure

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Säure

Säure

sauer Adj. (vom Geschmack) ‘scharf und zusammenziehend’, auch ‘säurehaltig, geronnen’ (von Milch), verschiedentlich übertragen ‘mühevoll, schwer, verärgert’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. aengl. sūr, mnl. suur, nl. zuur, engl. sour, anord. sūrr, schwed. sur. Germ. *sūra- ‘sauer, salzig’, auch ‘feucht’ (vgl. ahd. sūrougi ‘triefäugig, halbblind’, 9. Jh., asächs. sūrōgi, aengl. sūrēagede, sūrīege, anord. sūreygr) läßt sich vergleichen mit lit. (älter mundartlich) sū́ras ‘gesalzen’, lett. sūrs ‘salzig, bitter’, lit. sū́ris ‘(harter und stark gesalzener) Käse’, aslaw. syrъ ‘feucht, naß’, russ. syrój (сырой) ‘roh, feucht, sauer’, aslaw. syrъ, russ. syr (сыр) ‘Käse’, (mit Ablaut) anord. saurr ‘Schmutz, feuchte Erde’, aslaw. surovъ ‘hart, grausam’, russ. suróvyj (суровый) ‘rauh, roh’ und auf ie. *suəro- ‘sauer, salzig, bitter’, eigentlich ‘saftend, käsig geronnen, schleimig naß’ zurückführen. Dies gehört zur Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-. *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ (s. saufen, saugen, suhlen). Vgl. die Wendungen etw. wird jmdm. sauer ‘zur Qual, schwer’, mhd. sūr werden ‘qualvoll, peinlich werden’; jmdm. das Leben sauer (‘zur Qual’) machen (15. Jh.); jmdn. sauer ankommen ‘Mühe, Qual verursachen’, mhd. sūr ankomen. – säuerlich Adj. ‘leicht sauer schmeckend’ (17. Jh.), sauerlicht (16. Jh.). säuern Vb. ‘sauer machen’, ahd. sūren (9. Jh.), mhd. siuren. versauern Vb. ‘sauer werden, machen’ (15. Jh.), zu nhd. sauern ‘sauer werden, sein’, ahd. sūrēn (9. Jh.), mhd. sūren, siuren. Säure f. ‘saure Beschaffenheit, Herbheit, Schärfe, sauer schmeckende Flüssigkeit’ (Essig u. dgl.), ahd. sūrī (9. Jh.), mhd. siure, Abstraktum zu sauer (s. oben); in der Chemie ‘mit Basen Salze bildende Verbindung’ (18. Jh.). Sauerampfer m. Name einer sauer schmeckenden Wiesenpflanze, ahd. sūrampho (Hs. 12. Jh.), mhd. sūrampfe, dann sūrampfer (14. Jh.), nhd. Sauerampfer (15. Jh.). Daneben steht früher bezeugtes Ampfer m., ahd. amph(a)ra f. (10. Jh.), amph(a)ro m. (11./12. Jh.), mhd. ampfer, nd. Amper, aengl. ampre, Substantivierung eines in anord. apr (aus *ampaʀ) ‘hart, böse’, schwed. amper ‘scharf, herb, derb’, nl. amper (älter, doch noch mundartlich) ‘scharf, herb, sauer’ erhaltenen Adjektivs. Diesem vergleichbar sind aind. amláḥ, amblaḥ ‘sauer’ und lat. amārus ‘bitter’. Erschließen läßt sich eine Wurzel ie. *am- ‘bitter, sauer’ (da die genannten Bildungen aus semantischen Gründen besser nicht zu einer Wurzel ie. *om- ‘roh, bitter’ gerechnet werden sollten). Die Komposition ahd. sūrampho ist als eine verdeutlichende Bildung zu dem (vielleicht nicht mehr verstandenen) Grundwort anzusehen. Sauerstoff m. farb-, geruch-, geschmackloses Gas. Das Anfang der 70er Jahre des 18. Jhs. entdeckte chemische Element nannte Lavoisier (1783), der den sauren Charakter vieler Oxide feststellte und fälschlich annahm, daß alle Säuren Sauerstoff enthielten, frz. gaz oxygène ‘säurebildendes Gas’ bzw. substantiviert nlat. oxygenium, frz. oxygène; vgl. griech. oxýs (ὀξύς) ‘scharf, herb, bitter, sauer, schnell, heftig’ (s. Oxid) und s. -gen. Den frz. Ausdruck übersetzt Girtanner (in Analogie zu Stick- und Wasserstoff) mit Sauerstoff (1791). sauersüß Adj. ‘sauer und süß zugleich’ (17. Jh.), häufiger süßsauer (16. Jh.); vgl. mhd. sīn süeʒe sūreʒ ungemach. Sauerteig m. ‘gärender Mehlteig, der dem Brotteig als Treibmittel zugefügt wird’ (15. Jh.). Sauertopf m. ‘verdrießlicher, mürrischer Mensch’ (16. Jh.), eigentlich ‘Essigtopf’, vgl. mnd. sūr ‘Essig’. Sauregurkenzeit f. ‘ereignisarme Zeit’, eigentlich ‘Juli und August, die Zeit, in der die Gurken reifen’. Im 18. Jh. unter Berliner Kaufleuten für den ‘geruhsamen Geschäftsgang während des Sommers’ verbreitet, seit der Mitte des 19. Jhs. als Ausdruck der Tagespresse für die ‘ereignis- und stoffarme Zeit der Hundstage’, dann allgemein zur Bezeichnung einer ereignislosen Zeit.
3830 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Säure

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Säure , plur. die -n, das Abstractum des Bey- und Nebenwortes sauer, für das schleppende Säuere, die saure Beschaffe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Säure

    Goethe-Wörterbuch

    Säure pl auch ‘Säuern’ 1 physiol; sich als Geschmacksempfinden manifestierende saure Beschaffenheit, auch im Bild Ihre..…

  3. modern
    Dialekt
    Säuref.

    Pfälzisches Wb.

    Säure f. : wie schd., Saire [mancherorts], Saiere [ KU-Hundh Rockhs KL-Fischb Hütschhs PS-Schmalbg KB-Kriegsf ]; Zs.: Es…

  4. Sprichwörter
    Säure

    Wander (Sprichwörter)

    Säure 1. Säure ist eine Tugend beim Essig, aber nicht beim Wein. – Altmann VI, 509. 2. Säure zehrt, Süsse nährt. Daher b…

  5. Spezial
    Säure

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Säu|re f. (-,-n) aje (aji) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saeure

30 Bildungen · 23 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von saeure 2 Komponenten

sae+ure

saeure setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

saeure‑ als Erstglied (23 von 23)

Säureanilide

Meyers

Säureanilide , soviel wie Anilide, s. Anilin .

säurebildend

DWB

säurebildend , adj. eine säure bildend. Campe.

Säurebraun

Meyers

saeure·braun

Säurebraun , zwei braune Farbstoffe, von denen der eine bei Einwirkung von salzsaurem Diazobenzol auf Chrysoidinsulfosäure, der andre aus Di…

Säurebrechend

Campe

○ Säurebrechend , adv . die Säure brechend, die Säure benehmend. » Säurebrechende Mittel (absorbentia )« Consbruch.

säurefähig

DWB

saeure·faehig

säurefähig , adj. : die säuren .. bestehen nach Lavoisier alle aus .. dem sauerstoffe .. und einer säurefähigen grundlage, radical, oder bas…

säuregehalt

DWB

saeure·gehalt

säuregehalt , m. gehalt an säure, die relative säuremenge, die in einer mischung enthalten ist: der säuregehalt dieses weines beträgt 7,5 pr…

Säuregelb

Meyers

saeure·gelb

Säuregelb , ein Gemisch der Natronsalze der Amidoazobenzolmono- und -disulfosäure, das als Farbstoff ( Echtgelb, Solidgelb, Neugelb ) in den…

Säureorange

Meyers

saeure·orange

Säureorange , Azofarbstoff für Seide und Wolle aus diazotierter Sulfanilsäure und βNaphthol.

säureradical

DWB

saeure·radical

säureradical , n. und säurerest , m. der theil einer säure, der sich bei der salzbildung mit dem metall verbindet, das an die stelle des was…

säurerin

DWB

saeure·rin

säurer , m. und säurerin , f. mas, et foemina fermentans, quales sunt pistor, et pistrix. Stieler 1697 .

Säureviolett

Meyers

saeure·violett

Säureviolett , die Natriumsalze der Sulfosäure der Pentamethylbenzylpararosanilinsulfosäure und ähnlicher Farbstoffe, färben Seide und Wolle…

saeure als Zweitglied (6 von 6)

Êssigsäure

Adelung

essig·saeure

Die Êssigsäure , plur. die -n. 1) Die Säure oder sauere Beschaffenheit des Essiges, als ein Abstractum und ohne Plural. 2) Ein saurer flüssi…

Vitriolsäure

Adelung

vitriol·saeure

Die Vitriolsäure , plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, 1. Die dem Vitriole wesentliche mineralische Säure, als ein Abstractum. 2. Dies…

weinsäure

DWB

wein·saeure

weinsäure , f. , 1 1) in älterer zeit, bis zum ende des 18. jahrh. ( frühester beleg im altnord. vinsyra, f., für ' weinessig ', vgl. Fritzn…

Ableitungen von saeure (1 von 1)

ursäure

DWB

ursäure , f. (ur- C 4 c) Fr. A. Lange gesch. d. materialismus 338 . —