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rauben

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DRW
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Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch

rauben

rauben, v., auch subst.

glossiert despolio, populo, violo AhdGlWB. 494
I etwas (gewaltsam) entwenden, sich etwas widerrechtlich (gewaltsam) aneignen; eine offene Fehde oder eine persönliche Notlage (Mundraub) gelten als Rechtfertigungsgrund; für das geraubte Gut gilt das sogen. Hehlerprivileg (vgl. HRG.¹ II 37-41); jm. das Leben rauben jn. töten, ermorden (Beleg 1783); mnd. ruten ende roven sich als Raubritter betätigen
Sachhinweis: Chr. Terharn, Die Herforder Fehden ... (Berlin 1994) 65-69
  • ðā ic on hlæwe zefræzn hord rēafian / eald enta zeweorc, ānne mannan
    vor 750? Beowulf(Nickel) V. 2773
  • daz sint trügener an ir koufe ... sô nôtbeter, sô unrehte stiure, unrehte zolle, unreht ungelt sô nemen hie, sô rouben
    um 1275 Berth.v.Regensb. I 393 Faksimile
  • vindet ein cristen sin gut in eins iuden gewalt daz im verstoln oder geraubet ist, daz sol im der iude widergaeben umbe swiu ez im gesetzet ist, unde sol keinen gesůch davon naemen
    1276 AugsbStR. Art. 57 § 2 Textarchiv: AugsbStR. Art. 57
  • sa wersa ... unriucht rawat ... sa is thera iahwelikes bote fiftene enza [wenn jemand ... sich etwas unrechtmäßig aneignet ... so ist die Buße für jede dieser (Taten) fünfzehn Unzen]
    um 1300 HunsingoR. 38 Textarchiv: HunsingoR. 38
  • welk man apenbar gut koft, dat gestalen, gerovet edder mit gewalt genomen is, dat he mit bider luden betugen kan, dat he dat apenbar gekoft heft [so ist ihm das unschädlich]
    1322/27? (Hs. 16. Jh.) Bunge,Rbb. 126 Faksimile
  • daz einem lantgraven ... zůgehören ... alles verstolene oder geroubte gůt ... alle mulafe
    1323 FRBern. V 315 Faksimile
  • ravath ther enich mon vnder tha thingathe fiarfote quik jeftha enes monnes facht tha otheres enigera honda thing, tha aubere raf dwe, ther thi redieue dure hlia, werth therefter folgad and efuchten, alle thet ma fiucht and tha rauere deth and sine hilperon thet is enbete and frethlas [raubt jemand in diesem Gerichtsgebiet vierfüßiges Vieh oder eines Mannes Ernteertrag oder sonst irgendeine Sache, oder verübt er einen offenkundigen Raub, den der Redjeve bestätigen kann, (und) wird darauf die Verfolgung aufgenommen und gekämpft, so ist aller Schaden, den man im Kampf anrichtet und dem Räuber und dessen Helfershelfern zufügt, einfach zu büßen und friedensgeldfrei]
    1327 RüstringerR. 152 Textarchiv: RüstringerR. 152
  • wen ... geraubetes guet ... funden wiert ... daz schol der richter nicht soczehant czu seinem nutz nemen, sunder man schol iz iar und tag behalten und schol czu chirchen und czu gericht und auf den merckten lazzen schreien, wer iz verlorn hab und chumt niemant ... so schol man iz tailen
    um 1330 BrünnRQ. 398 Faksimile
  • wir hertzoghe Otto sullen ouch ghelden und wedertun ... swaz unse burchmann, unse ammechtman, unse eyghene lute oder unse ghesinde in deme lantfr[eden] nemen oder rouben
    oJ. GöttingenUB. I 127 Faksimile
  • swer geraubt vihe wizzenklichen kauffet, der sol ie von der kuͤwe geben 60 dn.
    1341/42? WürzbPol. 49
  • ez mag ain ieglich ... wol chaufen auf ainem freyen margt ... choͤm aber ieman hinnach, dem daz selb guot verstoln oder geraubt waer ... daz sol ienem ... unschedlich sein und sol ... swer, daz er ... an dem guot dhain fraiz gewezzt hab
    BairLR. 1346 Art. 43 Textarchiv: BairLR.(Schlosser/Schwab) [2. Titel]
  • spricht ein man seyn gut an ... daz im ... geraubet sey, do sol er sich czu zychen mit sein einez hant vnt sol sweren auf den heiligen daz er do sein were
    1378 SilleinStRB. 109
  • der dez nachtez beginnet czu rauben, man sol vͤb[er] yn richten alz vͤber eynen rauber
    1378 SilleinStRB. 122
  • were öch daz dchein geröbet oder verstolen güt bi dien ... juden wurde funden, daz innen were versetzet, wenne daz denne kentlich wirt, so sol man den selben juden daz höptgüt geben ane allen schaden, e daz sy das phant wider gebent
    1381 FreiburgÜRec. IV 156
  • wan ein hungriger mensch moͤcht speis oder trank oder andrew dink steln oder rauben auf daz er niht sturb, da taͤt er niht suͤnd an
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 232
  • den offenbarn veinten den mag man wol steln vnd rauben an suͤnd, aber wenn frid gemacht ist, so sol man dez niht tůn
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 540
  • rauben ist ein tot suͤnd ... wan ez ist groͤzzer suͤnd dann steln, von dez wegen, daz der raub dem menschen wissenleichen geschiht, vnd wider seinen willen ... von dem raub wirt der mensch betruͤbet an der person vnd beschedigt an dem gůt, vnd leidet mer daz er gegenwuͤrtig ist gewesen, dan von der diebstal, dez er niht sah vnd niht gegenwuͤrtig waz
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 1792
  • were ... dz inen [Pfandhaus] geroͧbtez oder verstolnes pfant gesetzt wurd, daz suͥllen si dem herren dez pfandes umbe daz hoͧbtgůt allein, aͧne gewin, wider geben ze loͤsen
    1404 BernStR. VII 1 S. 87 Faksimile
  • swer vie zů hůte vntpheit sinem vrůnde, nů daz stirbet oder iz wert ... geroůbet ... der sol des nicht gelden
    um 1410 Schwsp.(Kurzform/Gr.) Art. 201f (Kz²) Faksimile
  • wer da roubte offenlich, den mag geistlich gerichte zů banne důn
    1417 SchlettstStR. 120 Faksimile
  • wer ... geroubt gud wissintlich huszet adder heget adder rat und tad dar zu gibt ... dem folge man mit rechte
    1455 QuedlinbUB. I 438 Faksimile
  • sunder idt qweme, dat de ... rovede ... sinen boschediger volgede und ehm sine rovede gudere ... afjagede und grepe, den so schal he daranne nicht breken
    1457 PommMbl. 18 (1904) 73
  • es soll nymandes gestollenes vnd gerawbz ding chawffen, wurd aber ymancz chawffn vnwissenlich ... das soll er wiedercherren dem des gewesen ist an phenning
    1459 UrkGeschBöhm. 170 Faksimile
  • ruten, roven, det en is gheyn schande / dat doynt die besten van dem lande
    1474 W. Rovelinck, Vom Lobe Westfalens, hrsg. v. L. Troß (Köln 1865) 212
  • overghefallen myd rovende inde nemende
    1474 OstfriesUB. II 28 Faksimile
  • nach dem der malefits henndl vil mer dann drey sindt, alls todsleg, mord, teuff, notzeug, rauben, prennen, brief vellschen, vnrecht münss slagen, verräterey
    1497 VerhNdBayern 39 (1903) 81
  • 800 gouden gl. zoe zy gevangen ende gerooft waeren boven verding
    1514 InfHollant 255 Faksimile
  • wan einer sich mit einem vertruge, das er einen solt todtschlahen oder ihme rauben oder stelen helfen ... solchs ist niemandt zu halten schuldig ... ob er gleich einen eide darzu geschwornen hette, dann der eide kan wider gott nicht binden
    1565 Klammer,CompJuris 13 § 11
  • [Schwur,] dat disse man rovede van dem anderen manne dat ... gudt daruͤmme he beschuͤldiget wert: is derwegen schuͤldich eme solckes tho wedderleggen unde boͤten darbawen 3. mark dem bonden unde 3. marck dem koͤninge
    1593 JütLow.³ 76 Faksimile
  • khain entwant geraubt ... frembd guet mag iemanden creftiglichen verkhauft werden
    1599 NÖLREntw. II 1 § 16
  • sollen diejenigen, die ... die geraubte kirchensachen mit verkaufen oder verpartieren helfen, ... mit dem schwerdt gestraft werden
    1650 EstRitterLR. 428 Faksimile
  • die gesetze wollen, daß alle ... die unrechtmaͤssiger weise andern das leben rauben, mit dem tode bestrafet werden sollen
    1783 Quistorp,GrundsPeinlR. 421 Faksimile
II eine Person oder Institution räuberisch überfallen, berauben
  • im is giuuâdi binâmun, rôbodun ina thia regibscaðon
    1. Hälfte 9. Jh. Heliand⁹ V. 5497
  • uuaz, uuanist, thémo irgange, ther anderan róubot thanne?
    um 868 Otfrid⁵ V 21, 10
  • se þe reafað man leohtan dǽge ... þæt he ne beo nanes fryðes weorðe [wer einen Menschen am lichten Tage beraubt ... daß jener keines Friedensschutzes teilhaftig sei]
    997? Liebermann,AgsG. 232
  • wil mich ain man rauben auf der stroze vnd were ich mich vnde slahe in ze tode ich puͤze seinen frivnden noch dem richter nicht
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 214
  • swer den andern raubet an widerbot und in vor wol gegruͤzzet hat, und sich des selb dritt niht bereden mag, dem sol man die hant abslahen
    1300 Pax Bavarica/MGConst. IV 1223 Faksimile
  • svelich burger vz der stat kert vnd roͧbit unse burgere, der sal nummer me vnser burger werden
    um 1300 Förstemann,Nordhausen I 1 S. 56 Faksimile
  • ief thera sogen selonda eng welle vnriuchte fara, liude ravia ieftha morth sla, thet tha sex thet sogende thuinge, thettet elle riuchte fare [wenn irgendeines der sieben Seelande ungerecht verfahren, Leute berauben oder umbringen will, so sollen die sechs das siebente dazu zwingen, völlig gerecht zu verfahren]
    um 1300 HunsingoR. 72 Textarchiv: HunsingoR. 72
  • der einen man roubet adir im stelit, der buszet zebinczig marg
    vor 1320 ÄltpolnRdm.(Mat.) Art. 12 § 3
  • swer strazen, kerchen, kerchove oder clostere roubet ..., der hant den lantfrede ghebrochen
    1336 GöttingenUB. I 125 Faksimile
  • raubet ein man den andern uf dem wegen, so sal man den roub richten und nicht den weg, sunder den roub in der reise sal man richten czwefach
    1340 JurPrut.(Mat.) Kap. 43
  • de den anderen roueth, de dar doetslagen ys, alse kleder, golt ... em nympt, dat ys reroff
    um 1400 JyskeLov III 23
  • dyt sunt de sunde der werk ... stelen, rouen, wokeren
    14./15. Jh. ZDPhil. 13 (1882) 21
  • wjl mich ein man roůben vf der straze, were ich mich vnde slahe in tů tode, ich bůze dar vmme richtere nicht, nicht sinen vrůnden
    um 1410 Schwsp.(Kurzform/Gr.) Art. 233 (Kz²) Faksimile
  • dijenige bößwicht belanget, so unter den namen der zigeiner und rauber im land herumb vagiren und sich auf das rauben und allerhand grausamme gewathaten [!] verlegen, da statuiren wir ... das solche mörderische unmenschen ... vor vogelfrey gehalten ... werden
    1720 NArchHeidelb. 3 (1898) 192
III einen Raub (II) begehen, eine Frau oder ein Kind entführen
  • da ienne, deer een famna rauweth [von dem, der ein Mädchen raubt]
    1464? WesterlauwersR. I 40 Textarchiv: WesterlauwersR. I 40
  • was für vitzdombhenndl gehallten und gestrafft werden sollen ... wer ainem sein weib und khind oder ainen unvogtbarn bruedern, schwester oder pflegkhind haimlich oder offentlich mit gewallt uber seinen willen raubt oder entpfuert
    1553 BairFreibf. 225 Faksimile
  • [wenn] ein junge tochter oder frau ... geraubt und hinweggeführt ... würde, so soll nicht allein ... kein ehe erkent noch zugelassen, sonder auch der rauber ... in ... straf und ungnad gefallen sein
    1582 Kurpfalz/QNPrivatR. II 1 S. 38
  • das eine geraubte frau nit sol erwelen die geselschaft (consorcium) des raubers vor der zeit von dem gesatz gegeben
    um 1500 Summa legum 580
  • nothzoͤgen, nothzuͤchtigen, nothzogen. nothzuͤchtigung. ist dasienige verbrechen, da iemand die keuschheit einer jungfrauen oder frauen verletzet und ihr selbige mit gewalt wider ihren willen raubet. die weibsperson muß ehrlich leben, indem dieses verbrechen bey einer hure nicht statt findet, und den gebrauch ihrer vernunft haben ... sie muß aber auch mit gewalt dazu gezwungen, nicht aber durch liebkosungen und angenehme vorstellungen bewogen worden seyn
    1762 Wiesand 782 Faksimile
  • eine geraubte und genothzuͤchtigte frauensperson mildert die strafe des verbrechers, wenn sie sich ihn zu heirathen anbietet
    1785 Fischer,KamPolR. I 88 Faksimile
IV in eine andere Herrschaft heiraten; auch: das Recht dazu haben
  • die 12 1/2 gottshüser so einanderen raubend
    1403 Schauberg,Z. 2 (1847) 73 Faksimile
  • wenn ain gotzhusman von sant Gallen ain gotzhusfrowen von sant Johan zu der e nympt, so sol dan der selb ir eman sy roben und lösen vom gotzhus sant Gallen och mit dry schilling pfennigen und ym par hendtschůch
    1470 SGallenAbteiRQ. II 1 S. 267 Faksimile
  • die kinder, so ausz denen personen, so also geroubet sein, erboren, nit wider hinder sich der bösern hand nachschlagen, sonder der bessern hand nachvolgen
    1560 Bodensee/GrW. V 736 Faksimile
  • [Übschr.:] roub und wechsel leibaigner leuten ... wann ain stifts- oder gotshausmann ausz disen dreizehendhalben gothsheüsern ... ain weibsperson geroubet, so hat er sollen dem herrn, so er si abgeraubet, für den roubschilling drei batzen ... darfür geben ... und darmit das weib hinweg geroubet haben
    1560 Tirol/ÖW. V 735 Faksimile
  • das ain ieder burger sein ehelich haussfraven an sich rauben, auch alt erlebten gebrauch nach, den man als der guten und mit dem weib als der bössen handt, die weibperson mit leib und guth nachvolge
    1590 BregenzStbr. 38
V in einer gewaltsamen Auseinandersetzung: plündern (und verwüsten); häufig in Paarformeln mit brennen, plündern; auf jn. rauben einen Plünderungszug in js. Gebiet machen; mit (dem) Brand rauben brandschatzen
  • von ... sinem gute vorstozet oder vorburnet oder roubit
    1235 MainzRLFr.(Const.) 250 Faksimile
  • si tâten niht wan rouben mit dem brande
    Mitte 13. Jh. Kudrun(Symons) 683 V. 4
  • des ersten sczezen ... wir ... daz nieman die gotshæus ... rauben noch prennen soll
    SalzbLO. 1328 Art. 1
  • tun kunt ... wer ir stat zu Berne ... angrift odir schediget mit rauben ... daz sie sich der weren mugen
    1365 BernStR. III 195 Faksimile
  • do roubete der von H. uf lantgraven F. unde nam ... kuwe unde schouf
    vor 1440 Rothe,DürChr. 675 Faksimile
  • verordnung wie die land-strassen gegen das rauben und pluͤndern sollen sicher gestellet werden
    1566 HessSamml. I 217 Faksimile
  • [da] allerley ... sachen, so durch die unbehaltnen soldaten ... durch rauben und plünderen eroberet ... von den unseren ungeschücht käüfflich abgenommen und erhandlet werdint ... [wird verfügt,] dass niemandt der unseren einich derglychen geroubet und gestoln gůt ... erhandeln sölle
    1638 BernStR. VII 1 S. 178 Faksimile
  • da ein officier ... von den [von Soldaten] geraubten sachen ... participiret ... derselbe soll mit gleichmaͤssiger poͤn als ein strassen-rauber belegt werden
    1672 Emminghaus,CJGerm. II 392 Faksimile
  • damit nun solchem rauben [durch Soldaten] ... baß gesteuret ... so sollen die generalen, obristen ... oder in der naͤhe logirende officiers ... wann die beraubte ... sie hierunter anruffen ... den raͤubern oder beschaͤdigern schleunig nacheilen ... [und] nach dem hauptquartier bringen lassen
    1672 Emminghaus,CJGerm. II 392 Faksimile
  • da sie aber sich, wie ehrlichen soldaten gebührt und wol anstehet, nicht verhalten, sondern unsern underthanen ... mit stehlen, rauben ... einigen schaden zufügen thätten, sollen alsdann unsere beambte solche gefänglich einziehen
    1715 BadLO. 152 Faksimile
  • das stehlen, rauben und pluͤndern in denen staͤdten, flecken und doͤrffern [durch Soldaten ist] ... sattsam verbotten
    1736 Moser,KreisVerf. 263 Faksimile
VI (gewaltsam, unrechtmäßig) pfänden
  • fon tha rawe. hwasa rawath buta rediena orlewe, sa resze hi tha haudinge tuene skillingar and tha redieua tuene [von der (gewaltsamen) Pfändung. Wenn jemand ohne Erlaubnis der Redjeven (gewaltsam) pfändet, so zahle er dem Kläger zwei Schillinge und dem Redjeven zwei (Schillinge)]
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 46 Textarchiv: BrokmerR. 46
  • V.P. claghet auer O.V. dat he ene rouede wedder recht
    um 1444 Panten,RQNordfriesl. 28
  • ac nanen ompte a sunderga rawie, hia ne dwe thet bi allera reddiana word [auch sollen die Redjeven in einem Amtsbezirk nicht gesondert (jemanden) pfänden, es sei denn, daß sie es mit Zustimmung aller Redjeven tun]
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 202 Textarchiv: FivelgoR. 202
VII bergmännisch
widerrechtlich Erz abbauen
Sachhinweis: Veith,Bergwb. 374
  • sobald ... die gewerken, denen ihr ertz ausgehauen wuͤrde, aus ihrem erbschacht oder lichtlöchern in ihren massen zu den rauborttern ein ausgezimerten durchschlag machen, die andern gewerken bergmennisch beschreyen ... sollen die gewerken, so geraubt haben, bey der peen funfzig mark mit ihrer arbeit ablassen
    1528 Wutke,SchlesBergb. I 248 Faksimile
VIII bergmännisch
mittels Raubbau etwas gewinnen
Sachhinweis: Veith,Bergwb. 374
  • stöllen, welche nicht in der absicht, das gebürge aufzuschliessen ... sondern nur die ertze wegzurauben ... in der intention, solche nach geraubten ertzen wieder liegen zu lassen, getrieben werden, die sind vor raub-stöllen zu achten [und sind verboten]
    1749 PreußBergO. 468
IX die See rauben Seeräuberei betreiben
  • de van Lubeke ... roveden de se, se viengen unde slogen menegen unschuldegen man
    um 1260 SächsWChr. 257 Faksimile
X eine Abgabe, ein Gefälle (I) beziehen
  • [der Käufer der Gefälle hat das Recht, diese] inzegand, ze habend, ze besitzend, ze roubend, inzeziechend
    1443 SchweizId. VI 33 Faksimile

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rauben

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Rauben , verb. reg. act. mit Eilfertigkeit und Gewalt an sich reißen und ziehen. 1. Im weitesten Verstande. 1) Eigentlic…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rauben

    Goethe-Wörterbuch

    rauben auch subst Inf, dabei vereinzelt Kleinschr 1 (etw/jdn) auf verbrecherische (mit Gewalt, Betrug ua Willkürakten ve…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rauben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rauben , s. Bergbau , S. 666,1. Spalte.

  4. modern
    Dialekt
    raubenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    rauben schw. : wie schd., rauwe [KB-Kerzh LA-Venn Schneckenburger 31 Krämer Gal 172], raawe [Lothr. SWPf ( Keiper Nachl.…

  5. Sprichwörter
    Rauben

    Wander (Sprichwörter)

    Rauben 1. Es sei geraubt oder genommen, wenn es mir nur thut wohl bekommen, sagte der Kramer zu Marpurg. – Dietrich, II,…

  6. Spezial
    rauben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    rau|ben vb.tr. 1 (gewaltsam wegnehmen) arobé (aroba), tó (tol, tut) 2 (berauben) scasciné (fora) 3 (entführen) se tó 4 (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rauben

29 Bildungen · 1 Erstglied · 24 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von rauben 2 Komponenten

rau+ben

rauben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rauben‑ als Erstglied (1 von 1)

Raubensrecht

DRW

rauben·s·recht

Raubensrecht, n. wie Räuberrecht wer ... wil sin schult [geborgtes Gut] mit gewalt wieder gewienen und phendet synen schuldigen, alsoliche p…

rauben als Zweitglied (24 von 24)

abrauben

DWB

abrauben , diripere, von einem durch raub entfremden: wie vil guts in abgeraubt. fastn. sp. 180, 4; sonder er hat ein mantel do, das ich im …

abschrauben

DWB

abschrauben , cochleam retorquere, losschrauben, nnl. afschroeven: den hahn von der flinte, das schlosz von der thür abschrauben; die flinte…

anschrauben

DWB

anschrauben , intorquere, nnl. aanschroeven: ein schlosz anschrauben; den gefolterten anschrauben. figürlich, anschrauben, schrauben, urgere…

aufschrauben

DWB

auf·schrauben

aufschrauben , in die höhe schrauben, aufdrehen: habt ihr auch je ein fläschen aufgeschraubet oder mit eim diterich erbrochen? Garg. 21 b ; …

ausrauben

DWB

aus·rauben

ausrauben , expilare, despoliare, ausplündern: alle augenblicke fiel es zweien oder dreien von diesen potentaten ein, den vierten mit einand…

ausschrauben

DWB

aus·schrauben

ausschrauben , cochleam retorquere, laxare, die schraube aufdrehen, eingeschraubtes ausschrauben.

b(e)rauben

Idiotikon

b(e)rauben Band 6, Spalte 34 b(e)rauben 6,34

berauben

DWB

berauben , spoliare, privare, goth. biraubôn, ahd. piroupôn ( Graff 2, 358 ), mhd. berouben, nnl. berooven, ags. bereáfjan, engl. bereave, e…

Daumschrauben

Wander

daum·schrauben

Daumschrauben Einem Daumschrauben anlegen. Jemand durch moralische Zwangsmittel wozu bestimmen. Von den Torturen entlehnt.

e(n)trauben

Idiotikon

e(n)trauben Band 6, Spalte 33 e(n)trauben 6,33

einschrauben

DWB

ein·schrauben

einschrauben , cochleam vertendo infigere, einzwängen, schw. inskrufva, dän. indskrue: aber beati credentes, wers nicht glaubt, dem wirds ni…

herunterschrauben

RDWB1

herunter·schrauben

herunterschrauben (kein Bezug zu "винт" oder "шуруп") Erwartungen herunterschrauben - умерить ожидания

hochschrauben

RDWB1

hoch·schrauben

hochschrauben завышать / завысить, резко повышать / повысить hochgeschraubte Erwartungen - завышенные ожидания

meerrauben

DWB

meer·rauben

meerrauben , n. das rauben auf dem meere, seeräuberei: da ist grosz mörraubens und schiffkriegens. Frank weltb. 17 a .

rerauben

DRW

rerauben, v. einen Reraub (II) begehen Sachhinweis: Munske,GermRechtsw. 266 man siht re rouben eigen, kirchen, straßen, dörfer hern 3. Viert…

schrauben

DWB

schrau·ben

schrauben , verb. eine schraube handhaben. 1 1) das verbum entstammt, wie sein mutterwort, das subst. schraube, den nordgermanischen sprache…

seerauben

DWB

see·rauben

seerauben , verb. , seltne zusammenrückung von zur see rauben ( oder nach seeräuber gebildet? ): see-räuberey treiben, see-rauben, andar' in…

straßenrauben

DRW

straßenrauben, v. auch straß- Straßenraub (I) begehen; jn. auf offener ¹Straße (II) berauben; auf offener Straße rauben (I) wer einen strasz…

strāssenrauben

Idiotikon

strāssenrauben Band 6, Spalte 32 strāssenrauben 6,32

strāssrauben

Idiotikon

strāssrauben Band 6, Spalte 32 strāssrauben 6,32

verschrauben

DWB

versch·rauben

verschrauben , verb. fest schrauben, falsch schrauben, verdrehen. erst im nhd. auftauchend. über herkunft und form vgl. schrauben . das verb…

Wégrauben

Adelung

weg·rauben

Wégrauben , verb. regul. act. durch Raub, oder als einen Raub einem andern entziehen. Einem etwas wegrauben.

zuschrauben

DWB

zuschrauben , v. , eine schraube anziehen an geräten, maschinen, früher bei der folter, ggth. aufschrauben. dadurch etwas verschlieszen: ein…

Ableitungen von rauben (4 von 4)

berauben

DWB

berauben , spoliare, privare, goth. biraubôn, ahd. piroupôn ( Graff 2, 358 ), mhd. berouben, nnl. berooven, ags. bereáfjan, engl. bereave, e…

entrauben

DWB

entrauben , spoliare, eripere, nnl. ontrooven. 1 1) mit acc. der person, gen. der sache: seines vätterlichen erbs entraubet. Maaler 105 a ; …

errauben

DWB

errauben , exspoliare, ahd. irroubôn. Stieler 1526 : erraubte schätze.

verrauben

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ver-rauben: -Ew-, sich v., sich gierig herumstreiten Saarl-Diefflen .