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ohrfeigen

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ohrfeigen

ohrfeigen

Ohr n. Gehörorgan bei Mensch und Wirbeltier und sein äußerer, muschelartig gebogener Teil, ahd. (8. Jh.), asächs. ōra, mhd. ōr(e), mnd. ōr, aengl. ēare, anord. eyra, got. (mit grammatischem Wechsel) ausō ‘Ohr’ und (in der erweiterten Bedeutung ‘Ohr, Öhr, Henkel’) mnl. óre, nl. oor, engl. ear, schwed. öra führen auf germ. *auzan- und mit awest. (Dual) uši, griech. ū́s (οὖς aus *οὖσος), dor. ṓs (ὦς, aus *ō‐ͧs) ‘Ohr’, übertragen ‘Henkel’, lat. auris (aus *ausis) ‘Ohr’, air. āu, ō, lit. ausìs, aslaw. ucho, russ. úcho (ухо) ‘Ohr’ auf ie. *ōus-, *əus-, *us- ‘Ohr’. Zu Ohr gebildet ist Öhr (s. d.). – Ohrfeige f. ‘Schlag auf die Wange, Backpfeife’, frühnhd. ōrfīge (Ende 15. Jh.), mnd. ōrvīge (neben geläufigerem ōrslach), nl. (älter) oorvijg (späteres nl. oorveeg in Anlehnung an nl. vegen ‘fegen, kehren, wischen’, veeg ‘Streich, Hieb, Schlag’). Grundwort ist wohl die unter Feige (s. d.) behandelte Fruchtbezeichnung, vergleichbar anderen Ausdrücken für ‘Wangenschlag’ wie nhd. (mundartlich) Dachtel f. (eigentlich ‘Dattel’) und mnl. muulpēre, nl. muilpeer (eigentlich ‘Maulbirne’); dazu ohrfeigen Vb. (Anfang 19. Jh.). Ohrwurm m. Insekt mit fadenförmigen Fühlern und Zangen am hinteren Körperende, mhd. ōrwurm (14. Jh.); nach (irriger) Volksmeinung soll das Insekt die Ohren der Menschen aufsuchen, darin leben und das Ohrinnere schädigen. Demselben Motiv folgen auch Synonyme wie Ohrenkriecher, -schlüpfer, -schliefer, -knieper, -zwicker u. ä. Anfangs bezeichnet Ohrwurm (und seine Entsprechungen) sowohl den ‘Ohrenschmerz’ als auch dessen vermeintlichen Erreger, vorgestellt teils als ein imaginärer Krankheitsdämon, teils als das oben beschriebene Insekt. Letzteres ergibt (getrocknet und gestoßen) ein volksmedizinisches Heilmittel gegen Ohrenkrankheiten. Vgl. Pfeifer Tiernamen 629 ff. In übertragener Verwendung Ohrwurm, -würmchen ‘Schmeichler’ (18. Jh.) und ‘sich einschmeichelnde, einprägsame Melodie’ (Mitte 20. Jh.).
1929 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ohrfeigenv., trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Ohrfeigen , v. trs . Ohrfeigen geben. Einen ohrfeigen , ihm Ohrfeigen geben. Davon, abohrfeigen , derb ohrfeigen, mit …

  2. modern
    Dialekt
    ohrfeigenschw.

    Pfälzisches Wb.

    ohr-feigen schw. : wie schd., ohrfeie, -feige, -feiche, -feische, s. Ohrfeige [vereinzelt]; Syn.: abwischen 1a β , anepa…

  3. Spezial
    ohrfeigen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ohr|fei|gen vb.tr. dé dales orëdles ia, dé n stlaf, dé incër le ce.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ohrfeigen

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

ohrfeigen‑ als Erstglied (4 von 4)

ohrfeigencommando

DWB

ohrfeigen·commando

ohrfeigencommando , n. : ich befand mich unter deinem ohrfeigencommando besser, als bei ihren stundenlangen moralen. Gotter 3, 129 .

Ohrfeigengesicht

Wander

ohrfeigen·gesicht

Ohrfeigengesicht Er hat ein Ohrfeigengesicht. »Es gibt Gesichter, welche gleichsam schon die Natur zu Ohrfeigen vorbereitet hat, und bei den…

ohrfeigenreich

DWB

ohrfeigen·reich

ohrfeigenreich , adj. freigebig mit ohrfeigen: der ohrfeigenreiche lehrer Orbilius. Wieland Hor. epist. 2, 98 .

ohrfeigenspiel

DWB

ohrfeigen·spiel

ohrfeigenspiel , n. : der rosztäuscher, obgleich ein pfiffikus, wurde doch auch oft angeführt; er machte es dann wie die kinder beim ohrfeig…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ohrfeigen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ohrfeigen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „ohrfeigen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ohrfeigen/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ohrfeigen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ohrfeigen/pfeifer_etym.
BibTeX
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