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mulde

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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20 in 17 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mulde f.

Bd. 12, Sp. 2652
mulde, f. längliches ausgehöhltes gefäsz u. a. 11) mulde, seit dem 15. jh. zu belegen, jüngere nebenform zu dem fem. multer (s. d.), mhd. multer und muolter, ahd. muoltra, muoltera, mulhtra, multera, multer, capisterium, alveolus (Graff 2, 227), was wol nur lehnwort aus lat. mulctra melkgelte ist, wofür namentlich die undeutsche stellung des uo vor lt spricht. schweizerisch steht noch muelta neben molt backtrog Tobler 325b, wie im 16. jahrh. und früher: die muolten, darinn man brot knit, magis, mactra. Maaler 295b; capisterium, muolt Dief. 97a; sonst hat sich der kurze vocal ergeben, zugleich auch mehrfache behandlung der inneren consonantengruppe: alveolus, teigetrok l. grosze mulde, molde Dief. 27a; capisterium, multe, mulde, mülde, molde 97a; dafür formen wie mûle, mûl: capisterium mul ebenda; alveus, ein gefees oben weit, ein narten, boll, mulen, kar. Alb. dd 3b, noch jetzt rheinisch muhl, moul, backtrog Kehrein 285, düringisch und obersächsisch mûle, backmûle, bei Albrecht 173a die muhle, im gegensatz zu schwäb. mulle, wanne, trog (neben molle, mölle, mollje, molge, molde, mulde) Schmid 393, und zu niederd. molle neben molde Schiller-Lübben 3, 112b; in der Altmark moll die mulde Danneil 139a, westfäl. molle, mulde, becken Woeste 177a. im gegensatz dazu steht schriftdeutsches mulde ohne nebenform fest. 22) mulde, länglich rundes flaches gefäsz zum aufbewahren von flüssigkeiten, wanne, vgl. bademulde, waschmulde: multen, alveus, cymbium Frischlin nomencl. 290; muld, alveus, cymbium Frisch 1, 672c; von holz oder metall: hölzerne multe, alveus ligneus, klein küpfern mültlein, alveolus aeneus Stieler 1305; milch in die mulden gieszen. Michelsen Mainzer hof 40; etwas mit mulden ausgieszen: geusz deinen eifer aus mit krügen und mit mulden. zeuch alle deinen ernst zusammen wieder mich. Fleming 554; sprichwörtlich es regnet wie mit mulden: es regnet, als wenn man mit multen gösse, nimbus, pluvia praeceps defluit. Stieler 1305; obersächs. es gieszt wie mit muhlen, regnet sehr stark. Albrecht 173a; niederd. dat rägent ass wennt mit molln gütt, vom platzregen. Danneil 139a; auf die mulde für badewanne zielt folgender scherz: die krankheit mit multen von einer tragen, dicitur de puellis praegnantibus, quae tamen alium morbum simulant, est enim: alveo excipere infantem. Stieler a. a. o. gern ist mulde der backtrog (vgl.backmulde): item wiszen wir, das die herschaft zu Stauff ein banbackhus hie han soll, da sien wir in gedrungen zu backen. und soll der becker all multen han die wir dorfen. weisth. 5, 618; auch soll der becker einem ieglichen sein mult heimtragen und seinen taig und gefewer holen. 625; der becker sol haben 3 mülten einmelterig (worin man einen malter backen kann), und ein drifernczelig und ein halbmelterig. 637; sein deik liegt in der multen oder im drog. Ulensp. 20, s. 27 Lappenb.; als sie fort waren, sagte der Dieter: frau, ich will das säulein in die küche tragen, und die mulde drauf decken, sonst ist es morgen nimmer unser. Hebel 2, 110; als pferdegeschirr: capistarium, ein mulde o. ein trog do die pherde usz essent. Dief. nov. gloss. 73a; zur aufbewahrung und zum vertragen von fleisch, fleischmulde, wie sie die metzgerknechte führen; zum herzubringen von mörtel: man warf den mörtel .. mit mulden hinein. Winkelmann 1, 352; zum sammeln von früchten: kindlein, sammelt mit gesang der kartoffeln überschwang! ob wir voll bis oben schütten alle mulden, körb und bütten: noch ist immer kein vergang. Voss 5, 28; in den bleihütten ist mulde eine länglicht viereckige form, darein das blei gegossen wird. Jacobsson 3, 99b. 33) mulde, übertragen auf die vertiefungen des erdreichs, ursprünglich in bergmännischer sprache: mulde, wellenförmige senkung eines flötzes. Veith bergwb. 344; es (das gebirge) machet daher lauter bukkeln und mulden, wie man in der sprache der bergleute zuweilen zu reden pflegt. Cancrinus bergwerke (1767) 5; dann auch in wissenschaftlicher sprache: der charakter, der mir es (das thal Chamouni) vor andern auszeichnet, ist, dasz es in seiner mitte fast gar keine fläche hat, sondern das erdreich, wie eine mulde, sich gleich von der Arve aus gegen die höchsten gebirge anschmiegt. Göthe 16, 246. vgl. muldenförmig, muldenlinie.
4277 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    MULDEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    MULDE swf. ( ? ) gehört etymologisch wohl zu maln, der mehltrog, dann allgemein eine art von gefässen, namentlich zum re…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mulde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Mulde , plur. die -n, Diminut. das Müldchen, Oberd. Müldlein, eine Art hölzerner Gefäße, welche länglich ausgehöhlt …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mulde

    Goethe-Wörterbuch

    Mulde 1 flaches, meist länglich-ovales, trogähnliches Gefäß, hier als Transportbehältnis; pl [ betr sog ital Dachung im …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mulde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Mulde , Nebenfluß der Elbe, entsteht aus der Zwickauer M. (im voigtländischen Gebirge) u. der Freiberger M. (bei Graupen…

  5. modern
    Dialekt
    Muldef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Mulde f. : 1. a. 'Trog, in dem der Brotteig angerührt und geknetet wird', Muhl (mūl) [verbr. NWPf westl. WPf SWPf manche…

  6. Spezial
    Mulde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mul|de f. (-,-n) 1 (Bodensenke) fop (fops) m. , fopa (fopes) f. 2 (kleine Vertiefung im Gelände) cöna (cönes) f. , ciadi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mulde

49 Bildungen · 46 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

mulde‑ als Erstglied (30 von 46)

muldeins

KöblerGot

mulde·ins

muldeins , Adj. (a) nhd. von Staub, irdisch ne. of earth, of dust, earthly ÜG.: gr. χοικός; ÜE.: lat. terrenus Q.: Bi (340-380) I.: ? Lüs., …

Muldenbank

RhWB

mulden·bank

Mulden-bank mō:l- Koch-Weiler f.: B., auf die die Backmulde gestellt wird.

muldenblei

DWB

mulden·blei

muldenblei , n. blei wie es aus der mulde gekommen, noch unverarbeitetes blei. Jacobsson 3, 100 a . dafür auch mullenblei. ebenda; mollenble…

muldenförmig

DWB

mulden·foermig

muldenförmig , adj. von der form einer mulde: ein kleines bergwasser, das in einem muldenförmigen unfruchtbaren thal nach der Rhone zuflosz.…

Muldengekräps

RhWB

Mulden-gekräps mū:ljəkrE:ps Prüm-Ihren n.: die aus der Backmulde zusammengekratzten Teigreste.

Muldengeld

DRW

mulden·geld

Muldengeld, n. Abgabe für Erzförderung; Gebühr für eine Erlaubnis im Bergbau, die nach Mulden (II) berechneten Erzmengen für eigene Rechnung…

Muldengeschirr

RhWB

mulden·geschirr

Mulden-geschirr mō:ləjəšę·r. Altk-Horhsn n.: die Geräte beim Teigansetzen, de M.schwöng u. de M.krätz.

Muldengeschräppels

RhWB

mulden·geschraeppels

Mulden-geschräppels mō:ldə- mErft; -jəšrępsəlts uErft, oNiers; mō:ləjəšraps Dür-Gey ; -ęps Aden-Siebenb , Ahrw-Vettelhv ; -jəšrępəlts Dür ; …

muldengewölbe

DWB

mulden·gewoelbe

muldengewölbe , n. tonnengewölbe, welches an beiden enden mit einem halben kugelgewölbe geschlossen ist. Jacobsson 3, 100 a . auch ein kreuz…

Muldengewölbe

Herder

Muldengewölbe entstehen wie die Kreuzgewölbe (s. d.), wenn 2 Gewölbe einander durchschneiden, aber die Gratbogen bilden vertiefte Curven.

Muldenhauer

DRW

mulden·hauer

Muldenhauer, m. zünftiger Handwerker, der Mulden anfertigt moldenhouvere (Jo[hannes]) 1345 uö. Åsdahl-Holmberg,NdHdw. 244 die ebbesche zu W.…

Muldenhütten

Meyers

mulden·huetten

Muldenhütten ( Muldener Hütten ), Fabrikort in der sächs. Kreish. Dresden, Amtsh. Freiberg, zur Gemeinde Hilbersdorf (s. d. 2) gehörig, an d…

Muldenkammer

RhWB

mulden·kammer

Mulden-kammer mū·ə.lkāmər Heinsb-Breberen f.: K. zum Aufstellen von Milchgeräten, der Backmulde, zum Bewahren von Lebensmitteln.

Muldenkarre

RhWB

mulden·karre

Mulden-karre mōləkarə Goar-Morshsn , Simm-Sabershsn ; mōl- Buch , Zell-Hesw ; mūlə- Simm-Corw Frankw Gödenr m.: zweiräderige Kasten-, Rumpfk…

Muldenklötzchen

RhWB

mulden·kloetzchen

Mulden-klötzchen mū:ləglEtsχən Trier-Pfalzel n.: das aus den Teigresten hergestellte Gebäck, bes. der mit den Teigresten umbackene Apfel.

Muldenkrape

RhWB

mulden·krape

Mulden-krape mō:lə(n)gr:p(ən), mū:-, –grE:bχən Saarbg , Trier , Wittl , Bitb , Prüm , Daun [ mō:lgr- Trier-Gilzem Igel , Daun-Tettschd , Bi…

Muld(en)kratze

PfWB

mulden·kratze

Muld(en)-kratze , Muld(en)-krätze f. : 'Gerät zum Auskratzen der letzten Teigreste aus dem Backtrog', Muhldkratz [ KL-Stelzbg ], Muld- [ LA-…

muldenkratzer

DWB

mulden·kratzer

muldenkratzer , m. trogscharre, um den backtrog vom angehängten teig zu reinigen: muolteisen, radula, muoltenschaber, muoltenkratzer Maaler …

muldenlinie

DWB

mulden·linie

muldenlinie , f. , bergmännisch, eine durch die tiefsten punkte einer mulde gelegte linie. Veith bergwb. 344 .

Muld(en)pferd

PfWB

mulden·pferd

Muld(en)-pferd n. : 'Pferd, das den Muldenkarch zieht'. a. 1545 (Abschrift 1601-1629): Item das multen Pferdt hat macht In der Ahnfahrt vff …

mulde als Zweitglied (3 von 3)

bademulde

DWB

bade·mulde

bademulde , f. wanne zum baden des kindes: die kinder sind aus der bademulde zu tode gefallen. Weise comöd. 223 ; meine tochter ist mir nich…

Bleymulde

Adelung

bley·mulde

Die Bleymulde , plur. die -n, in den Schmelzhütten, eine in Gestalt einer Mulde gegossene Bleymasse.

dachmulde

DWB

dach·mulde

dachmulde , f. ein schräger kasten für den kalk den die dachdecker gebrauchen, daher auch dachkasten genannt. er wird mit einem haken an ein…