mächtig,
adj. und adv. validus, pollens, potens; goth. mahteigs;
ahd. mahtîg,
mhd. mahtec, mehtec, mihtec;
alts. altnfr. mahtig,
niederd. niederl. machtich, magtig;
ags. meahtig, mihtig,
engl. mighty;
fries. machtich, mechtich;
altnord. mâttugr, mâttigr,
schwed. mäktig,
dän. mægtig;
nach verschiedenen bedeutungen seines subst. ausgebildet. 11)
nach macht 2,
körperkraft habend: hat der koeler auch einen jungen, der ime born in den buisch traget, und ist also mechtig, dasz er einen ast entzwei gehawen kan.
weisth. 2, 582 (
Eifel, 1518); denn so mächtig war ich nicht, dasz ich ein lautes wort machen (
sprechen) konte.
polit. stockf. 186;
ironisch: du bist ein mächtiger kerl,
imbellis et elumbis homo es. Stieler 1206. 22)
auch von kraftvoller erscheinung, stark, gewaltig aussehend. 2@aa)
von wesen: stark und mächtig, die yetz in jrer beste sind,
Parthi adulti Maaler 280
d; der herzog jm (
dem ritter) ein mächtigen gaul verordnet, welcher mehr bei solchem schimpf gewesen war.
Galmy 65; zwei knaben von entgegengesetztem sinne balgen sich schon unter dem herzen der mutter. sie treten ans licht: der ältere lebhaft und mächtig, der jüngere zart und klug. Göthe 24, 217; vor dem hofthor stand ein mächtiger breitschultriger mann mit kurzgeschorenem haar und sehr energischem ausdruck im sonnenbraunen gesicht. Freytag
handschr. 1, 68;
und von theilen des körpers: mächtige haare. Klinger
theater 3, 170; die büste des cardinals Bembo steht zwischen jonischen säulen, ein schönes, wenn ich so sagen soll, mit gewalt in sich gezogenes gesicht und ein mächtiger bart. Göthe 27, 89; seht die mächtigen flügel doch an! 20, 253; und die hengste rannten nach hause, begierig des stalles. aber die wolke des staubes quoll unter den mächtigen hufen. 40, 304.
[] 2@bb)
von dingen: und das volk liff an groszen houfen usz allen bisthum und landen mit banirn und fanen kein Nickelszhusen und trugen mit on grosze mechtige lichte und kerczen von wachsze also grosz das drie adir vier mann kume eine konden ertrage. Stolle
Erfurter chron. bei Haupt 8, 313; die zeichnung war nachdrücklich, aber hart; mächtig, aber ohne gratie. Winkelmann 5, 225; man sihet seine herrligkeit, an der mechtigen groszen höhe, an dem hellen firmament, an dem schönen himel.
Sir. 43, 1 (
variante an der mechtig groszen höhe,
vergl. unten); durch zeichen, so mit mechtigen blitzen geschahen.
weish. Sal. 19, 13; mächtige weinräb, stark und wol gewachsen,
vitis vehemens Maaler 280
d; kein besitzthum ist mit einer mauer eingeschlossen; man übersieht alle wiesen und baumstücke. die nuszbäume sind besonders mächtig. Göthe 43, 188; im schatten eines mächtigen felsen sasz Wilhelm. 21, 3; so dasz alles erdreich trocken war und das gebirg mächtig und herrlich dastand. 23, 91; und so standen sie auf und wandelten nieder, das feld hin, durch das mächtige korn. 40, 320; und so sitzend umgaben die drei den glänzend gebohnten, runden, braunen tisch, er stand auf mächtigen füszen. 241; sie fanden ihn, tragend den bunten, mächtigen henkeltopf, halbvoll der erlesenen erdbeern. Voss
Luise 1, 238;
von groszartiger, weiter ausdehnung: herr von des groszen Guelfos mächtigen gütern. Klinger 1, 7. 33)
mit dieser bedeutung ist zugleich der begriff der inhaltlichen fülle verbunden (
hinüberspielen in den sinn von macht
nr. 9
sp. 1403): sie sunken unter wie blei im mechtigen wasser. 2
Mos. 15, 10; du hast .. jre verfolger in die tiefe verworfen wie steine in mechtigen wassern.
Neh. 9, 11; da ward aus dem roten meer ein weg on hindernis, und aus den mechtigen fluten ein grünes feld.
weish. Sal. 19, 7; und da er des morgens da hin kam, sahe er eine grosze mechtige menge volks on zal da. 1
Macc. 5, 30; die Edomiter zogen aus, jnen entgegen mit mechtigem volk und starker hand.
4 Mos. 20, 20; aber die feinde hatten viel einen mechtigern reisigen zeug. 1
Macc. 16, 7; reiche felder, breite wies und weiden, mächtige quellen, süsze himmelsmilde. Göthe 1, 220;
im bergbau heiszt mächtig
in bezug auf gänge breit, dick, von bedeutender breite, dicke, in groszer menge vorhanden. Veith
bergwb. 332
fg.; mit maszbestimmung: es sind die fletz .. nicht alle dick und mächtig, sondern sind sehr ungleich und unterschiedlich, denn etzliche sind kaum 1, 2 oder 3 quer finger mächtig, die heiszt man schmale fletz, dagegen sind etzliche einer spanne, 1, 2 oder 3 schuh, ja einer ganzen lachter und mehr mächtig, die nennet man mächtige fletz. Löhneysz
ebenda 333. 44)
kraftvoll, gewaltig, in bezug auf gehörtes: der redner hat eine mächtige stimme, ein mächtiges organ; hörst du das hifthorn? hörst dus klingen? mächtigen rufes, durch feld und hain? Schiller
M. Stuart 3, 1; mit der furchtbaren stärke gerüstet, führen sie aus, was dem herzen gelüstet, füllen die erde mit mächtigem schall.
braut von Messina v. 237; die glocke sie donnert ein mächtiges eins. Göthe 1, 231; was sucht ihr mächtig und gelind, ihr himmelstöne, mich am staube? 12, 45; horch! es rauscht, die lerchen kommen, horch! es rauscht, ein mächtger flug. Uhland
ged. 377. 55)
auch was sonst kraftvoll, gewaltig oder sehr grosz auftritt und wirkt, in bezug auf das mit sinnen oder geist erfaszte: (
dasz wir) den geist gottes .. fülen und spüren, mit kreftigen und mechtigen thaten. Luther 3, 27
b; da stehen mechtige sprüche. 400
a; der mächtige unterschied der analytischen und synthetischen urtheile. Kant 3, 188; das ist wol eine mächtige mühe. Lessing 1, 413; Karl ist ein tapfrer junger mann von mächtigem feuer. Klinger
Otto 31, 18; unsere freundschaft hätte .. den schönsten mächtigsten grund. Schiller
hist.-krit. ausg. 1, 56; sehr verbunden mein freund, für die mächtigen dienste, die du mir geleistet hast.
neffe als onkel 5, 8; die höhe des gebirgs, das eine mächtigere trennung zwischen uns setzen wird, als der ganze landraum bisher. Göthe 21, 9; dasz die dichter nun erst durch diese anstrengung, herablassung und mächtige erläuterung dieses tiefsinnigen bewunderers geadelt würden. L. Tieck
ges. nov. 1, 162; ein mächtiger
[] hunger, ein mächtiger durst, ein mächtiger appetit; es machte auf uns einen mächtigen eindruck; uns zu lehren, wie sein (
gottes) vermögen sei mächtig und grosz. P. Gerhard 293, 15; nein, du wirst so nicht endigen. das würde verrufen bei den menschen jede grosze natur und jedes mächtige vermö
gen. Schiller
Wallensteins tod 2, 2;
substantivisch: das charakteristische kann unter drei hauptrubriken begriffen werden, die wir einstweilen durch das mächtige, das sanfte und das glänzende bezeichnen wollen. Göthe 52, 346. 66)
von personen: professor Wolf, der mächtige philolog, schien sich immer mehr in unserm kreise zu gefallen. Göthe 60, 268; 'wer mag der mächtig redner sein?' einem dringt das wort durch mark und bein. 13, 90. 77)
adverbiale stellung von mächtig
in solchen fällen (2—6): also mechtig wuchs das wort des herrn, und nam uber hant.
ap. gesch. 19, 20; denn dahin handelt man mechtich von vil andern landen. Frank
weltb. 185
b; das wort gottes ist mechtig gewachsen. Reiszner
Jerus. 2, 144
a; (
ihr seid) unverständige hauszhalter gewesen, und habt in eurer rechnung mächtig gefehlet. Schuppius 748; denn nur mächtiger, deutlicher, lebhafter schwebt mir das bild ihrer geduld ... vor der seele. Göthe 17, 385; wenn sie (
die sonne) rein, aber nicht allzu mächtig aufgeht, also dasz man sie noch anblicken kann. 52, 181; es versteht sich zuerst, dasz die weisze fläche die sämmtlichen farben des bildes am reinsten und mächtigsten zeigen wird. das graue zeigt sie zwar auch rein, aber nicht so mächtig. 59, 208; bei solchen worten trank er mächtig. Arnim
kronenw. 1, 89; er küszt sie mächtig. Göthe 13, 88; oft fängt ein kleiner herr sich mächtig an zu brüsten, und meint sich noch so grosz ... Drollinger 85; jetzo wollt ihr mich bereden, ihr liebtet mich so mächtig. Wieland 18, 58; so ist jeglicher mund geschickt die speise zu fassen welche dem körper gebührt, es sei nun schwächlich und zahnlos oder mächtig der kiefer gezahnt. Göthe 3, 97; dann zwar drängt er sich vor zu diesen gliedern, zu jenen, stattet mächtig sie aus, jedoch schon darben dagegen andere glieder. 98; wie der klang im ohr vergehet, der mächtig tönend ihr (
der glocke) entschallt. Schiller
glocke v. 415.
vgl. auch unten mächtig 13. 88) mächtig (
nach macht 3)
mit vermögen ausgerüstet, mit kraft wirkend, wirksam: mechtig mit der wirkung,
efficax. voc. inc. theut. n 3
a; mächtig, gar schnäller würkung und kraft,
praesentissimum Maaler 280
d; das gesetz aber ist neben ein komen, auf das die sünde mechtiger würde. wo aber die sünde mechtig worden ist, da ist doch die gnade viel mechtiger worden.
Röm. 5, 20; darumb so ist nu der tod mechtig in uns, aber das leben in euch.
2 Cor. 4, 12 (
goth. svaei nu dauþus in uns vaúrkeiþ, iþ libains in izvis); ich vermag alles, durch den, der mich mechtig macht, Christus.
Phil. 4, 13 (
goth. all mag in þamma insvinþjandin mik Xristau); ein weiser man ist stark, und ein vernünftiger man ist mechtig von kreften.
spr. Sal. 24, 5; das fewr war mechtig im wasser, uber seine kraft, und das wasser vergas seine kraft zu lesschen.
weish. Sal. 19, 19; er weisz, Wurm, .. wie überhaupt meine mächtigsten springfedern in die wallungen des fürsten hineinspielen. Schiller
kab. u. liebe 1, 5; erheitre durch dein erscheinen jene trübe welt. durch mächtges wort, durch kräftge that, errege der tiefgebeugten herzen eigne kraft. Göthe 9, 376; mächtig
in der rechtssprache, rechtlich wirksam, gültig (
vergl.macht 3,
e): dasz sie den brief vor unsern gn.
f. und herrn tragen wolten, dasz
s. f. gn. erkennete, ob er mechtig were oder nicht.
akten von 1609
bei Vilmar 257;
noch jetzt hin und wieder, namentlich in Oberhessen, üblich. 99) mächtig
mit näheren bestimmungen, gewalt, verfügung, befugnis über etwas betonend (
vgl.macht 4). 9@aa)
mit dem genitiv: wenn die frembden mein nicht mechtig werden, so werde ich rein bleiben, denn .. der fromen verfolger suchen nur, wie sie dieselben verfüren und zu sich reiszen. Luther 3, 26
a; das nicht mein feind rhüme, er sei mein mechtig worden.
ps. 13, 5; und der mensch, in dem der böse geist war, sprang auf sie, und ward jr mechtig,
[] und warf sie unter sich.
ap. gesch. 19, 16; aber des gesellen kundten wir nicht mechtig werden, denn er war uns zu stark.
Susanna 39; dasz nicht mein feind sich rühme, er sei mein mächtig worden. Schuppius 684; bolwerg draus bauen wider die stad, die mit dir krieget, bis das du jr mechtig werdest. 5
Mos. 20, 20; da er nu des königreichs mechtig ward, schlug er seine knechte.
2 kön. 14, 5; und ist .
V. hundert stett mechtig, habhaftig und reich. Frank
weltb. 3
b; Kroton .. des nördlichen Bruttium mächtig. Niebuhr 1, 177; doch Eteokles, mächtig nun des throns, verschmäht herabzusteigen und verstöszt den jüngeren gewaltsam aus dem lande. Schiller 236
b (
Phönicierinnen); o sprecht, wie wurdet ihr der burgen mächtig?
Tell 5, 1; das weib ist jres leibs nicht mechtig, sondern der man. desselbigen gleichen, der man ist seines leibs nicht mechtig, sondern das weib.
1 Cor. 7, 4; sie (
die frau) weisz, das sie jhrs leibs nicht mächtig ist.
Garg. 71
a; als er eines hohen potentaten titul gelesen, dem groszmächtigsten,
etc. sagt er: schöner groszmächtigster, der sein selbst nicht mächtig ist? Zinkgref
apophthegm. 1, 293; Magnus verstummte und schien keiner silbe mächtig. Dahlmann
dän. gesch. 1, 314; des ersten unwillens mächtig, welchen diese verhaszte begebenheit bei ihm rege machte, übergab es der könig seinem conseil, sich über diesen neuen vorfall zu berathen. Schiller 835
b; (
er war) sein eigner herr, auf reisen unabhängig, jeder abwechselung, jeder veränderung mächtig. Göthe 17, 15; einer ist seiner sprache, seiner sinne nicht mächtig, keiner überlegung mächtig; eh man wehren kann, ist unser kopf des herzens nicht mehr mächtig. Wieland 9, 19; gewaltig ergriff es mich in meiner tiefsten seele, und, des gefühls nicht mächtig, stand ich da. Schiller
M. Stuart 1, 6; der Tell sei frei und seines armes mächtig.
Tell 4, 1; ich herrschen, ich ein reich mir unterwerfen, und bin nicht meister meiner selbst, und bin nicht mächtig meiner sinne mehr!
Phädra 3, 1; Hugo! gott, wie wart ihrs mächtig, solches an euch selbst zu thun? Müllner
schuld 4, 4; also gehets auch zu mit den rottereien und secten, oder ketzereien, und mit allem andern unglück, das kan uns alles nicht schaden, denn wir haben einen im himel, der ist alle dieses dinges mechtig, helt uber uns, das uns nicht widerfaren kan on seinen willen. Luther 3, 329
a; letzlich wurden sie so schön mit jhnen eins, und truckten jhnen den nuszkuchen also ein, dasz sie all jhrer notteln und fladen mächtig worden.
Garg. 198
b; da jeder so viel, als er zu seiner täglichen nohtdurft brauchte, leicht mächtig zu werden glaubte. Heilmann
Thucyd. 2; er ist der französischen sprache nicht mächtig (
spricht und versteht sie nicht); das schlosz ersteigen wir in dieser nacht, der schlüssel bin ich mächtig. Schiller
M. Stuart 3, 6;
in der rechtssprache eines zu recht mächtig: deücht sie aber, das es derselb Heinz Imhof anders, dann pillich wer, damit gehalten het, so wern wir sein darümb zu eren und recht genzlich mechtig.
d. städtechr. 2, 72, 35 (
v. j. 1444); hielt er (
der gesandte) auch noch seine gebotene gerichtstage, an welchen in appellationssachen und gegen solche personen zu rechte verfahren wurde, deren man vor ihren ordentlichen richter nicht hatte zu rechte mächtig werden können. Möser
osn. gesch. 1, 260; der vogt aus der stadt antwortete, dasz er der bürger in der eingeklagten sache zu rechte nicht mächtig wäre. 2, 137. 9@bb)
mit präpositionen: sein son Josaphat ward könig an seine stat, und ward mechtig wider Israel.
2 chron. 17, 1; und der könig gegen mittag, welcher ist seiner fürsten einer, wird mechtig werden, aber gegen jm wird einer auch mechtig sein.
Dan. 11, 5; Moses ward geleret in aller weisheit der Egypter, und war mechtig in werken und worden.
ap. gesch. 7, 22; es kam aber gen Ephesum ein Jüde, mit namen Appollo, ... ein beredter man, und mechtig in der schrift. 18, 24; seine ansicht und sein leben wurde ohne sein zielen über den grafen mächtig, den alles grosze nur vergröszerte. J. Paul
Tit. 3, 138. 9@cc)
mit zu
und infinitiv: auf das er mechtig sei zu ermanen, durch die heilsame lere, und zu strafen die widersprecher.
Tit. 1, 9 (
goth. ei mahteigs sijai jah gaþlaihan in
[] laiseinai hailai jah þans andstandandans gasakan); jene der reformation verheiszung, seie ein gestalt die gar mächtig ist, anlagen herausz zu pressen. Schuppius 747; wir haben satt gelebt, und können nichts begehren, das uns die grosze welt noch mächtig zu gewehren. A. Gryphius (1698) 1, 160. 1010) mächtig,
gesteigert zu der bedeutung mit überlegener, beherschender kraft oder gewalt ausgerüstet: mechtig,
potens, potis. voc. inc. theut. n 3
a; mächtig, stark, gewaltig, der vil vermag, und an dem vil stadt,
pollens, fortis, potens, multipotens. Maaler 280
d. 10@aa)
adjectivisch, von gott, menschen, lebenden wesen: wer wil uns erretten von der hand dieser mechtigen götter?
1 Sam. 4, 8; unser gott, du groszer gott, mechtig und schrecklich.
Nehem. 9, 32; gott hat ein wort geredt, das hab ich etlich mal gehört, das gott allein mechtig ist.
ps. 62, 12; herr gott du bist der mechtige gott, der grosze thaten thut.
Judith 16, 16; auch sind mechtige könige zu Jerusalem gewesen, die geherrschet haben uber alles das jenseid des wassers ist.
Esra 4, 20; der viel völker schlug, und tödtet mechtige könige.
ps. 135, 10; und wil die stüle der königreiche umbkeren, und die mechtigen königreiche der heiden vertilgen.
Haggai 2, 23; so wird der herr fur euch her vertreiben grosze und mechtige völker.
Jos. 23, 9; und er lies sein volk seer wachsen, und machet sie mechtiger denn jre feinde.
ps. 105, 24; es höret aber Judas von den Römern, das sie seer mechtig weren, und frembde völker gerne in schutz nemen, die hülfe bei jnen suchten. 1
Macc. 8, 1; da herrscheten die verlassene uber die mechtigen leute.
richter 5, 13; mächtige frevler (
hab ich) in staub gelegt. Schiller
kab. u. liebe 2, 3; jede parthey drückte oder unterdrückte, wo sie die mächtigere war, die anhänger der andern.
hist.-krit. ausg. 8, 19; vil werder künic hôchgeborn, gewaltec unde mehtec.
Engelh. 3735; ich aber weisz noch hie auf erdn gewaltig und mechtig zu werden. H. Sachs
fastn. sp. 1, 92, 348; erstlich must du dich halten prächtig, als seist du edel, reich und mechtig. 101, 97; verbunden werden auch die schwachen mächtig. Schiller
Tell 1, 3;
mit dem dativ einer person: er errettet mich von meinen starken feinden, von meinen hassern, die mir zu mechtig waren.
2 Sam. 22, 20; kein wächter mag zu mächtig sein dem fürsten dieses lebens. P. Gerhard 39, 323;
mit näheren zusätzen: du groszer und starker gott, ... gros von rath und mechtig von that.
Jer. 32, 19; sihe, gott verwirft die mechtigen nicht, denn er ist auch mechtig von kraft des herzens.
Hiob 36, 5; von Jhesu von Nazareth, welcher war ein prophet, mechtig von thaten und worten.
Luc. 24, 19; du berümbte stad die du am meer lagst, und so mechtig warest auf dem meer.
Hes. 26, 17; es ist der herr stark und mechtig, der herr mechtig im streit.
ps. 24, 8; der lew mechtig unter den thieren, und keret nicht umb fur jemand.
spr. Sal. 30, 30; sie ist des schöpfers nächster rat, von worten mächtig und von that. P. Gerhard 261, 58;
von anderem: das der herr euch mit mechtiger hand von hinnen hat ausgefüret.
2 Mos. 13, 3; du solt gedenken, das du auch knecht in Egyptenland warest, und der herr dein gott dich von dannen ausgefüret hat mit einer mechtigen hand und ausgerecktem arm.
5 Mos. 5, 15; nach der gabe aus der gnade gottes, die mir nach seiner mechtigen kraft gegeben ist.
Eph. 3, 7; messen sie sich mit einer leidenschaft nicht, die jeder widerstand nur mächtiger machte. Schiller
kab. u. liebe 3, 1; es wirkten mächtige umstände zusammen. W. v. Humboldt
ges. schr. 1, 109; es wirket eüer (
der dichter) mächtger wille der tiefsten sinnen sturm und stille. Drollinger 20; der mensch ist, der lebendig fühlende, der leichte raub des mächtgen augenblicks. Schiller
jungfrau von Orl. 3, 4; lord Lesters mächtgen arm erkenn ich drin (
in der mir gewährten gunst).
M. Stuart 3, 1; hoch oben thronet der könig Stürmebändiger über dem felsen mit mächtigem zepter.
hist.-krit. ausg. 1, 121. 10@bb)
substantivisch: gott der herr, der mechtige redet.
ps. 50, 1; die mechtigen im lande füret er auch gefangen von Jerusalem nach Babel.
2 kön. 24, 15; die mechtigen und herren
[] im volk.
2 chron. 23, 20; und (
gott) hilft dem armen ... von der hand des mechtigen.
Hiob 5, 15; wem gibstu rat? dem der keine weisheit hat? und zeigest einem mechtigen, wie ers ausfüren sol? 26, 4; sihe, ein starker und mechtiger vom herrn, wie ein hagelsturm, wie ein schedlich wetter, wie ein wassersturm, die mechtiglich einreiszen, wird ins land gelassen mit gewalt.
Jes. 28, 2; nimm du die rache, rächer und mächtiger! Klinger
Otto 14, 29; du baust den mächtigsten und weisen dieser welt den herrlichsten pallast in büchern und geschichten. Günther 640; mächtigen und reichen will kein schäfer gleichen; ihrer vorzugszeichen lacht der hirten zunft. Hagedorn 3, 91; nicht fürchtet der schwache, der friedliche mehr, des mächtigen beute zu werden. Schiller
graf v. Habsburg; ich bin die schwache, sie die mächtge.
M. Stuart 1, 7; schaue dann umher nach weisen, und nach mächtgen, die befehlen; jene werden unterweisen, diese that und kräfte stehlen. Göthe 5, 75; wo den armen niedern erdensohn ergreift verzweiflung, ziemts dem mächtigen, seiner mächtigen mittel eingedenk, verhängtes abzuwehren. Platen 337;
im neutrum: doch wenn das mächtige, das uns regiert, ein groszes opfer heischt, wir bringens doch mit blutendem gefühl der noth zuletzt. Göthe 9, 281. 10@cc)
adverbiales mächtig,
mit überlegener, zwingender gewalt: weil er sterbend tod und grab mächtig überwindet. P. Gerhard 167, 96; er trägt sein haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine (
des todes) bande, durch dein thor. 171, 16; und vom gipfel prasseln steine durch die haine. brüder, faszt sie mächtig auf! Göthe 2, 28; also bestimmt die gestalt die lebensweise des thieres, und die weise zu leben sie wirkt auf alle gestalten mächtig zurück. 3, 98; du sagst mir worte, die in meiner brust halb schon entschlafne sorgen mächtig regen. 9, 144; und sie hielt sich nicht mehr; es zeigten sich ihre gefühle mächtig. 40, 328; als ich die augen wandte, stand sie mir zur seite, und dunkel mächtig, wunderbar ergriff im tiefsten innersten mich ihre nähe. Schiller
braut von Messina v. 1528; ade nun, ihr berge, du väterlich haus! es treibt in die ferne mich mächtig hinaus. J. Kerner
lyr. ged. (1847) 165; o welche angedenken dringen jetzt bei deinem anblick mächtig auf mich ein! Uhland
ged. 180. 1111) mächtig,
zwingend, gewaltig, mit betonung des unrechtmäszigen, willkürlichen: in zeitlichen sachen, von welchen gottes wort, so viel die ewigen himmlischen güter belanget, nicht handelt, ist einer dem andern schüldig zu gleuben und vertrawen, weil derselben unterwerfung, fahr und verlust der seligkeit, keinen schaden thut, welche man doch zu letzt lassen mus. aber so die sach gottes wort und ewige güter angehet, leidet gott solche fahr nicht, das ein mensch dem andern dieselbe unterwerfe und mechtig heimstelle, denn er wil, das jm alle menschen, und alles sol unterworfen sein. Luther 1, 451
a; sondern auch die hohe obrigkeit mit deinem falschen eid betrügst, und zu aussprechung eines mechtigen urtheils ursach giebst. Reuter v. Speir
kriegsordn. 23. 1212) mächtig,
mit vollmacht ausgestattet (
vgl.macht 8). Haltaus 1287
fgg.: und darauf heischen wollest, das jederman käme, oder seine mächtige botschaft sende.
kaiser Sigismund rescr. von 1426
bei H. a Lapide
dissert. de ratione status 174. 1313) mächtig,
zu adjectiven oder adverbien gesetzt, verstärkt deren begriff bedeutender als es sehr
thut: immensus, mechtig grosz, unmeszlich grosz Alberus; die wasser liegen mechtig weit von einander. Luther 4, 17
b; mechtig viel ursache. 22
a; ich wolt gern ursache haben zu euch zu komen, wie wol ich mechtig gern auch ungerufen käme. 5, 41
a; die essen mechtig vil honigs. Fischart
bienk. 238
a; nach vollendung dises alles, waren unsere hirten ... mächtig wol zufriden.
Garg. 199
a; in einer nacht im wolfsmonat, wer es ein mächtig
[] kalte nacht gewest. Ayrer
proc. 2, 10; Hannas der ander zeuge dubitirt mechtig stark. 2, 11; (
der teufel) ist ein mächtig arglistiger geist. Schuppius 509; die gärtnerei hat mir biszher mächtig wol gefallen. 761; die arme frau Beatrix! sie wird ein paar mächtig grosze augen machen, wenn sie sehen wird, dasz der vogel ausgeflogen ist. Wieland 11, 211; in der mitte eine tafel mit einem mächtig groszen becken, voll von goldstücken. Schiller
Turandot 4, 1; da lacht Esopus mechtig sehr. B. Waldis
leben Esopi v. 189; das thet dem raben mechtig wol. E. Alberus 31
a; dann stünd der adel mechtig fein. 44
a; die wern zum beicht hörn mechtig gut. 70
b; die (
höhle) lag in einem berg, gar weit und mächtig grosz. D. v.
d. Werder
Ariost 11, 9, 7; Fusca ist zwar mächtig schö
n. Logau 2, 21, 72; der ritter bezeigte demnach sich mächtig vergnügt. Wieland 5, 7 (
n. Amadis 12, 14,
erste ausgabe sehr); der könig, der sich groszpapa begrüszen zu hören eben noch nicht mächtig lüstern war. 18, 127; ihm war mächtig bange, das pferd sei durchgegangen. Gökingk 2, 219; auch ward ihr in die länge die schnürbrust mächtig enge. Bürger 22
a; mächtig feurig klopfte herz an herz. Schiller
hist.-krit. ausg. 1, 128; dem könig, sagt er, liege ganz erstaunlich, gar mächtig viel daran, besonders viel, von diesem briefe kundschaft zu erhalten.
don Carlos 2, 7;
der verblaszte sinn von mächtig
in solchen fällen schlieszt sich zunächst an die adverbiale verwendung oben nr. 7
an.