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unmächtig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unmächtig adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1157
unmächtig, adj. adv. , gth. v. mächtig. g. unmahteigs; an. úmáttigr (neben úmeginn, isl. úmagi), altschwed. omäktogher, n. vanmægtig, schwed. vanmäktig; ags. unmeahtig, -mehtig, -mihtig (neben unmaga); ahd. unmahtig (neben unmag), as. afries. unmachtig; mhd. unmehtic, unmahtic (neben unmaht Lexer 2, 1911; vgl.ohnmächt neben ohnmächtig, unkräft neben unkräftig u. dgl.; unmahtlich Lexer a. a. o.); mnd. unmechtich; mnl. onmachtich (neben onmacht, -machte), nl. onmachtig. umlautlos unmachtig noch Verantius dict. (1595) f 4a und mundartlich, z. b. Loritza 136. adv. unmächtiglich Keisersberg pred. 149b, Hulsius - Ravellus, Wiederhold, unmächtigklichen Fortunatus 125 ndr., beides veraltet. das verhältnis zu ohnmächtig (s. d.; Stieler und Kramer setzen sie gleich, in der einbändigen Schiller-ausgabe 162, 302, 308 findet sich u. für ohnmächtig 3, 84; 52, 421. 449 G.; 13, 435 hat die hs. A ohnmächtige für unmächtige) ist dasselbe wie das von unmacht (s. d.) zu ohnmacht. vgl.a-, am-, anmächtig, machtlos; ungewaltig, unkräftig. 11) mächtig 1 entsprechend. a) wie unmacht 1 a: alle glider sein kranck und unmechtig Luther 103, 399, 4 W.; vgl. nit machtig Schöpf 408; der beste fechter .. wurde dadurch u. Laube 1, 57; physisch u. jahrb. der Grillparzerges. 3, 164; der jüngere (sohn des Laokoon) strebt u. Göthe 47, 112 W.; Holtei erz. schr. 1, 4; dein unmächtiger arm Tieck 4, 187; das alter, das unmächtige Schiller 13, 435 (Turandot 4, 1). impotent gesta Rom. 116 Keller; Lohenstein Ibrahim h 5a; mnd. wb. 5, 64b; castratus Diefenbach n. gl. 78b; celebs 32b; vgl. ohnmächtig 2 ende; veraltet. b) wie unmacht 1 b, ohnmächtig 1: darnach ... ward sy u., das ist, das ir geschwand Keisersberg spinnerin a 5a; dem Simplicio darüber u. wird Simpl. 5 Kögel; ich ward u. bey der botschaft Schiller 2, 168 (räuber 4, 5); u. niedersinken J. P. Hebel 2, 199, 2 B.; wie u. ... lehnte sie gegen die herdmauer Storm 15, 104. sonst ist schriftsprachlich hier ohnmächtig durchgedrungen (die mundart, z. b. Loritza [1847] 136, hält es fest). 22) mächtig 2 d entsprechend: wie u. erscheint das schiff ... in diesen massen Stifter 14, 25. 33) wie mächtig 4 von stimme und ton: unmächtige stimme Uhland ged. (1864) 162; psalmen, die in einem unmächtigen amen und halleluja erstarben Schubart leben 1, 266; das unmächtige rauschen des Bingerlochs J. Weitzel br. v. Rhein 164; u. verhallen Gutzkow 6, 9. 44) wie mächtig 5: seinen unmächtigen grimm disc. d. mahlern 2, 3; drohungen samml. v. schausp. 6, 48; hasz Göthe 442, 349, 13 W.; kunst (gs. allmächtige natur) Tieck Sternb. wand. 1, 5; thränen Chamisso 4, 95; das soll ist das unmächtige musz Gutzkow 5, 144; er versuchte es, seinen zorn zurückzuhalten, weil er wuszte, wie u. er war 6, 316. 55) mächtig 6 entsprechend von personen oder persönlich vorgestelltem: der unmächtigen weiber Haller Usong 21; der empörten zeiten unmächtiger, bangender sohn Chamisso 3, 298; gespenst Mörike 3, 57; adv. Storm 4, 33; subst. Hölderlin 2, 232, 467. vorhin prächtig, jetzt u. Binder 155. 66) gth. v. mächtig 8, vielfach an 4 rührend: die ersten liquores ... unmechtig und unkrefftig sind Parac. chir. 745 B.; von wurzeln und kräutern Grassaeus kl. bauer 203; und ist (die feuersqual) gegen dem geiste als stumm, tod oder u. J. Böhme 4, 18; es (des lebens urstand, das centrum) ist eine dürre, unmächtige stätte worden 4, 91; glieder (der sprache) Zesen rosenmand 176; bemühungen Sonnenfels 3, 38; gewalt Fouqué held d. nord. 1, 19; begriffe F. H. Jacobi 6, 200; widerspruch Gutzkow 5, 138; 12, 84; war nun auch ... dieser furchtbar angelegte aufruhr wunderbar schnell u. geworden Laube 2, 49. rechtlich (Richthofen 1105a, mnl. wb. 5, 809, 1 c, mnd. wb. 5, 64b): kraftlos, u. und ewig todt J. Grimm rechtsalt. 1, 24; so dasz derselbe richter das urtheil aus klage und antwort mechtig oder unmechtig möge sprechen M. C. Schütz 4, g g 4a; allgemeiner: woverr nun die vorgemeldt bedeuter alle unmächtig, verhindert oder verunglückt sein werden Pegius geburtstundenb. f f 4a; veraltet. 77) gth. v. mächtig 9, mit näheren bestimmungen. im genitiv: so ist er gantz unmechtig mein Auerswald ringerkunst c 2a; sein selbs unmechtig lehnsurk. Schles. 2, 581 (1407); mnl. wb. 5, 810, 3; dise frow ... ist ir selbs unmechtig N. v. Wyle transl. 66, 7 K.; Solger nachg. schr. 1, 35; ich .. wurde meiner selbst je mehr und mehr unmächtiger A. U. v. Braunschweig Oct. 2, 1197; den seiner sonst unmächtigen O. Ludwig 5, 185; seiner arm unmechtig E. W. Frisius de furoribus gallicis d 1a; der hat kein lust zu frewd und wollust, der ihrer müd und unmächtig ist (vgl. 1 a ende) Lehman floril. 2, 922; u. der vernunft Ayrenhoff 2, 62; ihrer fünf sinne u. Holtei erz. schr. 5, 194; der altnordischen sprache u. J. Grimm kl. schr. 4, 91; der ruderführung u. Holtei erz. schr. 26, 189; des worts nicht u. Münchner allgem. ztg. 114, 585; häufiger nicht mächtig. rechtlich: das er des heuptgeldes unmechtigk ist (kein verfügungsrecht darüber besitzt) stadtr. v. Eisenach 31; veraltet. mit präpositionen: zu dienst unmechtig Zobel lehenrecht 22a (veraltet); wider diese versuchung u. vern. tadl. 1, 57; gegen so viele hände u. Stifter 3, 24. mit inf. und zu: wie ein schelm (leichnam) hat weder entpfindlichkeit noch bewegung, er ist unmechtig zu wirken sin werck, die im zuogehOeren Keisersberg bilger 12d; Grimmelshausen 4, 867, 26 Keller; u. zu reden oder eine nerve zu rühren Wieland I 3, 79; Holtei erz. schr. 18, 55. 88) mächtig 10 entsprechend: das der mensch so klein ist und so unmechtig ew. w. betbüchlin (1518) 152b; Zinkgref apophth. (1628) 88; Schubart ged. 1, 21; von gott, göttern, götzen, heiligen, teufel u. s. w. B. v. Chiemsee 263; J. Grimm myth. 1, 5; Dannhawer catechism. 1, 96; Nas 1, 138a; Prätorius Blockesb. verr. 121; vom gewissen Goltwurm bedeutungen d. 1. b. Moysi 203b. unmechtig vor den menschen b. d. geistl. gnaden (1503) 20a. politisch u. gesellschaftlich: warum aber kann aus ... unmächtigen gliedern ein mächtiger staat zusammengesetzt werden? Mendelssohn 2, 201; kaiser, anhang M. I. Schmidt gesch. der Deutschen 3, 144; 5, 18; dein freund, sei er auch noch so u., hätte dir .. dienlich sein können R. Wagner 1, 134; adv. Herder 18, 458; O. Ludwig 1, 104; subst. R. Wagner 9, 324. 99) in ä. spr. zügellos, impotens = nimis potens, vehemens (mnl. wb. 5, 810, 4; frifolis ahd. gl. 4, 309, 12; unmächtigkeit distemperantia): hochfertige menschen unmechtigs gemütes N. v. Wyle transl. 343, 11 K.; das der gnante von S. ... in (seinen bruder) losze uud unmechtig hilte Cammermeister chron. 23. auch delirus Diefenbach n. gl. 129b; demens, excors mlat.-hd.-böhm. wb. 91, 113; amens gl. 29c; mnl. auch blödsinnig. vielleicht steigernd: was aber diesem gram einen unversöhnlichen stachel verlieh, das war der unmächtige hasz gegen den ungestraften treulosen Mörike 26, 286 (Lucie Gelmeroth). vgl. ohnmächtige schmerzen der Göttinger umgangsspr.; unmächtig (sehr, überaus) grosz Fischer schwäb. wb. 6, 201. 1010) 'unmöglich' (vgl. mhd. unmaht, unmahtlich, das g., an., ags., mnl. adj.): dieselbige (hauptstadt) mit gewalt einzunehmen vor u. gehalten würde Grimmelshausen 4, 867, 26 Keller. veraltet.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unmächtigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Unmächtig , adj . u. adv . nicht mächtig, keine Macht habend. So allmächtig er ist, so unmächtig sind die übrigen. »Die …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unmächtig

    Goethe-Wörterbuch

    unmächtig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unmächtig

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    unmächtig a. Spr. 1. keine Macht über etwas habend: 'were over ..., dat koninch Albert ... sines rikes unmechtich tho Sw…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unmaechtig

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Ableitung von unmaechtig 3 Analysen

un- + maechtig

unmaechtig leitet sich vom Lemma maechtig ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+macht+-ig unmacht+-ig

unmaechtig‑ als Erstglied (1 von 1)

unmächtigkeit

DWB

unmaechtig·keit

unmächtigkeit , f. , mangel an mächtigkeit und deren gth.; mhd. unmehtecheit, mnd. unmehticheit, mnl. onmachticheit, schwed. vanmäktighet. v…

Ableitungen von unmaechtig (1 von 1)

verunmächtigen

MeckWB

verunmächtigen a. Spr. vörunmechtigen an der Herrschaft über etwas beeinträchtigen, hindern: 'sint he ... syner lant ... vorunmechtiget word…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unmaechtig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unmaechtig/dwb?formid=U08980
MLA
Cotta, Marcel. „unmaechtig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unmaechtig/dwb?formid=U08980. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „unmaechtig". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unmaechtig/dwb?formid=U08980.
BibTeX
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  title        = {„unmaechtig"},
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