Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
lustîg
‚Vergnügen,. Verbalabstraktum mit
Freude; delectatio‘
dem Fortsetzer des Suffixes urgerm. *-iþō-.
S. lusten, lustôn, -ida. – lustidônAWB sw.v. II, Gl.
1,411,57. 546,20 (beide Ende des 8./Anfang
des 9. Jh.s, alem.), in B, GB:
‚Vergnügen. Desubst. Ab-
empfinden, Verlangen haben nach; delec-
tare, desiderare, oblectare‘
leitung. S. lustida. – unlustidôn Gl. 1,313,
23 (9. Jh., alem.). 453,24 (3. Viertel des
11. Jh.s, bair.) und vielleicht Gl. in St. Gal-
len, StiftsB 70 (2. Hälfte des 8. Jh.s, alem.;
vgl. L. Voetz, in Bergmann 1987: 483 f.):
‚überdrüssig sein, Ekel empfinden; taede-. – lustîgAWB adj., Gl. in Salzburg, St. Peter
re‘
A VII 2 (1. Hälfte des 9. Jh.s, bair.; vgl.
Mayer 1994: 89 Nr. 207):
‚wollüstig; lasci-(mhd. lustec, lustic
vus‘
‚verlangend, be-, nhd. lustig
gierig, lustig, heiter, vergnügt‘
‚vergnügt, heiter, unbekümmert, komisch‘;
mndd. lüstich, lustich
‚begehrlich, begie-; mndl. lustich
rig, lüstern, anregend, interessant, freudig,
freundlich, fröhlich, vergnügt‘
‚angenehm, vergnügt, fröhlich‘; aisl. lystugr
‚lüstern, lustig, lebhaft, munter‘). Desubst.
Ableitung mit dem Fortsetzer des Suffixes
urgerm. *-ia-. S. lust, -îg. – Ahd. Wb. 5,
1430; Splett, Ahd. Wb. 1, 574; Köbler, Wb.
d. ahd. Spr. 745. 1159; Schützeichel7 210.
356; Starck-Wells 390. 668; Schützeichel,
Glossenwortschatz 6, 199; 10, 229.