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kette

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kette f.

Bd. 11, Sp. 630
kette, f. catena. diesz lat. wort ward mit verändertem tone früh übernommen, auffallend ohne verschiebung des t und vielmehr nach einer volksm. form catina, oder cadina, die sich auch in altfranz. chaïne verrät: ahd. chetina, chetinna, stark und schwach, wie mhd. ketene und keten; mnl. ketene (noch Kil.), nnl. keten und ketting f.; nd. kede, kee Brem. wb. 2, 756; altn. kæta Fritzner 381a, isl. kedia (halskette), schwed. kedja, ked, n. kjäde. auch sloven. ketina, ehstn. kêt (halskette), lett. kêde (škêde), und kymr. cadwyn, cadwen, briton. chaden. engl. chain aus franz. chaîne. ein heimisches wort dafür war bei uns lanne, auch slav. lanec, lanac u. ä. 11) Die formen. 1@aa) schweiz. heiszt es noch heute im sg. kettene, pl. kettenen Stalder 2, 97, bei Maaler sg. ketten, pl. kettinen, kättinen, dim. kettenlin 243a. 239d. auch schwäb. pl. kettinen, im sg. aber kettem (nach besem, fadem, gadem) Schmid 308. bair. ketten sg. und pl., im südöstl. Schwaben kettin Schmeller 2, 342. 1@bb) ebenso im älteren nhd., ketten voc. inc. teut. n 2a, gemma gemm. u. a., in vocc. d. 15. jh. auch noch kettin, mnd. kedene, rhein. kieden, kidden Dief. 107a: hieng im ein gülden keten an seinen hals. 1 Mos. 41, 42; eine ketten an deinem halse. spr. Sal. 1, 9; ein ketten als nom. noch Schuppius 771. 1@cc) das n muszte aber unvermeidlich auch als endungszeichen angesehen werden, wozu schon die kürzere mhd. form keten für ketenen anlasz geben konnte. so gibt schon im 15. jh. Melber varil. c 5b als nom. kett (dat. ketten), in derselben zeit nd. und md. kede Dief. 107a, man behandelte es als schwaches fem. kette, gen. ketten: mit dieser ketten. apostelgesch. 28, 20; an einer goldnen ketten. Wieland 18, 216. endlich trat es in die neuere art der fem. über, die im pl. schwach, im sg. stark behandelt werden: die güldene kette. Schuppius 666, gleich darauf bei der güldenen kett. noch bei Stieler kette und kett neben einander. 22) Bedeutung, eigentlich. 2@aa) kette allein meint gewöhnlich eiserne kette, als stärkeres seil zum binden, fesseln, befestigen u. s. w., auf schiffen, an wagen, am geschirr u. s. w.: der hafen ward mit einer kette versperrt, s.sperrkette, hafenkette (die Donau mit ketten gesperrt von den aufständischen bauern im 17. jh. Soltau 2, 348); zur sperrung von straszen, gassenkette, dann thorkette, fallbrückkette Garg. 140b, brunnenkette, wagkette, wagenkette, hemmkette, spannkette, halskette, kinnkette, kuhkette, brust- und deichselkette, halfterkette, drahtkette, ringelkette, panzerkette, ankerkette u. a. hundekette. der hund wird nicht ledig, ob er schon in die ketten (sg.) beiszt. Lehmann 96; so viel hunde so viel ketten. Michaelis 4, 71. auch bücher 'lagen an ketten': da in bücherzimmern bücher meistens an den ketten liegen, würden ofters die gelehrten besser an die ketten tügen. Logau 3, 10, 5. 2@bb) zum fesseln der gefangenen, beinkette, fuszkette, armkette, henkerkette: am letsten sach er dort Lucifer, der gemalet was gar engstlich mit feürin ketten jemerlich. Vintler bei Haupt 9, 89; so gott der engel, die gesündiget haben, nicht verschonet hat, sondern hat sie mit ketten der finsternis zur helle verstoszen. 2 Petr. 2, 4; an ein ketten legen, einlegen, in kettinen ligen, in kettinen einschmiden, schlahen, mit kettinen binden Maaler 243a; er war mit ketten gebunden und mit fesseln gefangen und zureisz die bande. Luc. 8, 29; schlief Petrus zwischen zween kriegsknechten gebunden mit zwo ketten. apostelg. 12, 6; mit der hohen betheurung dasz sie lieber an ketten sterben als einen solchen ungetrewen an ihre seite rucken lassen wolte. Riemer pol. stockf. 330; einer der im tollhause an der kette stirbt. Lessing 2, 482; vorher war er ein ganzes jahr rasend, da hat er an ketten im tollhause gelegen. Göthe 16, 137; raszle dann (im kerker) mit deinen ketten und wimmre 'mir ist zu viel geschehen!' Schiller 194a; auch denen, hört ich sagen, wird die kette gelöst, auf die die ewge freiheit wartet. 425b; vor dem sklaven, wenn er die kette bricht, vor dem freien menschen erzittert nicht. 88a; in ketten und banden nach der residenz geschleppt! Göthe 14, 304; einen in ketten und banden legen. Frisch 1, 512c. dieses in ketten und banden ist beliebte formel, schon mhd. ketene unde bant (pl.) leseb. 646, 24, und zwar mit plur., wie bande, fesseln. bildlich daher ketten für gefangenschaft, sklaverei: der mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd er in ketten geboren. Schiller 88a; rettung von tyrannenketten. 19b. 2@cc) etwas an der kette führen, fest haben, etwa von dem bären, den man an der kette führt: aber das weisz ich, sie (die ärzte) können das leben an keiner kette führen. Chr. Weise kl. leute 35, nicht fest halten und nach wunsch und willen leiten. 2@dd) Wallensteins bekannter spruch in betreff der festigkeit Stralsunds (auf den z. b. Fleming 56 anspielt), begegnet ähnlich öfter, schon i. j. 1500 beim zuge des Dänenkönigs mit der schwarzen garde gegen Ditmarschen: Und do de garde tom könige quam (fragt sie übermütig): 'ach könig, min lever here, wor licht doch nu dat Ditmarschen lant? im heven (himmel) odr up schlichter erden?' Dem könige befîl (gefiel) de rede nicht wol, he dede balt wedder spreken: 'it is nicht mit keden an den heven gebunden, it licht wol an der siden (flachen) erden?' Uhlands volksl. 445; sie meinten zu gewinnen die stadt (Leipzig), wann sie gleich hieng an ketten. Soltau 1, 382 v. j. 1547; ja wann sie (Stralsund) schon am himmel hoch mit kettn gebunden, wolstu (Wallenstein) doch sie schleifn und gar zerschmeiszen. 1, 475 v. j. 1628; Arnheimb spricht, das acht ich gering, wann Stralsund mit ketten am himmel hieng, so wil ichs doch herunder bringn. 2, 366; und hiesz allda (beim abzug von Stralsund): marschier, marschier! lasz die stadt an den ketten vier nur an dem himmel henken. Scheibles flieg. bl. 156. der gedanke ist aber noch älter, wie eine stelle im wachtelmäre zeigt (14. jh.): daʒ lant ist durch fride an den himel gebunden mit wide. Wackernagel leseb. 1859 970, 21. man legte übrigens bei belagerungen im 15. 16. jh. den thurm an ketten und taue (s. u.kabel), auf den die belagerer ihr geschütz richteten, um ihn nach vorn zu fall zu bringen, dasz er als brücke über den graben zum sturm diene; die belagerten zogen daher an den ketten im fall des sturzes den thurm nach innen, das scheint jene redensart mit veranlaszt zu haben 2@ee) geschütze wurden mit ketten geladen, s. kettenkugel: man lud auch alle büchsen wol mit hagelschosz (eisenstücken) und ketten voll und wolten sie (die belagerer) empfahen. Soltau 1, 385, i. j. 1547 die Leipziger; die püchsen hört man singen, die kugel und kötten klingen, verdrosz den Türken sehr (1566 vor Szigeth). 422; dann sie (die kartaune) was mit ketten gladen, sie muste schaden thun. Körners hist. volksl. 267 v. j. 1587. 2@ff) meszkette, zum feldmessen: messend führet sie (Minerva) die kette um des hügels grünen saum. Schiller 56a; gespitzte pfähle die sind da, die kette lang zum messen. Göthe 41, 319. 2@gg) kette in der uhr, uhrkette, die um die trommel liegt und aufgezogen wird; daher bildlich: meines lebens abgelaufne kette. Th. Körner. dagegen uhrkette, an der man die uhr trägt. 2@hh) kette als schmuck, von gold, silber, auch als abzeichen einer würde, als geschenk, halskette, brustkette, armkette, ordenskette, amtskette, gnadenkette, brautkette, erbskette, durchbrochene kette torques caelatus Stieler 954; zauberkette das. 955; und (Pharao) that seinen ring von seiner hand und gab in Joseph an seine hand .. und hieng im ein gülden keten an seinen hals. 1 Mos. 41, 42, vgl. 4 Mos. 31, 50. Daniel 5, 7; etzliche trugen (um 1430 in Thüringen) rinische ketin von iiij ader vj marken. thür. chron. Haupt 8, 468, d. i. ketten von rheinischem golde; jetzt hand die wibschen man gelert (gelernt) und schmieren sich mit affenschmalz und duont entblöszen iren hals, vil ring und grosze ketten dran, als ob sie vor sant Lienhart stan. Brant narr. 4, 7; und als konigliche majestæt (in Straszburg 1507 bei der bischofsweihe) kam, gingent vor ir die edeln freien hern, graven und fürsten ... vil groszer gulden ketten an den helsen, und hatt konigliche majestæt ein schwarzen samet an und ein gulden geselschaftketten umb die achsel. ders. bei Zarncke 201a, die geselschaftkette ist das abzeichen einer ritterlichen 'gesellschaft', eine ordenskette; (tragen) ketten wie die reichen Holsteinjunghern. Fischart Garg. 282a; dann erblickt ich ihn (den groszvater Textor) im ornat als schultheisz mit der goldenen kette auf dem thronsessel unter des kaisers bildniss. Göthe 30, 164; öfter dacht ich mir auch schon die flucht, und habe die besten sachen zusammengepackt, das alte geld und die ketten. 40, 248; der könig, dem das lied gefiel, liesz ihn zu ehren für sein spiel eine goldne kette reichen. 1, 178, eine gnadenkette, ehrenkette. Von solchen geschenkten ketten meint ein sprichwort, goldne ketten sind schwerer zu tragen als eiserne. als bestechung: steigt schon kein trojanisch ross hinein (in die feste stadt), kommt doch etwan ein goldbeschlagener und goldbeladener esel darein, oder schieszt gulden ketten hinein. Fischart Garg. 182a (335), zugleich anwendung des schieszens mit kettenkugeln (s. e); vgl. mit goldnen büchsen schieszen. 2, 477. 2@ii) den goldnen herrenketten nachgeahmt kette als schmuck für mädchen, frauen, z. b. armkette, halskette mit korallen u. dgl. haarkette: um den bloszen hals trug er ein amulet an einer kette von menschenhaaren. Schiller 721a. blumenkette: eine bunte kette von blumen hieng von ihren schultern herunter und wand sich um ihre hüften. S. Geszner (1770) 2, 131. sanfte rosenketten, zugleich als liebesband Schiller 10a, dem sinne nach zu 2. kinder machen sich ketten von dürren blättern, von den stengeln des löwenzahns, s. kettenblume. den Thüringern sagt Fischart nach, sie reihten sich häringe und böcklinge zu einer kette: von welchen er ihm pflegt wöchlich ein wichtige ketten zumachen und hieng sie umb den hals wie ein zanbrecher die zän: welches warlich ein schöner fund für die Thöringer ist. Garg. 55b (91 Scheible); der spott ist alt, s. zu Soltau 2, 404. 2@kk) auf die eiserne sperrkette bezieht sich eine redensart in die kette beiszen u. ä., die auf eine alte form des hänselns deutet: wer zum ersten mal vom lande in die stadt kommt, der musz die kette abbeiszen. Wolfs zeitschr. für myth. 2, 103; kindern und landleuten, welche zum ersten male nach Straszburg kommen, macht man weis, es seien die thore mit groszen eisernen ketten umspannt, diese müszten sie erst durchbeiszen, bevor sie eingelassen würden. anz. des germ. mus. 1855 sp. 320; kinder die zum erstenmal nach Landau kommen, müssen die kette durchbeiszen. es thuts aber ein bisz in ein milchbrödchen. Becker die Pfalz und die Pfälzer 459. auch in Thüringen, Sachsen, Schwaben (Birlinger 1, 249). 33) Bildlich, wie band, pl. bande, doch als stärkerer ausdruck; sclaverei, gefangenschaft wird damit versinnlicht und allerlei andere gebundene verhältnisse. 3@aa) als fessel, im schlimmen sinne: sie waren alle zu gleich mit einerlei keten der finsternis gefangen. weish. Sal. 17, 18, eig. die kette in der hölle, s. unter 2, b 2 Petr. 2, 4; je weiter er (der weise) dann geht aus dieses leibes ketten, je höher kömpt er auch, kan über alles tretten was welt genennet wird. Opitz 2, 105; alldort kompt ein streit ausz dem andern, und also wird ein ketten die auch die erben bindet. Schuppius 771; und der sorgen sclavenkette hält auch fürsten oft umfaszt. Günther 80; es sind nicht alle frei, die ihrer ketten spotten. Lessing 2, 311; o wär ich von den ketten des weltgewirres frei! Salis 63; ein volk das unter dem unerträglichen joch eines tyrannen seufzt, darfst du das schwach heiszen wenn es endlich aufgährt und seine ketten zerreiszt? Göthe 16, 68; (wenn) das volk, zerreiszend seine kette, zur eigenhilfe schrecklich greift. Schiller 80a; von uns zu wenden fremder ketten schmach. 458b; den alten fluch des hauses lös ich sterbend auf, der freie tod nur bricht die kette des geschicks. 513b, gehört zugleich unter 4; wie kann das freie ich, sagte der gesunde Albano oft zu ihm (dem trinker), sich zum knechte der sinnen und der eingeweide machen? sind wir nicht ohnehin eng gebunden genug durch die körperbanden und du willst noch ketten durch ketten ziehen? J. Paul Titan 3, 17; als Zesara endlich aus den ketten des zimmers .. los und ledig hinaustrat unter das freie reich des himmels. 2, 154; alle kräfte (der seele) waren ohne ketten (entfesselt) und im trunkenen tanz (im freien gedankenaustausch). 2, 129; die zeit arbeitet an dem schönen tage ... wo er, ohne ein gelenke der entzwei geschnittenen floh- und affenkette des hofes, frei durch die natur geht. Hesp. 4, 184. 3@bb) in gutem sinne, wie auch band, fessel: sie, diese liebe, war der menschen erste kette, sie macht uns bürgerlich und sammelt uns in städte. Haller (1777) 179, knüpfte, 'kettete' sie gesellig an einander. schon Stieler nennt so dienstkette, ehekette, freundschaftskette, herzenskette, liebeskette: eine kette oder band der freundschaft. Olearius pers. ros. 8, 32; legen sie seinem herzen die sanfte kette der vergebung eines fehlers auf. Klinger 1, 245; treuer liebe ketten. Gotter 1, 76; sprich, sprich ein süszes wort, lasz mich in meinen ketten in tiefster dankbarkeit vor deinen augen stehn. Hoffmannswaldau; ach Ursel! wenn ich dich nun hätte, dich preis der fräulein, deren kette schon lang ich trug mit pein. Gökingk 3, 88; Thoms der ... an Miekens kette zieht. Wieland 5, 132, in ihren fesseln liegt, als verliebter; sein wort zog ihn (wie) an ketten hinein. J. Paul Kamp. 11, unwiderstehlich. 44) In andrer übertragung von dingen, die wie die glieder einer kette sich dicht an einander schlieszen und so der kette gleich eine ununterbrochene verbindung herstellen. 4@aa) 'wie eine kette', schon im 16. jh.: also das diese drei stück imerdar bei einander bleiben und keines on das ander sei, als zusamen verbunden wie eine keten, ja zusamen verleibt wie ein glied im andern. Luther 6, 283b (1561); es hangt an einander wie eine kette, concatenatum est. Stieler 954, Steinbach, Frisch. 4@bb) dann kette schlechthin so (ohne das wie), bes. bergkette: und mit dunkelm violette malt die kette schroffer schneegebirge sich. Salis 67; wonne! dort hebt sich die kette der eisbepanzerten Alpen. 78; im norden sieht man die paduanischen berge, sodann die Schweizer, Tyroler, Friauler alpen, genug, die ganze nördliche kette. Göthe 27, 164. gebirgskette, hügelkette. 4@cc) eine kette von vorposten, vorpostenkette, kette von plänklern, tirailleurs; eine kette von festungen zieht sich längs der gränze; jedem beflorten gliede der schwarzen kette (des leichenzuges). J. Paul Titan 2, 81. im kreise sitzende: (das mädchen) setzt sich zu den schwestern nieder, und es singt die schöne kette zart und zärter um die wette. Göthe 2, 25. leute die sich die hände reichen, bilden eine kette, z. b. im tanze; ebenso die hände selbst die sich etwas zureichen, es weiter gebend: durch der hände lange kette um die wette fliegt der eimer (feuereimer). Schiller, glocke. ein kinderspiel chettena schlüfa, spanna, eine art tanz s. Tobler 97. die kinder nennen ihren ringeltanz kette, s. E. Meier kinderreime und kinderspiele aus Schwaben no. 379, tanzen ihn auch mit hilfe einer wirklichen kette aus kettenblumen Rochholz kinderlied 467; s. auch kettentanz, kettenweise. 4@dd) von unsinnlichen dingen die in längerer reihe sich an einander schlieszen, wie kettenglieder in einander verflochten und jedes das andere bedingend: (dasz) ein gemeszner (beschränkter) geist nicht stäts die kette findet, die den besondern satz an den gemeinen bindet. Haller (1777) 174, gedankenkette; sie (die metaphysischen systeme) mögen eine kette von wahrheiten sein, aber die wahre philosophische kette, an welche sich alles anschlieszt, haben wir noch nicht. Stilling wanderschaft (1778) 94; die kette der wirkungen und ihrer ursachen. Kant 2, 410; die kette der folgen, darin das verderben das letzte glied ist. 10, 7; die berechnung der folgen nach ihren ursachen in einer zusammenhängenden kette zu haben. Möser patr. ph. (1778) 1, 62; es war unmöglich zu verkennen, welche kette von folgen es nach sich ziehen muszte, wenn fortan ein blinder gehorsam die beamten an die krone knüpfte. Dahlmann engl. rev. 305; éin phänomen, éin versuch kann nichts beweisen, es ist das glied einer groszen kette, das erst im zusammenhange gilt. Göthe 49, 52; und hier schlieszt die natur den ring der ewigen kräfte, doch ein neuer sogleich fasset den vorigen an, dasz die kette sich fort durch alle zeiten verlänge. 1, 328; nur fordre nicht, du thor, dasz sich auf deine bitte die ordnung der natur zerrütte, sich aus der dinge kett ein glied verdrehe. Gotter 1, 414; du fühlst, die kette reicht von gott zu dir hernieder, nur in der mitte siehst du nicht die mittelglieder. Rückert weish. des brahm. 10, 43. 4@ee) auch ohne ausdrückliche hervorhebung der verflechtung, eine endlose ununterbrochene reihe: das menschliche leben ist nichts als eine beständige kette solcher übergänge. Lessing 7, 96; in einem zustande, der eine kette von plagen und schmerzen ist. Wieland 1, 126; ein gekrönter missethäter, dessen leben eine kette von lasterhaften und unsinnigen ausschweifungen war. 7, 102; seiner abenteuer lange kette. Platen 340. 4@ff) merkwürdig kette als verschwörung, s. sp. 276 (vgl. zu dort nd. kâterêren, unter sich heimlich abmachen Danneil 265b). 55) kette, webekette, weberkette heiszt bei den kattunwebern und anderen der aufzug, die vermittelst des scherrahmens verbundenen fäden, welche den grund des ganzen gewebes abgeben, dann auch ein stück kattun so wie es vom stuhle kommt. Adelung. nd. kede, bei den leinwebern die scherung, ehe sie auf den baum genommen wird, denn so lange wird sie kettenweise geflochten, damit das garn sich nicht verwickele. Brem. wb. 2, 756. Bildlich: wenn ich die vorsicht gebrauche, meinen zeug aus französischer kette mit einem englischen einschlag zu verfertigen, so ist der betrug ziemlich schwer zu entdecken. Sturz 2, 49; wol manche freuden fühlt des mannes weib, der ruhig in der wolerworbnen hütten der stillen tage gleiche ketten wirkt. Th. Körner 2, 128. ähnlich kette bei den bortenwirkern, seidenwirkern, s. kettenbaum, kettenrolle, kettenseide. auch franz. chaîne, engl. chain, nl. keten. s. auch zettel.
18569 Zeichen · 364 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kette

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    kette , ketten s. ketene.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kette?

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kette , ? nhd. bei den Kürschnern? E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 173a (kette)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kêtte

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Kêtte , plur. die -n, Diminut. das Kettchen, Oberd. das Kettlein, eine Sammlung mehrerer in einer Reihe mit einander…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kette

    Goethe-Wörterbuch

    Kette vereinzelt apokopiert ‘Kett(’)’ 1 als (kostbarer) Schmuckgegenstand, auch als Zeichen von Ehre u (Amts-)Würde; iVb…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kette

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Kette , aus kurzen Gliedern zusammengesetztes, höchst gelenkiges Band aus Metall (selten aus Holz, Elfenbein etc.) zum A…

  6. modern
    Dialekt
    kettef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    kette f. : 'Kette, an der die Brunneneimer hängen', -kett [ Gal-Dornf ]. —

  7. Sprichwörter
    Kette

    Wander (Sprichwörter)

    Kette 1. Die gülden Ketten binden härter als Eysen. – Lehmann, 126, 55. Weil sie in der Regel den Geist in Banden legen,…

  8. Spezial
    Kette, präterminalef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Kette , f , präterminale цепочка , ж , предтерминальная → FiloSlov Vorendkette, f

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kette

339 Bildungen · 296 Erstglied · 41 Zweitglied · 2 Ableitungen

kette‑ als Erstglied (30 von 296)

kettekenbērenbōm

KöblerMnd

kettekenbērenbōm , M. nhd. schwarze Johannisbeere?, Nachtschatten? ÜG.: lat. ribes nigrum?, solanum nigrum? Hw.: s. kattenbērenbōm E.: s. ke…

Kettekujel

LothWB

Kette-kujel f. Si. Kettenkugel. lux. 222 ebenso. Man unterscheidet: Brunne - kett Kette zum Heraufziehen des Eimers am Brunnen. Dissel-k. De…

kettelen

KöblerMnd

kett·elen

kettelen , sw. V. nhd. kitzeln, anreizen, aufreizen Hw.: s. kittelen; vgl. mhd. kitzelen, mnl. kittelen E.: s. as. kitilōn* 2, sw. V. (2), k…

Ketteler

Meyers

kette·ler

Ketteler ( Kettler ), 1) Gotthard von, Heermeister des Schwertordens, trat um 1540 in den Orden, begab sich 1559, von den Russen bedrängt, m…

Kettelfleisch

MeckWB

kettel·fleisch

Kettelfleisch n. in der Rda. dei (die jungen Mädchen) hebben noch so väl Kettelfleisch sind Reizen leicht zugänglich, zum Lachen geneigt (18…

Kettelhals

MeckWB

kettel·hals

Kettelhals m. in der Wendung wat in 'n Kettelhals krigen in den unrechten Hals Ma Sült .

kettelhoorig

MeckWB

kettelhoorig kitzlig, empfindlich, nervös, reizbar Schw Pamp ; Gü Schwaan ; Wo ward se kettelhaarig! J. H. Voss Geldh. 93; worüm dat Frölen …

kettelig

MeckWB

kettelig kettlig kitzlig, empfindlich; Rda.: wi hebben all' ne Stell, wo wi kettlig sünd; ick bün an 'n Hals so kettlig, säd' de Spitzbow, d…

kettelinc

Lexer

kette·linc

kettelinc stm. ein fisch Urb. 92,4 ; nach Pfeiff. s. 353 wol nur verschrieben für rettelinc.

kettelkoppsch

MeckWB

kettelkoppsch jähzornig, hitzig (1885) Gü Gülz .

kettelmasche

DWB

kettel·masche

kettelmasche , f. eine masche bei den strumpfwirkern, womit der schweizerzwickel an den strumpf gekettelt wird. Campe.

ketteln

DWB

kett·eln

ketteln , 1) demin. zu ketten, parvis et levibus catenulis involvere. Stieler 955 ( mit verketteln, zuketteln, zusammenketteln), Schmotther …

kettelnadel

DWB

kettel·nadel

kettelnadel , f. am strumpfwirkerstuhle, eine nadel in einem kleinen hölzernen hefte, dem kettelholze, mit welcher die maschen gekettelt, du…

kettelīk

KöblerMnd

kettelīk , Adj. nhd. kitzlig? ÜG.: lat. (titillatio) Hw.: vgl. mhd. kützlich? E.: s. kettelen, līk (3) W.: s. nhd. kitzlich, Adj., kitzlich,…

kette als Zweitglied (30 von 41)

bergkette

DWB

bergk·ette

bergkette , f. continua montium juga: die grosze bergkette, die von Basel bis Genf Schweiz und Frankreich scheidet, wird der Jura genannt. G…

brunnenkette

DWB

brunnen·kette

brunnenkette , f. er liesz ihn keine eiserne schluszkette ring an ring schmieden, sondern er zeigte sie ihm als hinunterreichende brunnenket…

brustkette

DWB

brust·kette

brustkette , f. 1 1) monile pectoris. 2 2) catena temoni regendo et cohibendo.

Bundskette

Wander

bund·s·kette

Bundskette 1. Bunds- vnd huntsketten reissen endlich mit bellen vnd beissen. – Lehmann, 106, 5; Eiselein, 102. 2. Bundsketten machen. Meuter…

deichselkette

DWB

deichsel·kette

deichselkette , f. kurze kette womit die brustkette des pferdes an die spitze der deichsel gehängt wird. franz. chaine de timon, reculement.…

erbsenkette

DWB

erbse·n·kette

erbsenkette , f. halsgeschmeide mit erbsengroszen runden gliedern, besonders aus gold. auch erbskette. J. Paul aesth. 2, 142 .

gliederkette

DWB

glied·er·kette

-kette kette aus ( ovalen ) gliedern, im gegensatz z. b. zu haken-, laschen-ketten u. ä.: gliederketten bestehen aus ovalen gliedern Lueger …

gnadenkette

DWB

gnaden·kette

gnadenkette , f. , als zeichen der huld: catena gratiosa ( ist ) eine gnadenkett, damit der könig aller könige seinen Joseph verehret Dannha…

Göpelkêtte

Adelung

goepel·kette

Die Göpelkêtte , plur. die -n, eben daselbst, diejenige Kette, womit die Tounen vermittelst des Göpels aus dem Schachte getrieben werden; da…

Grêndelkêtte

Adelung

grendel·kette

Die Grêndelkêtte , plur. die -n, in der Landwirthschaft, diejenige Kette an dem Grendel eines Pfluges, vermittelst welcher der Pflug tiefer …

halfterkette

DWB

halfter·kette

halfterkette , f. eiserne kette an einer halfter, womit das pferd an seinen stand befestigt wird. öcon. lex. 914.

halskette

DWB

hals·kette

halskette , f. kette um den hals, vorzüglich schmuckgegenstand: monile, ein halszband, halszgeschmuck, halszketten, das man an den halsz hen…

haltkette

DWB

halt·kette

haltkette , f. kurze kette, die die brust eines pferdes mit der deichsel eines wagens verbindet. öcon. lex. 916. s. deichselkette 2, 908.

hemmkette

DWB

hemm·kette

hemmkette , f. kette zum hemmen eines rades: sufflamen, ein ratsperr, hemmketten, die das rat hellt. Alberus dict. e 2 a ; im sprichwort und…

Hundekette

Wander

hunde·kette

Hundekette 1. Hundesketten und Bundesketten reissen gern (oder: reissen endlich mit Bellen und mit Beissen). – Körte, 3047. 2. Hundsketten w…

hundskette

DWB

hunds·kette

hundskette , f. bergmännisch, das seil, womit der hund im stollen gezogen wird. bergw.-lex. 305 b ; hunds und bundsketten halten die lenge n…

kinnkette

DWB

kinn·kette

kinnkette , f. kette am pferdegebisz unterm kinne. Frisch 1, 515 b , sie wird in die kinnhaken am zaume eingehängt. öcon. lex. Lpz. 1731, Ad…

kuhkette

DWB

kuh·kette

kuhkette , f. kette zum anbinden der rinder an die krippe. Adelung.

Mếßkêtte

Adelung

mess·kette

Die Mếßkêtte , plur. die -n, von eben diesem Zeitworte, eine in Ruthen, Schuhe u. s. f. getheilte Kette, die Linien auf dem Felde damit zu m…

mülkette

KöblerMhd

mülkette , st. N. nhd. hölzerne Wasserleitung bei einer Mühle, Wasserrinne bei einer Mühle Q.: Urk (1459) E.: s. mül, ketene W.: nhd. DW- L.…

ordenskette

DWB

orden·s·kette

ordenskette , f. kette woran ein orden getragen wird: die funkenwerfende ordenkette ( des ritters vom goldnen vliesze ). J. Paul Tit. 1, 32 …

panzerkette

DWB

panzer·kette

panzerkette , f. kette mit länglich gebogenen gliedern ( wie am kettenpanzer, vgl. panzerring), torques squamata Stieler 955 ; als geschmeid…

Prangerkette

DRW

pranger·kette

Prangerkette, f. an einem Pranger befestigte Kette (I) für den Strafvollzug ain langen stock, zwo prangerketten vnd ain prangerstain 1485 Ti…

Protzkêtte

Adelung

protz·kette

Die Protzkêtte , plur. die -n, in der Geschützkunst, diejenige Kette, mit welcher die Kanone auf dem Protzwagen befestiget wird.

Ritterkette

DRW

ritter·kette

Ritterkette, f. wertvolle Kette als Zeichen der Zugehörigkeit zu einem Ritterbündnis vgl. Ordenskette die ritterkette dieses ordens [vom Gol…

Schandkette

DRW

schand·kette

Schandkette, f. ein Schandgerät in Form einer Kette; oft mit Schandsteinen versehen [dass] alle diejenigen, so mit dem hammer und isen arbei…

schaumkette

DWB

schaum·kette

schaumkette , f. kinnkette am pferdegebisz, an die sich der schaum aus dem maule des pferdes setzt. Adelung, die vordere kette an einer reit…

schleppkette

DWB

schlepp·kette

schleppkette , f. catena qua ligna in fodinis trahuntur. Frisch 2, 197 b , vgl. Jacobsson 3, 622 b . Veith 420 .

Ableitungen von kette (2 von 2)

Bekette

RhWBN

Be-kette (s. S.) Kref f.: s. folg.

gekette

DWB

gekette , n. kettenartige verschlingung ( s. ketten 2): als kranz, als kränzchen, sträuschen oder straus, als irgend ein geflecht, gewind, g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kette". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kette/dwb?formid=K04033
MLA
Cotta, Marcel. „kette". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kette/dwb?formid=K04033. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kette". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kette/dwb?formid=K04033.
BibTeX
@misc{lautwandel_kette_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kette"},
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  urldate      = {2026-05-09},
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