Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Glocke f.
Glocke f.
Glocke f. bei Anschlag laut und anhaltend tönender, unten offener Metallhohlkörper. Seit dem 4. Jh. sind Glocken im christlichen Gottesdienst bezeugt. Sie werden im Spätlat. sīgnum und campāna (eigentlich ‘kampanisches Metallgerät’, vgl. campānum ‘ehernes Gefäß’, zu lat. Campānia, der wegen ihres Erzvorkommens bekannten Landschaft Mittelitaliens) genannt; vgl. Germania Romana 2 (1968) 190. Mit der Christianisierung germanischer Stämme durch irische Mönche im 7. Jh. übernehmen die Germanen die ir.-mlat. Bezeichnung. Ahd. glocka (um 1000), mhd. glocke, afries. klokke, mnd. klocke, mnl. clocke, nl. klok, aengl. clucge (engl. clock ‘Uhr’ aus dem Mnl.), anord. klokka, klukka (aus dem Mnd.) sind Entlehnungen aus (seit dem ausgehenden 7. Jh. bezeugtem) mlat. clocca, dessen kelt. Ursprung sich aus mir. clocc, kymr. cloch ‘Schelle, Glocke’ ergibt. Es ist verwandt mit lat. clangere ‘schallen’, nhd. lachen (s. d.) und wie diese letztlich auf die Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ zurückzuführen. Ebenfalls kelt.-mlat. Herkunft ist afrz. cloche, cloque, frz. cloche. – glockig Adj. ‘glockenförmig’ (um 1800), älter klockicht (17. Jh.). Glöckner m. ‘wer das Läuten der Glocken zu besorgen hat, Kirchendiener’, mhd. glockenære, gloggener, mit Umlaut glöckner (2. Hälfte 15. Jh.). Glockenblume f. Blume mit glockenförmigen, meist blauen Blüten (15. Jh.). Glockenstuhl m. ‘Gestell, an dem die Glocke hängt’ (16. Jh.).