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gegenwärtig

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gegenwärtig

gegenwärtig

gegen Präp. ‘wider (zur Abwehr von, zum Schutz vor), in Richtung auf, in Beziehung auf, fast, annähernd, im Austausch für’, ahd. gagan, gegin Präp. Adv. (9. Jh.), gagani, gegini Adv. (9. Jh.), mhd. gegen Präp., gegen(e), gagen(e) Adv., kontrahiert gein, gēn (daraus als Richtungsangabe nhd. gen Präp.), asächs. gegin-, mnd. jēgen, mnl. jeghen(s), nl. jegens, aengl. gegn, gēn Adv., anord. gegn Präp. Adv. (germ. *gagna-, *gegni-) ist, da außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen, etymologisch ungeklärt. gegen gibt ursprünglich die Richtung an ‘auf etw. zu, auf etw. hin’ (räumlich gegen den Baum laufen, zeitlich gegen Abend), dann auch das Verhältnis zu Menschen oder Sachverhalten (gütig gegen alte Leute, empfindlich gegen Kälte). Daraus entwickelt sich eine Bedeutung ‘wider’ im Sinne eines absichtlichen Entgegenwirkens, einer Feindseligkeit (gegen jmdn. kämpfen, gegen jeden Versöhnungsversuch sein). Häufig in nominalen Zusammensetzungen, z. B. für die entsprechende Erwiderung eines Vorgangs (Gegendruck, -gruß, -wirkung), einer feindlichen Absicht (Gegenwehr, -stoß), für Personen und Sachverhalte, die einander völlig (Gegenbild, -stück), rivalisierend (Gegenkönig, -spieler, -partei) oder in umgekehrtem Sinne, also gegenläufig (Gegenrichtung, -strömung, -rhythmus) entsprechen. – entgegen Adv. ‘in Richtung auf’, Präp. ‘im Gegensatz zu’, ahd. ingagan, ingegin Präp. ‘gegen, entgegen’ (8. Jh.), ingagani, ingegini Adv. (um 800), mhd. engegen Präp., engegen(e), engagen(e) Adv., asächs. angegin, aengl. (westsächs.) ongēan, ongēn, (angl.) angægn, ongegn, engl. again; im Nhd. an das Präfix ent- (s. d.) angelehnt; dazu entgegnen Vb. ‘erwidern, antworten’ (16. Jh.); vgl. dagegen ahd. ingaganen, ingeginen ‘entgegenkommen, empfangen, zurückkehren’ (9. Jh.), mhd. engegenen ‘begegnen’; Entgegnung f. ‘Erwiderung’ (19. Jh.). Gegenfüßler m. ‘auf dem entgegengesetzten Punkt der Erdkugel lebender Mensch’, übertragen ‘Widersacher’, Übersetzung (17. Jh.) von Antipode (s. d.); älter gegenfüßig (16. Jh.). Gegengift n. ‘einem anderen Gift entgegenwirkendes Gift’, Übersetzung (17. Jh.) von mfrz. frz. contrepoison oder unmittelbar von diesem zugrundeliegenden griech.-lat. antidotum (s. Antidot). Gegensatz m. ‘das Entgegengesetzte, Widerspruch, Kontrast, Feindschaft’, zuerst (15. Jh.) in der Rechtssprache ‘Gegenbehauptung, -argumentation’. gegenseitig Adj. ‘wechselseitig, beiderseitig’ (18. Jh.), anfangs ‘auf der entgegengesetzten Seite befindlich, der Gegenpartei angehörend’. Gegenstand m. ‘Ding, Thema, Angelegenheit’, zuerst ‘Widerstand’ (16. Jh.), ‘Gegensatz’, auch ‘das Entgegenstehende’ (17. Jh.), dann (Ende 17. Jh.) Übersetzung von Objekt bzw. lat. obiectum in philosophischer Sprache, davon ausgehend die heutige allgemeine Verwendung; gegenständlich Adj., um 1800 für objektiv, heute im Sinne von ‘dinglich, konkret’ als Gegensatz zu begrifflich. Gegenstück n. ‘etw. Entsprechendes, Passendes’, auch ‘Gegenteil’, Übersetzungswort (18. Jh.) von Pendant (s. d.). Gegenwart f. ‘Jetztzeit, Anwesenheit, Dasein’, ahd. gaganwart, geginwart (9. Jh.), mhd. gegenwart; vgl. auch ahd. gaganwerta (8. Jh.), gaganwertī, geginwertī (8. Jh.), gaganwurti (10. Jh.), mhd. gegenwurt, -würte ‘Gegenwart, Anblick, Angesicht’; zum zweiten Kompositionsglied s. -wärts. Seit dem 19. Jh. grammatischer Terminus für Präsens (s. d.), wofür älter gegenwürtig(e) Zeit (um 1400), die gegenwärtige Zeit oder die Gegenwart (Campe 1801); gegenwärtig Adj. ‘in der Gegenwart lebend, augenblicklich, jetzig’, ahd. gaganwertīg, geginwertīg (9. Jh.), mhd. gegenwertec, -würtec; vergegenwärtigen Vb. ‘(sich) deutlich in der Gegenwart vorstellen’ (17. Jh.), zu gegenwärtigen (15. Jh.). gegenüber Adv. und Präp. ‘auf der anderen Seite, im Hinblick auf, gegen, zu’, aus gegen und über (s. d.) zusammengewachsen (16. Jh.), anfangs daher getrennt geschrieben mit dem abhängigen (von der Präp. gegen regierten) Kasus zwischen beiden Bestandteilen (noch im 18. Jh. gegen ihm über); substantiviert Gegenüber n. ‘das oder der auf der anderen Seite Befindliche’ (um 1800), nach frz. le vis-à-vis.
4070 Zeichen · 150 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gêgenwärtig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gêgenwärtig , adj. et adv. 1. Im Stande, an einem Orte durch seine eigene Substanz unmittelbar wirken zu können. Ich war…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gegenwärtig

    Goethe-Wörterbuch

    gegenwärtig von über 4000 Belegen etwa zwei Drittel in zeitl Bed (B); vereinzelt (von Schreiberhand) -wärdig, auch -wert…

  3. modern
    Dialekt
    gegenwärtig

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    gegenwärtig a. Spr. gegenwärtig, vorliegend: 'in desseme ieghenwordighen breve' ( Ma Gnoi 1375) UB. 18, 549.

  4. Spezial
    gegenwärtig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|gen|wär|tig I adj. 1 (derzeitig) atual (-ai, -a), presënt (-nc, -a) 2 (augenblicklich) por le momënt 3 (der Jetztzeit…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gegenwaertig

13 Bildungen · 6 Erstglied · 2 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von gegenwaertig

gegenwart + -ig

gegenwaertig leitet sich vom Lemma gegenwart ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von gegenwaertig 2 Komponenten

gegen+waertig

gegenwaertig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gegenwaertig‑ als Erstglied (6 von 6)

gegenwärtigen

DWB

gegenwart·igen

gegenwärtigen , gegenwärtig machen, d. h. sichtbar, sinnlich ' darstellen ': stellt ihr euch selbst abwesendes dar, so genieszet ihr es durc…

Gegenwärtiger

Wander

Gegenwärtiger Dem gegenwertigen gebührt, was gegenwertig, vnnd dem nachkommenden, was hernach kommet. – Lehmann, 247, 36.

gegenwärtigkeit

DWB

gegenwaertig·keit

gegenwärtigkeit , f. praesentia, lange in gebrauch anstatt des spät auftretenden gegenwart ( s. d. ); mhd. gegenwertikeit und gegenwurtikeit…

gegenwärtiglich

DWB

gegenwart·iglich

gegenwärtiglich , erweitertes gegenwärtig, mhd. und noch im 16. jh.: geist ( das bewusztsein ) het sie verloren in dem überglanze gegenwirde…

gegenwaertig als Zweitglied (2 von 2)

allgegenwärtig

DWB

allgegen·waertig

allgegenwärtig , omniprésent: im gericht der allgegenwärtigen sündflut. Klopst. Mess. 2, 25 ; sein antlitz war wie die sonne, wenn sie allge…

geistesgegenwärtig

DWB

geiste·s·gegenwaertig

geistesgegenwärtig , adj. zum vorigen: geistesgegenwärtig, gewandt, krieger sollten sie werden. Meyern Dya Na Sore 3, 355 ; darum war er auc…

Ableitungen von gegenwaertig (5 von 5)

entgegenwärtig

DWB

entgegenwärtig , oppositus, contrarius? mhd. engegenwürtic: Menesteus der herzoge, von Athêne bürtic, wart im engegenwürtic. tr. kr. 31396 .

ungegenwärtig

DWB

ungegenwärtig , adj. , gegentheil von gegenwärtig. mhd. ungegenwertic durch ungegenwertikeit vorausgesetzt. blume von Magdeburg th. 4, 1, 2,…

urgegenwärtig

DWB

-gegenwärtig (ur- C 4 a und c) Gutzkow zauberer 6, 50 ,

vergegenwärtigen

DWB

vergegenwärtigen , verb. zu einem gegenwärtigen machen, zusammensetzung mit gegenwärtigen, welches letztere, wie oben th. 4, 1, 2298 nachgew…

vergegenwärtigung

DWB

vergegenwärtigung , f. vorstellung einer sache als einer gegenwärtigen. 1 1) als handlung: das vergegenwärtigen, das gegenwärtig machen: auc…