gegenwärtig von über 4000 Belegen etwa zwei Drittel in zeitl Bed (B); vereinzelt (von Schreiberhand) -wärdig, auch -wertig, abgekürzt (in Tgb) ‘gegenw.’, (im Vers) öfter synkopiert, subst auch Kleinschr; überwiegend präd bzw adv A
zu Gegenwart A 1
sinnl od geistig, vorstellungsmäßig präsent a
bezogen auf kürzere Anwesenheit: bei einem best Ereignis, Geschehen, Unternehmen uä zugegen, anwesend, an Ort u Stelle; häufig ‘g. sein (bei jdm, etw, als etw)’, ‘g. bleiben, sich g. befinden’, auch ‘der, die G-e(n), G-es’ α
iS einer wachen, aufmerksamen, von innerer Teilnahme getragenen Präsenz; auch in Vbdgn wie ‘jdn g. glauben, als g. denken’ (in der Vorstellung persönl Gegenwart); vereinzelt mit DatObj od ellipt Mignon .. war überhaupt immer g., wenn Wilhelm las oder declamirte, verließ ihn nicht mit den Augen GWB51,259,11 ThS III 12 Wilhelm faßte .. einen hohen Begriff von den Gesinnungen des Mädchens [
gefangene Tochter des Aktuarius], indeß .. die g-en Bürger Gott dankten, daß dergleichen Fälle in ihren Familien .. nicht vorgekommen .. waren GWB21,74,14 Lj I 13 Vorgestern war ich g. der Trauung [
Herders] GWBB2,84,6 Kestner [4.5.73] Das Entzücken der Freunde [
Wilh, Lenardo, Friedrich] verbreitete sich über alle G-en; ein Freud- und Segensruf erscholl die ganze Tafel her GWB25
1,73,6 Wj III 1 GWBB2,295,20 Fahlmer [2. Hälfte Sept 75 Korr DjG
35,260] GWBB35,252,21 Reinhard 31.1.22 GWBB23,183,13 Seebeck 29.11.12 K Gespr Kanzl Müller 11.1.30
uö(häufig) im Spannungsfeld von Gegenwart u Abwesenheit, Realität u Idealität bzw Phantasie, vor 1800 bes in Br an Frau von Stein; in ambivalenter Einschätzung des Wertes persönl Anwesenheit ich werde nichts vergessen. Ich dencke in Abwesenheit so gut als g., dem Verlangen derer die ich liebe genüge [
Korr GWBB50,204] zu tuhn GWBB1,168,14 KSchönkopf 1.11.68 immer Briefe von mir .. so habt ihr den Begriff von mir als eines abwesend Lebenden, da ihr mich so oft als einen g. Todten bedauert habt GWB32,56,5 ItR Adieu meine innig Geliebte .. Wie du mir g. alles bist so bist du es auch in der Abwesenheit GWBB6,112,26 ChStein [27.]12.82 Nicht leicht ist jemand mit dem Conterfei eines G-en zufrieden, und wie erwünscht ist uns jeder Schattenriß eines Abwesenden oder gar Abgeschiedenen GWB26,193,19 DuW 4 Eduard hielt nur Ottilien in seinen Armen; Charlotten schwebte der Hauptmann näher oder ferner vor der Seele, und so verwebten .. sich Abwesendes und G-es reizend und wonnevoll durch einander GWB20,131,25 Wv I 11 der Abwesende ist eine ideale Person; die G-en kommen sich einander ganz trivial vor. Es ist ein närrisch Ding, daß durch’s Reale das Ideelle gleichsam aufgehoben wird GWBB46,110,6 Zelter 19.10.29 GWB18,321,1 Nov GWBB25,323,8 Voigt 10.5.15 GWB2,125 Eros, wie seh’ ich 4 Gespr(He2, 938) ASchopenhauer nach JFrauenstädt [1814]
uö β
iS eines einfachen (eher passiven, auf eine Zuschauerrolle beschränkten) Dabeiseins Wölfchen [
der Enkel] war g., hielt sich still und horchte zu GWBTgb 28.2.29 [
Marquise zum Domherrn:] Schon diesen ganzen Abend scheinen Sie nur dem Körper nach g. GWB17,119,21 GrCoph I 1 GWB36,58,15 TuJ
uö γ
iS einer (auch jur verbindl) Zeugenschaft seine [
des verstorbenen Zeichenlehrers Kraus] .. Wohnzimmer einstweilen versiegeln zu lassen. Von unsrer Seite könnte Professor Meyer .. etwa g. seyn GWBB19,229,17 Voigt 6.11.06 GWB20,385,28 Wv II 16 GWB30,18,16 ItR
uö δ
als präd Attr: iSv in persönl Gegenwart, Anwesenheit Mir ist .. wieder manches Angenehme zugekommen; manches und vielleicht gerade das Beste ließe sich freylich nur g. und gelegentlich mittheilen GWBB24,99,21 Knebel 12.1.14 [
mBez auf Verhandlungen üb Holzabgaben] Weege ausfündig zu machen, worauf allerseits Interessenten befriedigt werden können, ist der Entzweck der Conferenz .. dies kan blos g. geschehen A1,114,13 Votum [24./30.11.80] GWBB5,314,19 Ernst II 22.4.82 GWBB5,121,19 Lavater 7.5.[81]
uö b
ausgeweitet im Hinblick auf die Verweildauer α
bezogen auf einen (längeren) Aufenthalt, Besuch bzw das Ansässig-, Heimischsein an einem Ort, auch mit Betonung der inneren Beteiligung, des Engagements; ‘der G-e’ für den an einem Ort Wohnenden (u einem best Kulturkreis Angehörenden), ‘g-er Fremder’ für Besucher, mBez auf Schauspieler (zugl) iSv engagiert, unter Vertrag stehend Diese Nachricht von Rousseau’s Briefen [
Rez in JALZ] macht wirklich der g-en Dame [
Fr vStaël] bey mir ein böses Spiel GWBB17,16,17 Schiller [23.1.04 Korr B30,265] [
mBez auf die Lage vor der Schlacht bei Jena u Auerstedt] Die Herzogin Mutter bewohnte Tiefurt, Capellmeister Himmel war g., und man musicirte mit schwerem Herzen GWB35,270,1 TuJ [
Resümee vergangener Monate] Ich habe mich in allerley Arbeiten versenkt, viel mit g-en Freunden und durchreisenden Fremden gelebt GWBB20,5,4 Jacobi 11.1.08 Sie haben mir bedenkliche Geschäfte [
Neuordnung der Jenaer Bibliotheken] aufgeladen, wo man wenigstens das erste halbe Jahr mit Sinn und Geist g. seyn muß GWBB28,358,14 Zelter 31.12.17 Hieraus sieht man denn, daß nur der G-e, [gegenwärtige GWB42
1,136,16 Var] Mitgenießende allenfalls mit zu urtheilen hätte; und vielleicht nicht einmal der g-e Fremde GWB41
1,141,21u23 KlassRomantItal GWBB24,317,24 Schlichtegroll 24.7.14 GWBB41,264,12 Boisserée 30.12.26 GWBB48,223,20 Zelter 9.6.31
uö β
iSv auf Erden, am Leben befindlich, (über den Tod hinaus) daseiend, auch ‘die G-en’ iSv Lebenden (iUz den ‘Vergangenen’) Beruhigung .. wo wir den höchstseligen Herrn [
Carl August] noch immer als g. denken dürfen, indem dasjenige, was er begonnen .. in stetigem Wachsthum .. sich erweist GWBB45,176,23 Loder 22.2.29 [
Athene zu Achill üb dessen Nachleben:] Allen erhebst du das Herz, als g., und allen | Tapfern verschwindet der Ruhm sich auf dich Einen vereinend Achilleis 573 Nimm .. meinen Danck für deine nie versiegende Liebe, dein immer lebendiges Andencken an die G-en deine Treue für die Vergangnen GWBB21,180,7 Bettina 5.2.10 GWBB20,52,5 JChFrommann 27.4.08 GWB33,234,7 Camp
uö c
mit stärkerer Hervorhebung von Tätigkeit, Wirken, auch ‘g. sein’ iSv (mit)wirken, aktiv teilnehmen, einmal für die Omnipräsenz des Erzähler-Ichs Dieses Geschäft [
Arbeit an DuW] .. beschäftigte mich .. dergestalt daß mein wirklicher Zustand den Charakter einer Nebensache annahm, ob ich gleich überall wo ich durch’s Leben hingefordert wurde, gleich wieder mit ganzer Kraft und vollem Sinne mich g. erwies GWB36,63,6 TuJ Brutus .. In dieser Stirne ist .. ewig g-es, ewig würkendes, nie ruhendes Leben, Drang und Weben! GWB37,357,13 PhysiognFragm Darf doch der epische Dichter, als welchem der Romanschreiber sich auch wohl anfügt sich das Recht anmaßen überall nach Belieben g. zu seyn GWB25
2,87 Wj II 4 Var GWBB43,214,27 Reichel 29.12.27 GWB35,294,9 TuJ Plp
uö von göttl Wirksamkeit, Hilfe das augenblickliche Anerkennen der Schiffer und Fischer [
beim Sturm auf dem See Genezareth], daß der Sohn Gottes bei ihnen g. sei GWB49
1,434,5 Zu malende Gegenstde d
zur Bezeichnung geistiger Gegenwart, Nähe α
innerlich präsent, geistig anwesend, mehrf ‘im Geiste, in Gedanken g. sein’, in der Negation iS geistiger Absenz, Entrückung Schäckesp. Nahmenstag .. Wenigstens sollen Sie im Geiste g. seyn B(DjG
32,64,9) Herder [Sept 71] daß alle weimarische Geister und Gemüther in Berlin mit den treusten Segenswünschen g. sind GWBB42,208,11 SteinAltenst 3.6.27 K es ist eine große Wohlthat für eine Stadt, wenn sich ein höhrer Sinn für irgend eine Kunst aufschließen läßt, woran ich auch abwesend theilnehme, mit Geist und Herz g. GWBB34,53,12 Willemer 23.12.20 [
Lucidor:] O mein Vater! Könntest du unsichtbar g. sein, mich durch und durch schauen, du würdest dich überzeugen, daß ich noch derselbe bin, immer der treue, gehorsame, liebevolle Sohn GWB24,127,8 Wj I 8 auch aus der Ferne g. Goethe GWBB29,9,27 ABrentano 16.1.18 [
mBez auf die emotionale Wirkung von Musik] Bei der folgenden Strophe floß die Societät gleichsam aus einander, jeder fühlte sich einzeln, abgesondert, niemand glaubte sich mehr g. GWB25
1,149,12 Wj III 6 GWBB44,69,6 Stadt Nürnbg 21.4.28 GWBB36,31,4 Voß dJ 26.4.22 K GWBB39,165,15 Zelter 3.4.25
uö β
iSv geistig wach, beweglich, aufmerksam, konzentriert, idVbdg ‘g-en Geistes’ iSv geistesgegenwärtig, einmal (superl) vom Auge Schon jetzt [
zu Reisebeginn], daß ich .. immer aufmerksam, immer g. sein muß, gibt mir .. eine ganz andere Elasticität des Geistes GWB30,34,26 ItR ~ GWBT1,176,2 v 11.9.86 Ich schien abwesend, sprach er [
Lenardo], aber nur deßhalb weil ich mehr als g. war GWB25
1,99,11 Wj III 3 Um die Stadt vom Übel zu retten .. das schwache Geschlecht .. | Zeigte sich tapfer und mächtig, und g-en Geistes [< mit g-em Geiste] GWBHermDor VI 103 sein [
Schuppachs] Auge das g-ste das ich glaube gesehn zu haben. Blau, offen, vorstehend, ohne Anstrengung beobachtend pp. GWBB4,90,23 ChStein 20.10.79 GWBB3,240,2 Merck 5.8.78 GWB39,381,8 Iph
1 IV 4 AA38,14 Werth I
uö iSv bewußt (iGz ‘unbewußt’) halb g. halb unbewußt lasse er [
Flavio] alles geschehen GWB24,317,24 Wj II 5 γ
‘jdm g. sein, bleiben’ uä, vereinzelt komp: innerlich nahe, vertraut, (in Liebe, im relig Gefühl) eng verbunden, auch: deutlich, anschaulich vor Augen [
Prometh:] Und so mit dir und mir | So ein, so innig | Ewig meine Liebe dir! [
Minerva:] Und ich dir ewig g.! GWB39,200 PromethFragm 1773 Vs 117 [
nach dem Abschied von Friederike:] Ich fühlte nun erst den Verlust den sie erlitt .. Sie war mir ganz g.; stets empfand ich, daß sie mir fehlte GWB28,118,14 DuW 12 Wie ich an dich dencke, wie du mir g. bist, wie deine Liebe mich leitet GWBB6,151,16 ChStein 16.4.83 Rembrandt, Raphael, Rubens kommen mir in ihren geistlichen Geschichten wie wahre Heilige vor, die sich Gott überall .. g. fühlen GWB37,318,28 Falconet GWBB6,45,24 ChStein 26.8.82 GWB25
1,35,4 Wj II 10 GWBB16,291,21 JMüller 4.9.03
uö δ
in Wdgn wie ‘etw (jd) ist, scheint, bleibt (jdm) g.’, ‘etw steht g. vor jdm’, ‘etw g. haben, (be)halten’ uä, auch komp u (vereinzelt) superl: klar (erkennbar), deutlich (ersichtlich), offenbar (vor Augen), oft mit Hervorhebung der Anschaulichkeit, Plastizität, Eindringlichkeit des im Bewußtsein, in der Vorstellung Aufgehobenen, Bewahrten; mit verstärkenden Angaben wie ‘vollkommen, überhaupt, stets, höchst, ganz’; auch in bildl Aktivierung der konkr Bed Sie [
Gfin vWerthern] kennt den größten Teil vom vornehmen, reichen, schönen, verständigen Europa .. das Leben, Treiben, Verhältniß so vieler Menschen ist ihr g. im höchsten Sinne des Worts GWBB5,77,12 ChStein 11.3.[81] Gewöhnlich erwarb ich [
G] ihre [
der Mitmenschen] Gunst, aber nicht ihren Beifall. Was mich beschäftigte, war mir vollkommen g.; aber ich fragte nicht, ob es auch andern gemäß sein könne GWB26,314,24 DuW 5 Lange leben heißt gar vieles überleben .. Wir überleben uns selbst .. Alles dieses Vorübergehende lassen wir uns gefallen; bleibt uns nur das Ewige jeden Augenblick g., so leiden wir nicht an der vergänglichen Zeit GWBB37,19,8 Gfin Stolbg 17.4.23 Eine neue Theorie kann dem nur eigentlich recht interessant seyn, dem alle Phänomene g. sind, welche sie zusammen zu fassen und besser als vorher geschehen zu erklären verspricht GWBB10,155,5 JFAGöttling [28.4.94] K Jene [
oriental] Dichter haben alle Gegenstände g. und beziehen die entferntesten Dinge leicht auf einander GWB7,76,13 DivNot [
mBez auf G-s Tischgesellschaft in Straßb] ungefähr zehen Personen .. ältere und jüngere. Von diesen letztern ist mir am g-sten einer, genannt Meyer GWB27,232,13 DuW 9 es ist von Erscheinungen die Rede, die man vor den Augen des Leibes und des Geistes g. haben muß GWBN1,99,20 FlD 242 GWBN6,66,4 MetamPfl 78 GWB27,345,2 DuW 10 GWBN7,94,9 Rez:AHumboldt GWB21,275,4 Lj III 7
uö 2
für das Vorhandensein, die Existenz von Gegenständen, Phänomenen, auch in Berührung mit B a
greifbar wirklich, anschaulich vor Augen, tatsächlich, konkret; öfter neben verwandten Begriffen wie ‘lebendig, wirklich, wahr’, mehrf ‘das G-e’ für das jdn (momentan) Umgebende, das sinnl Gegebene, Gegenständliche; iZshg kunsttheoret Betrachtung einmal negativ in Kritik eines platten Realismus Wenn dieser [
der Begriff] sich in einem gemeinen, gewöhnlichen, faßlichen Bilde verkörpert, so daß er uns als lebendig, g., wirklich entgegen tritt .. das ist denn auch eine zweite Art von Wunder GWB24,252,7 Wj II 2 Das Verhältniß zu dem, was man liebt, ist so entschieden, daß die Umgebung wenig sagen will; aber daß es die gehörige, natürliche, gewohnte Umgebung sei, dieß verlangt das Gemüth. Bei meinem lebhaften Gefühl für alles G-e konnte ich mich nicht gleich in den Widerspruch des Augenblicks finden GWB28,35,19 DuW 11 Ich danke dem Himmel, daß mir fürs G-e die Augen immer heiterer werden GWB32,395,6 ItR Var [
mBez auf krasse christl Bildmotivik] man ist immer auf der Anatomie, dem Rabensteine, dem Schindanger, immer Leiden des Helden, niemals Handlung, nie ein g. Interesse, immer etwas phantastisch von außen Erwartetes GWB30,164,16 ItR ~ GWBT1,307,12 v 19.10.86 Es schien, als wenn ihn diese Trauer [
üb den Tod seiner Frau] zum Bedeutenden erhübe, da er sonst nur alles G-e gemahlt hatte GWB47,134,8 Samml 2 GWBN11,220,13 Luft GWB33,220,18 Camp GWB30,77,8 ItR ~ GWBT1,213,25 v 19.9.86
uö b
materiell od virtuell vorhanden, vorkommend (u wirkungsmächtig, aktiv bzw verfügbar), wirklich da, dabei α
bezogen auf Hervorbringungen der Natur u Kultur, öfter (bes iZshg morphol Betrachtung) ‘in, bei etwas g. sein’, auch in bildl-symbolischem Zshg; ‘das G-e’ für das unmittelbar in Erscheinung Tretende, Bestehende, für die (zu einem best Zeitpunkt) existierende Schöpfung wie für den (augenblickl) Besitz Wir dürfen behaupten, daß der Knochenbau aller Säugethiere .. nicht allein im Ganzen nach einerley Muster und Begriff gebildet ist, sondern daß auch die einzelnen Theile in einem jeden Geschöpfe sich befinden .. Alle Theile .. sind bey einem jeden Thiere g. GWBN13,202,21 Morph Plp Sie [
die Natur] wirkt ewig lebendig, überflüssig und verschwenderisch, damit das Unendliche immerfort g. sey, weil nichts verharren kann GWBB49,38,4 Zelter 13.8.31 Eine Besonderheit, die ihn sowohl als Künstler als auch als Menschen immer bestimmt ist die Reitzbarkeit und Beweglichkeit welche sogleich die Stimmung von dem g-en Gegenstand empfängt, und ihn also entweder fliehen oder sich mit ihm vereinigen muß GWB42
2,507,11 Selbstschilderung [1797] [
mBez auf das geplante Denkmal des ‘Guten Glücks’] Sieh, ob du etwas über ihn [
Füßli] vermagst und ob du, der fröhlichen Zeiten, die wir wieder gelebt haben, immer g-es Siegel dadurch, auf unsere Rechnung druken kannst GWBB4,146,10 Lavater [3./5.12.79 Korr SchrGG 16,89] die Elohim .. hatten die Wahl, jene Äonen abzuwarten, in welchen .. ihnen Raum zu einer neuen Schöpfung geblieben wäre, oder ob sie in das G-e eingreifen .. wollten GWB27,220,5 DuW 8 GWBB12,255,18 Voigt 24.8.97 GWBPand 15 GWBN1,298,1 FlD 742 GWBN6,73,3 MetamPfl 88 GWB49
1,153,9 Antik uModern
uö iSv bleibend (iGz ‘vorübergehend’) Was wir von Natur sehen, ist Kraft, die Kraft verschlingt, nichts g., alles vorübergehend GWB37,210,11 FGA Sulzer,SchöneKünste [G/Merck] β
bezogen auf objektive (ethische, moral) Größen, Empfindungen, Eindrücke, seelische, geistige, atmosphär Kräfte uä [
aus Eisenach] Einigemal überfiel mich ein recht schmerzliches Verlangen nach dir, und nahm mir den Genuß des g-en Guten GWBB6,287,26 ChStein 7.6.84 [
mBez auf G-s Besteigung des Vesuvs] Wie aber durchaus eine g-e Gefahr etwas Reizendes hat .. GWB31,30,15 ItR Wahrhaft Liebende betrachten alles was sie bisher empfunden, nur als Vorbereitung zu ihrem g-en Glück GWB29,158,10 DuW 19 außer den Gedanken, welche jene gebildeten Gestalten [
im Saal der Vergangenheit] erregten, außer den Empfindungen .. schien noch etwas andres g. zu sein, wovon der ganze Mensch sich angegriffen fühlte GWB23,200,12 Lj VIII 5 GWB47,112,26 ÜbLaokoon GWB28,73,19 DuW 11 GWB7,248,23 DivNot
uö c
als Qualität einer künstlerischen Darstellung, (biogr) Schilderung iSv plastisch greifbar, wirklichkeitsgetreu, sprechend Der Dichter ist angewiesen auf Darstellung. Das Höchste derselben ist, wenn sie mit der Wirklichkeit wetteifert,
d. h. wenn ihre Schilderungen durch den Geist dergestalt lebendig sind, daß sie als g. für jedermann gelten können GWB42
2,176,10 MuR(510) Tausend und Eine Nacht. Der Stoff real, durchaus g. [< wirklich], durch unübersehlichen Reichthum oft lastend nie lästig GWB53,394 Zu:1001 Nacht [
mBez auf ChLebruns Gemälde der Jabachschen Familie] Der ehemalige reiche Inhaber dieser Wohnung saß mit seiner Frau, von Kindern umgeben, abgebildet: alle g., frisch und lebendig wie von gestern, ja von heute, und doch waren sie schon alle vorübergegangen GWB28,286,11 DuW 14 GWB42
2,74,6 ÜbDante [< lebendig] GWBB29,313,20 Trebra 20.10.18 K
uö d
abgeschwächt iSv (jetzt) vorliegend, zur Betrachtung, Beurteilung anstehend α
bezogen auf Gegenständliches, überwiegend in Vbdgn wie ‘g-es Buch, Schreiben, Werk, Manuskript’ uä, oft ‘G-es’ verkürzt für vorliegendes Schreiben, Werk, Manuskript uä, auch ‘mit G-em, durch G-es’, mehrf im Briefbeginn od -ende Nun wünscht’ ich aber, daß nichts den ersten guten Eindruck des g-en Büchleins hindern möge. Ich entschließe mich daher zu erläutern, zu erklären GWB7,3,22 DivNot Einl Indem er [
Diderot] also für die g-e Schrift eine Gesprächsform wählte, setzte er sich selbst in seinen Vortheil GWB45,207,15 RamNeffeAnm im dritten Hefte g-er Zeitschrift [
KuA] GWB41
1,144,3 Urteilsworte frzKrit II Kunstfreunde, die wir durch g-es Werk [
‘Propyläen’] zu interessiren gedenken GWB47,6,17 PropylEinl wünsche ich doch durch G-es [
‘Entwurf einer Farbenlehre’] gebildete Leser in den Stand zu setzen, vorläufig einzusehen, wovon eigentlich die Rede sei GWBN5
1, 324,27 Fl ÄltEinl GWBB27,214,9 Frh vStein 6.11.16 K GWBN5
1,14,10 BeitrOpt I 21 GWBN2,203,14 FlP 440 GWBB48,255,12 Loder 22.6.31
uö(häufig) vereinzelt in Korrespondenz mit ins Zeitliche weisenden Begriffen mir zu vermelden, was mir sowohl für das G-e als für das Vergangene zu entrichten obliegt GWBB43,257,20 Parish 21.1.28 K GWBB42,11,20 NMeyer 11.1.27 GWBB40,299,9 Beust 20.2.26
uö β
in Vbdgn wie ‘g-er, im, in, bei dem g-en (..) Fall(e)’, ‘zu g-em (..) Zweck’ uä Der g-e Fall, die g-e Vorrichtung ist doch von jenen [
vorher beschriebenen] himmelweit unterschieden GWBN2,84,3f FlP 139 Die Versuche zu dem g-en Zweck [
Darstellung sämtlicher Farben durch Kombination von Rot, Gelb u Blau] sind mit trocknen [
Pigment-] Pulvern anzustellen GWBN4,191,28 FlH VI Es ist nichts neues daß eine Sache in Gericht .. verschleifft wird; ob es aber bey vielen wie bey g-er geschehen, mögten Wir fast zweifeln DjG
35,397,15 RAnw 7.8.75 GWBN1,99,9 FlD 242 GWBN7,171,23 PrincPhilZool I A2,586,17 GehConsilium 6.1.99
uö(häufig) B
zeitl, häufig neben u iUz Vergangenem bzw Zukünftigem 1
für an den Augenblick Gebundenes, aktuell Momentanes a
augenblicklich, jetzig α
iVbdg mit Zeitbegriffen, öfter (heraushebend) ‘g-er (..) Augenblick, Moment, Zeitpunkt’ Was bin ich denn gegen das All? sprach er [
Wilh] .. Nach einem kurzen Überdenken jedoch fuhr er fort: Das Resultat unsres heutigen Abends lös’t ja auch das Räthsel des g-en Augenblicks GWB24,181,8 Wj I 10 [
Sphinx zu Meph:] Was sagst du zu der gegenwärt’gen [ernsten
Var; Zauber
weitere Var] Stunde? GWBFaust II 7126 in g-en bedeutenden Momenten [
Verlobung der Prinzessin Marie mit dem Prinzen Karl vPreußen] GWBB41,256,11 CarlAug 18.12.26 K GWBB44,17,10 Adele Schopenhauer 7.3.28 GWB53,223,15 Rungische Bl
uö mBez auf einen dargestellten Moment als Projektion eines zeitl Nacheinanders in ein räuml Nebeneinander so erinnerte man sich, daß von jeher die bildende Kunst auch eins ihrer schönsten Vorrechte, im g-en Momente den vergangenen und den künftigen und also ganz eigentlich die Bewegung auszudrücken, niemals aufgegeben habe GWB49
1,361,16 Charon,Neugriech β
bezogen auf derzeit vorhandene Gegebenheiten, Umstände, Verhältnisse, ablaufende Geschehnisse, Vorgänge, auch mBez auf ausgeübte Funktionen, eingenommene Positionen, erreichte Stadien uä; auch in bildhaftem Zshg [
in Karlsbad] den g-en Zustand des Sprudels gezeichnet Tgb 21.5.10 die g-e Unruhe des Vesuvs GWBB8,197,12 JFFritsch 20.2.87 Man bemerkte, daß man mit dem g-en Winde noch bequem nach beiden Inseln kommen könne GWB18,370,15 ReiseMegapr eine alte Marketenderin .. schalt grimmig auf die g-en Fürsten und Heerführer GWB33,95,22 Camp [
mBez auf G-s Gesuch um Privilegierung seiner Werke] jenes Gefühl eines unbedingten Vertrauens .. was mich anregt und aufmuntert g-en Schritt zu wagen GWBB39,80,21 Fst Metternich 11.1.25 GWB53,169,24 BeschlußGewerkentag 1791 GWB20,364,27 Wv II 14 GWBN11,73,9 Rez:Stiedenroth
uö(häufig) in Betrachtungen zur künstlerischen Gattungsspezifik, bes im Hinblick auf die Wirkungsart des Dramatischen (in der Diskussion mit Schiller über die Unterschiede von Epos u Drama), auch in kritischer Akzentuierung Der Epiker und Dramatiker sind beide den allgemeinen poetischen Gesetzen unterworfen .. ihr großer wesentlicher Unterschied beruht aber darin, daß der Epiker die Begebenheit als vollkommen vergangen vorträgt und der Dramatiker sie als vollkommen g. darstellt GWB41
2,220,12 Epische u dramatDichtg Meyer hat bemerkt, daß man alle Arten der bildenden Kunst hat bis zur Mahlerey hinantreiben wollen .. So sieht man auch im Gang der Poesie daß alles zum Drama, zur Darstellung des vollkommen G-en sich hindrängt .. Damit nur ja ihrer [
der Menschen] Imagination keine Thätigkeit übrig bleibe, so soll alles sinnlich wahr, vollkommen g., dramatisch seyn und das dramatische selbst soll sich dem wirklich wahren völlig an die Seite stellen GWBB12,382,10u23 Schiller 23.12.97 GWBB12,386,22 Schiller 27.12.97 GWBB35,119,25 Zelter 28.9.21 GWB40,303,17 Üb:Hebel,Ged
uö γ
bezogen auf persönl Erleben, Fühlen, Wollen: unmittelbar auf die sinnl Gegenwart, den aktuellen Moment gerichtet od davon bestimmt (in Berührung mit Bed A), einmal ‘g-stes Leben’ Provinzial- und Stadteifer [
in Ital] .. die Stände sind in ewigem Streit, und das alles mit immer lebhafter g-er Leidenschaft GWB30,189,22 ItR ~ GWBT1,327,5 v 27.10.86 Philine G-e Sinnlichkeit Leichtsinn GWB21,332 Lj Var [
Charakteristik Winckelmanns] Derbe Sinnlichkeit. | Bedürfniß eines g-en Genusses. | Spätes Verhältniß zu den Weibern GWB46,395,7 Winckelm Plp [
Charakteristik G-s, seiner Mutter u Schwester] eine Mutter fast noch Kind, welche erst mit und in ihren beiden Ältesten zum Bewußtsein heranwuchs; diese drei, wie sie die Welt mit gesundem Blicke gewahr wurden, lebensfähig und nach g-em Genuß verlangend GWB27,21,19 DuW 6 Es [
ein Porträt des Hzgs Ernst August] .. bezeichnet einen Mann, der eigentlich nicht nachdenkt, mehr durch den ersten g-en Eindruck sich bestimmen läßt GWBB3,11,21 CarlAug [26.12.75] GWBB32,46,16 Ges ält dt Geschichtskd 5.10.19 GWBB19,480,2 JChFrommann 26.12.07 GWB18,100,6 Unterhaltungen
uö iSv flüchtig, vorübergehend ô möchte sich der betrogne Glückliche nicht schmeicheln, ein Frauenzimmer könne uns mehr gewähren, als den g-en Genuss GWB37,65,10 Arianne an Wetty δ
‘das G-e’ für die unmittelbare Gegenwart, das Aktuelle, die augenblickl Situation, den momentanen Zustand wie (metonym) das in der Gegenwart zu Leistende; meist als Dimension des Wirkens, Handelns, des intensiven Erlebens, der Lebensfreude (ua in Vbdgn wie ‘das G-e genießen’), auch (in symbolhaftem, umfassendem Zshg) im Motiv eines Ineinanders der Zeitstufen, im Wunsch nach Verewigung [
Charlotte:] Die Männer denken mehr auf das Einzelne, auf das G-e, und das mit Recht, weil sie zu thun, zu wirken berufen sind GWB20,8,20 Wv I 1 Als sie [
Makarie] .. ihm [
dem Arzt] nach und nach ihre Zustände beschrieben, das G-e an’s Vergangene angeschlossen und in die Ereignisse [
Vorgänge ihres Innern] einen Zusammenhang gebracht hatte GWB25
1,282,12 Wj III 15 [
Prometh mit einem Wunsch an die Menschen:] Möchten sie Vergangnes mehr beherz’gen, | Gegenwärt’ges, formend, mehr sich eignen, | Wär’ es gut für alle GWBPand 1075 Im G-en Vergangnes [Erinnerung GWB6,314 DivWiesbReg Nr22]. Ros’ und Lilie morgenthaulich | Blüht im Garten meiner Nähe; | .. Und da duftet’s wie vor Alters, | Da wir noch von Liebe litten .. GWB6,20 Titel [
Mönch zu Eugenie:] Den Wunsch der Liebe, die zum All das Eine, | Zum Ewigen das G-e, | Das Flüchtige zum Dauernden erhebt, | Den zu erfüllen ist sein [
des Priesters] göttlich Amt GWBNatT 2742 GWB25
1,221,8 Wj III 12 Tasso 559 GWBB48,71,8 Sternbg 4.1.31 GWB24,364,5 Wj II 7 GWB42
2,185,19 MuR(627)
uö in Abwehr einer Verquickung der Zeiten, in ausschließl Beschränkung auf das Gegenwärtige (als Verpflichtung der Mitglieder des Bundes der ‘Entsagenden’ in Wj) [
G wird durch die hist Schilderungen seines Führers in der Betrachtung der Frühlingsidylle eines Tals gestört] ich konnte ihm freilich nicht deutlich machen, wie mir bei einer solchen Vermischung des Vergangenen und des G-en zu Muthe sei GWB31,94,26 ItR GWB24,52,15 Wj I 4
bezogen auf die dargestellte Dynamik einer bewegten Figur als Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen (vgl B 1 a α) Die schöne Beweglichkeit der Übergänge, die wir an solchen Künstlerinnen [
Tänzerinnen] bewundern, ist hier für einen Moment fixirt, so daß wir das Vergangene, G-e und Zukünftige zugleich erblicken GWB48,144,23 TänzerinGrab b
gerade jetzt, in diesem Augenblick, momentan α
gerichtet auf einen markanten Punkt im Zeitgefüge, häufig in verstärkenden Vbdgn wie ‘schon, bereits, besonders, gleich’ uä; auch in Kritik einer das dynamische Entwicklungselement außer Acht lassenden Betrachtungsweise organischer Phänomene Denken wir nun die Handlung vom Anfang herauf und erkennen, daß sie g. auf dem höchsten Punct steht GWB47,114,2 ÜbLaokoon so sehr man hoffte ihre [
der Lilie] traurige Lage verändert zu sehen, so sehr wünschte man ihr Bild ewig wie es g. erschien, fest zu halten GWB18,255,1 Märchen [
Montan zu Felix:] merke dir, daß du g. auf dem ältesten Gebirge .. sitzest GWB24,42,12 Wj I 3 alles in großer Bewegung .. weil .. unerwarteter Besuch schon g. angelangt sei GWB21,251,16 Lj III 3 da er [
der Botaniker], um zu beschreiben, das [
pflanzl] Organ erfassen muß, wie es g. ist, und daher eine jede Erscheinung als für sich bestehend anzunehmen .. hat, so entsteht niemals eigentlich die Frage, woher denn die Differenz der verschiedenen Formen entsprang GWBN6,359,26 Morph GWBB11,183,5 Voigt [5. od 6.9.96] GWBB10,184,18 Schiller 27.8.94 GWB25
1,25,7 Wj II 9 GWB42
1, 104,3 AndenkByrons
uö(häufig) ‘bis g.’ iSv bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt Bis g. besagt die Badeliste [
in Karlsbad] 542 Personen GWBB19,157,8 Voigt 12.7.06 β
gerichtet auf eine aktuelle Situation, einen spezif Zustand, einen individuellen Rhythmus uä Übrigens sind g. die Hundsposttage das Werk, worauf unser feineres Publikum seinen Überfluß von Beyfall ergießt GWBB10,347,17 Schiller 15.12.95 [
mBez auf die Konkurskonstitution vom 25.5.80] Anordnungen wo sehr viele konkurriren .. G. scheint es die Nothwendigkeit zu erfordern den Punkt des Regreßes .. nochmals in Überlegung zu ziehen A1,157,6 Votum [16.8.81] Das Stück [
‘Iphigenie’], wie es g. liegt, ist mehr Entwurf als Ausführung GWB30,26,13 ItR A(JbSKipp 10,69) Regie Weim [Aug 05?] GWBB9,39,22 Carl Aug 8.10.88
uö c
aus der Perspektive des Erzählers, Schreibers bezogen auf die Aktualität eines früheren Zustands od Geschehens wenn dasjenige was er [
Langer] für mich that, zu jeder Zeit wäre schätzenswerth gewesen, so mußte es mir in meiner g-en Lage höchst verehrlich sein GWB27,194,13 DuW 8 Albrecht Dürern förderte ein höchst inniges realistisches Anschauen, ein liebenswürdiges menschliches Mitgefühl aller g-en Zustände GWB48,208,18 MuR(1089) Die Symphonie zu Egmont brachte er [
Kayser] mit, und so belebte sich von dieser Seite mein ferneres Bestreben, welches g. mehr als jemals .. gegen das musikalische Theater gerichtet war GWB32,142,20 ItR GWB23,293,23 Lj VIII 10 GWB32,190,26 ItR GWB51,231,3 ThS III 8 GWB51,270,21 ThS III 14
uö d
bezogen auf in nächster Zukunft Eintretendes, Geschehendes Daß die Sorgfalt, womit wir die einzelnen Theile des Knochenbaus aufgesucht haben, nicht eine vergebliche Spitzfindigkeit seye, wird sich g. zeigen, wenn wir nähere Betrachtungen anstellen GWBN13,202,12 Morph Plp
uö(selten) 2
für eine etw längere Zeitspanne, meist in Kennzeichnung einer individuellen Lebensphase, einer spezif Arbeitssituation, einer inneren Befindlichkeit [
mBez auf das Verhältnis zu Herder] Wir läugneten die Möglichkeit nicht, solche Verdienste näher zu erkennen .. aber dieß behielten wir uns für spätere Epochen vor: g. wollten wir nur freudig theilnehmen GWB28,75,11 DuW 11 Noch rückt das achte Buch [
‘Wilhelm Meister’] ununterbrochen fort .. So viel ist gewiß, daß mir g. die lange Gewohnheit, Kräfte, zufällige Ereignisse, Stimmungen .. im Augenblicke zu nutzen, sehr zu statten kommt GWBB11,105,6 Schiller 22.6.96 Ich kann in meiner g-en Stille keine andern Plane hegen als solche, die darauf hinausgehen, daß Weimar seinen alten literarischen Ruf erhalten .. möge GWBB19,316,21 Voigt 1.5.07 Wenn Sie sich .. einen Goethe vorstellen können, der im galonirten Rock .. in leidlich konsistenter Galanterie .. einer niedlichen Blondine den Hof macht; so haben Sie den g-en Fassnachts Goethe GWBB2,233,11 Gfin Stolbg 13.2.75 GWBB31,158,5 Blumenthal 28.5.19 GWBB43,59,10 Ficinus 11.9.27 K GWBB30,278 CSartorius 17.5.14 K Var
uö ‘jds G-er’ iSv jds in der Gegenwart Zugehöriger, Verbundener, Liebender Hier ein Zeichen dass ich lebe, dass ich Sie liebe. Und immer Ihr voriger, g-er, und zukünftiger bin GWBB3,53,14 ChStein 22.4.76 3
für längere Zeitphasen; überwiegend in zeitgeschichtl Reflexionen auf kulturelle, polit, weltanschauliche Gegebenheiten, öfter (bes im Alter) mit Hervorhebung zeitkrit Aspekte, in Unterscheidung des Geistes der Epochen, im Spannungsfeld persönl Erfahrung u vorliegender Überlieferung a
derzeitig, der derzeitigen Epoche verhaftet, ihr eigentümlich α
iVbdg mit Zeitbegriffen, mehrf ‘g-e (..) Zeit(en), Epoche’, ‘g-es Jahr, Jahrhundert’ das Eigene hat die g-e Zeit, daß ein ausgestreuter Same irgendwo sogleich Grund faßt; die Empfänglichkeit ist groß GWBN6,188,18 VerstäubgVerdunstgVertropfg [
iZshg mit G-s Ernennung zum Mitglied der Berliner Akademie der Wiss] sagen Sie mir .. ob Sie sich zum Dollmetscher meiner Empfindungen, besonders in den g-en verworrenen Zeiten, wohl machen möchten GWBB19,227,16 Hirt 3.11.06 Charakter und Verdienst der neuern Philologen der verschiedenen Nationen, besonders des vergangenen und g-en Jahrhunderts GWBTgb 26.2.30 Es ist irgendwo gesagt, daß die Weltgeschichte von Zeit zu Zeit umgeschrieben werden müsse, und wann war wohl eine Epoche, die dieß so nothwendig machte, als die g-e GWBB22,28,8 Sartorius [4.2.11] K GWBB16,274,27 Zelter 29.8.03 GWBB21,446,25 Jacobi 19.12.10 K
uö β
bezogen auf in der zeitgenössischen Gegenwart vorhandene (kulturelle) Erscheinungen, (gesellschaftl) Verhältnisse, Umstände uä, mBez auf erreichte (wiss) Positionen, Stadien, in der derzeitigen Epoche lebende Personen(gruppen), Völker; auch ‘die G-en’ iSv Zeitgenossen Nur die g-e Wissenschaft gehört uns an, nicht die vergangne noch die zukünftige GWB42
2,256,19 MuR(1159) das Genie stellt eine neue Schöpfung in die Mitte, Kenner und Liebhaber unterhalten sich über das eben fertig Gewordne, das, wenn das Glück will, auf der Stufe der g-en Cultur steht GWB48,13,10 Preise 1800 Die g-e Welt ist nicht werth, daß wir etwas für sie thun; denn die bestehende kann in dem Augenblick abscheiden. Für die vergangne und künftige müssen wir arbeiten: für jene, daß wir ihr Verdienst anerkennen, für diese, daß wir ihren Werth zu erhöhen suchen GWB42
2,225,4 MuR(896) meine Gedanken über das g-e ästhetische Wesen und Unwesen auf dem deutschen Parnaß GWBB20,272,17 Eichstädt 27.12.08 so hat diesen Vortheil [
unbefangene Teilnahme] jede wahre reine Neigung zur Kunst, daß .. das vergangene so gut wie das g-e Treffliche vor ihr neben einander steht GWB40,123,5 Wunsch freundlBegehren Über das Verhältniß der g-en Griechen, Russen und Engländer GWBTgb 27.7.17 GWB27,297,6 DuW 10 GWB42
2,232,17 MuR(944) GWBB40,161,7 PhilFak Jena 24.11.25 GWBB40,264,21 Naumann 18.1.26 K
uö als Vergegenwärtigung eines Vergangenen durch historiograph Rekonstruktion [
iZshg mit Niebuhrs ‘Römischer Geschichte’] Das Vorübergegangene kann unserm innern Aug und Sinn als g. erscheinen durch gleichzeitige schriftliche Monumente, Annalen, Chroniken, Documente, Memoires GWBB23,162,15 Niebuhr 23.11.12 γ
iUz Vergangenem, Altem: zeitgemäß, modern [
Olimpia:] Wie ich jung war, man wußte von all den Verfeinerungen nichts .. [
Elmire:] Welche Vorzüge gibt uns die g-e Erziehung! GWB38,74,16 ErwElm
1 Asmodée macht anschaulich den Unterschied von jenem Dachabdecker [
im Roman ‘Le diable boiteux’ von Lesage] und von g-er Behandlung eines höchst reichhaltigen Stoffes GWB41
2,364,9 Üb:Livre des Cent-et-un Das Wunderhorn alterthümlich und phantastisch .. Hillers Naturdichtungen, gerade im Gegensatz, ganz g. und der Wirklichkeit angehörig GWB35,260,17 TuJ GWBTgb 13.7.23 GWB47,289,20 Propyl EntwAnz
uö b
in dieser Zeit, in der zeitgenössischen Epoche, heutzutage α
mBez auf erdgeschichtl Zeiträume im Problemfeld von Vergänglichkeit u Dauer, Aufbau u Zerstörung In den höchsten Kalchbergen .. im mittägigen Frankreich, finden sich versteinerte Seethiere die g. nicht mehr lebendig existiren GWBB6,82,17 Merck [Nov 82] [
hinter Regensburg] aufgeschwemmtes gemischtes Erdreich. Den Regenfluß herauf hatte in uralten Zeiten Ebbe und Fluth aus dem Donauthal in alle die Thäler gewirkt, die g. ihre Wasser dorthin ergießen GWB30,7,10 ItR Alle vulcanischen Wirkungen theilen sich in Explosionen des einzelnen Geschmolzenen, und in zusammenhängenden Erguß des in großer Menge flüssig Gewordenen .. Sie können, wie uns die noch g. thätigen Vulcane belehren, gleichzeitig sein GWBN9,90,6 Kammerbg [1808] GWB26,208,4 DuW 4
uö β
mBez auf Wissenschaftsepochen unter den Aspekten Fortschritt/ Rückschritt, Erkenntnis/Irrtum, Antizipation/Sukzession uä Wir können den Menschen nicht als das Urbild der Thiere, die Thiere nicht als das Urbild des Menschen ansehen; die Wissenschaft ist weit genug vorwärts gerückt, daß wir g. die Gestalt finden können, auf welche sich die übrigen Gestalten beziehen lassen GWBN13,199,11 Morph Plp Sonst hatte man nur eine untheilbare Luft. G. sind wir mit mehreren Luftarten bekannt GWBN11,213,10 AtomismDynamism [
mBez auf Sorets Übs der ‘Metamorphose der Pflanzen’] da der erste Vortrag der Metamorphose sehr viel früher ist als die Schöpfung des gegenwärtigen physiologischen Systems, so hat er oft mit Sorgfalt diejenigen Ausdrücke vermieden, welche g. allgemein angenommen sind GWBN13,74,21 MetamPfl Wirkg 1830 Umsichtige, geistreich-junge Männer, deren sich g. so manche wirksam erweisen, möcht’ ich auffordern zu bedenken, daß wir Deutsche schon seit anderthalb Hundert Jahren, mit allem, was die Franzosen früher und später in jedem Felde und Fache hervorgebracht, genugsam bekannt sind GWBN7,361 Morph Plp GWBN6,319,13 Morph FrühEinl GWB47,15,8 PropylEinl
uö γ
mBez auf (kultur)geschichtl Zeiträume, Epochen der Kunst, Philosophie uä [
mBez auf Hamann] was zu jener Zeit Vorrecht eines von Gott und der Natur privilegirten Mannes gewesen, ist g. Gemeingut geworden GWBB31,225,18 Nicolovius [11.7.19] Wer g. über Kunst schreiben oder gar streiten will, der sollte einige Ahndung haben von dem, was die Philosophie in unsern Tagen geleistet hat und zu leisten fortfährt GWB48,201,8 MuR(1064) Wenn nun Bücher und Zeitschriften g. Nationen gleichsam auf der Eilpost verbinden, so tragen hiezu verständige Reisende nicht wenig bey GWBB43,241,12 Carlyle 15.1.28 Wäre dieses Gedicht [
‘Die Geheimnisse’] vor dreißig Jahren .. vollendet erschienen, so wäre es der Zeit einigermaßen vorgeeilt. Auch g., obgleich seit jener Epoche die Ideen sich erweitert .. haben, würde man das nun allgemein Anerkannte .. vielleicht gerne sehen GWB41
1,105,15 ÜbGeheimnisse GWB42
2,172,6 MuR(480) GWB41
2,134,10 Üb:Salvandy,DonAlonzo GWB26,307,15 DuW 5 GWB27,330,5 DuW 10
uö c
‘das G-e’: die zeitgenössische Epoche, das Zeitgenössische (als immanent Gegebenes, Wirksames wie als Erfahrungs-, Erklärungs-, Vergleichsmoment) Es gibt zweierlei Erfahrungsarten, die Erfahrung des Abwesenden und die des G-en. Die Erfahrung des Abwesenden, wozu das Vergangene gehört, machen wir auf fremde Autorität, die des G-en sollten wir auf eigene Autorität machen GWBN3,135,9u12 FlH III [
iZshg mit der Betrachtung Roms] Man kann das G-e nicht ohne das Vergangene erkennen, und die Vergleichung von beiden erfordert mehr Zeit und Ruhe GWB30,261,1 ItR Wann und wo entsteht ein classischer Nationalautor? .. wenn er selbst .. sich fähig fühlt, mit dem Vergangnen wie mit dem G-en zu sympathisiren GWB40,198,14 Literar Sansculottism Wer die Revolution überlebt hat, fühlt sich in die Geschichte hineingetrieben, er sieht im G-en das Vergangene mit frischem, die fernsten Gegenstände heranziehendem Blick GWB40,134,19 FrzHaupttheat [
in Kennzeichnung einer Methode geol Erkenntnis] Neigung zu Vergangenem. Würdigung des Vergangenen | Historisches | Genetisches | Das Vergangene im G-en zu sehen GWBN13,297,4 MinGeol Plp GWB48,164,5 Ruisdael als Dichter GWBB25,414 Cotta 16.5.15 GWB35,172,7 TuJ GWBN4,135,8 FlH VI GWB32,170,27 ItR
uö iZshg allegorisierender Darstellung als Doppelgestalt, in dialektischer Verschränkung der (erstarrten) alten (‘Äon’) u der (wandelbaren) neuen Zeit (‘Äonis’) (Äon und Äonis. Letzte spricht.) Das Gegenwärt’ge kommt in doppelter Gestalt, | Ihr seht es jung, ihr seht es alt; | Zusammen gehen sie noch eine kleine Strecke GWB16,273 Maskenz 1818 Festz 369 4
für das zeitliche (irdische) Dasein iUz ewigen (jenseitigen) Leben Seine [
Lavaters] Aussichten in die Ewigkeit sind eigentlich nur Fortsetzungen des g-en Daseins GWB29,140,4 DuW 19 Der Prediger scheint das Seelenbedürfniß seiner Gemeine dadurch befriedigen zu wollen, daß er .. die Hoffnung auf ein g-es und künftiges Gutes zu beleben gedenkt GWB42
1,17,17 Üb:Krummacher,Reich dGnade Zum einfältigen Wahren wollte man [
im Hause der Fstin Gallitzin] in allem zurückkehren .. So war es mit dem zeitlich G-en; das ewige Künftige hatten sie in einer Religion gefunden, die .. GWB33,232,6 Camp GWB41
2,97,27 Üb:Byron,Cain [
für: present] GWBN12,55,17u22 Üb:Howard [
für: presente] GWB43,372,17 Cell II 13
‘g-er Christus’ iUz ‘künftigen’ Gespr Eckerm 16.3.30 Armin Giese A. G.