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Fleisch

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Fleisch

Bd. 2, Sp. 985
Wossidia Fleisch -ee-, ä. Spr. bis um 1850 auch Fleisk, -ee- n. Fleisch Chytr. 97; 441; Mi 23a. 1. im menschlichen und tierischen Körper: 'unse here ut sineme grave stunt, de seghene din vlesch unde din blot' (im Tobiassegen; Ro um 1400) Bartsch 2, 328; 'Du worm in diesem fleische, In dem werden heiligen geiste, Du sollest den Knaken Das fleisch nicht ethen Und das bloeth nicht drinken Und die sehnen nicht tagen' (im Heilspruch; Ro 1584) 21; De See dei liggt in 'n Sand, Dat Fleisch dat steiht in 'n Brand (Spruch gegen Brandwunden und -blasen) 384; Brand, fall in 'n Sand, Fall ut Fleisch, So deit mi nich mehr weih (dgl.) 389; 'kum up minen Schoot, Den kanstu dinen Fleisck (deinem Sitzfleisch) noch woll tau nütte macken' (Ro 1711) Kohf. Hg. 8, 2; sehr häufig in Verbindung mit Blaut: die ihr Kind im Scherz kneifende Mutter fragt: Wat is dit? — Fleisch un Blaut Wo. V. 3, 376 a; b; Rätsel vom Sattel: Dreggt Fleisch un drückt Fleisch, Is sülwst von Fleisch un Blaut, Hett doch kein Fleisch un Blaut 1, 89 c; von der Erbse: De oll lütte Wölterblock Hett nich Rock oder Stock, Nich Fleisch oder Blaut 196 b; Überheblichkeit und Splitterrichterei werden abgewiesen: wi sünd jo man all' Minschen von Fleisch un Blaut RoRostock@SanitzSan; wo der Tagelöhner seine Arbeitskraft verbraucht hat, dor hett hei sin Fleisch un Blaut laten WiWismar@GolchenGolch; dem Diebe wird das gestohlene Gut ok nich tau Fleisch un Blaut slahn nichts ein bringen Wa; Bri. 5, 108; als Ausdruck der nahen Verwandtschaft: Min Fleisch un Blaud (mein Kind) hett dat nich dahn! Reut. 5, 422; ehr eigen Fleisch un Blaut (die eigenen Kinder) Bri. 5, 161; von Gottes Menschwerdung: Fleisch un Blaut warden: 162; mit Bein: vom gespenstischen Gälknœker heißt es: wir hei ok Fleisch un Bein? RoRostock@BlankenhagenBlank; Hei is jo ok von Fleisch un Bein (hat seine sinnlichen Triebe) Reut. 5, 346; mit Knaken: der alte Tagelöhner, der den Hof, auf dem er lange gedient hat, verlassen soll, sagt bekümmert: dat Fleisch heff ick dor laten, un dei Knaken sœlen nu vörwarts WaWaren@ZiddorfZidd, oder: wo dat Fleisch bläben is, kœnen dei Knaken ok bliben Wa; mit Fell: Belege s. dort. Zss.: Dick-, Jumfern-, Kettel-, Siden-, Tähnenfleisch. 2. als Nahrungsmittel: die Fleischnahrung hatte früher in Stadt und Land bei weitem nicht den heutigen Umfang; beim Bauern wurde nur an den zwei oder drei Fleischdagen (s. d.) jeder Woche gekocht und Fleisch gegessen; der Teller mit Fleisch wurde in feststehender Reihenfolge, mit dem Buer und Grotknecht beginnend, herumgereicht; an den übrigen Wochentagen gab es Aufgewärmtes, dazu vielfach zweimal Hering, einmal in der Regel Pfannkuchen. Beliebter Festbraten war die Grapenbrad', d. h. Rindfleisch mit Backawt, in eisernem Topf (Grapen) gebraten; doch wurde der Schweinebraten jedem andern vorgezogen: Gaus'brad' sall dei best sin, un Swiensbrad' is 't, sagte der Bauer; von den Wohlhabenden wurde das Gänsefleisch mit dem Blute sauer eingekocht zu Wittsuergaus'fleisch und bis zur nächsten Ernte aufbewahrt. Die Erntezeit war und ist noch allgem. eine Zeit stärkeren Fleisch- und Wurstgenusses, so daß vielfach dazu ein Schaf, Kalb, kleines Schwein oder Rind bes. geschlachtet wird; ebenso die Vullbuuksabende (s. d.) des 24. und 31. Dezember. In den besseren Gegenden schlachtete auch der Ärmste jährlich sein Schwein und einige Gänse, deren Fleisch teils gepökelt, teils geräuchert wurde, und in der Instruktion für Pfandbriefträger (Domänen pächter) von 1825 wird als jährliches Fleischkontingent für die Gutsleute '½ Schaaf, ½ Schwein, ⅙ Kuh' auf die Person zur Speisung festgesetzt; der städtische Handwerksmeister kann daher bei einem Besuch auf dem Lande seinen Sohn ermuntern: ät du man Fleesch, min Sœhn, wi sünd hier up 'n Lann' (1887) RoRostock@KörkwitzKörkw; denn in Ro hieß es noch 1885: Fleesch wat un Kartüffel satt. Bei magerer Fleischkost tröstet wohl das Wort: is nich geseggt, dat dei Supp mit teihn Pund Fleisch dei best is, sondern auf die Zubereitung kommt 's an HaHagenow@TeldauTeld. In der Stadt suchten die Schlachter nicht selten durch Aufblasen des frischen Schlachtfleisches die Käufer zu übervorteilen, so daß hiergegen 1783 ein nachdrückliches herzogliches Verbot erging Sa. Land.-Ges. 5, 439; Jb. 2, 119. Scherzfrage: wecker Tier hett dat säutste Fleisch? Dei Floh, dor licken sick dei Frugenslüd' dei Finger all ihrer nah, ihrer sei em fat't hebben Wo. V. 1, 599. Weiterer sprachlicher Niederschlag: 'versch (frisches) vlesch ... kopen' (1350) UB. 10, 389; 'wes van vlesch hanget in dem wymen' (Ro 1378) 19, 315; dit Stück Fleesk Babst 1, 5; 6; wer sich schneidet, wird gefragt: hest nich Fleisch naug hatt? (1892) Wa; zur Abfertigung einer törichten Frage, unglaubwürdigen Ausrede oder dgl. dient das Wort: ick fauder dei Swin nich so sihr üm dat Fleisch, säd' dei Mamsell, as üm dei schönen Feddern RoRostock@KlockenhagenKlock; häufig formelhaft mit Brot verbunden: Fleesch un Brot Maakt Backen rot RoRostock@GehlsdorfGehlsd; im winterlichen Krähenruf: Fleesch un Brot is knapp Wo. V. 2, 723; im Anruf an den Sonnen käfer: bring' mi 'n gaut Stück Fleisch un Brot 1422; an den Maikäfer: Fleisch un Brot dat smeckt di 1447; 1479; an den Schmetterling: ick will di Fleesch un Brot gäben 1482; 1484; 1486; mit Knaken: wenn sich Unkraut oder andere Mängel im Korn zeigen, sagt der Landmann wer hett Fleisch ahn Knaken un Holt ahn Knorren? WaWaren@JabelJab. Dem Volksglauben nach stechen den, der am Karfreitag kein Fleisch ißt, im Sommer die Mücken nicht Bartsch 2, 259; dem Bräutigam steckt man vor der Trauung etwas Brot und Fleisch ins Zeug; dann wird er daran keinen Mangel haben 61; vor Gallen (16. 10.) soll man nicht schlachten, sonst gäält dat Fleisch (wird gelb, ranzig) Schw; Ma; Ro; oder mindestens dei Speck ward gäl Pa; Schö; auch am St.-Gallus-Tage noch nicht: dat Fleisch ward galstrig Ha; Schö; später verdarwt dat Fleisch nich mihr Lu; Pa; Wa; Sta. Zss.: Gaus-', Hamel-, Häuhner-, Kalf-, Küken-, Ossen-, Pierd'-, Rind-, Swinfleisch; Appel-, Melk-, Päk-, Päkel-, Rok-, Schinner-, Schrat-, Suerfleisch. — FN.: Fleischbarg, -karren. — Mnd. vlêsch n. — Br. Wb. 1, 412; Dä. 123a; Kü. 1, 474; Me. 2, 138; Schu. 13; Teu. 1, 77.
6059 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    fleischst. N.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    fleisch , st. N. Vw.: s. vleisch

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fleisch

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Fleisch , des -es, plur. inus. 1. Eigentlich. 1) Alle weiche Theile der thierischen Körper, welche nicht Knochen, Ha…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fleisch

    Goethe-Wörterbuch

    Fleisch A bei Mensch u Tier: (weiche) Körpersubstanz, (form- u gestaltgebendes) Muskelgewebe 1 in spezif anatom-morphol …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fleisch

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Fleisch , das aus Muskelsubstanz bestehende Nahrungsmittel, je nach dem Thiere, welchem es entnommen, mit sehr verschied…

  5. modern
    Dialekt
    Fleisch

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Fleisch [Flai Bf. Str. Wörth ; Flèi M. ; Flǽ Barr ; Flæì K. Z. Betschd. ; Flá Bühl Tieffenb. ; Flê Saarun. Hirschl…

  6. Sprichwörter
    Fleisch

    Wander (Sprichwörter)

    Fleisch 1. Alles Fleisch ist Heu. – Psalm 101, 12; Schulze, 38. Jeder Mensch ist sterblich. Frz. : Tout ce qui est chair…

  7. Spezial
    Fleisch (der Drucktype)n

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Fleisch , n (der Drucktype) заплечико , ср (литеры)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fleisch

841 Bildungen · 706 Erstglied · 126 Zweitglied · 9 Ableitungen

Ableitung von fleisch

fl + -e + -isch

fleisch leitet sich vom Lemma fl ab mit Suffixen -e und -isch.

fleisch‑ als Erstglied (30 von 706)

fleisch als Zweitglied (30 von 126)

Fruchtfleisch

RDWB1

Fruchtfleisch n (kein Bezug zu "мясо" oder "плоть") мякоть

Gammelfleisch

RDWB1

Gammelfleisch n (Lakune) тухлое мясо, порченое мясо, испорченное мясо

Sitzfleisch

RDWB1

Sitzfleisch n er hat kein ~ idiom. - у него шило в одном месте идиом. ; кому-л. на месте не сидится идиом.

Zahnfleisch

RDWB1

Zahnfleisch n auf dem ~ gehen / kriechen idiom. - (ползти) на карачках (от усталости) идиом. , разг. , язык на плече идиом. , разг. , еле / …

Auge(n)fleisch

Idiotikon

Auge(n)fleisch Band 1, Spalte 1221 Auge(n)fleisch 1,1221

Blättlifleisch

Idiotikon

Blättlifleisch Band 1, Spalte 1223 Blättlifleisch 1,1223

Brustfleisch

Wander

brust·fleisch

Brustfleisch 'S Brustfleisch ist ihm abgefallen. ( Wien. ) Er ist mager geworden. Von Kindern entlehnt, die nach dem Abgewöhnen, »Abspannen«…

Büchse(n)fleisch

Idiotikon

Büchse(n)fleisch Band 1, Spalte 1223 Büchse(n)fleisch 1,1223

Chaflerfleisch

Idiotikon

Chaflerfleisch Band 1, Spalte 1222 Chaflerfleisch 1,1222

Chalbfleisch

Idiotikon

Chalbfleisch Band 1, Spalte 1222 Chalbfleisch 1,1222

Choge(n)fleisch

Idiotikon

Choge(n)fleisch Band 1, Spalte 1222 Choge(n)fleisch 1,1222

Chrǟje(n)fleisch

Idiotikon

Chrǟje(n)fleisch Band 1, Spalte 1222 Chrǟje(n)fleisch 1,1222

Chrȫnlifleisch

Idiotikon

Chrȫnlifleisch Band 1, Spalte 1222 Chrȫnlifleisch 1,1222

Chuefleisch

Idiotikon

Chuefleisch Band 1, Spalte 1222 Chuefleisch 1,1222

Chächelifleisch

Idiotikon

Chächelifleisch Band 1, Spalte 1222 Chächelifleisch 1,1222

Faulfleisch

Wander

faul·fleisch

Faulfleisch Wer viel Faulfleisch an jhm hat, der wird des studierens bald müde. – Petri, II, 772.

Flohfleisch

Wander

floh·fleisch

Flohfleisch Flohfleisch ist das beste, die Weiber lecken die Hände danach. ( Nürtingen. )

frauenfleisch

DWB

frau·n·fleisch

frauenfleisch , n. frauenfleisch ist leichter zu bekommen denn kalbfleisch. Simrock 2630 ; wie ist der Mahmet in dem frauenfleisch ersoffen?…

Ableitungen von fleisch (9 von 9)

befleischen

DWB

befleischen , carne vestire ( vgl. einfleischen, zerfleischen): ein matter wolf voll nahrungssorgen betrat an einem frühlingsmorgen der fett…

befleischung

DWB

befleischung , f. incarnation: nehmen wir noch dazu, dasz nicht nur das angesicht, sondern das ganze knochensystem sammt seiner befleischung…

entfleischen

DWB

entfleischen , nudare carne, abfleischen, nnl. ontvleeschen: das sinnenbild eines wütenden löwen, welcher einen bär entfleischte. Lohenst. A…

erfleischen

DWB

erfleischen , trucidare, zerfleischen: dasz er 8000 der besten römischen knechten erfleischet. Tacius bei Fronsp. 3, 250 b .

gefleisch

DWB

gefleisch , n. verstärktes fleisch ( s. sp. 1623 γ ): nim darnach das selbige gefleisch und dy persig .. küchenmeist. b vj.

verfleischen

DWB

verfleischen , verb. zu fleisch werden Campe 5, 291 .

verfleischung

DWB

verfleischung , f. fleischwerdung: verfleischung Christi. Campe 5, 291 ; mhd. vervleischunge, incarnatio Scherz gloss. 1735 Oberlin.

zerfleischen

DWB

zerfleischen , verb. , nhd. an die stelle des mhd. vleischen ( Lexer 3, 396 ) tretend, 1) eig. einen thier- oder menschenkörper durch schnit…

Zerfleischung

GWB

Zerfleischung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „fleisch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fleisch/meckwb?formid=F01576
MLA
Cotta, Marcel. „fleisch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fleisch/meckwb?formid=F01576. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „fleisch". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fleisch/meckwb?formid=F01576.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„fleisch"},
  year         = {2026},
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