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ertragen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ertragen

ertragen

tragen Vb. ‘eine Last halten und fortbewegen, mit etw. bekleidet sein, Früchte, Ertrag hervorbringen’, ahd. tragan (8. Jh.), mhd. tragen, asächs. dragan, mnd. drāgen, mnl. drāghen, nl. dragen, got. dragan ‘tragen’, semantisch abweichend aengl. dragan ‘ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen’, engl. to draw ‘ziehen’, anord. draga ‘ziehen, locken, fahren, Atem holen’, schwed. dra(ga) ‘ziehen’ (germ. *dragan). Außergerm. Anknüpfungen sind nicht gesichert. Aus dem Germ. zu erschließendem ie. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’ stehen nahe ie. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’, wozu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’, sowie ie. *dereg-, wozu trecken (s. d.), und ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, wozu aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ und (zweifelhaft) trinken (s. d.); Anschluß dieser Varianten an Wurzeln wie ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. trennen, zerren) oder ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ ist möglich. Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt. – Trage f. ‘Gestell zum Tragen von Kranken, Lasten, Tragkorb’ (um 1400). Träger m. ‘wer Lasten trägt’, ahd. tragāri (8. Jh.), mhd. trager, treger, seit dem 14. Jh. mit Umlaut. tragbar Adj. ‘erträglich’, mhd. tragebære, ‘zu tragen, transportierbar, (von Kleidern) gut, bequem zu tragen, kleidsam, finanziell erschwinglich’ (18. Jh.), älter ‘trächtig, fruchtbar, gut tragend’ (17. bis 19. Jh.); untragbar Adj. ‘wirtschaftlich, finanziell nicht zumutbar, unerträglich’ (18. Jh.), älter ‘nicht tragend, unfruchtbar’ (16. bis 19. Jh.). abtragen Vb. ‘etw. wegschaffen, beseitigen, einebnen, niederreißen, (Kleidungsstücke) durch Tragen abnutzen, nach und nach bezahlen’, mhd. abetragen; davon rückgebildet Abtrag m. ‘Beeinträchtigung, Minderung, Abzahlung, Wiedergutmachung’, mhd. abetrac ‘Wegnahme, Betrug, Buße, Entschädigung’; abträglich Adj. ‘schädlich, nachteilig’ (Anfang 16. Jh.), mhd. (vereinzelt) abetragelich ‘entschädigend’. antragen Vb. ‘anbieten, vorschlagen’, ahd. anatragan (9. Jh.), mhd. anetragen ‘herantragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften’; Antrag m. ‘Gesuch, schriftlich vorgebrachte Bitte, förmlicher Vorschlag, Heiratsantrag’, mhd. antrac ‘Anschlag’, rückgebildet aus dem Verb antragen im Sinne von ‘anstiften’; beantragen Vb. ‘einen Antrag stellen, um etw. ersuchen, vorschlagen’ (19. Jh.). auftragen Vb. ‘Speisen auf den Tisch tragen, servieren, aufstreichen, übertreiben, jmdn. verpflichten, etw. zu tun, Kleidungsstücke bis zur Abnutzung tragen, aufbauschen’, mhd. ūftragen ‘in die Höhe streben, reichen’, reflexiv ‘sich erheben, darlegen, opfern’; Auftrag m. ‘(An)weisung, Aufgabe, Verpflichtung’ (17. Jh.), Rückbildung aus dem Verb; davon abgeleitet beauftragen Vb. ‘jmdm. einen Auftrag erteilen’ und Beauftragter m. ‘wer einen Auftrag auszuführen hat’ (beide Ende 18. Jh.). betragen Vb. ‘eine bestimmte Summe, Höhe, ein bestimmtes Maß erreichen, ausmachen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich benehmen, sich aufführen, sich verhalten’ (18. Jh.), mhd. betragen ‘tragen, bringen, ertragen, aussöhnen, beilegen’, reflexiv ‘sich nähren, sich behelfen, sich begnügen, sich befassen, sich abgeben mit’; Betrag m. ‘bestimmte Menge, Geldsumme’ (18. Jh.); vgl. mhd. betrac ‘Vertrag, Vergleich, Erwägung, Sorge’. eintragen Vb. ‘an einen Ort tragen, an einer bestimmten Stelle zusammentragen’, sodann ‘Ertrag, Gewinn bringen, abwerfen’ (16. Jh.), ‘ein-, hineinschreiben, vermerken’ (17. Jh.), ahd. intragan ‘hineintragen’ (9. Jh.), mhd. īntragen, auch ‘einbringen, nutzen’; zu eintragen im Sinne von ‘hineinschreiben’ ist rückgebildet Eintrag m. ‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.); vgl. mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’, dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon. ertragen Vb. ‘Unangenehmes hinnehmen, ohne sich aufzulehnen, erdulden’, mhd. ertragen ‘vertragen, ertragen’, im 16. Jh. in der heute veralteten Bedeutung ‘einbringen, Nutzen abwerfen’; dazu rückgebildet Ertrag m. ‘bestimmte Menge erzeugter Güter (besonders in der Landwirtschaft), Ausbeute, finanzieller Gewinn’ (16. Jh.); erträglich Adj. ‘so beschaffen, daß es sich ertragen läßt’, unerträglich Adj. (beide 16. Jh.). vertragen Vb. ‘(körperlich, psychisch) ohne Schaden aushalten’, reflexiv ‘gut zusammenpassen, miteinander auskommen’, ahd. firtragan (8. Jh.), mhd. vertragen ‘wegtragen, verleiten, ertragen, erdulden, sich gefallen lassen, verschonen, aussöhnen, einen Vertrag schließen’; verträglich Adj. ‘umgänglich, friedlich, bekömmlich’, mhd. vertregelich, vertragelich, eigentlich ‘erträglich’, vgl. ahd. unfirtragantlīh ‘unerträglich’ (11. Jh.), mhd. und frühnhd. vereinzelt noch vertragenlich. Vertrag m. ‘rechtsgültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern, Kontrakt’, mhd. vertrac ‘Vereinbarung, Verträglichkeit, Dauer, Gewinn’; vertraglich Adj. ‘durch Vertrag festgelegt, gemäß dem Vertrag’ (Ende 19. Jh.), zuerst Adverb. vortragen Vb. ‘nach vorn tragen, (zum Essen) vorsetzen’, ahd. furitragan, mhd. vür-, vortragen, mnd. vordragen, -dregen, ‘in Worten vorbringen, darlegen’ (14. Jh.). Vortrag m. ‘mündliche Darlegung, Rede’ (um 1500). zutragen Vb. ‘etw. zu jmdm. hinbringen, (heimlich) hinterbringen, mitteilen’, reflexiv ‘sich ereignen, geschehen’ (15. Jh.), ahd. zuotragan ‘herbeibringen’ (um 1000); Zuträger m. ‘wer anderen (heimlich) Nachrichten zuträgt’ (15. Jh.); zuträglich Adj. ‘die Gesundheit fördernd, bekömmlich, förderlich, nützlich’ (16. Jh.), zum Verb zutragen in der veralteten Bedeutung ‘nützen’ bzw. zum heute unüblichen Substantiv Zutrag ‘Nutzen’.
5829 Zeichen · 177 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ertragenstv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +3 Parallelbelege

    ertragen stv. Enik.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ertragen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Ertragen , verb. irreg. act. S. Adelung Tragen , dessen Bedeutung es auch hat, doch mit dem Nebenbegriffe des Ausharrens…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ertragen

    Goethe-Wörterbuch

    ertragen bes häufig im dichterischen Werk 1 etw tragen, aushalten a eine Last tragen, zu tragen imstande sein; auch im B…

  4. modern
    Dialekt
    ertragen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    ertragen Band 4, Spalte 4,93f.

  5. Sprichwörter
    Ertragen

    Wander (Sprichwörter)

    Ertragen 1. Ertrage und entbehre. – Eiselein, 149. Lat. : Sustine et abstine. ( Eiselein, 149. ) 2. Man muss ertragen, w…

  6. Spezial
    ertragen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    er|tra|gen vb.tr. 1 (erdulden) soporté (-ta), doré (döra), tigní fora, dlotí (dlot) 2 (erleiden) patí (patësc), sofrí (-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ertragen

25 Bildungen · 2 Erstglied · 23 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ertragen

er- + tragen

ertragen leitet sich vom Lemma tragen ab mit Präfix er-.

Zerlegung von ertragen 2 Komponenten

ert+ragen

ertragen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ertragen‑ als Erstglied (2 von 2)

ertragen als Zweitglied (23 von 23)

kindertragen?

KöblerMhd

*kindertragen? , V. nhd. „kindertragen“, ein Kind tragen E.: s. kint, tragen W.: s. nhd. (ält.) kindertragen, V., kindertragen, DW 11, 752

kumbertragen

KöblerMhd

*kumbertragen , V. nhd. „Kummer tragen“ Hw.: s. kumbertragende E.: s. kumber, tragen W.: nhd. DW-

vertragen

KöblerMhd

*vertragen , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „vertragen“ (Adj.) Vw.: s. un- E.: s. vertragen (1) W.: nhd. vertragen, (Part. Prät.=)Adj., vertragen (…

abvertragen

DRW

abvertragen vertragsmäßig aufheben als man ... die clock ... gelaut, sin die geerbte nachparn im kirspel ..., uff S.Michaels leuff ... komen…

Altjārvertragen

Idiotikon

Altjārvertragen Band 14, Spalte 534 Altjārvertragen 14,534

fürertragen

Idiotikon

fürertragen Band 14, Spalte 544 fürertragen 14,544

hindertragen

KöblerMhd

hinder·tragen

hindertragen , st. V. nhd. zurücktragen, nach hinten tragen Q.: Fegefeuer (vor 1287) E.: s. hinder, tragen (1) W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 1548 …

übertragen

DWB

ueber·tragen

übertragen , v. , mhd. übertragen, mnd. overdragen. I I. in untrennbarer verbindung: transferre, perferre. I@A A. eine last auf sich nehmen …

umhertragen

DWB

umher·tragen

-tragen : laszt die von Gath die lade des gottes Israel umbhertragen 1. Sam. 5, 8 ; wo er ( der affe ) in einem hause erzogen und daselbs ju…

undertragen

Lexer

undert·ragen

under-tragen stv. BMZ tr. darunter, dazwischen tragen: unterfüttern mit Er. 7684. unterbrechen mit Troj. 10242. unterhandeln mit Br. H. 20,1…

unvertragen

DWB

unver·tragen

unvertragen , part. adj. adv. zu vertragen. mhd. unvertragen. a) zu vertragen I 5: eine noch unvertragene soldatenmütze Viebig schlaf. heer …

vürdertragen

KöblerMhd

vürder·tragen

vürdertragen , st. V. nhd. forttragen E.: s. vürder, tragen W.: nhd. DW- L.: Lexer 487c (vürdertragen)

wassertragen

DWB

wasser·tragen

wassertragen , n. gern als beispiel für niedere hausarbeit gewählt: ut plures video in plateis, quae kunden spinnen, wassertragen et servire…

übereinvertragen

KöblerMhd

übereinvertragen , st. V. nhd. übereinkommen, sich einig werden Q.: Urk (1275) E.: s. über, ein, vertragen W.: nhd. DW- L.: WMU (übereinvert…