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duns

ahd. bis Dial. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

duns m.

Bd. 2, Sp. 1557
duns, m. ein aufgeblasener eingebildeter geistloser gelehrter. Stieler, Frisch und Steinbach kennen das wort noch nicht, es zeigt sich erst gegen die mitte des vorigen jahrhunderts. da es dem englischen dunce, allgemein dummkopf, entspricht, so liegt Adelungs vermutung nahe, dasz es von dort gekommen sei, wo es aber auch nicht einheimisch zu sein scheint. das ahd. duns (Graff 5, 197) tractus, ductus, das ausziehen, ausdehnen, gehört zu dinsen, noch näher steht dunsen aufschwellen und von dinsen das part. prät. aufgedunsen. man bezieht duns auch auf den philosophen Joannes Duns Scotus, der im 13 ten jahrh. lebte und seiner spitzfindigkeiten wegen doctor subtilis genannt ward. es wird daher als eigenname, aber auch appellativisch gebraucht. magister Duns, das grosze licht, des deutschen Pindus ehre. Uz 1, 36. wenn ein pedant die trotzige weisheitsmiene annimmt wie diese dunse alter und neuer zeiten Kant 7, 388. der schöne sänger (ein kauz den ein kettenhund schilt) hörts und lacht mit solchen groszmuthsvollen mienen, in welchen oft ein duns erschienen, wenn man ihm spöttisch hinterbracht dasz alle welt sein neu system verlacht. Handkorb der frau mutter (Wittenb. 1769) 2, 78. man denke nur, herr Duns, wie grosz, wie alt sie sind! 2, 176. Sulzer schreibt (1757) der könig (Friedrich der grosze) hat sich bereden lassen dasz dieser duns (Gottsched) ein licht der Deutschen sei Weimar. jahrb. 4, 167. die dichter sahen diesz (dasz der mit fremden federn sich schmückende reimer sich selbst besang und ein Haller zu sein glaubte), beraubten seine lieder des witzes den er stahl. wo war nun seine pracht? der neue Haller ward ein seichter reimer wieder und selbst von dunsen ausgelacht. J. A. Schlegel Fabeln 105. ach der edle schläfer (Lessing)! schliefe doch, an seiner statt, der berühmten dunsen einer, der verwirrt, was ordnung war, mit seiner kleinen dunsenseele hat! Klamer Schmidt Poetische briefe (1782) 119. doch plauderst du, so bist du hin, und dein credit auf einmal all. 'herr Dunsz' grüszt man dich überall, so lange du am pranger stehst, bis dich ein andrer abgelöst. (Merck) Rhapsodie (1773) s. 11. froschgequäcke wär um uns, Peter Meffert, Bav und Duns würden um den könig schwärmen. Gleim Sinnged. 88. welcher duns, welcher schuft wollte nun nicht so gut wie Caesar an seine fortunam glauben? dasz der elendeste duns, der dummste Gottsched, ebensogut als Horaz im triumphierenden bewustsein seiner selbst ausruft u. s. w. Wieland in Mercks briefsammlung 1, 238. entweder müssen wir allen witzelnden und in genienmasken einhergehenden dunsen den krieg ankündigen, oder wir müssen gar keine notiz von ihnen nehmen 2, 137. die Leipziger dunse nach gebühr züchtigen Böttiger Literar. zustände 1, 220. und besagter geist wird facultisten von dunsen, profeszhäuser von irrenhäusern wenig oder gar nicht zu unterscheiden wissen J. Paul Siebenk. 3, 122. sie sind ein groszes genie, mein herr, oder, funfzig gegen eins, sie sind ein groszer duns oder dummkopf Bode Tristram Shandy 1, 57. hieraus auf Voltaires gänzliche unwissenheit der italiänischen sprache zu schlieszen, scheint mir ebenso ungerecht als Trissino, Goldoni, Frugoni mit der ganzen zunft der reimlosen italiänischen dichter als dunse, skribler und sprachverderber vorzustellen Biester Neue berlin. monatsschrift 13, 256. wobei wir sie (die methode) nochmals jedem empfehlen, der sich in beliebter kürze der zudringlichkeit eines schalköpfigen dunses der keine räson anzunehmen pflegt, weil das schon vernunft voraussetzt, gern erwehren will Siegfried v. Lindenberg 1, 146. sein (des Narciss) name lebt, wie doctor Duns in dicken folianten, in einem blümchen unter uns, das gärtner nach ihm nannten. Hölty Narciss und Echo. die reichen dunse Klinger 11, 248. warum soll ich moralische fehler z. b. eitelkeit dem genie vergeben, und dem dunse nicht? J. Paul Siebenkäs 3, 44. sie schalten dich saufaus, lügner, duns Kotzebue Dramat. sp. 3, 327. pfui, schäme dich und sei kein duns den höllenfurcht besiegt. A. F. E. Langbein Ged. 2, 1800.
4061 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    duns

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    dunsAWB m. a-St., nur bei Notker: ‚Lauf, Zug, das Sichhinziehen‘ 〈Var.: t-〉. – Mhd. duns, tuns st.m. ‚Zug, ductus‘. Vom …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dunsstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    duns stm. tractus Graff 5,197.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dunsM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    duns , M. Vw.: s. dunst

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Duns

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Duns , des -es, plur. die -e, ein in den neuern Zeiten aus dem Engl. Dunce eingeführtes Wort, welches überhaupt eine…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Duns

    Goethe-Wörterbuch

    * Duns iSv Dummkopf 1) ein solcher Leser entschädigt für tausend alberne D-e und Plattköpfe Gespr(He3 2 ,159) Kanzl Müll…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Duns

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Duns (engl. dunce , spr. danns), Dummkopf, bes. aufgeblasener, geistloser Gelehrter. Vgl. Dunciade.

  7. modern
    Dialekt
    Duns'f.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Duns' f. (?) Schelte auf ein altes Pferd: oll Duns' Ro NHagD , vielleicht verkürztes Duns'kopp ( s. d. ).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duns

151 Bildungen · 147 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

duns‑ als Erstglied (30 von 147)

Dunsch

RhWB

dun·sch

Dunsch -ū-, Pl. -šən Trier-Cordel f.: Hängeschaukel in der Scheunentenne. S. Gunsch.

dunscheln

RhWB

dun·scheln

dunscheln dunəšəln Bernk-Wintrich ; -nšələ Kobl ; dinχ-, ti- Bernk-Wehlen schw.: allein für sich tifteln, ausklügeln, ausfindig machen, meis…

Dunsching

MeckWB

Dunsching m. verhüllend der Teufel in Verwünschungen: den Dunsching noch mal tau! Ro Ribn ; Dunsching Narren! ebda; Ma Gnoi .

Dunsel I

RhWB

duns·eli

Dunsel I ebd. f.: Weib, Mädchen, das dunselt, gern Dunselchen.

dunseln

RhWB

duns·eln

dunseln -unz- Bernk-Winterich schw.: tränteln, in allem nicht voranmachen; versäumen durch verkehrte Gedanken. — Abl.: die Dunselerei, dat G…

dunsen

DWB

dun·sen

dunsen , aufschwellen intumescere turgere Brem. wörterb. 1, 271. niederd. auch schlummern Schambach 51 b . von dinsen; vergl. dumsen , aufdu…

dunsen1

MeckWB

dunsen 1 , 3. Sg. Präs. duns't (mit langem -n- ), Prät. duns' ( -n- lang) 1. dröhnen, dumpf und hohl schallen Ha Red ; Schw Pamp ; Ro Körkw …

dunsen2

MeckWB

dunsen 2 schwellen in den Zss. œwer-, updunsen, ein aus dem Part. dunsen gedunsen abgeleitetes Verbum. Br. Wb. 1, 271.

dunsig

DWB

dun·sig

dunsig , dunsicht , adj. und adv. etwas geschwollen, tumidulus. er ist dunsig im gesicht Frisch 1, 211 c . ein dunsichtes gesicht Steinbach …

dunsigkeit

DWB

dunsig·keit

dunsigkeit , f. aufschwellung. wermutwein vertreibet die geschwulst und tunsigkeit des leibes Hohberg 3. 1, 300 b .

dunsin

DWB

dun·sin

dunsin , f. hat J. Paul von duns gebildet. nun hat er schon am vorigen abend einen entwurf zum kusse der schönen dunsin nicht aus dem kopf b…

Dunsinane

Meyers

duns·inane

Dunsinane (spr. dănßinnen), Hügel im NO. von Perth (Schottland), 308 m hoch, mit den Überresten von Macbeths Schloß.

dunsken

WWB

duns·ken

dunsken [Tek] dumpf dröhnen; dumpf aufschlagen. ¶ Vgl. → dūsken .

Dunskopf

RhWB

duns·kopf

Duns-kopf duntskǫp Jül m.: aufgedunsenes, unfeines Gesicht.

Duns'kopp

MeckWB

duns·kopp

Duns'kopp m. Schelte für Menschen, bes. Frauenzimmer, und Vieh Ha Red ; Schö Schlagsd .

dunslach

MNWB

duns·lach

dunslach (1. dûnslach, 2. duns-slach ) (dunt-, dustslach; vgl. dum-, dulslach), m. , Schlag der Schwellung, Beule verursacht, unblutiger Sch…

dunslach (dunt-, dumslach)

LW

dunslach (dunt-, dumslach), (zu dunen, aufschwellen) ein Schlag, in Folge dessen die getroffene Stelle aufschwillt, Beulenschlag.

Duns Scotus

Meyers

duns·scotus

Duns Scotus , Johannes , berühmter Scholastiker, geb. 1265 oder 1274 angeblich in Irland (s. Dunstanburgh Castle ), gest. 1308 in Köln, wege…

dunst

FWB

1. ›trübe, neblige, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft, Wasserdampf‹; ›in der Luft Schwebendes; Dampf, Rauch, Nebel‹; offen zu 2.; 2. ›natü…

Dunstgrube

SHW

Dunst-grube Band 1, Spalte 1839-1840

Dunstholz

SHW

Dunst-holz Band 1, Spalte 1839-1840

Dunstloch

SHW

Dunst-loch Band 1, Spalte 1839-1840

Dunstobst

SHW

Dunst-obst Band 1, Spalte 1839-1840

Dunstrebe

SHW

Dunst-rebe Band 1, Spalte 1839-1840

Dunstrohr

SHW

Dunst-rohr Band 1, Spalte 1839-1840

Ableitungen von duns (4 von 4)

Dunse

Herder

Dunse (Dönns), schott. Stadt in der Grafschaft Berwick, mit 3800 E., eisenhaltigem Mineralwasser.

Geduns

LothWB

Ge-duns [-dûns fast allg. ] n. Getue, Handeln. Rda.: um G. noh nach seinem Tun zu urteilen Ri. Ha. Rom.

gedunsen

DWB

gedunsen , geschwollen, geschwellt, aufgetrieben: der gedunsene formularstyl. Herder 18, 194 ; meist durch solche kunstwörtelei ist sein bom…