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dürr

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

dürr Adj.

Bd. 2, Sp. 682
dürr Adj.: 1. 'ganz trocken, vertrocknet, verdorrt', däʳʳ [fast allg.], daʳʳ [LA-Birkw BZ-Dernb (neben däʳʳ) GH-Nd'lustdt], durr [lothr SWPf (Nachlaß Keiper)]; vgl. trocken 1. Einzelangaben (phon.) aus Ortsmonographien: däʳ [KU-Kaulb Rothsbg Dietschw], däÄ [KL-Lind Kaislt], dęÄ [Pirmas], där [Gal-Dornf Buch-Illisch]. — a. von Pflanzen, verstärkt in gipfel-, krach-, krumm-, luft-, rappel-, zaun-, zopfdürr. α. 's Haai is d. 'durch und durch trocken' [LU-Alsh, allg.]; Haai d. mache 'trocknen' [BZ-Nd'ottb, KU-Heinzhs PS-Schmalbg]; därreʳ Klee 'Kleeheu' [LA-Gommh BZ-Gossw GH-Nd'lustdt]; därres Fuder 'Trockenfutter' [BZ-Stein]; vgl. Dörrfutter. a. 1679: auf den Über Rheinischen Wiesen zu mehen und dürre zu machen [GgHospR]. — β. därres Holz 'dürres, abgestorbenes Holz an Bäumen und Sträuchern' [verbr.]. 's däʳʳ Holz is ganz sprock 'brüchig' [KU-Schmittw/O]. De Baam is d. worr 'verdorrt' [ZW-Battw, allg.]. RA.: Er sitzt uf'me derre Ascht 'vertritt eine aussichtslose Sache' [Krieger 14]. Das setzt sich uf e därre Nascht, von einem Mädchen, das einen Mann ohne gesicherte Existenz heiratet [verbr. Don Gal Buch]. a. 1547: Vonn Alters ist je vnnd allwegen gewesen vnnd noch, vff der vier herrn wäld Eckern, waidgang, dhurr vnnd daub holtz, windfell vnnd Bawholz zu suchen [ZweibrOABannb. 49]. — b. von Früchten; derre Beere 'getrocknete Birnen' [Wilde 19 (Alsenztal)], vgl. Dörrbirne; därre Buhne 'reife Bohnen' (im Gegensatz zu grünen B.) [PS-Erfw, LA-Gommh]; därre Quetsche 'gedörrte Zwetschen' [verbr.], vgl. Dörrquetsche; darre Schnitze 'getrocknete Apfelstücke' [BZ-Dernb], dafür meist einfach Schnitze. a. 1488: 21 Malter guten dorren Korns [NUrkKG Nr. 360 (KB-Otth)]. — c. von Fleischwaren; därreʳ Speck 'Räucherspeck' [KU-Diedk Bedb]. VR.: Ich hon beim Häwner (Häfner) e Dippche kääft, for drin se koche Flääsch un därre Knoche [KU-Nerzw]. a. 1444: daby eyer, etwan grune etwan dorre fisch [ZweibrLuRb., Bl. 36]. a. 1509: ein iglich imbs ein gemuse, grune oder dorre fleisch [SSp., Streit zwischen Dechant und Konvent von Hornbach]. a. 1761: An dörr gerauchtes Schweinenfleisch hatt jedes deren Kinder 4 Pfd. Fleisch dem Vatter alljährlich zu geben [LeinGbl. 1911, S. 77]. 18. Jh.: der ist dem Schultheis ein dirn 'mageres' Best- haupt schuldig [Knapp 116]. — d. sonstiger Gebrauch: därreʳ Dreck 'getrockneter Schmutz am Leib der Kuh' [PS-Burgalb]; en därri Hand 'welke, schrundige Hand' [LU-Alsh]; e därri Wiss 'trockene Wiese' [RO-Alsbr Schiersf]. RA.: Er hot mer die därre Daa (Tage) angedoon 'hat mich gequält' [Ingb]. BR.: Därreʳ April is net 's Bauers Will [LU-Alsh]. — 2. 'sehr mager', von Mensch und Tier; därre Bääⁿ (Beine), Äärm (Arme) [allg.]. Er is d. wie e Schneider [NW-Hardbg], wie e Gääß [KU-Diedk, verbr.], wie e Windhund [KU-Schmittw/O], wie e Hering [NW-Kallstdt, RO-Dielkch LU-Opp], wie e Reche [KL-Hirschhn BZ-Lug], d. as 'n Holzbock [Fogel Prov. Penns Nr. 243]. Das is e därreʳ Meeges (s. Meckes 'Ziegenbock') [KU-Trahw], e därres Gesteck 'hageres Frauenzimmer' [verbr. NWPf], e därreʳ Hund [KU-Schmittw/O], e därri Gääß [KB-Kerzh, verbr.]. Nix schleht (schlägt) aⁿ an so'me Därre! [Christmann Grummet 49]. RA.: Er is so d., daß er e Gääß zwische de Herner kisse kann [LU-Limbghf, verbr.], daß mer'm 's Vatterunser dorch die Backe blose kann, un do bleibt noch kaan Buchstawe hänge [KU-Reichsth]. Der Gaul is so d., daß mer'm die Kapp uf die Hift (Hüfte) hänge kann [KL-Fischb, KU-Hundh], daß'r kracht (wie dürres Holz) [KU-Schmittw/O], daß er brennt [KU-Hinzw, verbr.]. Uf'm därre Schimmel reire 'auf einer Holzstange reiten', z. B. auf der Langwied oder auf dem Wiesbaum [KL-Fischb]; ääne uf de derre Gaul setze 'auf einem Stecken reiten lassen, den man dem Ahnungslosen zwischen den Beinen hindurchgesteckt hat' [Kühn Palz 124]. Die Kuh is so d., daß die Knoche rapple [HB-Kirrbg]; vgl. rappeldürr. SprW.: Die därre Kih gewwen die mehrscht Millich [KL-Alsbn]. Zs. schwarz-, spinnendürr. — 3. 'reif', vom Getreide. De Weez (Weizen) is d. [FR-O'sülz, RO-Schiersf Würzw Falkst KB-Morschh Weitw Zell FR-Höning]. Wann 's Korn d. is, werd's gebunn [KU-Schmittw/O]. — 4. 'kahl'. Er hot e därreʳGippel (s. Gipfel 'Kopf') [FR-Bockh]; vgl. gipfeldürr. Volksgl.: Wann's dunnert in de därre Wald, sterbt jung un alt [Fogel Beliefs Penns Nr. 559]; vgl. die Var. bei blutt, donnern. — Südhess. I 1899 ff.; Rhein. I 1583 ff.; Saarbr. 53; Lothr. 114; Els. II 710; Bad. I 614.
4493 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dürradj., adv.

    Campe (1807–1813) · +5 Parallelbelege

    Dürr , — er, — ste, adj. u. adv. 1) Der innern Feuchtigkeit beraubt, besonders, wenn dies durch die Wärme geschehen ist.…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    dürr

    Goethe-Wörterbuch

    dürr 1 trocken a von Pflanzen(teilen), versch organ Substanzen od Produkten: verdorrt, welk, ausgetrocknet; auch: unbegr…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dürr

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Dürr , Wilhelm , Maler, geb. 9. Mai 1815 zu Villingen in Baden, gest. 7. Juni 1890 in München, wurde von seinem Vater na…

  4. modern
    Dialekt
    dürr

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    dürr [ter u. tìr S. O. U. ] Adj. 1. dürr, mager. Vgl.: D. wie Glas Steinbr. , wü e Schit K. Z. , wie n-e Hund Ruf. Er is…

  5. Sprichwörter
    Dürr

    Wander (Sprichwörter)

    Dürr 1. Dürr vnd gesund, laufft hindurch wie ein Jaghund. – Gruter, III, 24; Lehmann, II, 88, 213; Simrock, 1741. 2. Dür…

  6. Spezial
    dürr

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    dürr adj. 1 (ausgetrocknet) sëch (sëc, sëcia) 2 (verdorrt) secé (seciá, seciada) 3 (verwelkt) sëch (sëc, sëcia) 4 (mager…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duerr

156 Bildungen · 150 Erstglied · 2 Zweitglied · 4 Ableitungen

duerr‑ als Erstglied (30 von 150)

dürrach

DWB

duer·rach

dürrach durach, n. der ort wo die bäume auf dem stamm abgestorben und dürr geworden sind. Salzb. waldord. 34. 45. 46. Schmeller 1, 391 .

Dürrarsch

PfWB

duerr·arsch

Dürr-arsch m. : 1. 'großer, hagerer Mensch', Däʳʳaʳsch [ KB-Kriegsf ]; 'abgemagerter Mensch' [ LU-Opp KL-Weltb ]; vgl. Dörrfleischreisender …

dürrarschig

PfWB

duerr·arschig

dürr-arschig Adj. : ' dürr, mager ', däʳʳaaʳschich [ KL-Lind Hoheck PS-Burgalb O'simt ]. Schimpfw.: däʳʳaaʳschicheʳ Hund, -schichi Rehgääß (…

dürrbäckig

PfWB

duerr·baeckig

dürr-bäckig Adj. : 'hohlwangig', Er isch so däʳʳbäckich, daß er e Gääß zwische de Härner kisse oder aus'm Fuhrglääs (Fuhrgeleise 'Radspur') …

dürrbäuchig

DWB

duerr·baeuchig

dürrbäuchig , adj. und adv. dünnleibig, macilentus, im gegensatz zu dickbäuchig Stieler 107 .

dürrband

DWB

duerr·band

dürrband , n. zertheilendes pflaster Schmeller 1, 391 . s. darrband .

dürrbein

DWB

duerr·bein

dürrbein , n. 1 1. der ein mageres bein hat, das gleichsam nur aus haut und knochen besteht. in der Wetterau rufen die kinder dem raben spot…

dürrbeinicht

DWB

duerr·beinicht

dürrbeinicht , adj. und adv. der keine waden hat. ob man gleich den dürrbeinigten mannspersonen mit falschen waden durch die kunst zu statte…

Dürrbeinig

Campe

duerr·beinig

Х Dürrbeinig , — er, — ste, adj. u. adv. dürre oder dünne Beine habend. Die Dürrbeinigkeit.

†Dürrbir

ElsWB

duerr·bir

† Dürrbir f. gedörrte Birne. ‘ein sester drrbieren’ Mosch. II 30.

dürrbrünstig

DWB

duerr·bruenstig

dürrbrünstig , adj. und adv. vertrockent. dürrbrünstig feld carbunculosus ager Maaler 93 c ; vergl. dürr 2 a.

dürre

FWB

1. ›trockene, niederschlagsarme Witterung, Jahreszeit‹; ›trockener Boden, Dürre als Folge großer Hitze und trockenen Wetters‹; wird aufgrund…

duᵉrreªgenen

WWB

duer·reagenen

duᵉr-reªgenen V. [verstr.] mit Regen durchdringen. Heu es gans dörrehnt ist durch und durch nass ( Höx Ab).

dürrecheit

Lexer

dürrec-heit stf. ib. trockenheit Mein. 13,14. Heinr. 721 des sandes durrekeit Roth dicht. 45,33.

Dürre (der)

Wander

duerr·eder

Dürre (der) Ein Dürrer kann noch so viel Kleider anziehen, er wird wol dick, aber nicht fett. Mit Bezug auf Leute von geringem Geistesumfang…

Dürre (die)

Wander

duerre·die

Dürre (die) 1. Grosse Dürre schadet wol, aber sie verdirbt nicht. Holl. : Wat door groote droogte vergaat, kan met nat weêr te regt komen; w…

Dürre, Herm

DWBQVZ

duerre·herm

--- geschichte der stadt Braunschweig im mittelalter. Braunschweig 1861 . ---

Duᵉrreise

WWB

duerr·eise

Duᵉr-reise f. [verstr.] Durchreise. — Ra.: Häi es blōß so up de Dörreise stattet nur einen kurzen Besuch ab ( Min Ha).

dürreisen

DWB

duerr·eisen

dürreisen , n. wie dürrstein, ein strengflüssiger eisenstein der ein sprödes eisen gibt.

dürreiß

DWB2

duerr·eiss

dürreiß m. zu eiße m. geschwür: 1969/75 pfälz. wb. 2,685.

Dürreiß(en)

PfWB

duer·reissen

Dürr-eiß(en) m. : = Dürre 2 a, Därrees, Pl. Därreese (ˈdärēsə) [verbr. nördl. NPf KL-Nanzdzw PS-Geisbg, s. K. 108], Därres (?) [ RO-Schmalfh…

duerr als Zweitglied (2 von 2)

klapperdürr

DWB

klapper·duerr

klapperdürr , dürr zum klappern, eine der vielen volksmäszigen übertreibungen, wie henneb. thür. rappeldürre, rasseldürre, klingdürr, mit ab…

spindeldürr

DWB

spindel·duerr

spindeldürr , adj. , wie das vorhergehende, scherzhaft von einem sehr mageren menschen gesagt, spind'ldürr Hügel 152 b : nicht weit vom orte…

Ableitungen von duerr (4 von 4)

dürre

DWB

dürre , f. trockenheit ariditas, siccitas, hitze die austrockent, ahd. durrî, mhd. dürre Ben. 1, 322 b . dürre druckne Dasypod. 317 b . dürr…

gedürren

DWB

gedurren , gedürren , wagen, s. gedüren , getürren.

undürre

DWB

undürre , f. underre Keisersberg bilgersch. 14 c . —