Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
drehen
drehen
drehen Vb. ‘um eine Achse bewegen, wenden, flechten, winden, rund machen’, ahd. drāen ‘runden, drechseln, erhaben ausarbeiten’ (8. Jh.), mhd. dræjen, dræhen ‘sich drehend bewegen, wirbeln, drechseln’, asächs. thrāian, mnd. dreyen, aengl. þrāwan ‘drehen, quälen’, engl. to throw ‘werfen’, mnl. draeyen, nl. draaien führen wie Draht (s. d.) auf die langvokalische Form ie. *trē- der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben, (reibend) durchbohren’, zu der auch lat. terere ‘reiben, zerreiben’, griech. té͞irein (τείρειν) ‘(auf)reiben, bedrängen, quälen’, tóros (τόρος) ‘Meißel’, aslaw. trěti, russ. terét’ (тереть) ‘reiben’ gehören. Auf unterschiedliche Erweiterungen dieser Wurzel gehen drechseln, drillen, drohen, drücken (s. d.) zurück. Drehe f. schraubenförmiges Geräteteil (15. Jh.), ‘Drehung’ (17. Jh.), in den Mundarten für ‘Drehvorrichtung, Kurbel, Winde’ u. dgl., omd. ‘Weg-, Flußbiegung, Gegend, Umkreis’ (in der Drehe, 19. Jh.). Dreh m. ‘Finte, Trick’ (um 1900), aus dem Rotw., eigentlich wohl ‘geschickte Drehung’. Dreher m. in älterer Zeit ‘Drechsler’ (14. Jh.), modern ‘Metallarbeiter an der Drehbank’. Drehbank f. ‘Drechselbank’, spätmhd. dræbanc; ‘mit einem Drehrad versehener Werktisch, drehbarer Tisch’ (17. Jh.), ‘Werkzeugmaschine mit rotierender Hauptbewegung’ (19. Jh.), modern dafür auch Drehmaschine. Drehbuch n. Vorlage für einen Film (20. Jh.).