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Bürger

nhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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15 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Bürger Der

Bd. 1, Sp. 651a
Der Bürger, O. D. Burger, des — s, d. Mz. w. d. Ez; die Bürgerinn, Mz. die — en, eigentlich die Bewohner einer Burg. Es bezeichnet aber 1) diejenigen Einwohner einer Stadt, welche die Freiheiten und Gerechtsame derselben genießen, und welche zugleich an der Verwaltung der Stadt Theil haben und zu Mitgliedern des Raths erwählt werden können. I dieser Bedeutung werden noch in einigen O. D. Städten, besonders aber in der Schweiz die Bürger vorzugsweise den Einwohnern entgegengesetzt. I etwas weiterer und in den freien Reichsstädten gewöhnlicher Bedeutung heißen diejenigen Einwohner einer Stadt Bürger, die in Ansehung ihrer Nah= rungsgeschäfte die Freiheiten der Stadt genießen und ihre Lasten mit tragen helfen, sie mögen übrigens an der Verwaltung der Stadt Theil haben oder nicht. Sie werden in adelige oder rathsfähige und in ehrbare oder rathsunfähige getheilt, wo dann die ersten die Bürger in der ersten engsten Bedeutung sind (Patricier). Oft versteht man auch nur die letzte Klasse dieser Bürger darunter, die bloß die Freiheiten der Stadt in Ansehung ihrer Gewerbe genießen, an der öffentlichen Verwaltung aber keinen Theil haben und die jene Freiheiten durch das Bürgerrecht erlangen. Bürger werden. Bürger sein. Inen werden die Schutzverwandten, Beisassen  entgegengesetzt, und da sie größtentheils Handwerker sind, und die Handwerker in den Städten Bürger sein müssen, so ist Handwerker und Bürger in den Städten gleichbedeutend. 2) I weiterer Bedeutung heißen oft alle Einwohner einer Stadt, sie mögen das Bürgerrecht haben oder nicht, Bürger, in Gegensatz der Bauern oder Dorfbewohner; und bestimmter Stadtbürger, zum Unterschiede von den Staatsbürgern. Da Burg sonst auch einen Flecken oder auch großes Dorf bedeutet, so versteht man in Oberschwaben auch noch jetzt unter den Bürgern einen Bauer, und unter Burgemeister den Schuldheiß oder Dorfrichter. 3) I weitester Bedeutung bezeichnet man mit Bürger theils den dritten Stand unter den Gliedern eines Staats, wo dann der Bauer mit eingeschlossen ist, in Gegensatz des Adels und der Geistlichkeit, theils alle und jede Glieder der Gesellschaft, welche den Staat bilden, die Staatsbürger. Sind Bürger oder Staatsbürger nach Kant diejenigen, »welche das Stimmrecht in der Gesetzgebung für den Staat haben,« (cives, citoyens), so können sie eigentlich nur in Freistaaten Statt finden. Doch wird dieser Begriff so streng nicht genommen, und man nennt z. B. jeden einen guten Bürger, der die Pflichten des gesellschaftlichen Vereins erfüllt. Uneigentlich und in noch weiterer Bedeutung wird jedes Mitglied der menschlichen Gesellschaft, jeder Mensch ein Bürger dieser Welt, ein Bürger der Erde, oder Erdenbürger, Weltbürger genannt. Ih rede hier als Mensch und Bürger dieser Welt. Hofmannswaldau. Für Bürgerinn, wird im gemeinen Leben, sofern die Frau eines Bürgers darunter verstanden wird, gewöhnlich Bürgerfrau, Bürgersfrau gesagt, und die Tochter eines Bürgers, sofern sie nicht als ein Staatsglied betrachtet wird, in welchem Falle sie, wenn sie mündig ist, auch Bürgerinn heißt, heißt eine Bürgerstochter oder ein Bürgermädchen.
3103 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bürger

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Bürger , des -s, plur. ut nom. sing. Fämininum die Bürgerinn, von dem Worte Burg, so fern es ehedem einen befestigte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bürger

    Goethe-Wörterbuch

    Bürger in Frankf RAnw meist -u-; Kleinschrbg B4,59,1 über 400 Belege, vorwiegend im literar Werk (mit Gebrauchsschwerpun…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bürger

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Bürger , Angehöriger eines Gemeinwesens, insbes. Staatsbürger, Gemeindebürger. Man spricht auch von akademischen Bürgern…

  4. modern
    Dialekt
    Bürgerm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Bürger m. : Heute 'Einwohner einer Stadt, eines Dorfes'. Das is e hiesicher Beʳjeʳ [ KU-Kaulb , allg.]. Vielfach untersc…

  5. Sprichwörter
    Bürger

    Wander (Sprichwörter)

    Bürger 1. Boerger und Buern scheidet nichts wann die Muern. – Pistor., III, 16. 2. Burger vnd bawer scheydet nichts denn…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buerger

246 Bildungen · 219 Erstglied · 23 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von buerger

buerg + -er

buerger leitet sich vom Lemma buerg ab mit Suffix -er.

Zerlegung von buerger 2 Komponenten

buer+ger

buerger setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

buerger‑ als Erstglied (30 von 219)

Bürgeradel

Campe

buerge·radel

◎ Der Bürgeradel , des — s, o. Mz. 1) Die Würde eines Bürgers in der ersten engsten Bedeutung, die adelige Würde der vornehmsten Bürger in d…

Bürgerausschuß

Meyers

buerger·ausschuss

Bürgerausschuß , in den Freien Städten Hamburg und Lübeck (s. d.) ein Ausschuß der Volksvertretung (Bürgerschaft), der gewisse minder wichti…

bürgerausschusz

DWB

buerger·ausschusz

bürgerausschusz , m. delecti cives, Runde deutsches priv. recht §. 434 : ich komme mit dem bürgerausschusz. Göthe 14, 280 .

bürgerbewafnung

DWB

bürgerbewafnung , f. cives armati: läszt die soldaten abziehen, übergibt die sicherheitssorge einer bürgerbewafnung. Dahlm. franz. revol. 18…

Bürgerbewegung

GWB

buerger·bewegung

Bürgerbewegung pl, für tumultartige Unruhen von Weim Bürgern gegen den Stadtrat Zusammenhang der neuesten B-en wegen Restitution der Einquar…

Bürgerbörder

PfWB

Bürger-börder Pl. : Parzellen in einem Grabengelände von RO-O'mosch; sie wurden seit 1774 alle 6 Jahre unter die Bürger der Stadt verlost un…

bürgerbuch

DWB

buerger·buch

bürgerbuch , n. album, bürgerrolle: Frischlin nomencl. 393 ; diese aber wie jene waren berechtigt nach Rom zu ziehen und sich in das bürgerb…

bürgerbücher

DWBQVZ

buerger·buecher

bürgerbücher: die bürgerbücher von Cölln an der Spree 1508--1611 u. 1689--1709 u. d. chronikalischen nachrichten d. ältesten Cöllner bürgerb…

Bürgerdekret

GWB

buerger·dekret

Bürgerdekret -c- für ‘Bürgerdiplom’ (sd) B13,84,21 Schiller 3.3.98 Josef Mattausch J. M.

Bürgerdiplom

GWB

buerger·diplom

Bürgerdiplom Urkunde zur Verleihung der Staatsbürgerrechte an einen Ausländer 1) Von Ihrem B. wollen wir Ihnen eine vidimirte Abschrift, mit…

Bürgerdracht

WWB

buerger·dracht

Bürger-dracht f. Börgerdracht bürgerliche Tracht, sittsame Kleidung ohne Prunk ( Osn Klön ).

Bürgerē²d

WWB

buerge·red

Bürger-ē²d m. ⟨ „ Börgereed “ ( Osn Klön ), „ -eid “ (Lip Oesterh ) ⟩ Bürgereid.

Bürgerehre

GWB

buerger·ehre

Bürgerehre Gespr(He2,70) Oehlenschläger Apr/Jun 06 [veröff 1829] [ Zit s v Bürgerrecht ] Josef Mattausch J. M.

bürgerei

DWB

buerge·rei

bürgerei , f. cives, bürgerschaft, einwohnerschaft: verzeuch, der himmel hat gefährten dir geboren und neue bürgerei dem himmel. Gryphius 1,…

bürgeren

WWB

buerg·eren

bürgeren sw. V. börgern (bei kleinen Leuten) mit dem Ochsen von einem zum anderen ziehen zum Arbeiten ( Rek Er).

Bürgerende

RhWB

buerge·rende

Bürger-ende -ę·ŋ.k Bergh , Dür n.: das Quantum aus dem Gemeindewald, das jede Familie, die 10 Jahre in der Gemeinde wohnt, erhält, meist zwe…

buerger als Zweitglied (23 von 23)

Schildbürger

RDWB1

Schildbürger m шильдбюргеры, жители города Глупова, глуповцы, головотяпы Opfer eines Schildbürgerstreichs - жертва головотяпства

ausbürger

DWB

aus·buerger

ausbürger , m. im deutschen recht einer, der erworbnes bürgerrecht auch auswärts beibehält, vgl. Oberlin 73 : da entstand, als der umfang de…

Flöhbürger

Wander

floh·buerger

Flöhbürger Flöhbürger (s. Spiessbürger). Es sind (echte) Flöhbürger. In Welt und Zeit (Stuttgart 1822), V, 322, heisst es: »Flöhbürger bewoh…

Freybürger

Adelung

frey·buerger

Der Freybürger , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein freyer Bürger, zum Unterschiede von den ehemahligen leibeigenen. 2) Ein Bürger einer fre…

Frohnbürger

Adelung

frohn·buerger

Der Frohnbürger , des -s, plur. ut nom. sing. eigentlich, ein Bürger, welcher der Stadt, oder einer Anstalt in derselben umsonst, oder zur F…

himmelsbürger

DWB

himmels·buerger

himmelsbürger , m. mhd. himelburger, der im himmel eingebürgert ist, zunächst im christlichen sinne von den selig verstorbenen: ( Christus w…

inbürger

DWB

inbu·erger

inbürger , m. der das bürgerrecht an dem orte hat, wo er wohnt, gegensatz von ausbürger ( theil 1, 842).

mitbürger

DWB

mit·buerger

mitbürger , m. concivis, mhd. mite-burgære Lexer wb. 1, 2179 . 1 1) in der älteren sprache in einem bestimmt eingeschränkten, gesellschaftli…

Pactbürger

Adelung

pact·buerger

Der Pactbürger , des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Städten, ein Schutzverwandter, ein Einwohner, welcher nur unter einer gewissen Bedin…

Pelzbürger

Wander

pelz·buerger

Pelzbürger Er ist ein Pelzbürger. – Frischbier 2 , 2887. Ein städtischer Kleinbürger, der Landwirthschaft treibt. Der Name kommt daher, weil…

pfahlbürger

DWB

pfahl·buerger

pfahlbürger , m. , spätmhd. phâlburger ( Lexer 2, 223 ), mlat. in der goldenen bulle pfalburgeri ( vgl. Becker weltg. 4 7, 171), auszerhalb …

pflugbürger

DWB

pflug·buerger

pflugbürger , m. was pfahlbürger Wehner observ. pract. 393 bei Frisch, vgl. ackerbürger .

ringbürger

DWB

ring·buerger

ringbürger , m. ein bürger, dessen haus am ringe, dem marktplatz ( s. ring sp. 993 unter 9) steht. die ringbürger in ungarischen städten gen…

schaufelbürger

DWB

schaufel·buerger

schaufelbürger , m. , gleichbedeutend mit pfahlbürger, ursprünglich wol ein mit der schaufel arbeitender tagelöhner. Campe. die pfahlbürger …

schildbürger

DWB

schild·buerger

schildbürger , m. zunächst ist das wort wol aufzufassen wie spieszbürger, als spottname für die bewohner der städte; die bezeichnung mag in …

Spießbürger

Pfeifer_etym

spiess·buerger

2Spieß m. alte Wurf- und Stoßwaffe, ahd. spioʒ (um 800; vgl. als Jagdwaffe swīnspioʒ, 8. Jh.), mhd. spieʒ ‘Kampf-, Jagdspieß’, auch ‘Spießtr…

stadtbürger

DWB

stadt·buerger

stadtbürger , m. ein das bürgerrecht, die freiheiten und gerechtsame einer stadt genieszender: stattbürger, cittadino Hulsius (1618) 238 a .…

waldbürger

DWB

wald·buerger

waldbürger , m. 1 1) waldbewohner, auch von thieren. Adelung. 2 2) der theilhaber einer bestimmten zeche, der gewerke ( vgl. waldwerke ), be…

weltbürger

DWB

welt·buerger

weltbürger , m. , lehnübersetzung von griech. κοσμοπολίτης , die bereits im 17. jh. vereinzelt erscheint, jedoch erst im 18. jh. — vom vorbi…

Ableitungen von buerger (4 von 4)

unbürger

DWB

unbürger , m. , ein unverbürgerter ( Schmeller 1, 277 ; Fischer 1, 1535 ; Staub - Tobler 4, 1585 ; Zedler 49, 1490 ) einwohner, non-cittadin…

unbürgerlich

DWB

unbürgerlich , adj. adv. , in der regel gegentheil von bürgerlich . steigernd plus quam civiliter Ovid ( met. 12, 583 heiszt es aber unbilli…

verbürger

DWB

verbürger , m. eine person, welche etwas verbürgt, auch sich verbürgt. Heinsius volksth. wb. 4 2 , 1272 .