behaglich selten u ohne zeitl Schwerpunkt auch in der umgelauteten Form ‘behäglich’ (in 17 von 369 Belegen) 1 mBez auf das Wesen eines Menschen; überwiegend als charakterisierendes Attr, selten als Subjektsprädikativ, vereinzelt auch subst: ‘das Behagliche’ als Wesenszug, ‘der Behagliche’ als Typus a in positiver Wertung für Menschen von heiterem, in sich ruhendem, genußfähigem Wesen, überwiegend für einen gesetzteren, behäbigen Typus, mehrf für Sanguiniker, vereinzelt auch für (androgyne) Jünglinge; häufig iVbdg mit verwandten u ergänzenden Qualifikationen wie ‘sanguinisch, hübsch, heiter, gescheit, schön; wohlbeleibt, stattlich, wohlhabend; ruhend, bequem; gastfrei’ Der Prinz [am 2.2.83 geboren] ist frisch und wohl und wird ein sehr starkes munteres Kind geben. Er scheint mir von einer sanguinischen behäglichen Complexion zu seyn GWBB6,153,23 Knebel 21.4.83 Er [Iffland] war etwas über zwanzig Jahr alt, von .. wohl proportionirtem Körperbau, b. ohne weich zu sein; so war auch sein Gesicht, rund und voll, heiter ohne gerade zuvorkommender Miene GWB36,243,9 BiogrEinzh der lyrische Dichter .. ein b-er Jüngling [Ein wohlbehaglicher hübscher Jüngling, in langer, fast weiblicher Kleidung GWB491,265,3] GWB492,297 Mantegna,Triumphzug Var In Frankfurt dirigirte .. Marchand das Theater .. Es war ein schöner groß- und wohlgestalteter Mann in den besten Jahren; das B-e, Weichliche erschien bei ihm vorwaltend; seine Gegenwart auf dem Theater war daher angenehm genug GWB29,43,1 DuW 17 Matthäus. Ein wohlhabender, b-er, auf seinem Dasein beruhender Mann GWB47,229,16 Raffael,Apostel gedenk’ ich .. eines .. Bildes von Rubens1) .. Eine Höckenfrau .. ist eben im Handel mit einer stattlichen Bürgersfrau begriffen, deren b-e Würde sich gar gut ausnimmt neben dem ruhig anbietenden Wesen der Verkäuferin GWB35,218,14 TuJ [in Karlsbad] hab’ ich vorzügliche und gute Menschen mancher Art kennen lernen, leider keinen b-en. Jedermann hat viel verlohren und wenige wissen das zu schätzen und zu genießen was ihnen übrig geblieben ist GWBB21,356,18 CarlAug 22.7.10 GWB26,133,14 DuW 3 GWB26,248,9 DuW 4 uö b in krit Wertung für selbstgefällige Menschen von bequemer, genußsüchtiger Lebensart Der b-e Obermarschall .. der zu den Menschen gehörte, die keine Zwecke haben .. Ein täglich- und stündliches Behagen war ihm das unerläßliche Bedürfniß seines Lebens GWB24,303,18 Wj II 4 Mann v50Jahren [Plan eines ‘Tell’] Mein Landvoigt war einer von den b-en2) Tyrannen, welche herz- und rücksichtlos auf ihre Zwecke hindringen, übrigens aber sich gern bequem [< behaglich] finden, deßhalb auch leben und leben lassen GWB35,184,5 TuJ die Zuschauer .. die dünken sich so klug .. So auch .. die Kenner. Du glaubst nicht, was das ein behägliches Volk, indeß der gute Künstler immer kleinlaut bleibt. Ich habe aber auch neuerdings einen Ekel jemanden urtheilen zu hören, der nicht selbst arbeitet GWB32,274,21 ItR Der Glückliche, der B-e hat gut reden, fuhr Eduard auf [gegen Mittler] .. Eine unendliche Geduld soll es geben, einen unendlichen Schmerz will der starre B-e nicht anerkennen GWB20,190,6u10 Wv I 18 GWBTgb 19.1.80 uö 2 mBez auf eine Daseinsform, ein Lebensgefühl a als Qualität einer Lebensführung, einer Lebenssituation, einer Stimmung: heiter genießend, geruhsam; zufriedenstellend, glücklich; nur vereinzelt mit negativem Akzent iS einer unkrit Haltung Ich will .. sprechen .. von den beiden Erbfeinden alles b-en Lebens und aller heiteren, selbstgenügsamen, lebendigen Dichtkunst: von der Satire und der Kritik GWB27,71,12 DuW 7 Lucie [in ‘Stella’] soll einen Charakter vorstellen, der sich in einem b-en Leben frei gebildet hat GWB40,95,28 Üb dtTheat Le bourgeois de Paris .. Also ein rechtlicher tüchtiger Mann füllt ein behägliches honnettes Dasein vollkommen aus, indem er sich in täglicher gewohnter Beschränkung froh findet GWB412,366,13 Rez:Livre des Cent-et-un Seine [Plessings] gegenwärtigen Zustände fand ich auch keineswegs b.; er hatte Sprach- und Geschichtskenntnisse .. endlich mit wüthender Anstrengung erstürmt und durch dieses geistige Unmaß sein Physisches zerrüttet; zudem schienen seine ökonomischen Umstände nicht die besten GWB33,228,17 Camp das Römische Haus wird mit jedem Tage unrömischer .. Das hinterste Zimmer .. macht nun .. auch die Verzweiflung aller .. Wenn es fertig ist, so verspreche ich, daß kein Mensch, von welcher Art er auch sey, einen b-en Augenblick darinne haben soll GWBB11,150,27 Meyer 5./8.8.96 [die schöne Amazone hatte den verwundeten Wilh mit ihrem Rock bedeckt] Eine elektrische Wärme schien aus der feinen Wolle in seinen Körper überzugehen; genug, er fühlte sich in die b-ste Empfindung versetzt GWB22,47,18 Lj IV 7 ~ 52,201,19 ThS VI 2 Bescheidenheit aber ist immer .. eine Art Schmeichelei, die um desto wirksamer ist als sie ohne Zudringlichkeit dem andern wohlthut, indem sie ihn in seinem b-en Selbstgefühle nicht irre macht GWB7,141,22 DivNot KünftDiv GWBN3,127,19 FlH II GWBB12,282,26 Schiller 4.9.97 GWBB49,224,10 Soret 4.2.32 uö b wohl, vertraut, heimisch, meist in Wdgn wie ‘jdm wird, ist (in etw) b.’, ‘jd fühlt sich b.’, ‘jdn b. machen, halten’: für das Gefühl der Übereinstimmung mit sich selbst u seiner Umgebung; nur vereinzelt krit iSv selbstzufrieden verbunden mit dem Sinn von Beschränktheit od Eigensinn Zwar vermag ich für kurze Zeit mich auf jenen Standpunct [den Vulkanismus] zu versetzen, aber ich muß doch immer, wenn es mir einigermaßen b. werden soll, zu meiner alten Denkweise wieder zurückkehren GWBN11,63,10 BedeutFördernis ich fühlte mich .. ganz b., wenn ein freundschaftlicher Umgang, Zunahme an Kenntnissen, die mir gemäß waren, und eine gewisse Übung der Hand mich auf eine .. meinen Kräften mehr proportionirte Weise beschäftigten GWB27,177,18 DuW 8 Charakter, Individualität, Neigung, Richtung, Örtlichkeit, Umgebungen und Gewohnheiten bilden zusammen ein Ganzes, in welchem jeder Mensch, wie in einem Elemente, in einer Atmosphäre, schwimmt, worin es ihm allein bequem und b. ist GWB20,397,8 Wv II 17 [Faust:] Eröffn’ ich Räume vielen Millionen, | Nicht sicher zwar, doch thätig-frei zu wohnen. | Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Heerde | Sogleich b. auf der neusten Erde GWBFaust II 11566 deine dikhirnschaaligen Wissenschaftsgenossen in Zürich .. Unter dem republikanischen Druk und in der Atmosphäre durchschmauchter Wochenschriften .. würde ieder vernünftiger Mensch .. toll. Nur die Einbildung, Beschränkung und Albernheit hält solche Menschen gesund und b. GWBB4,260,18 Lavater 24.7.80 GWBB46,3,7 Rochlitz 3.7.29 GWBB42,233,3 NMeyer 21.6.27 GWBB38,175,6 Schultz 27.6.24 uö 3 adv (bzw in adv Bestimmungen) bei Tätigkeitsverben a mit sinnl Genuß u innerem Wohlbehagen; mit leichtem, heiteren Sinn So schmausen die Zwerge, b. und laut, | Zu Ehren der reichen, der niedlichen Braut GWB1,179 HochzLied 33 [der neue Kammerdiener zum Major:] Alles was man thue, müsse man langsam und b. vollbringen, besonders aber die Zeit des Anziehens habe man als angenehme Unterhaltungsstunde mit sich selbst anzusehen GWB24,278,10 Wj II 3 Mann v50Jahren Glücklicher Weise hatte ich heitern Sinn und einen gewissen Grad von Offenheit .. Es ist immer als eine Gabe des Augenblicks anzusehen, zwischen Bedächtigkeit und Freymüthigkeit b. durchzuschiffen GWBB49,11,21 Meyer 20.7.31 K GWB491,383,19 BlumenMalerei GWB26,331,8 DuW 5 uö mehrf als Charakterisierung einer Art u Weise des Mitteilens, Vortragens, Wirkens, Betrachtens (zuweilen in betontem Kontrast zu abstoßenden Inhalten) Da wußte er .. was ihm dort [in schönen Gegenden] widerfahren, um sie ihm lieb und werth zu machen, in seinem eigens accentuirten Französisch gar b. mitzutheilen GWB20,317,26 Wv II 10 Und so singen italiänische Kinder und Frauen auf das b-ste eine kunstlose Harmonie der vier Evangelisten [ein ital Volkslied] GWBB45,109,1 Zelter 6.1.29 Weiß er [der Mensch], mit einsichtiger Bescheidenheit, die Forderungen an die Außenwelt nur mit dem Wachsthum seiner Fähigkeiten zu steigern .. so wird er .. wenn ihm das Höchste gelingt b. wirken können GWB422,504,27 Stud zurWeltlit Plp wo wollten wir in Kirchen und Galerien die Augen hinwenden, nöthigten uns nicht vollendete Meister so manches widerwärtige Marthyrthum dankbar und b. anzuschauen GWB491,128,3 Philostrat uö b in krit Wertung: beschränkt; überheblich, selbstgefällig [Satyr, auf Bergeshöhn:] In Freiheitsluft erquickt alsdann | Verhöhnt er Kind und Weib und Mann, | Die tief in Thales Dampf und Rauch | B. meinen sie lebten auch GWBFaust II 5837 Er [Kant] mochte freilich bemerkt haben wie anmaßend und naseweis der Mensch verfährt, wenn er b., mit wenigen Erfahrungen ausgerüstet, sogleich unbesonnen abspricht und voreilig etwas festzusetzen .. trachtet GWBN11,54,10 AnschauendeUrteilskr Wollte man sich aber darüber [üb das Echo der eigenen Ideen] recht b. freuen, so ist .. man .. wie von jeher .. der Narr der Woche GWBB31,309,11 Nees [Ende Nov 18] K Was! Da wo andre, mit ihrem Bißgen Kraft und Talent, vor mir in b-er Selbstgefälligkeit herum schwadroniren, verzweifl’ ich an meiner Kraft, an meinen Gaben AA71,11 Werth1 II GWBN51,11,14 BeitrOpt I 17 uö 4 Behagen erweckend, erregend a mBez auf Kunstwerke, auf eine Atmosphäre uä: zutrauenerweckend, verläßlich; sinnen- u herzerfreuend; heiter entspannt, einlullend; iVbdg mit ‘sanft, naiv, dunkel, warm, gesund, leicht, gefällig’ Der .. Künstler neuerer Zeit .. ist nicht im Fall sich an ein entschieden Sicheres anzulehnen .. Alles eigentlich Gute .. war nur im Fluge erhascht .. und so steht’s doch immer als eine nicht ganz b-e Erscheinung GWBB38,178,14 Schultz 3.7.24 Allen diesen innern guten Eigenschaften kommt die b-e naive Sprache sehr zu statten. Man findet mehrere sinnlich bedeutende und wohlklingende Worte GWB40,303,21 Rez:Hebel,Ged sie hatten Orest [den verwirrten Flavio] gesehen von Furien verfolgt .. in greulicher widerwärtiger Wirklichkeit, die im Contrast mit einer b-en [wohlbestellten Var] Glanzwohnung im klarsten Kerzenschimmer nur desto fürchterlicher schien GWB24,317,15 Wj II 5 Mann v50Jahren obgemeldetes Werk [d’Alton, Die Skelette der Nagetiere] .. versetzte mich aus der ernsten Region des Staunens und Glaubens in die b-en Gegenden des Schauens und Begreifens GWBN8,246,19 SkelNagetiere [1824] wenn er [der Künstler] bemerkt, daß die Welt sehr leicht zu befriedigen ist und selbst nur einen leichten, gefälligen, b-en Schein begehrt GWB23,249,25 Lj VIII 7 GWB1,228 GottBajadere 54 GWBB33,340 Nicolovius 24.5.20 K GWBB44,227,1 Zelter 26./27.7.28 uö b mBez auf Anschauungen, Verhaltensweisen uä: jdm angenehm, verständlich, zu jdm passend; mehrf mit krit Akzent; meist präd [üb die Voraussetzungen der Magie] so daß uns Erwartung, Hoffnung, Glaube und Wahn immer natürlicher, bequemer und b-er bleiben müssen, als Zweifelsucht, Unglaube und starres hochmüthiges Abläugnen GWBN3,223,18 FlH Porta Der Fehler, den Sie mit Recht bemerken [Diskrepanz zw Darstellung u Idee der Lj], kommt .. aus einem gewissen realistischen Tic, durch den ich meine Existenz .. meine Schriften den Menschen aus den Augen zu rücken b. finde GWBB11,121,17 Schiller 9.7.96 [gegen die Nazarener] Das Entgegengesetzte von unsern .. Bestrebungen thut sich hervor, bedeutende Männer wirken auf eine der Menge b-e Weise; ihre Lehre und Beispiel schmeichelt den meisten GWB36,266,16 BiogrEinzh LetzteKunstausstellg 1805 uö Elke Umbach E. U.