AUFTRAGEN vb. mhd. ûftragen,
mnd. updrā
gen. 1
etwas auf eine unterlage stellen, servieren, auftischen. a
allg. ‘etwas auf eine unterlage stellen, legen’,
in unterschiedl. auffassung; selten: ⟨1160/70⟩ sein
(gottes) erbarmde vnt sein weistuͦ
m. / die gedachten einer wage. / sam ob dar vf læge. / elliv div schulde .. / do div schulde wart vf gitragen. / vnt man die wage enbor
e solde haben. / so waz daz vnrecht so swære
anegenge 34,70 H. 1450 ok scholen de vischere ere vische, de se to dem markede bringen, to ener tyd updregen unde en scholen dar nene wedder affdregen, se en hebben de vorkoft by ener mark
mal. rechtsqu. Bremen 259 E. 15.jh. welicher metziger ouch .. ein mager swin uftrüge under die bencke one der geswornen .. urlop, wer das tete, der bessert 30 β
strassb. zunft-verordn. 369 B. 1575 als nun diß fuͤr vber, trug man karten auff Fischart
geschichtklitterung 276 HND. b
(jmdm.) speisen, getränke auf einem tisch, einer tafel und dgl. servieren, auftischen. auch bildl., vereinzelt mit objektwechsel, selten von den benötigten utensilien, dem geschirr usw., gelegentl. absolut: ⟨u1217⟩ wunderlîchiu tischgerihte / man ûf ze vier orten truoc Wolfram
Willehalm 5173,29 L. 1346 Beyr, der dem Kisling wein auftregt
in: frnhd. wb. 2,759. 1494 keller vnd koͤch sint seltten laͤr / sie tragen vff alls by der schwaͤr Brant
narrenschiff 79a Z. 1558 Heintz, sprich, das man zu tisch auff-trag! Sachs
1,112 LV. u1568 lern sie fragen (die newen prediger, so waß vngewoͤnliches aufftragen) .. wer hat dir befolhen, mir zuͦpredigen Nas
warhait 3(Ingolst. o. j.)137b. 1620 so komme der könig und Haman morgen zum mahl, so wil ich ihr majestät meine bitte auftragen
schausp. engl. komödianten 33 DNL. 1669 jene mißgeburth Ptolomæus Physcon .., welcher seine schwester Cleopatra geheyrathet, und hat ihr ihren sohn, denselben zu essen, aufftragen lassen Horn
kaͤyserthumb 3,41. 1758 ein gesundes maal .., von der einfältigen natur aufgetragen, nicht von der kunst verderbt Wieland
I 2,415 ak. 1776 trag auf! mich hungert! Klinger
in: stürmer u. dränger 1,116 DNL. ⟨1798⟩ die tafel war aufgetragen Tieck
(1828)9,333. 1830 nach tische wurde noch einmal das tägliche brot, die späße über mein verhältnis mit Fanny, aufgetragen Gentz
tgb. 218 F./W. 1845 bald aber lasse ich mein bestes teegeschirr auftragen Storm
br. an seine braut 135 S. 1893 die karpfen, die man am heiligabend nach der bescherung in jeder berliner familie aufträgt Ebers
leben 37. 1946 als die söhne .. heimkehrten, hatte sie .. das beste aufgetragen, was sie in küche und keller besaß Wiechert
märchen 1,252. 1998 für die anstreicher wurde zwischen den kastanienbäumen serviert .. und es war Luise, die auftrug Walser
brunnen 378. 2
eine kopfbedeckung, etwas am, auf dem kopf tragen: ⟨n1205⟩ „nemt, frowe, disen kranz“, / also sprach ich zeiner wol getanen maget. / „so zieret ir den tanz / mit den schoenen bluomen, als irs uffe traget“ Walther
lieder 365,1,4 M. ⟨u1330/40⟩ da sÿ ain kúnklich kron uff treit Konrad v. Helmsdorf
3199 DTM. ⟨v1490⟩ sie haben hoch hüet aufgetragen
(Augsb.) chr. dt. städte 22,162. ⟨1531⟩ es ist ein ellend ding, das der mensch nit weißt wen̄ er ein helm auf tragen sol oder nit Franck
zeitb. 1(1551)120b. 1559 wie vil meynest du .., das der junckfrawen noch seind in allen stetten, die harbender aufftragen und man nendt es junckfrawen Schumann
nachtbüchl. 238 LV. 1612 daß ein jeder hochzeiter oder brutigam .. eine sulche bonnet oder baret, wan er zu ehrn gehen wolte, ufftruge Mechtel
limb. chr. 31 K. 1683 und der alte, so nur einen angemachten bart und eine graue parüque auftruge, nahme solchen ornat ab Beer
sommer-täge 146 HND. ⟨v1709⟩ weil dieses vögele
(lerche) ein schöpffel wie ein kleine pöckel-hauben auftraget Abraham a
s. Clara
kramer-laden (1710)1,450. 1854 sie trug ein allerliebstes schlafhäubchen auf
1DWB 1,761. 3
sich, etwas in die höhe tragen, bewegen. a
sich nach oben, in die höhe bewegen, nach oben streben: ⟨u1230⟩
(refl.:) der wint began sich ûf tragen Heinrich v.
d. Türlin
krone 25029 LV. ⟨u1230⟩ der .. ritter .. / dem Gâwein sînen helm nam / mit eime slac, den er im sluoc, / der ûf gein dem kinne truoc
ebd. 9746. ⟨u1300⟩ zwene geweldige man / irkos im godes wille / mit den er machte stille / der Iuden uf tragendē mut
(‘hochmut’
), passional 268,62 H. —
über etwas hinausgehen, etwas übersteigen: 1509 was am gelde ubir itzt gnante sume aufftragen wurde
in: DRW 1,961. 1539 als menngen halbenn schuch dz stuck stein an der lennge v̈ber ietzgeschrybne zal vfftreyt, als dick soll an der bezalung 6
d. vffstygenn
in: frnhd. wb. 2,761. b
etwas, (selten) jmdn. nach oben tragen, bewegen: ⟨E13./A14.jh.⟩ swaz got vindet nidergeworfen, daz treget er ûf und hœhet ez in im meister Eckhart
dt. w. 2,567 Q. ⟨u1370⟩ daz pet hebt den menschen czu got vn̄ tret in auf von dem erdreich czu himelischē dingē Johann v. Neumarkt
2,137 K. 1478 daz er .. sich bedeck mit ainen sacke vnd das korn ain laitern vftrag in die kornsthütte Niclas v. Wyle
translationen 47 LV. 1548 das erste rad Zürych an der vnderprucken, so das wasser auftregt, ward in disem jar gemachet Stumpf
chr. 2,161a. ⟨1548⟩ da mich das gluͤck aufftrug, / hett ich der freunde mehr denn gnug Waldis
Esopus 1,35 K. hs.1550/5 guet Henßlin lies sein rößlin beschlagen, / es soll in den hohen berg uftragen
volks- u. gesellschaftslieder 154 DTM. 1690 musten sie
(bauern) die arbeit deß mühseeligen auftragens
(des getreides auf den boden) umsonst gethan haben Happel
academ. rom. 1039. 1819 die treppe an der grünen Wuppe ist vornämlich zum auftragen des getreides bestimmt
samml. verordn. Bremen (1820)42. 1908 wie nun ein wundersamer traum / mich aufträgt zu den sternen Preczang
strom 51. 4
jmdm. etwas übertragen, übergeben, darbringen, aufbürden. älter gelegentl. mit akk. d. pers. a
jmdm. einen besitz, ein gut übertragen; im lehnsrecht ‘ein gut übergeben, um es als lehen wieder zu erhalten’
; jünger nur noch historisierend: 1280 dat ich .. op dragen deme seluen capittele vanme duͦme, so wat ich rechtis an deme guͦde hauen, bit beheltnisse miner lifzuͦcht an deme seluen guͦde, also lange alse ich leven
corp. altdt. originalurk. 1,370b W. ⟨1363⟩ off ein hoffman die synen kinderen vpdroge guedt
weist. 3,155 G. u1500 das der lantgrave trug dem bisschoffe den kirchheyn uff, unde entphing en widder zu lehene Gerstenberg
chr. 256 D. 1584 ist fraw Gertraudt, marckgraͤffin zu Sachsen, zu Braunschweig gestorben vnd hat die stadt vnd die burg darinnen .. jrem eidam oder tochterman .. frey auffgetragen Bünting
braunschw. u. lüneb chr. 1,59b. 1665 welcher grosser unglüksstern mag doch gestern und heut über mir aufgangen seyn, da mir der himmel die allergröste glückseligkeit aufgetragen hat? Bucholtz
Herkuliskus 451b. 1693 es hat auch kein freyer einen unfreyen, sondern einen freyen sein gut verkauffen und auftragen mögen Döpler
schau-platz 1,68. 1719 in solchen auffgetragenen und wieder angenommenen lehen
in: Fleming
jäger 2,69b. 1782 ein schriftsteller, der .., ohne seinen ruhm den dermahligen potentaten in der gelehrten-republik zu lehen aufgetragen .. zu haben .. Wieland
I 14,387 ak. ⟨1861⟩ ehe die herzoge von Pommern ihr souveränes land dem Deutschen Reiche zu lehn auftrugen Bucher
kl. schr. (1893)2. 1937 graf Berengar .. ließ sich bewegen, sein ganzes land dem heiligen Petrus aufzutragen, um es als erbliches lehen gegen jährlichen zins .. zurückzuerhalten Haller
papsttum (1934)2,1,411. b
einer höheren macht etwas darbieten, opfern: ⟨E13./A14.jh.⟩ diu sêle ..: daz sol si allez mit einander ûftragen und opfern mit dem sune in den himelischen vater meister Eckhart
dt. w. 2,114 Q. ⟨u1336⟩ do dis rain usserwelt mensch erst her in was kumen und sy alle die welt hat gelon durch got, als da vor geschriben stat, das truͦg sy únserm heren als adelich uff Stagel
62. 1359 alles tragent si es gotte uf mit irre wúrklicher minne und opherent es alles dem himelschen vatter Tauler
341 DTM. 1534 eyn guͦtte selige nacht geb euch gott, da durch vnser gantzer wandel vnd lebē got auffgetragen vnnd gentzlich befolhen wirt Agricola
sprichw. p 8b faks. 1636 wenn jhr .. die schönsten vnd zartesten blumen ewerer jugend dem fleisch vnd dem teuffel gar auffopffert vnd die stinckende hefen des garstigen alters gott aufftraget vnd bringet Meyfart
erinn. 63. 1719 kein liebers .. opffer unter allen .., welche ihn
(gott) .. können aufgetragen und aufgeopffert werden, ist dann das hertz
in: Abraham a
s. Clara
kramer-laden (1710)3,146. c
jmdm. etwas aufbürden, anhängen, jmdn. für etwas verantwortlich machen: 1509
(hierher?) wy deucht euch, dy ich ouch mochte meyne zachen eynem andern vfftragen der do geringer war zcu rosse vnd fusse, wen ich byn?
urkb. Allenstein 1,129 B. 1520 die .. alle yhr ehre und namen allein got zurechnen, yhm allein aufftragen
(‘als verdienst anrechnen’) Luther
w. 6,221 W. 1536 um den lümbden so
(N.) der Urßlen uffgetragen
in: schweiz. id. 14,487. ⟨1598⟩ das viel vnderthanen sich wider jhre herrn auffleinen, nicht so sehr von wegen der tributen so jnen auffgetragen werden, als wegen der vbelhaltung Albertinus
sendtschreiben (1603)1,64a. 1604 daß er Bothuellen aller auffgetragner inzicht vnnd argwohns zuentschuldigen vnd frey zumachen wüste J. Mayr
epitome 2170b. 1785 die meisten völker .. haben das weibliche geschlecht zu hausthieren erniedrigt und ihm alle beschwerlichkeiten der hütte aufgetragen Herder
13,324 S. ⟨1938⟩ schuld bleibt. auch wenn von deinen freunden sie / dir aufgetragen wird und dies bedingt / durch zeit und umstand ist Becher
7,311 ak. d
jmdm. eine position, stellung, ein amt übertragen, verleihen: 1556 wenn die oberkeit, gebot vnd regiment einem allein auffgetragen vnd befohlen würde Lauterbeck
regentenb. 2a. 1594 wil ich meinem eltesten sohn .. die regierung .. aufftragen Heinrich J. v. Braunschweig
schausp. 338 LV. ⟨1626⟩ weil die stätt gemeinlich jhren burgern nur die blossen ehrenämpter ohne besoldung aufftragen Zinkgref
sprüch (1628)1,62. 1665 herr Ulpius .. trug Axeln die ungemässene oberschaft auf über alle völker zu Seleuzia und Babylon Bucholtz
Herkuliskus 730a. 1728 wann jemanden die direction des schiffes von den rehdern aufgetragen worden
preuß. see-recht 8. 1855
(er wollte) mir auch sogleich einen geschäftszweig seines hauses auftragen Stifter
3,245 S. 1874 pünktlichste pflichttreue und ergebenheit in das aufgetragene amt Scherer
vortr. u. aufs. 206. e
jmdm. eine aufgabe anvertrauen, anbefehlen, jmdm. etwas zu tun auferlegen, befehlen. selten unter auslassung des persönl. objekts geläufig jmdm. grüße, eine nachricht
u. ä. auftragen: ⟨v1565⟩ niemand .. thut was jhm von gott befohlen vnd auffgetragen ist Mathesius
Syrach (1586)1,65b. z.j.1582 in disem jar ist vns von jeder person .. 2 weisse groschen zu zahlen aufgetragen .. worden
geschichtsb. d. wiedertäufer 282 B. n1619 wasz nun graff Wolffen uffgetragenn, ist gar wohl verrichtet wordenn Reusz
reiseerinn. 3 Sch. 1742 inzwischen hat gedachter h. geh. rat mir aufgetragen, ew. hochedelgeb. sein ergebenstes kompliment abzustatten Euler
brw. (1965)98. 1749 ich glaube sie werden mirs in betrachtung der person, an welche er gerichtet ist, verzeihen, daß ich ihnen die commission, einen brief zu bestellen, auftrage Klopstock
br. 23 L. 1761 ich habe die letzt aufgetragenen
(‘bestellten’) bücher im laden für sie auslegen laßen Hamann
brw. 2,116 Z./H. 1767 anstatt .. das auszurichten, was er ihr aufgetragen .. Lessing
10,12 L./M. 1793 er trug mich auf ihm bey ihnen zu empfehlen Kleist
5,15 Sch. 1807 Louise hat mir sehr herzliche grüße für dich aufgetragen
in: Schleiermacher
brw. mit seiner braut 294 M. 1820 ihr wollt sehen, was ich neues geschaffen, vielleicht gar eine arbeit auftragen E. T. A. Hoffmann
9,41 M. 1853 dieses hermonbild zu fertigen ward dem Theokosmos aus Megara aufgetragen Brunn
künstler 1,275. ⟨1986⟩ sie waren erschöpft von der ihnen von mir aufgetragenen, wie sie denken mußten, absurden tätigkeit Bernhard
auslöschung (1989)373. 2000 wollte ich die stücke üben, die uns der vater, der uns unterrichtete, aufgetragen hatte Ohms
abschied 45. 5
etwas auf eine oberfläche aufbringen, eintragen. a
eine schicht einer substanz eine farbe auf eine oberfläche, unterlage, schminke auf die haut aufbringen. häufig bildl., meist in festen verbindungen wie dick, stark auftragen,
i. s. v. ‘eine erzählung besonders ausschmücken etwas drastisch, übertrieben darstellen’,
im 20. jh. part.adj. aufgetragen ‘
betont’; sehr geläufig seit d. 2. hälfte d. 18. jhs.: 1474 wie man den goltgrunt u(ftrage
n) sol und wie man vergülden soll
in: schweiz. id. 14,486. 1562 ein gut rote farb, so sich auffs glaß aufftragen ließ wie plaw Mathesius
Sarepta 142b. 1785 er ist die weiße leinwand, worauf er das gemälde seiner phantasien augenblicklich aufträgt Iffland
fragm. 1,63. ⟨1787⟩ die fassade .. glich doch nur einer schminke, die einer alten matrone aufgetragen wäre Heinse
4,28 Sch. ⟨1807⟩ wenn der herr verfasser den tadel der bisherigen verfassung und staats-verwaltung mit starken farben auftrug Hardenberg
denkw. 4,6* R. 1826 salpetersaures silber .., das man mittelst eines pinsels jeden abend auf das hühnerauge aufträgt
engl. goldgrube 1/2,12. 1838 hüte dich, in der satire zu stark aufzutragen Gutzkow
Blasedow 1,398. 1878 durch auftragen einer kautschuklösung auf gewebe
b. d. erfindungen 75,387. 1955 das unter dem namen „cinema scope“ bekanntgewordene verfahren, bei dem durch vier .. aufgetragene magnettonspuren eine stereophonische wiedergabe von sprache .. erreicht wird
wiss. annalen 232. 1960 wenn die wimperntusche und der lippenstift nicht einige grad zu stark aufgetragen gewesen wären, sie hätte ganz hübsch ausgesehen Bräunig
sommer 52. 1968 nun saßen sie zusammen am selben tisch. aber Seiler gab sich aufgetragen kühl Wellm
pause 321. 1980 während der verbliebenen stunden hat er schwarzdecke aufgetragen, ein gutes stück straße, tadellos Bastian
beerdigung 65. 2001 es bedarf .. dick aufgetragener komplimente
berl. ztg., beil. (29./30.12.)5e. b
eine zeichnung, ein gemälde, schrift auf beschreibstoff, einen untergrund aufbringen; etwas in eine karte, ein koordinatensystem u. dgl. eintragen: 1494
(hierher ) ir
(der drucker) arbeyt ist doch schwer vnd hert / .. mit setzen, strichen, corrigieren / vff tragen, mit der schwartzen kunst Brant
narrenschiff 51b Z. 1589 das maß und theilung auf sein reißbredt aufftragen oder reyssen
frankf. zunfturk. 2,17 Sch. 1649 der grundriß wird mit dem cirkel und lineal nach dem verjüngten maßstab aufgetragen Harsdörffer
gesprächsp. (1641)8,437. 1657 oben .. ware .. diese mit gold aufgetragne schrifft zulesen Birken
ostländ. lorbeerhäyn 99. ⟨1770⟩ man würde solches
(die bodenschichten) .. untersuchen und geometrisch
(auf d. karte) auftragen können Möser
1,415 A. 1828 so muss ein vollständiger situationsplan von der gegend .. angefertigt, und es müssen auf denselben die gränzen der grube .. genau aufgetragen werden Karsten
bergrechtslehre 105. 1845 die bilder selbst sind .. um 6941 der byzantinischen zeitrechnung .. aufgetragen Fallmerayer
fragm. 1,127. 1861 betrachtet man diese länge als abscissenaxe, auf der die in den einzelnen punkten erhaltenen anziehungskräfte als ordinaten aufgetragen sind Dub
elektromagnetismus 190. 1941 die in dem abbaudiagramm aufgetragenen kurven Kwasnik
chemiker 83. 1956 dabei ist der betrag der anregungsenergie nach oben aufgetragen
wiss. annalen 249. 6
erde u. dgl. aufschütten, aufwerfen überwiegend mit objektwechsel. in d. bergmannsspr. ‘
einen schacht erhöhen’: ⟨1568⟩ da solches der koͤnig von Franckreich hoͤret, hat er den ort, daran er sich gelaͤgert, .. mit einem graben vnd auffgetragenem berg verwaret Reiszner
Frundsberg (1572)40a. ⟨1568⟩ ein auffgetragener beschuͤtter weg, wie ein weyerwuohr
ebd. 88b. ⟨v1678⟩ daß man .. in den bergen tief vergrabene schiffe findet: dergleichen Fulgosus gesehen in einem aufgetragenen berge Butschky
rosen-thal (1679)326. 1693 aufftragen, den schacht höher machen, geschicht, wenn solcher von unten auff mit .. grundladen und dergleichen höher auffgebauet wird Schönberg
berginformation 2,9. 1866 ein .. liederlicher und willkürlicher bau, wie ihn der hausspatz aufzutragen und zu schichten pflegt Brehm
thierleben (1864)3,164. 1968 auftragen ..
erde auffüllen, südhess. wb. 1,425. 7
intrans. ‘jmds. körperumfang, den umfang einer sache vergrößern, größer erscheinen lassen’: 1602 euwer große taschen .. legt doch so lang neben sich auff ein ort, die würde sonst vorn
(bei der anprobe) hoch aufftragen, und ein ungewißes machen Kirchhof
wendunmuth 2,228 LV. 1774 in welcher gattung man .. von einer sache sagt, daß sie auftrage, wenn sie zu dick ist oder wird Adelung
wb. 1,491. 1899 doch wird dadurch, da die bilder in der mitte sehr auftragen und der karton an den enden nicht schließt, das arbeiten in bezug auf pressen und schnittmachen erschwert Bauer
buchbinderei 329. ⟨1957⟩ och, der anzug trägt ein wenig auf Weisenborn
theater (1964) 2,274. 1999
Duden, wb. dt. spr. 1,355a. 8
jmdm. etwas, (vereinzelt) jmdn. anbieten, offerieren: ⟨1595⟩
(strafe eines ehebrechers) das ich
s. e. die besoldunge, so ich noch bei
s. e. austehende
(!) gehabt, zur straffe ufgetragen, inmaßen ich hirmit wirklichen thue
brand. schöppenstuhlsakten 2,220 S. v1606 einer unter den pristern .. trug ihm eine kramersche, seine nahe verwantte zum ehstande auff, welches dem Sanaw .. sehr gefiel, denn sie war reich an leib und seele
script. rer. pruss. 4,696. 1657 wir wissen Abas danck, / dass er .. / uns seine cron auffträgt, und weil wir die ausschlagen, / veranlasst, nach der cron der ewigkeit zu fragen Gryphius
trauersp. 224 LV. 1665 solte jhm allemahl freystehen, einem fräulein, wer dieselbe auch seyn möchte, seine dienste aufzutragen Bucholtz
Herkuliskus 255a. 1776? er brachte mir im namen des ordens ein kompliment, und trug mir das amt eines sekretärs auf Miller
brw. dreier freunde 1,182. 9
(von anderen übernommene, gebrauchte) kleidung bis zum verschleiß tragen: ⟨1800⟩ sie
(kappe) kleidt dich hübsch, und wie du weißt, / du seitdem Rotkäppchen geheißen bist; / ist die aufgetragen, schafft man wohl rath zu ’ner neuen Tieck
(1828)2,331. ⟨1855⟩ wo .. der strebsame Kirgise die hemden und schnürröcke aufträgt, welche vom deutschen schneider genäht sind Freytag
(1886)4,120. ⟨1905⟩ sie wurde angehalten, röcke aufzutragen, die einstmals lang genug gewesen waren Kröger
nov. (1914)1,264. 1981 ich habe begonnen, die kleidung meines vaters aufzutragen Grüning
Gomorrha 9. 2001 dann begutachten sie .. ihre t-shirts und sind .. beruhigt, dass sie in dieser saison noch .. aufgetragen werden können
berl. ztg. (10./11.3.)11c.Scheider