auftragen ,
imponere, aufsetzen, nnl. opdragen: 11)
cibos mensae imponere, schüsseln, teller, speise auf den tisch tragen: und er trug auf butter und milch, und von dem kalbe, das er zubereit hatte und satzts inen fur.
1 Mos. 18, 8; und man trug im besonders auf und jenen auch besonders. 43, 32; da trug der koch ein schulder auf und das daran hing, und er legt es Saul fur.
1 Sam. 9, 24; und da er wider heim kam, hiesz er im brot auftragen.
2 Sam. 12, 20; schlachtet ir vieh und trug iren wein auf.
weish. Sal. 9, 2; ein landstreicher oder lotterbub kam in ein herberg und liesz im tapfer auftragen. Uhland 618; an einem ort tregt man wüst gift auf, am andern geschmuckt gift.
Garg. 46
b; tregt das beste aus dem hackstock auf. 73
a; trag auf mit schalle! 91
a; trag auf vier, fünf, sechs maszen! 92
b; als nun disz für uber, trug man karten auf, nit zu spilen, sondern vil hundert geschwindigkeiten, kurzweil und newe fündlin zu leren. 175
a; führt sie in ein saal und liesz ihnen auftragen. 260
a; er kann die tittel mästen, trägt stets den fetsten auf, zeucht stets herfür den besten. Logau 3,
zug. s. 215; sie liesz alsbald auftragen und war alles aus der maszen wol zugerichtet.
unw. doct. 337; es ist schon aufgetragen. Lessing 1, 266; auftragen, dasz der tisch knackt, sich biegt. 22)
inducere: kalk auf die wand auftragen; farben auftragen; schminke auftragen; stark, grob auftragen,
übertreiben; grob und ungeschickt sind alle farben aufgetragen. Tieck 6, 192; der mond trug allmälich einen grund von silber auf. J. Paul
Hesp. 3, 84; die fürstin hatte das empfindsame gesicht mit der reisekleidung weggelegt und ein festes, feines gallagesicht dafür aufgetragen. 2, 44. 33)
capiti imponere, tragen auf dem haupt, aufhaben: soll auftragen schneeweisze hauben. H. Sachs III. 1, 131
b; mich (
sagt der buchsbaum) tregt auf manche schöne jungfraw mit freuden zu dem tanze. Uhland 32; sie trug ein allerliebstes schlafhäubchen auf.
früher hiesz es, statt des heutigen die krone tragen, die krone auftragen: mit eurn worten ir mich nött, das ich dise kron auftrag.
fastn. sp. 656, 25; er ist wol werd, das er die kron nach euch im reich auftrage.
Ambr. lb. s. 313; 44)
terere vestem, schleiszen und stärker als abtragen: sie trägt jährlich drei kleider auf; ist die aufgetragen, schaft man wol rath zuner neuen. Tieck 2, 331. 55)
congerere, aufschütten: erde auftragen.
bergmännisch, einen schacht auftragen,
erhöhen; erz und kohlen auftragen,
in die höhe tragen; das seil auftragen,
es um den korb legen. 66)
mandare, demandare, committere: menschen die ganz frei und ledig bleiben, alle ire ehre und namen gott zu rechnen, im allein auftragen. Luther 1, 233
a; es ist ein gröszer lob, dasz gute leute fragen, warumb nicht, als warumb dir was wird aufgetragen. Opitz 1, 56; von seinen vettern wust er viel zu sagen, viel grüsze hat er uns an jeden aufgetragen. Göthe 12, 109; einem ein amt, ein geschäft, eine arbeit auftragen.
zumal einem reich, land und lehen auftragen: dasz ich meinen leib und meine seele mit allem was ich bin und habe dir in deine göttliche vorsichtigkeit und väterliche sorge vollkömlich auftrage. Schuppius 451; sie war also gezwungen diese geschäfte an andere abzugeben, oder nach der sprache jener zeiten, sie muste ihnen solche zu lehen auftragen. Schiller 1035; wir wissen Abas dank, dasz er nach so viel ach uns seine cron aufträgt. Gryphius 1, 156; nach den römischen grundsätzen gieng das grundeigenthum von der republik aus, die welche bürger wurden, trugen es dem staat auf und nahmen es zu dessen händen zurück. Niebuhr 1, 332; dasz communen, welche das bürgerrecht empfiengen, dem römischen staat ihr land auftrugen und von dessen händen zurück erhielten. 2, 179; die böotischen districte, welche sich an Athen aufgetragen hatten, genossen die vortheile des landrechts. 1, 451; hierauf ward einmütiglich beschlossen, dasz man uns ihr ganz gebiet, land und leut für eigen, damit nach unserm gefallen zu schalten und zu walten auftragen solle.
Garg. 268
a.
b. 77) einen auftragen,
emportragen: da mich das glück auftrug, hett ich der freunde mehr denn gnug. B. Waldis
Esop 1, 12.