Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
asche swFM.
1.1 verschiedene Kontexte und Verwendungen
1.2 (heiße) Asche des Herdfeuers, auch metonymisch für ‘Feuerstelle’
1.3 Farbvergleiche: ‘aschfahl, blass, grau’ (vgl. auch aschenvar )
2 ‘Asche, Staub, Erde’ (als staubige, vergängliche Substanz ohne ausdrückliche Beziehung zum Verbrennungsvorgang)
1 ‘Asche’ (als pulvriger Verbrennungsrückstand): ir herberge sie branten. / daz fur vaste vf stoup. / da lohete holtz vnde schoup. / beide hutte vnde stal / wart zv aschen vber al Herb 16133; wenn man daz holz [der Erle] geprennet, dâ wirt weizer asch auz wan auz kainrlai anderm holz, daz uns bekant BdN 314,33. – übertr. der hailig gaist, der macht den sünder, der verprant ist mit der hitz der rewe, zuo aschen der dêmüetichait BdN 72,2 1.1 verschiedene Kontexte und Verwendungen: – Asche als Rohstoff für die Herstellung von Arzneimitteln: romisch col zu aschen gebrant unde di mit aldem smere gestosen, hilfet sere zu alden suchen der siten [Seitenstechen] Macer 50,11; und spricht man, wer der scorpen [Skorpione] aschen in wein trink, daz sei ain erznei dâ wider BdN 282,17; SalArz 43,38; BdN 423,19. – Asche als Rohstoff für die Herstellung von Glas: uß aschen macht ein klares glas / der meister in der glut Mügeln 42,11; uzzir der aschin irlutiriti er [Petrus] unsich also daz glas SuTheol 273. – Asche (als Lauge) zur Reinigung: nim des howessâmen unde brenne daz unde mach ûz dem aschen eine louge unde twahe dir dâ mit Barth 149,23; kain edel sinn sitzt in der aschen, / daraus die armen ir kind waschen KvMSph 2,6; wasche in abe den slim mit kalter aschen BvgSp 18; Iw 1583. – Asche als Dünger: wer die aschen in seinen garten sträut, den macht er im guot BdN 443,20 1.2 (heiße) Asche des Herdfeuers, auch metonymisch für ‘Feuerstelle’ lylien wuͦrzeln gebraten in der aschen unde mit rosenolei gestosen, hilfet zu dem brande Macer 16,1. 8,16; über naht liget ofte ein kol / in den aschen verborgen / und glüet unz an den morgen Eracl 2121; hey waz man guoter spîse in der aschen ligen vant! NibB 959,4; Mechth 4:22,15 1.3 Farbvergleiche: ‘aschfahl, blass, grau’ (vgl. auch aschenvar): den helm man íme abe bant: / der kuͦninc was dar undír / [...] wie ual als ein assche Athis B 15; wir waren ein spiegel clar, / nu ein glas nach aschen var Daniel 992 2 ‘Asche, Staub, Erde’ (als staubige, vergängliche Substanz ohne ausdrückliche Beziehung zum Verbrennungsvorgang): Joseph hiez daz chorn dresken, lutzil machin zuo eschin Gen 2121; einer laie ophel, di wahsent in dem vervlvchten lande, di sint vzen schone, vnd so man si vf snidet so sint si nivr ein asche vnd ein vnflat innen PrBerthKl 4,34. – aschen ûf sîn houbet schüten als symbolische Geste der Trauer, Buße, Demut: [er] wâte sich mit harineme gewâte, schutte ûf sin hoͮbit aschin, vîel nider vur got Spec 62,22. – in relig. Kontext die Vergänglichkeit des Menschen bezeichnend: mensche gedenke daz dv esche bist vnd daz dv wider ze eschen werden solt PrWack 56,60; sît er [Christus] ûz aschen / den menschen hât gemachet KLD:Kzl 2: 14,14; owi ih stoubeger asche, / ih fliege in der ualuisch [l. valwisch, Flugasche] Litan 476; in dem spiegel ich erkenne daz ich asche bin als er KvWLd 32,264; dû ware ein stoup sô solt tû zuo asken werden ouch Gen 486; Lilie 2,4
MWB 1 375,55; Bearbeiter: Schnell