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Wenn

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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19 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Wenn

Bd. 5, Sp. 679b
Wenn, ein Bindewort mit dem Begriffe der Zeit: 1) Eine Zeitfolge zu bezeichnen und eine Veränderung anzudeuten, mit deren Wirklichkeit die Wirklichkeit einer andern verbunden ist. Wenn ich dich sehe, so freue ich mich, oder, ich freue mich, wenn ich dich sehe. »Wenn ich dich sehe, o dann hüpft mir das Herz vor Freude.« Geßner. Ungut ließ man ehemahls auf wenn noch daß folgen: Wenn daß dein Herze nur die großen Thaler siehet. Opiz. It der Fall als ungewiß oder bloß möglich bezeichnet, so steht das Aussagewort in der gebundenen Form. Wenn er meinem Rathe gefolgt wäre, so hätte er keinen Schaden gehabt. So auch in Fragen. Was wäre es weiter, wenn er auch käme? Wenn ich es nun thäte, was würde man davon denken? Wie, wenn er nun doch noch käme? It der andere Satz, als der, mit welchem wenn gefügt ist, ungewiß, so steht zwar in diesem andern die ungewisse oder gebundene Form richtig, unrichtig aber in jenem. »Es möchte sonst eine Entzündung dazu kommen, wenn ich so lange stünde«, für, stehe. Gellert. Bei Ausrufen, welche einen Wunsch  bezeichnen, steht auch richtig die gebundene Form. O wenn doch die Zeit schon da wäre! »Wenn mir meine Braut das schon wäre, was sie nach Irem Urtheile werden wird!« Gellert. Wenn ich nur wüßte, ob er noch kommen wird! Wo man auch das wenn verschweigen kann: Wüßte ich nur, ob er noch kommen wird! 2) Eine Bedingung zu bezeichnen, unter welcher etwas möglich werden oder geschehen kann oder soll. Wenn es Inen möglich ist, so kommen Sie. Wenn es geschehen kann, so thun Sie es, oder, thun Sie es, wenn es sein kann. Ih hätte gern geschwiegen, wenn ich nicht hätte sprechen müssen. Auch kann das wenn verschwiegen werden. Kann es sein, so thue es. Hätte ich nicht sprechen müssen, so hätte ich gern geschwiegen. »It dieses kein Glück, so muß gar keins in der Welt sein!« Gellert. 3) Ein Zugeben, Eingestehen zu bezeichnen; wo es gleich, auch und schon zu sich nimmt. »Wenn gleich ihr Auge zürnt, so zürnt es dennoch schön.« Gellert. Wenn er auch nicht besser ist, so ist er doch nicht schlechter. Wenn er schon so böse aussieht, so meint er es doch nicht so böse. Er ist klüger als sein Bruder, wenn dieser gleich älter ist. Auch hier kann das wenn verschwiegen werden. Bist du alt, so bist du darum nicht nothwendig weise, für, wenn du gleich alt bist, so  4) Eine Vergleichung zu bezeichnen, doch nur mit vorgesetztem als. Er thut so stolz, als wenn er der Großmogul wäre. Sie geht noch so geputzt, als wenn sie ein Mädchen von sechzehn Jahren wäre. Wo man das wenn ebenfalls verschweigen kann. Es war mir, als sähen mir alle an den Augen an, daß ich der Thäter bin. Ih stelle mich, als wüßte ich von nichts. 5) * * Für als. Nu kann ich anders, wenn also, Iain 11, 642. Mit diesem Bindeworte darf man das Umstandwort der Zeit wann nicht verwechseln, und es ist eben so ungenau als unrecht, beiderlei Wörter in Eine Form zusammenzuwerfen, es sei diese Form wann oder wenn. S. Wann. Nicht selten aber fließt der Begriff des Bindewortes wenn mit dem des Umstandwortes wann zusammen, oder vielmehr jenes bekömmt von diesem oft einen Nebenbegriff der Zeit. Z. B. Dann soll es geschehen, wenn ich wiederkomme, wo in wenn sowol der Begriff der Zeit liegt, in der Zeit, in welcher ich wiederkomme, als auch der Begriff der Bedingung, zu keiner andern Zeit als zu derjenigen, in welcher ich komme.
3343 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wenn

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    wenn , wenne s. wan, wande.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wênn

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Wênn , eine Partikel, welche auf gedoppelte Art gebraucht wird. i. Als ein Nebenwort der Zeit, für zu welcher Zeit. Sowo…

  3. modern
    Dialekt
    wënn

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    wënn [wèn Fisl. Dietw. Mü. ; wæn Su. M. ; wèn Obhergh. ; wan Co. Dü. Bf. K. Z. Betschd. ; wæn Str. W. ] Konj. 1. wenn. W…

  4. Sprichwörter
    Wenn

    Wander (Sprichwörter)

    Wenn 1. Wä mer us Wenn Körf macht, da sind de Wiggen dür. ( Bedburg. ) 2. Wann die Wann nit wär, wär' ui'r gleich bei Ue…

  5. Spezial
    wenn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wenn conj. 1 (konditional) sce, tl caje che 2 (in Wunschsätzen) sce 3 (temporal) canche. ▬ wenn er nur gesund wird! sce …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wenn

79 Bildungen · 62 Erstglied · 9 Zweitglied · 8 Ableitungen

wenn‑ als Erstglied (30 von 62)

wenna 1 und häufiger

KöblerAfries

wenna 1 und häufiger , sw. V. (1) nhd. gewöhnen ne. make (V.) used to Hw.: vgl. ae. wėnna, anfrk. *wennen, as. wennian*, ahd. wennen* (1) E.…

Wenn'acker

MeckWB

wenn·acker

Wenn'acker vereinzelt Winn'- m. Acker, der nach der Brache zum zweiten Mal umgepflügt wurde: Mi 106 a ; Wenn'acker Bri. 1, 123; Ro Ribn ; St…

wennegelt

KöblerMnd

wenne·gelt

wennegelt , N. nhd. Angeld, Handgeld des Schweinehirten? E.: s. wenne (2)?, gelt L.: Lü 572b (wennegelt)

wenneke

KöblerMnd

wenn·eke

wenneke , F. nhd. weites grobes Kleidungsstück?, Männerkittel?, Frauenrock?, Tracht der hinzurichtenden Verbrecher? E.: Herkunft ungeklärt? …

wenneke (wenke)

LW

wenneke·wenke

wenneke (wenke), f. anabolodium, toga, lodix, penula, linea vestis, l. v. feminarum; es scheint ein weites, grobes Kleidungsstück zu bezeich…

Wennel

MeckWB

wen·nel

Wennel m. (?) wie Anwenn' Schö Schlagsd . — Kü. 3, 730.

Wennelgeld

MeckWB

Wennelgeld n. wie Wenngeld: 'Wendelgeld für ein Schwein und Ziege à Stück 1 ßl (an den Schweinehirten)' (1792) Lohnbest.; weiterer Beleg s. …

Wennels1

MeckWB

Wennels 1 n. in der Zs. Ümwennels .

Wennels2

MeckWB

Wennels 2 n. wie Winnel n.: een Wendels Deeg (eine Menge aus Mehl, Wasser und Hefe zubereiteten Teiges) Mantz. Ruh. 2, 61.

wennen

DWB

wen·nen

wennen , vb. , vereinzelt bezeugte ableitung von 1 wenn ( vgl. ver-wenn-en teil 12, 1, 2216 sowie engl. to if NED. 5, 29): 'wenn es dich ein…

wennen1

MeckWB

wennen 1 , selten winnen wenden: wennen Mi 106 a ; Part. Prät. wenn't, in Zss. auch mit Rückumlaut wann't, s. u. ; wegen lautl. Zusammenfall…

wennen2

MeckWB

wennen 2 1. gewöhnen a. trans. : 'wene dine tunge ..., wat gudes to seggende' (15. Jh.) Wiechm.-Hofm. 1, 5; 'se scholden ym ersten Jare ere …

wennen I

RhWB

wennen I -ę- = wenden (s. d.);

wennen II

RhWB

wennen II -e-, –ę- s. (ge)winnen;

wennen III

RhWB

wennen III -e-, –ę- s. winden;

wennen IV

RhWB

wennen IV -ę- s. (ge)wöhnen;

Wenner

GWB

wen·ner

Wenner [bisher nicht publizierter Wortartikel]

wennescaftōn

KöblerAhd

wennescaftōn , sw. V. (2) Vw.: s. wenneskaftōn*

wenneskaftōn

KöblerAhd

wenneskaftōn , sw. V. (2) nhd. schwingen, den Speer schwingen ne. swing (V.), brandish ÜG.: lat. (mobilitas hastae) N Q.: N (1000) I.: Lüt. …

Wenn'fohr

MeckWB

Wenn'fohr Winn'- f. Wendefurche, das Pflügen nach der Brakfohr, s. Fohr 1 und pläugen I 1 a; Wenn'fohr Wi Bäb ; Stove; Wa KGrub ; öft.; Wend…

wenn'fohren

MeckWB

wenn·fohren

wenn'fohren a. Spr. wendefahren die Wendefurche ziehen, Land umbrechen: offringere 'wendefaren' Chytr. 51.

Wenngeld

MeckWB

wenn·geld

Wenngeld n. Geld, das ein Hirte dafür bekommt, daß er das Vieh an das Weiden in der Herde gewöhnt, vgl. wennen 2 1 a und c: 'VI d. vor wenne…

Wenn'häuken

MeckWB

wenn·haeuken

Wenn'häuken a. Spr. Wendehoike m. Mensch, der den Mantel nach dem Winde dreht, ein Wetterwendischer: hominem duplicem et varium appellamus '…

Wenn'haken

MeckWB

wenn·haken

Wenn'haken m. a. Spr. Handgerät zum Wenden großer Hölzer: '1 wendehake ..., 1 iseren stangen' (1532) Jb. 91, 202.

wenn als Zweitglied (9 von 9)

antwenn

Idiotikon

ant·wenn

antwenn Band 16, Spalte 90 antwenn 16,90

ei(n)wenn

Idiotikon

ei(n)wenn Band 16, Spalte 90 ei(n)wenn 16,90

eswenn

Idiotikon

eswenn Band 1, Spalte 594 eswenn 1,594

etwenn

Idiotikon

etwenn Band 16, Spalte 90 etwenn (Nachtr.) 16,90

grōwenn

KöblerAe

grōwenn , F. nhd. Wiese? Hw.: s. grōwan E.: s. grōwan L.: Hh 139

irge(n)dwenn

Idiotikon

irge(n)dwenn Band 16, Spalte 90 irge(n)dwenn 16,90

Schwenn

Idiotikon

sch·wenn

Schwenn Band 9, Spalte 1881 Schwenn 9,1881

Ableitungen von wenn (8 von 8)

bewennen

MeckWB

bewennen bewenden, aufhören: För ditmal laten S' 't man bewen'n. Dat namm doch tau en klät'rig En'n Reut. 5, 348; s. auch bewandt .

entwennen

KöblerMnd

entwennen , sw. V. Vw.: s. entwenden

erwennen

KöblerMhd

erwennen , st. V. Vw.: s. erwinnen

Gewenn

LothWB

Ge-wenn [-wen, Pl. –ər Bo. D. Si. ] n. 1. heftiger Wind. vgl. mhd. gewinden vom Wehen des Windes. — 2. Gewinde, Schraubenmutter. — els. 2, 8…

gewennen

KöblerMnd

gewennen , sw. V. nhd. gewöhnen, entwöhnen ÜG.: lat. ablactare E.: as. giwėnnian* 2, sw. V. (1b), gewöhnen, versehen (V.) R.: gewennen van d…

verwennen

DWB

verwennen , v. , gelegenheitsbildung im anschlusz an das formelhafte wenn und aber: mit ihren heimlichen karten haben sies ( das recht ) ver…

Verwennung

MeckWB

Verwennung f. 1. Verwendung: dei Snurrersch hett jo woll Verwendung för allens Ro Ribn . 2. Aufwendung: 'zur ... Herstellung der Gebäude Ver…

Wenne

Campe

† Die Wenne , Mz. — n , im Osnabrückschen. 1) Die große Warze an den Beinen der Pferde. 2) Eine Art Geschwulst, welche Menschen am Kopfe, au…