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Wann

ae. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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35 in 16 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wann

Bd. 4, Sp. 1382
Wann, die Oberdeutsche Form der Partikel wenn, sie mag nun ein Adverbium der Zeit, oder eine bedingende Conjunction seyn. Da die Oberdeutsche Mundart da, wo sie es thun kann, immer die breiten und tiefen Vocale den hohern vorziehet, so thut sie es auch in diesem Worte, und diese Partikel lautet bey ihr in allen Fällen wann, so wie sie im Niederteutschen in allen Fällen wenn gesprochen und geschrieben wird. Wann wird er kommen? wann man dich fragt, so antworte; wann es nicht regnet, so komme ich, u. s. f. wo eigentlich der Niederdeutsche in allen Fällen wenn gebraucht. Im Hochdeutschen hat man dieses wann nur in der R. A. dann und wann, d. i. zuweilen, aus der Oberdeutschen Mundart beybehalten; in allen übrigen Fällen aber erfordert der Sprachgebrauch wenn, es mag nun ein Adverbium der Zeit, oder eine bedingende Conjunction seyn. Da wir, selbst im Hochdeutschen, unter dann und denn den Unterschied machen, daß jenes als ein Adverbium der Zeit, dieses aber als eine Conjunction gebraucht wird, so haben schon einige ältere Sprachlehrer geglaubt, daß wann und wenn eben dieser Analogie folgen müßten, und daß wann allemahl von der Zeit, wenn aber nur als eine Conjunction gebraucht werden müßte; und die meisten neuern Sprachlehrer sind ihnen darin gefolgt. Allein, da der beynahe völlig übereinstimmige Hochdeutsche Sprachgebrauch dawider ist, so sind einzelne Personen nicht befugt, demselben willkührliche Gesetze vorzuschreiben, wenigstens sind dergleichen Vorschriften unnütz und vergeblich, indem sie, das Geziere einiger weniger einzelner Personen abgerechnet, an dem Sprachgebrauche doch nichts ändern, und noch nie etwas daran geändert haben. Dieß voraus gesetzt, ist nur übrig, die Ursachen aufzusuchen, warum die Hochdeutsche Mundart diesen Unterschied in dem wann[] und wenn nicht angenommen hat, welchen sie unter dem dann und denn so sorgfältig beobachtet. Ich glaube, diese Ursache ist nicht schwer zu finden. Dann und denn lassen sich als zwey ganz verschiedene Wörter betrachten, und wenn sie es auch nicht seyn sollten, (denn hier wird sich nie etwas gewisses bestimmen lassen,) so ist doch die Verbindung ihrer beyden Bedeutungen, oder die Art der Figur, welche aus einem Nebenworte der Zeit eine causale Conjunction macht, so dunkel, daß sie immer als zwey verschiedene Wörter angesehen werden konnten, und da war es leicht möglich, daß man beyde Mundarten im Hochdeutschen vereinigte, und das Oberdeutsche dann als ein Adverbium, das Niederdeutsche denn aber als eine Conjunction behielt. Eben so verfuhr man mit dem vor und für, welches sich in eben demselben Falle befindet. Allein, ganz anders verhält es sich mit dem wann und wenn. Beyde sind augenscheinlich nur ein und eben dasselbe Wort, und die bedingende Bedeutung ist sehr auffallend eine Figur der Bedeutung der Zeit. In solchen Fällen, wo das Band zweyer Bedeutungen so merklich ist, als hier, wäre es ein Fehler, einem Worte um zweyer verschiedener, aber nahe verwandter Bedeutungen Willen, zwey verschiedene Gestalten zu geben, und ich getraue mir, zu behaupten, daß kein Volk diesen Fehler jemahls begangen hat, wenn anders das Band verschiedener Bedeutungen so merklich war, daß es von demselben wenigstens dunkel empfunden werden konnte. Dieß ist nun genau der Fall mit dem wann und wenn. Die Hochdeutschen empfanden, daß beyde nur ein und eben dasselbe Wort waren, und da sie unter beyden Formen eine wählen mußten, so bestimmten sie sich, wie in so vielen andern Fällen, für die Niedersächsische, ohne Unterschied der Bedeutung. Wer nun um zweyer verschiedener, aber nahe verwandten Bedeutungen Willen, nicht bloß die Schreibart, sondern sogar die Aussprache eines und eben desselben Wortes verändern will, verdienet noch ein wenig mehr Tadel, als Gottsched, wenn er Mal, Mahl und Maal, gar und gahr, die Haabe und ich habe, Heyde, Heide und Hayde u. s. f. unterscheiden lehrete, da er sich doch nur an der Orthographie vergriff, die Aussprache aber ungeändert ließ. S. Wenn.
3983 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wannAdj.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    wann , Adj. nhd. schwärzlich, dunkel ÜG.: lat. lividus Gl Vw.: s. brūn- Hw.: s. wanfeax, wanfȳr; vgl. afries. *wann Q.: …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wann

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    wann s. wan, wande, wanne, wannen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wann

    Adelung (1793–1801) · +12 Parallelbelege

    Wann , die Oberdeutsche Form der Partikel wenn, sie mag nun ein Adverbium der Zeit, oder eine bedingende Conjunction sey…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wann

    Goethe-Wörterbuch

    wann [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    wann

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    wann [wàn allg.; wæn M. ; wòn(ê) Wh. ] 1. wann. Auf die Frage wann? wird oft ausweichend od. scherzh. geantwortet: Am Sc…

  6. Sprichwörter
    Wann

    Wander (Sprichwörter)

    Wann Wenn das Wann 1 nit wär, hättet die Baure lauter Kräta. ( Flochberg. ) – Birlinger, 522. 1 ) Wortspiel mit Wanne un…

  7. Spezial
    wann

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wann I adv. can, can ... pa II conj. canche. ▬ wann immer canchemai; canchessî ; wann fährt der Bus? can vá pa le bus? ;…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wann

211 Bildungen · 199 Erstglied · 6 Zweitglied · 6 Ableitungen

wann‑ als Erstglied (30 von 199)

wann I

Idiotikon

wann I Band 16, Spalte 59 wann I 16,59

wann II

Idiotikon

wann II Band 16, Spalte 68 wann II 16,68

wann III

Idiotikon

wann III Band 16, Spalte 73 wann III 16,73

wann IV

Idiotikon

wann IV Band 16, Spalte 105 wann IV 16,105

wannehe

SHW

wann-ehe Band 6, Spalte 247-248

Wanne(n)blëtzer

Idiotikon

Wanne(n)blëtzer Band 5, Spalte 289 Wanne(n)blëtzer 5,289

Wanne(n)boppeleⁿ

Idiotikon

Wanne(n)boppeleⁿ Band 4, Spalte 1423 Wanne(n)boppeleⁿ 4,1423

Wanne(n)büezer

Idiotikon

Wanne(n)büezer Band 4, Spalte 2034 Wanne(n)büezer 4,2034

Wanne(n)flicker

Idiotikon

Wanne(n)flicker Band 1, Spalte 1193 Wanne(n)flicker 1,1193

Wanne(n)flëchteⁿ

Idiotikon

Wanne(n)flëchteⁿ Band 1, Spalte 1166 Wanne(n)flëchteⁿ 1,1166

Wanne(n)macher

Idiotikon

Wanne(n)macher Band 4, Spalte 55 Wanne(n)macher 4,55

Wanne(n)mūl

Idiotikon

Wanne(n)mūl Band 4, Spalte 182 Wanne(n)mūl 4,182

Wanne(n)rütteli

Idiotikon

Wanne(n)rütteli Band 6, Spalte 1800 Wanne(n)rütteli 6,1800

Wanne(n)stat(t)

Idiotikon

Wanne(n)stat(t) Band 11, Spalte 1779 Wanne(n)stat(t) 11,1779

Wanne(n)wädel

Idiotikon

Wanne(n)wädel Band 15, Spalte 451 Wanne(n)wädel 15,451

Wanne(n)wëheleⁿ

Idiotikon

Wanne(n)wëheleⁿ Band 15, Spalte 1035 Wanne(n)wëheleⁿ 15,1035

Wanne(n)wëher

Idiotikon

Wanne(n)wëher Band 15, Spalte 1035 Wanne(n)wëher 15,1035

Wanne(n)wī

Idiotikon

Wanne(n)wī Band 15, Spalte 61 Wanne(n)wī 15,61

Wanne1

PfWB

Wanne 1 f. : 1. a. 'flacher, länglich-ovaler Korb mit zwei Handgriffen', besonders als Getreide-, Futterschwinge verwendet, aber auch zum Ko…

Wanne2

PfWB

Wanne 2 'Pflugwende' s. Wande .

wannedāges

KöblerMnd

wannedāges , Adj. nhd. einst, vormals, ehedem, früher Hw.: s. wandāges E.: s. wanne (2), dāges L.: Lü 553b (wannedages)

wannee

KöblerMnd

wannee , Adv. nhd. früher, spätereinmal, einstmals Hw.: s. wannēr (1) E.: s. as. hwanêr* 6?, Adv., Pron., wann, denn L.: Lü 553bf. (wannêr/w…

wanneh

LothWB

wanneh [wàné Fo. Sgd. Lix. ; wané u. winé Falk. ; wenéə Bo. ; winéï D. Si. ] Fragew. wann? (allein oder mit Nachdruck gebraucht): siter wann…

wannehe

PfWB

wann·ehe

wann-ehe Adv. : Temporaladv., fragt nach der Zeit: 'zu welchem Zeitpunkt, wann', wanneh (wanˈē, ˈwanˈē; -ḁ-) [KU-Blaub Dunzw HB-Höch IB-Ommh…

wannehe(r)

RhWB

wann·eher

wann-ehe(r) ahd., mhd. wannê , nd. wannēr entsprechend, ist allg., u. zwar Rhfrk wanē  [ wanī Saarbr-Völkl ; wənī Wend-Marping ; winē Ottw…

wann als Zweitglied (6 von 6)

Angewann

DRW

ange·wann

Angewann I durch Rasenstücke befestigtes Teichufer? hat der fischer macht rasen uf der gemein zu grabin, so er wolt ein angewan abschlagen 1…

brūnwann

KöblerAe

brūn·wann

brūnwann , Adj. nhd. schwärzlich, dunkel E.: s. brūn, wann L.: Hall/Meritt 58b

Êtwann

Adelung

Êtwann , ein Nebenwort, welches einen unbestimmten Umstand des Ortes, der Zeit und der Sache bezeichnet. 1. * Des Ortes, für irgend wo, an e…

irgendwann

RDWB1

irgend·wann

irgendwann (о будущем) когда-нибудь (о прошлом) когда-то

Ableitungen von wann (6 von 6)

erwannen

DWB

erwannen , eventilare. Maaler 119 b , die frucht durch schwingen in der wanne reinigen. heute lieber blosz wannen, ventilare.

gewann

DWB

gewann , gewanne , f. (gewand II) theilt sich mit dem neutrum gewende ( s. d. ) in die erbschaft einer reihe von formen und bildungen, die i…

Gewanne

Pfeifer_etym

Gewann(e) f. Ackerflur, an der mehrere Dorfbewohner teilhaben, mhd. gewande ‘Ackergrenze’ (wo beim Pflügen gewendet wird); mit Assimilation …

gewannen

DWB

gewannen , nebenform zu gewinnen ( s. d. ).

unwann'lich

MeckWB

unwann'lich a. Spr. unwiderruflich; Adv. : 'dat ... Tydeke Samekowe ... vor uns unwandelken vorghift ... veerundetwyntich Lubesche mark' (13…

wanne

DWB

wanne , interjection , warte! weh! ach! ei! 1 1) ein im alten niedersächsischen gebiet ( nicht im jetzigen Westfalen ) verbreitetes wort: Ri…