Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
WËHSEL stm.
a. im allgem. im ensî der wehsel bereit, beide liep unde leit büchl. 2,433. sagt mir, waʒ dirre wehsel diute, daʒ ir unde iuwer liute sô niuwelîche wâren vrô: wie hât sich daʒ verkêret sô? Iw. 168. mir ist zwâre starke leit, daʒ sich ir beider gewonheit mit wehsel sô verkêret hât (er wîbes, sî mannes herze hât) das. 116. ichn weiʒ ir zweier wehsel niht das. 117. sus kan ich an freuden stîgen ûf und ouch abe, und bringe den wehsel, als ich wæn, dur ir liebe ze grabe MS. 1,1. a. — sus was ir wille u. ouch ir muot undersniten übel unde guot: mit disem wehsele geviel der gezweiete kiel an sprâchen und an rûnen Trist. 9675. die minneclîchen grüeʒe giengen ze wehsel under in H. zeitschr. 8,176. dâ si vil rede an wehsel triben Pass. 172,45. stuonden under wehsel mit den herten spern Gudr. 500,1. vgl. sperwehsel das. 862,1. zuo zim was geleget dar hemde und bruoch von buckeram. den wehsel er dô gerne nam Parz. 588, 16.
b. vorzüglich in hinsicht auf den umsatz von ware gegen ware oder geld. vgl. cambium, concambium voc. o. 26,19. sumerl. 5,50. commercium das. 5,45. Diefenb. gl. 72. in dieser bedeutung wird das wort sowohl eigentlich als bildlich gebraucht. beinis vesti wîb von dem man giwan: mit vleischis brôdi wart der wechsil gitân schöpfung 98,1. daʒ hât vil manne den tôt gegeben ze bœsem wehsel für daʒ leben büchl. 1,364. ouch was ir wehsel sô gereit daʒ er nie wart verseit manne noch wîbe, sine wehselten mit dem lîbe arbeit umbe êre Iw. 264. an wehsele und an koufe nemen wir (zu Akers) die êrsten stroufe Vrid. 155,1 u. anm. solhen wehsel nement die dâ minnent an ir koufe Nith. 3,6. Minne hât vil manegen vunt, wie si geliebe ir werden kouf. Minne hât wehsel zaller zît: wol im dem minn guot ende gît Türl. Wh. 46. a. hurtâ, wie die getouften borgeten und verkouften mangen wehsel âne tumbrel W. Wh. 373,21. du solt dîn hûs beruochen vernachlässige deinen haushalt nicht: den wehsel solt du suochen suche das was du erzeugest gut umzusetzen gegen die dinge die du nöthig hast altd. bl. 2. 19,70. dô was si doch ir wehsels vrô sie hatte richtig wieder erhalten was sie hin gegeben hatte Ls. 1, 231. ein wehseler het einen sun, der bejagete gerne guot an dem wehsel, als man tuot an dem umsatze seines geldes das. 2,581. die (angestlîche schar) wil ich dir ze wehsel geben gegen die waren geben, die du in deinem schiffe hast G. Gerh. 1718. daʒ ich ze wehsel kæme mit im und daʒ ich næme sînen kouf (was er zu verkaufen hat) (den gap er mir; der kouflich wehsel daʒ sît ir) das. 2049. 2052. kein man sal wechseln noch wechsel sitzen noch tûn ân di munzmeistere Freiberg. str. 181. zu wechsele sitzen mit den phenningen Höfer 45.
c. das wechselnde kriegsglück. sô lange sich daʒ wechsil trûc, unz doch di brûdre mit kraft an in wurdin sigehaft Jerosch. 125. a. diz wechsil treib sich manchen tac das. 149. b. daʒ wechsil zwischen in sich wac von morgen unz ûf mittentac das. 157. b.