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2. Wand

as. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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27 in 16 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

2. Wand

Bd. 4, Sp. 1375
2. Die Wand, plur. die Wände, ein Wort, in welchem der Begriff einer senkrechten, oder meist senkrechten Fläche der herrschende zu seyn scheinet, besonders, wenn sich damit der Begriff des Unterschiedes verbindet. Man gebraucht es vornehmlich in folgenden Fällen. 1. Die abhängige Seite eines Berges oder Felsens wird häufig eine Wand genannt, besonders, wenn sie sich der senkrechten Linie merklich nähert. Indeß können meine Ziegen an der jähen Wand klettern und vom Gesträuch reißen, Geßn. 2. Im Bergbaue wird auch das dem Bergmanne entgegen stehende Gestein oder Erde eine Wand genannt, besonders wenn es einen senkrechten Abhang hat. Eine Bergwand, eine Wand Erde, zum Unterschiede von einer Erzwand, wenn sie aus Erz bestehet. Daher sagt man daselbst, die Wand hat den Bergmann gefangen, wenn die Seite eines Berggebäudes einstürzet, und den Bergmann verschüttet. Die Wand ziehet sich, wenn sie einzustürzen drohet. Vermuthlich ist es eine Figur von dieser Bedeutung, wenn 3. im Bergbaue ein jeder Stein, er sey groß oder klein, eine Wand genannt wird. Daher eine Bergwand, ein Stück taubes Gestein, zum Unterschiede von einer Erzwand, wenn der Stein erzhaltig ist. Eine Wand zersetzen, zerstufen, ein Stück Stein zerschlagen. Selbst die Steine auf den Gassen und Feldern heißen bey den Bergleuten Wände. Pochwände, Steine, welche gepochet werden sollen. 4. In dem gewöhnlichsten Verstande ist die Wand der senkrechte Unterschied, welcher sowohl die Zimmer eines Gebäudes unter sich, als auch das Gebäude von dem äußern Raume absondert. Eine hölzerne Wand, eine steinerne; welche letztere unter dem Nahmen einer Mauer am bekanntesten ist. Die Scheidewand, wenn sie ein Zimmer von dem andern scheidet. Die Seitenwand, die Wand an der Seite eines Gebäudes. Die Vorderwand, an dem vordern Theile. Eine Spanische Wand, eine bewegliche leichte Wand, welche man zusammen legen, und nach Belieben wegnehmen kann. Eine Wand täfeln. Mit dem Kopfe wider die Wand laufen. Eine Wand führen, aufführen. 5. In der Schiffahrt werden die stehenden, oder größten Theils senkrecht ausgespannten Taue, welche die Masten halten, Wände genannt. Daher, ein Schiff unter die Wand bringen, es mit dem nöthigen Tauwerk versehen. Diese Wände bekommen ihren Nahmen von den Masten, an welchen sie sich befinden; daher die große Wand, Besanwand, Fockewand, blinde Wand u. s. f. 6. In dem Jagdwesen werden die in einer Reihe senkrecht aufgestellten Klebegarne eine Wand genannt. Bey den Vogelstellern sind die Wände diejenigen Garne, womit man die Vögel auf dem Vogelherde zu fangen pflegt. 7. Wird dieses Wort noch in vielen einzelnen Fällen gebraucht, eine senkrechte oder fast senkrechte Fläche zu bezeichnen, welche größten Theils Figuren der ersten und vierten Bedeutung sind. Bey den Jägern heißen die Rippenstücke der Hirsche und Thiere, Wände. Die Schärfe, oder der Rand an den Schalen des Hirsches, und der obere, von außen erhabene, Theil eines Pferdehufes heißt gleichfalls die Wand. In einem gezogenen Rohre sind die Wände die erhabenen Theile zwischen den Zügen. An einer Lafete sind die Wände die breiten und langen Seitenhölzer;[] und so in andern Fällen mehr, wo oft eine jede Seitenfläche eine Wand heißt. Anm. Schon bey dem Ottfried Uuant, in Niedersächsischen gleichfalls Wand. Auch bey diesem alten Worte läßt sich die nächste Abstammung nur errathen. Frisch leitete es von wenden ab; zeigte aber nicht wie sich beyde Begriffe dabey ohne Zwang vereinigen lassen. Wachter läßt es von winden abstammen, weil die ältesten Wände doch wohl nur aus Flechtwerk bestanden; wobey er denn voraussetzt, daß die vierte oder gangbarste Bedeutung die erste ist, welches er doch zu beweisen vergessen hat. Mir scheint der durch die Natur selbst veranlaßte Begriff der erste, und die Bedeutung der Höhe die nächste zu seyn. Andere Sprachen haben zwar etwas von der Wurzelsylbe behalten, aber Statt des Ableitungslautes d oder nd andere vorgezogen; dahin das Schwedische Väg, das Holländische Waeg, das Gothische Vaddus, das Lappländische Hwados, das Englische Wall (S. Wall,) das Lateinische Paries, welche insgesamt eine Wand bedeuten.
4124 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    wandAdj.

    Köbler As. Wörterbuch

    wand , Adj. nhd. veränderlich, schwankend, verschieden ne. different (Adj.) Vw.: s. un-* Hw.: s. wėndian*; vgl. ahd. *wa…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wandAdv.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wand , Adv. Vw.: s. wan (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Wand

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    2. Die Wand , plur. die Wände, ein Wort, in welchem der Begriff einer senkrechten, oder meist senkrechten Fläche der her…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wand

    Goethe-Wörterbuch

    Wand [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wand

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wand , im Bauwesen, s. Mauer ; in der Orographie, s. Berg , S. 657; im Bergbau, s. Wände .

  6. modern
    Dialekt
    Wand

    Lothringisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Wand II s. Wind.

  7. Sprichwörter
    Wand

    Wander (Sprichwörter)

    Wand 1. Alles, was die Wand bepisst, soll sterben, wenn's ein Schurke ist. 2. An den Wänden deines Hauses erkennt man, d…

  8. Spezial
    Wand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wand f. (-, Wände) 1 parëi (-s) m. 2 (Mauer) mür (mürs) m. 3 (Trennwand, Trennungsfläche) stramesa (-ses) f. 4 ‹alp› (Be…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wand

1.638 Bildungen · 1.327 Erstglied · 298 Zweitglied · 13 Ableitungen

wand‑ als Erstglied (30 von 1.327)

Wand I

Idiotikon

Wand I Band 16, Spalte 338 Wand I 16,338

Wand II

Idiotikon

Wand II Band 16, Spalte 373 Wand II 16,373

Wand III

Idiotikon

Wand III Band 16, Spalte 374 Wand III 16,374

Wand IV

Idiotikon

Wand IV Band 16, Spalte 397 Wand IV 16,397

Wand V

Idiotikon

Wand V Band 16, Spalte 404 Wand V 16,404

wand(e)reⁿ

Idiotikon

wand(e)reⁿ Band 16, Spalte 496 wand(e)reⁿ 16,496

Wand(s)bestja

Idiotikon

Wand(s)bestja Band 4, Spalte 1793 Wand(s)bestja 4,1793

wand* 2

KöblerAnfrk

wand* 2 , st. F. (i) nhd. Wand ne. wall (N.) ÜG.: lat. paries MNPs, LW Hw.: vgl. ahd. want (1) Q.: MNPs (9. Jh.), LW E.: germ. *wandi-, *wan…

Wandarm

SHW

Wand-arm Band 6, Spalte 241-242

Wandbaiaß

SHW

Wand-baiaß Band 6, Spalte 241-242

Wandbalken

SHW

Wand-balken Band 6, Spalte 241-242

Wandbank

SHW

Wand-bank Band 6, Spalte 241-242

Wandbild

SHW

Wand-bild Band 6, Spalte 241-242

Wandbrett

SHW

Wand-brett Band 6, Spalte 241-242

Wandkarte

SHW

Wand-karte Band 6, Spalte 245-246

Wandlambri

SHW

Wand-lambri Band 6, Spalte 245-246

Wandlaus

SHW

Wand-laus Band 6, Spalte 245-246

Wandmuster

SHW

Wand-muster Band 6, Spalte 245-246

Wandochse

SHW

Wand-ochse Band 6, Spalte 245-246

Wandschank

SHW

Wand-schank Band 6, Spalte 245-246

Wandspruch

SHW

Wand-spruch Band 6, Spalte 245-246

Wandstein

SHW

Wand-stein Band 6, Spalte 245-246

Wandtafel

SHW

Wand-tafel Band 6, Spalte 245-246

Wandtisch

SHW

Wand-tisch Band 6, Spalte 245-246

Wanduhr

SHW

Wand-uhr Band 6, Spalte 245-246

wand als Zweitglied (30 von 298)

Gummiwand

RDWB1

Gummiwand f übertr. (Lakune) Sie laufen mit ihren Bedenken bei der Behörde gegen eine Gummiwand. - Их сомнения начальство как будто не слыши…

Mordsaufwand

RDWB1

Mordsaufwand m колоссальные, немыслимые затраты

A(n)legg(e)wand

Idiotikon

A(n)legg(e)wand Band 16, Spalte 388 A(n)legg(e)wand 16,388

A(n)leggig(e)wand

Idiotikon

A(n)leggig(e)wand Band 16, Spalte 388 A(n)leggig(e)wand 16,388

A(n)wand

Idiotikon

A(n)wand Band 16, Spalte 399 A(n)wand 16,399

Abwand

Idiotikon

Abwand Band 16, Spalte 352 Abwand 16,352

anwand

DWB

anwand , f. confinium, collimitium, ager in limine positus, ahd. anawanta versura ( Graff 1, 762 ), mhd. anewande und anewant: er unt jener …

aufwand

DWB

auf·wand

aufwand , m. sumtus, impensa, was aufgewandt wird, impenditur, erst seit dem 18 jh. im gang und bei Stieler fehlend, der dafür mit derselben…

Ausgewand

DRW

aus·gewand

Ausgewand Anwende 1585 ÖW. I 356 Faksimile Lexer II 2041 Faksimile

Außenwand

Adelung

aussen·wand

Die Außenwand , plur. die -wände, die äußere Wand eines Gebäudes, zum Unterschiede von den Mittelwänden. An den dreymaschigen Fischergarnen …

B(e)hȫrg(e)wand

Idiotikon

B(e)hȫrg(e)wand Band 16, Spalte 387 B(e)hȫrg(e)wand 16,387

B(e)rueffsg(e)wand

Idiotikon

B(e)rueffsg(e)wand Band 16, Spalte 383 B(e)rueffsg(e)wand 16,383 A

Bare(n)wand

Idiotikon

Bare(n)wand Band 16, Spalte 359 Bare(n)wand 16,359

Bedd'wand

MeckWBN

Wossidia Bedd'wand n. a. Spr. Bettzeug: 'van klederen unde van bedewande' (Wi 1426) Jb. 91, 162; 'fryge furinge und beddewant mit all synen …

Being(e)wand

Idiotikon

Being(e)wand Band 16, Spalte 391 Being(e)wand 16,391

Beitg(e)wand

Idiotikon

Beitg(e)wand Band 16, Spalte 393 Beitg(e)wand 16,393

bergwand

DWB

berg·wand

bergwand , f. latus montis: zwischen bergwänden in verschlungenen wegen ereile ich dich. Bettine br. 1, 160 .

Bettg(e)wand

Idiotikon

Bettg(e)wand Band 16, Spalte 391 Bettg(e)wand 16,391

Bewand

Idiotikon

Bewand Band 16, Spalte 406 Bewand 16,406

bleichwand

DWB

bleich·wand

bleichwand , f. paries luto exstructus: und der haushahn im hühnerzwinger eingesperrt wagt keinen flug über die niedere bleichwand. Musaeus …

Blästwand

Idiotikon

Blästwand Band 16, Spalte 360 Blästwand 16,360

Bode(n)schwand

Idiotikon

Bode(n)schwand Band 9, Spalte 1934 Bode(n)schwand 9,1934

Brêtwand

Adelung

bret·wand

Die Brêtwand , plur. die -wände, eine Wand von Bretern.

Brëtterwand

Idiotikon

Brëtterwand Band 16, Spalte 360 Brëtterwand 16,360

Ableitungen von wand (13 von 13)

Bewand

Idiotikon

Bewand Band 16, Spalte 406 Bewand 16,406

bewande

BMZ

bewande swv. bekleide. di helde sich bewanten mit stâlînem gewande pf. K. 264,25. im reime auf habeten; vielleicht bewâten zu lesen.

bewanden

Lexer

be-wanden swv. BMZ bekleiden Rul. ; vgl. bewinden.

entwand

KöblerMhd

entwand , (Part. Prät.=)Adj. Hw.: s. entwenden W.: nhd. DW2- L.: Hennig (entwenden)

gewand

DWB

gewand IV . n. , nebenform zu geweide, gewaide, in friesischen mundarten und in der niederländischen sprache belegt; vgl. 't gewand, de gewa…

gewande

DWB

gewande , gewante , f. , s. gewohnde , gewohnte, gewohnheit .

gewanden

DWB

gewanden II , verb. , ableitung zu gewand, für die sich zweierlei ausgangspunkte nachweisen lassen: die anknüpfung an den umfassenden begrif…

gewandlich

DWB

gewandlich II , gewändlich , ableitung von gewand, vestimentum. 1 1) das substantiv als collectiv ist litterarisch aus Hans Sachs und Ayrer …

gewandung

DWB

gewandung , f. junge collectivbildung, die in ihrer hauptverwendung auf gewand = vestis zurückführt, in vereinzeltem gebrauch jedoch auf wan…

unwand

KöblerAs

unwand , Adj. nhd. unwandelbar, treu ne. loyal (Adj.) Hw.: vgl. ahd. *unwant? Q.: H (830) E.: s. un, wand*; B.: H Nom. Pl. M. unuuanda 70 C;…

verwanden

DWB

verwanden , v. , zu wanden 2 ( s. th. 13, 1646): das fletz ward baidenthalb verwandot ... mit teninen brittern v . Richental chronik d. Cons…

verwandlich

DWB

verwandlich , adj. : gott hat das gelück v. wöllen haben A. v. Eyb spiegel d. sitten E 2 b .

wande

DWB

wande , m. , fausthandschuh s. wante .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „wand". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wand/adelung?formid=W00575
MLA
Cotta, Marcel. „wand". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wand/adelung?formid=W00575. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wand". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wand/adelung?formid=W00575.
BibTeX
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