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steif

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

steif Adj.

Bd. 6, Sp. 489
steif Adj.: 1. von Körperteilen bei Mensch und Tier. a. 'beim Bewegen schmerzend und daher steif gehalten, in der Bewegung beeinträchtigt', durch Krankheit, Alter, Kälte, Arbeit usw., steif [allg. Mang 121 Lambert Penns 143], stiff [lothr. SWPf Glass 97]; Zs.: bock-, bockracke-, racken-, stecken-, storrensteif; rack un st. [ZW-L'wied GH-Kand]; bloe un steife Hänn (Finger) [KU-Bedb]; e steifes G'nick 'Nacken' han [NW-Kallstdt LA-Ilbh]; steife Glirrer [BZ-Stein]; en steife Hals 'Nacken' [NW-Kallstdt, mancherorts]; steife Zih (Zehen) [FR-Bockh]; st. vor Kält [BZ-Dernb]; st. werre [Glass 97]; werscht rack un steif [Ranssweiler 45]; st. geschafft, von alten Menschen [WD-Niedkch KB-Kriegsf]; de Kopp (Hals) st. halle, bei Schmerzen, einem Geschwür [ZW-Battw, NW-Frankeck LA-Maik BZ-Dierb]; de Kopp st. hewe (heben), dass. [PS-Gersb]; der steif Bauer 'der vom Arbeiten steife Bauer' [LU-Opp]. Sinn mer ach die Poode 'Hände' st., / Schmackt mer als noch Wei unn Peif! [Räder Bitzler 18]. Un er hot dicke, korze Datze / Un is schun zimmlich alt un steif [Ranssweiler 9]. Des lange Hocke hot mich ganz st. gemacht [NW-Freinsh]. Er is st. worre vum Leie (Liegen) [LU-Opp]. Mir sinn die Bäⁿ st. vum Sitze (Hucke) [LA-Gommh, mancherorts]. Moi Händ sin so st. (gefror), daß ich käⁿ Pöötche mache kann [LU-Limbghf NW-Freinsh]. Wammer alt werd, werd mer st. [LU-Böhl, mancherorts]. Wie der de Hals so st. hält, des macht der hoch Kraa'e (Kragen) [ZW-Battw]. RA.: st. uf de Knoche 'abgearbeitet' [KU-Schmittw/O]. Er hat e steif Kreiz, von einem, der sich nicht gern bückt [KU-Bedb]. Ich bin so st. wie en Bock [verbr.], ... wie e Holzbock [LU-Böhl Opp GH-Kand], ... wie e Holzklotz (Stock) [KU-Bedb], ... wie e Sä(g)bock [KB-Mauchh], ... wie e Stecke [ZW-L'wied KB-Kerzh Don-Schowe], ... wie e Stick Holz [RO-Dielkch]. Der is st. wie e Storch im Salat, gravitätisch [Krieger 20]. Do steht er st. als wie e Opperstock [Schandein Sprachsch.]. Denne det ich des steif Kreiz raustreiwe, ich detse lerne schaffe! [NW-Gimmdg]. Ein Spottlied s. Schleifer1 2. — b. 'unbeweglich, vollkommen steif (geworden)', bes. durch Gelenkversteifung; e steifeʳ Arem [KU-Kaulb, mancherorts], e steif Bäⁿ [LU-Friesh, mancherorts], e steifeʳ Fuß [mancherorts], e steifi Hand [LA-Gommh, mancherorts], e steifes Knie [BZ-Albw, mancherorts]. Seiⁿ Hand (De link Arem) is st. 'lahm' [LU-Alsh, vereinzelt]. Das steif Beⁿ hat er sich beim Falle zugezoh [KL-Reichb]. De Arem is schlecht gehält worr, er is st. [KL-Reichb]. Er muß die Boi (des Bee) st. halle, er derf sich net rihre [ZW-Battw LA-Gommh Maik BZ-Dierb]. Eine Schweinekrankheit: st. werre 'rheumatisch werden' [NW-Kallstdt BZ-Dernb]. Volksgl.: Wann eens sterbt un werd net grad kalt un st., sterbt glei wieder eens [Fogel Beliefs Penns Nr. 582]. — c. 'schwerfällig, ungelenk und langsam in den Bewegungen, beim Gehen, Arbeiten' [Höh 154]; steife Bäⁿ [LU-Alsh], steife Glirrer [LU-Alsh], steife Knoche [LU-Friesh]; en steife Gang [LU-Friesh]. So en steifeʳ Hund (Kerl)!, Schimpfw. für einen ungelenken Menschen [KU-Schmittw/O HB-Kirrbg LU-Opp LA-Birkw Gal-Dornf]; steifeʳ Bock! Schimpfw. für ein altes Pferd [LU-Altr, Krämer Gal 206]; e steifi Zung hunn 'schwerfällig reden, nicht mit der Sprache herausrücken' [KU-Körbn RO-Lohnsf]. Er hot e steif Hand 'Er ist schwerfällig beim Schreiben, Klavierspielen' [KU-Schmittw/O]. — 2.a. 'fest, hart, starr', von Sachen; steifeʳ Hut [ZW-Bottb]; eⁿ steife Zilinder, kann nicht zusammengeklappt werden [LU-Alsh]; e steifes Kleid [ZW-Battw]; steife Berschte [KU-Diedk]; e steifeʳ Kra [KL-Hütschhs, LU-Alsh]; e steif Joch 'starres Doppeljoch für Ochsen und Fahrkühe' [KU-Adb KL-Mehlb]; vgl. Steifjoch; e steifeʳ Acker 'Acker mit schwarzem Boden' [KL-Weilb]. Wie der Karch voll war, hott r seiⁿ zwää Küh ins steif Joch gespannt [Kühn Kumödi 85]. SprW.: Alde Bick honn schdiffe Heere! 'Alte Böcke haben harte Hörner, alte Leute sind stur' [Glass II 81, Land]. — b. 'erstarrt, fest geworden'. Das Esse werd st., wenn es erkaltet [LU-Friesh]. »Bis zum anbrechenden Tag ist die Latwerge meistens st., so st., daß der Rührer drin stecken bleibt und oft abbricht« [PfPr. 7. 10. 1934]. — c. 'spröde'; steife Hoor [LU-Alsh]. — 3. übertr. a. 'förmlich, ungalant, stur, umständlich, träge', e Steifeʳ [KL-Fischb PS-Leim LU-Altr]. Der is en steifeʳ Kerl [LU-Opp NW-Haßl]. Du schdiffa Buck! Jetz helf ma mohl die Grumbiere se hiffele! [Glass Klutzkopp 105, Glass 97]. — b. 'sehr, intensiv'. 's es st. drekkich, von einem Kleidungsstück [KU-Kaulb]. — c. 'sicher, beteuernd, überzeugend, hartnäckig', in RA.: Er hot st. un fescht behaupt [KU-Kaulb HB-O'bexb Spey LA-Gleisw Ilbh BZ-Dierb]. Er hot's fescht un st. behaupt [mancherorts]; vgl. halsstarrig. a. 1661: »Auch wird beschlossen fest und steiff daran zu halten, daß, wer nach 9 Uhr Abends noch im Wirtshaus getroffen wird, sowohl Wirt wie Gast »umb 1 Orths-fl. soll gestrafft werden« [Küchler 269]. a. 1672: Michael Stoffel, Gerichtsman begeret, daß seine obige Verordnung solle ... fest undt Steiff gehalten werden [BrPr. 397a, Nr. 23 Bl. 13 (PS-Rodalb)]. a. 1770: und sollen also dieser Verkauf und Kauf völlig geschlossen, steif und fest gehalten sein [Heimatblätter für Ludwigshafen/Rh. und Umg. 17/1929 (LU-Assh)]. — 4. die Blumen Zinnien, Steifi Männer [Steinmetz]. — Rhein. VIII 583 ff.; Lothr. 499 stif; Els. II 576, ALA I K. 272.
5478 Zeichen · 142 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steif

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Steif , -er, -este, adj. et adv. unbiegsam, was sich nicht biegen lässet. 1. Eigentlich, wo es sowohl überhaupt von dies…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    steif

    Goethe-Wörterbuch

    steif [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steif

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Steif , seemännischer Ausdruck: ein steifes Schiff ist sehr stabil, im Gegensatz zu rank (s. d.), vgl. Metazentrum; ein …

  4. modern
    Dialekt
    Steif

    Lothringisches Wb. · +11 Parallelbelege

    Steif Wäschestärke s. Stif.

  5. Sprichwörter
    Steif

    Wander (Sprichwörter)

    Steif 1. Stah stief, Knäkerbên, öck war di ock wat Dicket önt Liew besorge, säd de Sparling tom Storch. ( Ostpreuss. ) 2…

  6. Spezial
    steif

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    steif adj. 1 (starr) stare (-ri, -ra) 2 dür (dürs, döra) 3 indurí (-ris, -rida) 4 (vor Kälte) marmorí (-ris, -rida), abr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steif

220 Bildungen · 212 Erstglied · 1 Zweitglied · 7 Ableitungen

steif‑ als Erstglied (30 von 212)

steif(f)

Idiotikon

steif(f) Band 10, Spalte 1425 steif(f) 10,1425

Steifarm

SHW

Steif-arm Band 5, Spalte 1357-1358

steifbeinig

SHW

steif-beinig Band 5, Spalte 1357-1358

Steifgase

SHW

Steif-gase Band 5, Spalte 1357-1358

Steifhalter

SHW

Steif-halter Band 5, Spalte 1357-1358

Steifjoch

SHW

Steif-joch Band 5, Spalte 1357-1358

Steifkummet

SHW

Steif-kummet Band 5, Spalte 1357-1358

steifleinen

SHW

steif-leinen Band 5, Spalte 1357-1358

Steifmatz

SHW

Steif-matz Band 5, Spalte 1357-1358

steifmatzig

SHW

steif-matzig Band 5, Spalte 1357-1358

Steifsack

SHW

Steif-sack Band 5, Spalte 1357-1358

steifästig

DWB

steif·aestig

steifästig , adj. , vgl. steif II, 2, f.: hibiscus rigidus steifästiger hibiscus. ein strauchartiger stengel mit langen einfachen steifen äs…

steifarmig

DWB

steif·armig

steifarmig , adj. , vgl. steif II, 3, a: Theodulf ... griff steifarmig in die binsen Freytag ahnen 1, 28 ( Ingo 2). —

steifaufrecht

DWB

steif·aufrecht

steifaufrecht , adj. , vgl. steif II, 3, k, γ : Sprengel versteht unter starr, strictus, den höhern grad der geraden richtung ... wir sagen …

steifausgestreckt

DWB

steif·ausgestreckt

steifausgestreckt , adj. , vgl. steif II, 3, i, β : inzwischen hatte er die ausweichende Zirolane so weit nach der wand getrieben, dasz er e…

steifbart

DWB

steif·bart

steifbart , m. steifer bart; geschöpf mit steifem bart. ' bei Müller ein name der achten gattung seiner welse mit zwei rückenflossen ' Campe…

steifbefest (et)

DWB

steifbefest (et) , adj. : durch den steiffbefesten glauben, welcher hier dem schatten gleichet, sehen wir des höchsten willen Harsdörffer fr…

steifbeinicht

DWB

steif·beinicht

steifbeinicht , adj. , vgl. II, 3, b: tausende von Engländern rennen durch die Schweiz, aber weder einem der abgejagten lords noch einer der…

steifbeinig

PfWB

steif·beinig

steif-beinig Adv. : ' langsam, ungeschickt, schwerfällig ', von der Gehweise, steifbäänich [ LU-Alsh ].

steifbenutzt

DWB

steifbenutzt , adj. : der graf nannte diesen zehengang den todtentanz, und hatte wunderliche steifbenuzte regeln darüber, und eine ganz pein…

steifbettler

DWB

steif·bettler

steifbettler , m. , entstellung aus älterem steigbettler, s. das. ( in anlehnung an steif II, 8) Schmeller 2 2, 742, els. stifbëttler '1. be…

steifblättrig

DWB

steif·blaettrig

steifblättrig , adj. von pflanzen (steif II, 2, f ) : allium strictum. steifblättriger lauch Schlechtendal flora v. Deutschl. 5 3, taf. 253 …

steifbock

DWB

steif·bock

steifbock , m. , vgl. steif II, 3, f zu ende, bezeichnung eines nichtjägers : jetzt sind sie ja in Hohenberg all' versammelt; sie wollen zur…

steifborstig

DWB

steif·borstig

steifborstig , adj. , vgl. steif II, 3, l, doch meist von pflanzen (II, 2, f ): die rosen theilt er ein in solche, die glatte, und in solche…

Steifbotte

RhWB

steif·botte

Steif-botte -bǫt Ahrw f.: Rückentragkorb, um Erde, seltener Mist in den Weinberg zu tragen.

steif als Zweitglied (1 von 1)

stocksteif

DWB

stock·steif

stocksteif , adj. adv. , überaus steif, steif wie ein stock ( s. 1 stock, m., 7 a, oben sp. 39), stokksteiff Schottel 456 ; stocksteif Berl.…

Ableitungen von steif (7 von 7)

besteifen

DWB

besteifen , firmare, bestärken, einen in seinem vorhaben, in seiner bosheit besteifen; und dasz ihm so ist, scheint vom Ganges bis zum Po co…

besteifung

DWB

besteifung , f. firmatio: zu besteifung seines verkehrten sinns. Simpl. 2, 464; es tragt sich mehrmalen zu, dasz die natur selbs ohne wissen…

ersteifen

DWB

ersteifen , könnte rigere, obrigescere bedeuten und dem ags. âstîfian entsprechen, von der mangelnden lautverschiebung ist unter steif zu re…

steife

DWB

steife , f. , ableitung zu steif, s. das. 1 1) zunächst im sinne eines abstractums, eigenschaft oder zustand eines dinges, da es steif ist, …

unsteif

DWB

unsteif , adj. adv. , gth. v. steif. heute veraltet oder ungewöhnlich. vgl. ungesteif . gth. von steif II i δ : das abnemmen der krafft, den…

versteifen

DWB

versteifen , verb. , denominativum zum adj. steif, ist wie dieses aus dem nd. und nl. in die schriftsprache eingedrungen, zuerst von Campe g…

versteifung

DWB

versteifung , f. , subst. dazu. 0 0 zu 1~~ ' verstärkung, stütze bei bauten ': das tragwerk besteht aus .. zwischenverbindungen, die zur ...…