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steifen

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DRW
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Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch

steifen

steifen, v.

I afries.: (durch eine Verletzung) unbeweglich werden, gelähmt sein
vgl. steif (I)
  • send se steuande and stak allerek threddahalf skilling [sind diese steif und starr, (so ist die Buße für) einen jeden 2 1/2 Schillinge]
    um 1300 RüstringerR. 74 Textarchiv: RüstringerR. 74
  • thria stiwande lithe alsa fule, mith ene ethe to haliane [(für) drei steif gewordene Glieder ebensoviel, (die Buße ist) mit einem, Eide einzufordern]
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 98 Textarchiv: FivelgoR. 98
  • stebbelithe and stiuande lithe ne ach ma nout togadere to scriuan [verstümmelte (Finger)glieder und steif gewordene (Finger)glieder soll man nicht zugleich als bußpflichtig verzeichnen]
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 102 Textarchiv: FivelgoR. 102
  • tha smelinga xxxvi scillinga; stiwanda alsa fule [(für) die Gliedschmälerung 36 Schillinge; (für) das Steifwerden ebensoviel]
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 114 Textarchiv: FivelgoR. 114
II jn./etw. stärken, unterstützen
  • [wy] gelaven se tho holden, tho stiven und tho stercken in alle ohre privilegien, fryheden und rechten
    1438 Wiarda,OstfriesG. I² 474
  • dat sulken persoen niemant en ontholde op sloten noch in steden, noch oick en huse, en hove, en voerstae, en stive, en starcke mit rade of mit dade
    1445 UtrechtRBr. I 361 Faksimile
  • te stiven ende te starcken alle de kueren ... na allen horen mogen ende beste wetenscap
    1487 HaarlemRBr. 169
  • min fatter und ich hetten uns gern mit E. gutlich vertragen, aber er wolt sinen willen plat haben, dan das gewonnen urtel steifden in
    um 1560 BuchWeinsberg I 167 Faksimile
III (sich) auf etw. stützen
  • auch ist das koͤnnen in dem gemeinen leben und wandel nur moraliter anzunehmen, vor ein solches vermoͤgen, ... als man gemeiniglich vor zulaͤnglich erachtet, und welches sich auf probabele ursachen oder gruͤnde steiffet
    1691 Pufendorf,Sittenlehre 34
  • gleichwie in einer jeden regierung die menschen ... auf jene maximen sich steiffen, welche die gelegenheit der zeiten ... dictiret
    1702 ArchÖG. 13 (1854) 45
  • [das hauß Baaden hat] die gravamina zu laͤugnen sich nicht getrauet, sondern bloß abermahls auf ein sehr befremdliches falsches principium sich gesteifft, wasmassen ... unterthanen ex lege imperii kein jus religionis zukomme
    1731 Faber,Staatskanzlei 57 S. 263
IV jn. bestärken, zu etw. drängen, aufhetzen
  • notarien, procuratorn, ... die sich anders nicht befleissigen, dann die unterthanen wider ihre herrschafften aufzuleinen und zu steiffen
    1600 RAbsch. III 475 Faksimile
  • damit die unwilligen aus der bürgerschaft in ihrer seumigkeit und zurückhaltung nicht gesteift [werden]
    1643 Krause,AnhaltUrk. V 1 S. 131
  • weiln bißweilen den vnderthanen jhre supplicationes wieder die gebühr, hitzig und scharpff gestellt, auch dieselben ... wol zu unbillichen sachen gesteifft und verhetzt ... werden, so wollen wir ... daß hinführo alle supplicationes und bericht ... mit eines jeden concipisten tauff- und zunahmen ... verzeichnet werden
    1687 Karst,Neustadt/H. 241
  • ich habe ihm in seiner meinung gesteufet
    1697 ArchÖG. 48 (1872) 227
V (sich gegen etw.) stark machen, sträuben, widersetzen
  • diesen ... unverfaͤnglichen vorschlag haͤtte S.-B. zu seinem selbst eignen schaden nicht acceptiren wollen, haͤtte sich gesteifft und etwa auf ... insolentien verlassen
    1634 LondorpSuppl. III 582
  • [nachdem C.F.] in Moskau wider alle mögliche revers sich gesteifet, und die gefährlichen zuschnitte wenigstens stutzen gemacht hatte, so wurde er ... zurückberufen
    vor 1783 MittLivl. 10 (1861/68) 38
VI hemmen, zum Stillstand bringen
  • domit die freien commertia nicht gesteyft
    RTA.RV. 1566 S. 481

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    steifenstv. red. II.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    steifen stv. red. II. emporsteigen, klettern. er stief hinauf Zimr. chr. 3. 210,20. sie sint ûf den paum gestiffen, die …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steifen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Steifen , verb. regul. act. 1. Steif machen, doch nur in einigen Fällen. Die Wäsche steifen oder stärken, sie mit Stärke…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    steifen

    Goethe-Wörterbuch

    steifen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    steïfen

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    steïfen s. stäfen.

  5. Sprichwörter
    Steifen

    Wander (Sprichwörter)

    Steifen Er steift sich darauf. – Hügel, 156 a . Beharrt eigensinnig auf seiner Meinung.

  6. Spezial
    steifen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    stei|fen vb.tr. 1 (stützen) impunté (-ta), sopunté (-ta) 2 (stärken: Wäsche) sterché (sterca) 3 (verstärken) renforzé (-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steifen

10 Bildungen · 1 Erstglied · 6 Zweitglied · 3 Ableitungen

steifen‑ als Erstglied (1 von 1)

Steifensand

Meyers

steifen·sand

Steifensand , Xaver , Kupferstecher, geb. 1809 in Kaster (Regbez. Köln), gest. 6. Jan. 1876 in Düsseldorf, bildete sich auf der Kunstakademi…

steifen als Zweitglied (6 von 6)

absteifen

DWB

absteifen , firmare, fulcire, im bauwesen, mit stützen, streben versehen: wenn die schwellen eingelegt, die ständer aufgestellt und an den s…

ansteifen

DWB

ansteifen , rigidum reddere, firmare: die gewaschenen halsbinden ansteifen; sich ansteifen, inniti: sich hartnäckig gegen eine sache ansteif…

aufsteifen

DWB

auf·steifen

aufsteifen , rigere facere, nnl. opstijven: die aufgesteifte stirn wird billich ausgelacht Gryphius 2, 313 ; der erbe weisz den runden hut n…

aussteifen

DWB

aus·steifen

aussteifen , rigidum facere: ein kleid aussteifen; eine wand, ein gebäude aussteifen.

besteifen

DWB

besteifen , firmare, bestärken, einen in seinem vorhaben, in seiner bosheit besteifen; und dasz ihm so ist, scheint vom Ganges bis zum Po co…

versteifen

DWB

ver·steifen

versteifen , verb. , denominativum zum adj. steif, ist wie dieses aus dem nd. und nl. in die schriftsprache eingedrungen, zuerst von Campe g…

Ableitungen von steifen (3 von 3)

besteifen

DWB

besteifen , firmare, bestärken, einen in seinem vorhaben, in seiner bosheit besteifen; und dasz ihm so ist, scheint vom Ganges bis zum Po co…

ersteifen

DWB

ersteifen , könnte rigere, obrigescere bedeuten und dem ags. âstîfian entsprechen, von der mangelnden lautverschiebung ist unter steif zu re…

versteifen

DWB

versteifen , verb. , denominativum zum adj. steif, ist wie dieses aus dem nd. und nl. in die schriftsprache eingedrungen, zuerst von Campe g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „steifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/steifen/drw
MLA
Cotta, Marcel. „steifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/steifen/drw. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „steifen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/steifen/drw.
BibTeX
@misc{lautwandel_steifen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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