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Stätte

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Stätte

Stätte

Statt f. ‘Ort, Platz, Stelle’. Die mit dem Suffix ie. -ti- gebildeten i-Stämme ahd. stat f. (8. Jh., in den flektierten Kasus steti), mhd. stat f., asächs. stedi m. f., mnd. stat f., mnl. stat, stēde f., nl. stad f., aengl. stede m. ‘das Stehen(bleiben), Stätte’, engl. stead ‘Stelle, Platz’, anord. staðr m. ‘Stehen, Stätte, Ort’, schwed. stad, got. staþs m. ‘Stätte, Stelle, Gegend’ stellen sich mit aind. sthíti- ‘Standort, Rang’, griech. stásis (στάσις) ‘das Stehen, Stillstehen, Stand(ort), Stellung’, auch ‘das Stellen, Abwägen’, lat. statio ‘das Stehen, Standort, Aufenthalt’, statim ‘feststehend auf der Stelle, stehenden Fußes, sofort’, lit. statùs ‘gerade, direkt, schroff, unhöflich, steil, abschüssig’ zu der unter stehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’. Daneben begegnen (mit Suffix ie. -tā) ahd. stata ‘rechter, bequemer Ort, günstiger Zeitpunkt, Gelegenheit’ (9. Jh.), mhd. state, mnd. stāde, mnl. stade, anord. staða ‘Stelle, Standort, Richtung’; die dt. Formen fallen bereits im Spätmhd. durch Aufgabe des auslautenden -e mit oben genanntem mhd. stat zusammen. Das Substantiv nhd. Statt wird nach seiner Aufspaltung in Stadt (s. d.) und Stätte (s. unten) selten, begegnet aber noch als zweites Kompositionsglied, vgl. Heim-, Lager-, Ruhe-, Werkstatt, außerdem in festen Fügungen an meiner Statt (Dativ Sing.) ‘an meiner Stelle’, vgl. mhd. an sīne stat ‘an seiner Stelle’, an Eides Statt (18. Jh.) aus an eines aids stat (15. Jh.), an Kindes Statt (18. Jh.), vgl. jmdn. an Kindsstatt annehmen (um 1700). – Stätte f. ‘Stelle, Ort’ (16. Jh.), frühnhd. stete ‘Schießplatz’ (15. Jh.), vgl. mnd. schērstēde ‘Haus, in dem Schafe geschoren werden’, aus den flektierten Kasus (Genitiv bzw. Dativ) von mhd. stat (s. oben) hervorgegangen, wohl unter Einfluß von mnd. stēde, stedde ‘Stätte, Stelle, Ort. Gegend, Gebiet’. Stätte ersetzt in allgemeiner Verwendung zurücktretendes Statt, wird dann aber selbst vielfach von Stelle abgelöst (vgl. Brandstatt, -stätte, -stelle). Es bildet in frühnhd. Zeit einen neuen schwachen Plural Stätten. anstatt Präp. mit Genitiv ‘an Stelle von’, entwickelt aus Konstruktionen mit nachgestelltem Genitiv (15. Jh.; vgl. ziecht frische Hembder an, das ist anstatt viel Badens, 16. Jh.). Aus Verwendungen von anstatt ohne abhängigen Kasus entsteht im 17. Jh. konjunktionaler Gebrauch (vgl. anstatt erfreuliche Antwort zu erlangen). statt Präp. Konj. (17. Jh.), aus anstatt gekürzt. Dazu statt daß, statt zu (18. Jh.). abstatten Vb. ‘ableisten, ablegen’ (17. Jh.), ‘abfinden, entrichten, bezahlen’ (16. Jh.), zu mhd. staten ‘an seine Stelle bringen, zu etw. verhelfen’ (vgl. auch bestatten). erstatten Vb. ‘zurückgeben, bezahlen, ersetzen, Bericht geben’, mhd. erstaten ‘ersetzen’, eigentlich ‘wieder an seine Stelle bringen’. Semantischer Einfluß von ahd. stata, mhd. state, stat f. ‘bequemer Ort oder Zeitpunkt, gute Gelegenheit’ (s. oben sowie gestatten) scheint vorzuliegen bei stattfinden Vb. ‘geschehen, erfolgen, sich abspielen’, eigentlich ‘einen guten Platz, eine gute Gelegenheit finden’, vgl. ein gut wort find eine gute stadt (Luther), ahd. stat findan (9. Jh.), mhd. stat vinden; Zusammenschreibung erst im 19. Jh.; stattgeben Vb. ‘gewähren, bewilligen’, eigentlich ‘Platz oder Gelegenheit geben’, mhd. stat geben, ebenfalls seit dem 19. Jh. zusammengeschrieben. Statthalter m. ‘Stellvertreter’ (15. Jh.), in der Kanzleisprache entstanden als Übersetzung von lat. locum tenēns, eigentlich ‘den Platz Haltender’ (s. Leutnant). zustattenkommen Vb. ‘zu gelegener, zu rechter Zeit kommen, nützen’, Zusammenrückung aus zustatten Adv. ‘zu rechter Gelegenheit, zu Hilfe’, mhd. ze staten, dem Dativ Plur. von mhd. state, ahd. stata ‘rechter, bequemer Ort, Gelegenheit’ (s. oben; im Sing. ahd. zi statu, mhd. ze state) und kommen (s. d.).
3807 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stätte

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Stätte , plur. die -n, das vorige Wort, nur mit dem e Fäminino am Ende, der Ort, wo etwas stehet, oder gestanden hat…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stätte

    Goethe-Wörterbuch

    Stätte [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Stättef.

    Pfälzisches Wb.

    Stätte f. : 1. 'Stelle, Platz', Stätte [ LU-Böhl ]; Zs.: Mühlstätte . RA.: Leer gebrannt die St. 'Der Geldbeutel ist lee…

  4. Sprichwörter
    Stätte

    Wander (Sprichwörter)

    Stätte 1. De Ste(de) (Stelle) kummt nich to de Minsk, sündern de Minsk môt to de Stede kommen. ( Ostfries. ) – Bueren, 1…

  5. Spezial
    Stätte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stät|te f. (-,-n) post (posć) m. , lüch m. ▬ eine bleibende Stätte haben avëi n post fis.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staette

31 Bildungen · 8 Erstglied · 21 Zweitglied · 2 Ableitungen

staette‑ als Erstglied (8 von 8)

stättebereiter

DWB

staette·bereiter

stättebereiter , m. preparatore di luoghi, loggiamenti, quartieri, foriere. Kramer dict. 2, 914 b ; vgl. stätte 4, b.

stättegeld

DWB

staette·geld

stättegeld , n. 1 1) platzgebühr auf einem jahrmarkte, budenzins, vgl. stallgeld (2), sp. 621, standgeld, sp. 763 und unten stellgeld, stätt…

stättelöse

DWB

staette·loese

stättelöse , f. , in alten alemann. weisth. bezeichnung einer abgabe, wol gleichbedeutend mit stättegeld, s. das.; so in einem oberels. weis…

stättelos

DWB

statt·elos

stättelos , adj. ohne wohnsitz, vgl. stattlos . in älterem deutsch nicht bekannt. eine von Campe angezogene stelle aus Herder : da ohne war …

stättemeister

DWB

staette·meister

stättemeister , f. 1 1) stett-meister vetus vocabularium an. 1482. gevatter, dot, patrinus, das ist, der an des vaters stelle bey der taufe …

staette als Zweitglied (21 von 21)

Hinrichtungsstätte

RDWB1

Hinrichtungsstätte f место казни, лобное место устар.

Blutstätte

Adelung

blut·staette

Die Blutstätte , plur. die -n, der Ort, wo jemand ermordet oder getödtet worden; ingleichen wo jemand hingerichtet werden soll.

Brandstätte

Adelung

brand·staette

Die Brandstätte , plur. die -n. 1) Eine Stätte oder Platz, wo ein Brand gewesen ist, oder wo eine Sache verbrennet worden. Eine Brandstätte …

feuerstätte

DWB

feuer·staette

feuerstätte , f. focus, herdstätte: in dem kreis sind bi sechs oder siben und sibenzig fürstett. Tobler 208 b ; weisth. 4, 302; zu Vulkanens…

Freystätte

Adelung

frey·staette

Die Freystätte , plur. die -n, eine Stätte, d. i. ein Ort, wo ein Übelthäter oder Verbrecher vor der gewaltsamen Verfolgung sicher ist; Asyl…

futterstätte

DWB

futter·staette

futterstätte , f. ein ort an dem thiere gefüttert werden. vgl. futterplatz . im besondern in den fasanerien der ort an dem die fasanen gefüt…

geleitsstätte

DWB

geleit·s·staette

geleitsstätte , geleitsstelle , f. stelle wo eine geleitseinnahme ist. Krünitz ; vgl. unter geleitsreiter.

gerichtsstätte

DWB

gerichts·staette

gerichtsstätte , f. 1 1) wie gerichtsstatt 1: gerichtstede, auditorium, consistorium. Teuthonista 104 b ; schlechte gerichtsstätte, parabyst…

grabstätte

DWB

grab·staette

grabstätte , f. , neben und mehr und mehr anstelle von grabstatt ( s. d. ). zur formgeschichte von statt und stätte vgl. teil 10, 2, 1, sp. …

heilstätte

DWB

heil·staette

heilstätte , f. stätte zur genesung oder rettung: daher sie auch, wenn sie angefochten und gedrungen werden, kein besser zuflucht und heilst…

hofstätte

DWB

hof·staette

hofstätte , f. , wie hofstatt 1, die stätte worauf ein hof oder eine gebäulichkeit steht oder stand: eine hoffstette in der stadt Halle am k…

holzstätte

DWB

holz·staette

holzstätte , f. stätte wo geschlagenes holz lagert, holzplatz: lassen sie es ( die hallischen salzsieder ) .. auf die ihnen von rathe zum ge…

richtstätte

DWB

richt·staette

richtstätte , f. hinrichtungsstätte, s. richtstatt . schon vor dem jahr 600 beteten die Germanen auf der richtstätte von Golgatha. Freytag b…

roststätte

DWB

rost·staette

roststätte , f. , roststadel , m. vorgerichtete stätte in hüttenwerken zum rösten des erzes. Jacobsson 3, 456 a . bergw.-lex. 455 a .

salzstätte

DWB

salz·staette

salzstätte , f. und salzstatt, f. eine erhöhung von erde, wo das fertig gesottene salz in körben getrocknet wird. Frisch 2, 145 c . Jacobsso…

schachtstätte

DWB

schacht·staette

schachtstätte , f. im bergbau die stätte oder der ort, wo sich ein schacht befindet oder wo ein schacht gegraben werden soll. Campe.

Schêdelstätte

Adelung

schedel·staette

Die Schêdelstätte , plur. die -n, ein nur von Luthern in der Deutschen Bibel gebrauchtes Wort, den Berg Golgatha bey Jerusalem auszudrucken,…

zollstätte

DWB

zoll·staette

zollstätte , f. , zollstelle, zolstäte Stieler 2114 , nd. tollstede brem.-nds. wb. 5, 79, vom 17. bis ins 19. jh. allgemein üblich, jetzt du…

Ableitungen von staette (2 von 2)

unstätte

DWB

unstätte , f. locus infaustus: ' de incertis locis, quae colunt pro sanctis. loca haec vulgus adhuc unsteten sive loca incerta vocat, de qui…

urstätte

DWB

urstätte , f. , s. urstände und urstatt b. —