stätte,
f. locus. 11)
ursprung und form. 1@aa) stätte
ist eine nebenform zu statt.
über die herausbildung und die bezeugung in vornhd. zeit s. das. I, 4,
b und Weigand 2, 800.
im folgenden werden nur die nhd. belege berücksichtigt. —
hiervon zu scheiden ist ein gleichlautendes wort, das in der ältern sprache vereinzelt in der bedeutung '
ufer'
oder '
landungsplatz'
begegnet. es ist eine weiterbildung von stad,
m. n., s. das., sp. 415
f. so lautet es ahd. stedi,
f. statio, portus. Graff 6, 644;
dagegen mhd. mit andrem suffix stette Lexer
handwb. 2, 1184: wol tausent tracken fraszleich waren komen an das port und lieffen an der stetten dort: si mochten durch das wasser nit. Heinr. v. Neustadt
Apollon. 8518
Singer; die tracken er vil wol vernam die darnach komen an die stette. 8648. 1@bb)
das wort ist bei Luther
überaus häufig, so besonders in der bibelübersetzung (
als übersetzung des hebr. םק bezw. des gr. τόπος),
s.statt I, 4,
c. doch erscheint [] es durchweg in der schreibung stete
oder stet (
in der bibel beides im ganzen gleich häufig, im alten testament überwiegend stet,
im neuen stete),
womit zweifellos langer vocal ausgedrückt wird. andre schreibungen ganz vereinzelt: das deine augen offen stehen uber dis haus nacht und tag, uber die stedte (
םק), davon du gesagt hast, mein name sol da sein. du woltest hören das gebet, das dein knecht an dieser stedte thut, und woltest erhören, das flehen deines knechts und deines volcks Israel, das sie hie thun werden an dieser stete deiner wonung im himel.
1 kön. 8, 29
f.; der wil dich auff der stette erwrgen. Luther 24, 575, 31
Weim. ausg. die (
nicht beweisende)
schreibung stet
begegnet ferner bei H. Sachs, Fischart, Rollenhagen;
die gewöhnliche form des 16.
jahrh. ist jedoch stett,
so besonders oft bei Wickram
und Fischart (
nur in der Garg. dafür stätt).
zweisilbige schreibweisen kommen nur hie und da vor: stete
bei Stumpf (
s. unten 3,
b, β); stedte
bei Heinr. Julius v. Braunschweig (
s. unten 2,
c. 3,
a. 4,
a); stedde
bei Staden (
s. unten 3,
b, β).
im 17.
jahrh. wird stätt
vorherrschend, daneben stett (Hammer,
s. 5,
a)
und stät (Albrecht,
s. 3,
b, β). Schuppius
hat neben einander stätt (
s. 133, 248), stäte (509)
und stete (290),
s. unten 2,
e, α.
β.
g, α.
jetzt auch von den wörterbüchern verzeichnet: stete,
f. locus. Schottel 1422; städte (die),
locus. Steinbach 2, 655; stätte, stäte,
sing. f. die stätte oder stelle. Frisch 2, 321
c,
vgl.: die alten haben stätte,
locus, oder stelle, nicht mit doppelten tt oder dt, ausgesprochen, daher sprechen es auch noch viel wie mit d, oder mit einfachen t, aus.
ebenda, vgl. Heynatz
unter 2.
die doppelheit der quantität, ausgedrückt in den schreibungen stäte
und stätte,
hält sich in der that bis ins 19.
jahrh. hinein. bei Göthe
ist beides etwa gleich häufig, s. die belege. die ausg. letzter hand bietet stäte 9, 30. 10, 115. 16, 111. 17, 278. 414, stätte 1, 273. 2, 133. 9, 104. 308. 12, 234. 39, 339. 40, 250. stäte
ist die ältere schreibung und scheint der sprechweise Göthes
gemäsz zu sein. sie findet sich auch in den briefen, z. b. 8, 59,
und ist später öfter durch stätte
ersetzt. für stätte 12, 234 (
Faust I,
prosascene '
trüber tag',
zuerst gedruckt 1808)
hat der '
Urfaust'
s. 82, 55: stäte.
in der Wertherstelle 16, 111 = 19, 109
Weim. ausg. lesen alle alten einzelausgaben und die schriften bis zur ausgabe letzter hand von 1828 stäten,
erst die jüngere ausgabe C
2 und die von 1830
haben stätten
eingesetzt (19, 397
Weim. ausg.),
wie es die Weim. ausg. überall thut. bei dichtern des 18.
jahrh. findet sich stäte
im reime auf langes e, ä: sie ... ehrten andachtvoll, an der bestaubten stäte, Abdallahs hohen ruhm mit eifrigem gebethe. Hagedorn 2, 11 (
fab. 1, 6); disteln wanken einsam auf der stäte, wo um schild und speer der knabe flehte. Matthisson 1, 114. (stäte
im versinnern bei Hölty 167,
s. unten 2,
c.)
und so noch: dann gieng ich eilends in die kammer, ... langte aus dem schrank die beiden geräthe, — und kehrte zurück zur stäte. Rückert
Hariri (1826) 163
bezw. (1837) 1, 62 (
schlusz der 6.
mak.; die gesamtausg. v. 1882 11, 269
schreibt stätte). 1@cc) stätte
ist im sing. unveränderlich. als fehlerhaft musz es bezeichnet werden, wenn ganz vereinzelt schwache formgebung vorkommt: und das gespenst erscheint an selber stätten. Tieck 2, 209. (
schwache flexion in der ältern sprache s. unten 2,
m.)
dagegen ist schwache bildung des plur. regelmäszig und normal. doch ist stätten
dem ältern nhd. noch fremd (
ältester beleg bei Möser,
s. 2,
k, ε);
hier kommt vielmehr noch das alte stet
als plur. vor, vgl. statt I, 4,
e; ein unzweideutiger beleg ist: da er bezeuget, es müge obrigkeit oder andere, mit den kirchhöfen nicht jhres gefallens handeln, viel weiniger es dafür halten, als weren kirchhöfe und begrebnüssen solche stedte, die pur lauter in der weltlichen obrigkeit gewalt und macht stünden.
Lauenb. kirchen - ordn. v. 1585
bei Ebhardt
ges. des consist. zu Hann. 1, 528. (
flect. an geweychten stetten. Joh. Eberlin 2, 8,
s. 2,
d, u. ö.) 1@dd)
in idiotiken lebender mundarten wird das wort nur selten angeführt: henneb. stêt,
f. stätte, stelle, platz, ort. Spiess 242;
nordthür. steete Schultze 45
a;
preusz. stêd,
[] stêde,
auch städ, städe. Frischbier 2, 365
a (
die beispiele sind nd.).
hier also mit langem vocal. über stede
im nd. s. statt I, 2,
b und I, 5. 22)
in der gewöhnlichen bedeutung '
locus'
hat stätte
zunächst das alte statt
verdrängt, ist aber in der neueren umgangssprache wiederum veraltet und durch stelle
ersetzt (
mit ausnahme des nd., wo stede = statt
für stelle
eintritt).
so bemerkt Adelung: '
es ist noch in der edlern und höhern schreibart am üblichsten, dagegen in der vertraulichern und gemeinen stelle
gangbar ist; auszer in den zusammensetzungen bettstätte, brandstätte, gerichtsstätte, schlafstätte, werkstätte, wohnstätte,
wovon doch einige auch häufig mit -stelle
gemacht werden.'
ähnlich Heynatz
Antibarb. (1797) 2, 444: 'die stätte (
wofür die meisten stäte
sprechen, andere auch stäte
schreiben),
ist auszer der erhabenen schreibart fast veraltet, ob es gleich Luther noch sehr oft hat',
dazu die anm.: '
der Schweizer musz stätte
unausstehlich gefunden haben, weil er es meines wissens kein einzigesmal behalten hat, sondern bald statt,
bald das ort
daraus macht. Heumann und Bengel haben stätte
häufig behalten, Michaelis aber pflegt es in ort
zu verändern.'
nach Lindmeyr
wortschatz usw. (1899)
s. 88
f. hat Eck
in seiner bibelübers. (
Ingolst. 1537)
fast durchgängig die stat, statt,
daneben das ort, die stell,
nur vereinzelt die stett, stedt. 2@aa)
belege: denn gott hat das volck nicht auserwelet, umb der stete willen (
διὰ τὸν τόπον), sondern die stete umb des volcks willen. 2
Macc. 5, 19; Jhesus von Nazareth wird diese stete (
τόπον) zustören.
ap. gesch. 6, 13; keine umgebung ... soll in uns das gefühl des göttlichen stören, das uns überall hin begleiten und jede stäte zu einem tempel einweihen kann. Göthe 17, 278 (
wahlverw. 2, 7); grausig ist diese stätte. Schiller 2, 165 (
räuber 4, 5
schausp.); es dörft, das ich (
floh) vil flügel het, weil sie durchsuchen die ganz stett. Fischart 2, 19
Kurz (
flöhh. 622); die höll' ist weit, ihr feld ist grosz, die stätt ist breit. Rist
neue himl. lieder (1651) 272; aber die stätte war leer. Voss 1, 78 (
Luise 2, 12); leergebrannt ist die stätte. Schiller 11, 312 (
glocke 214); hier ist die stätte, laszt uns stille stehn. Tieck 2, 188. 2@bb)
in der bibelübersetzung kommen auch stätten
mit namen vor, doch auch dann scharf von stadt
unterschieden: zog Abram durch, bis an die stet (
םק) Sichem.
1 Mose 12, 6; da her heisst die stet Ber Saba, das sie beide mit einander da geschworen haben. 21, 31; und da sie an die stet (
τόπον) kamen, mit namen Golgatha, das ist verdeudschet, Scheddelstet.
Matth. 27, 33. 2@cc)
häufig durch einen relativsatz näher bestimmt (
vgl.statt II, A, 1,
b); bis ... an die stet, da am ersten seine hütten war.
1 Mose 13, 3; und als sie kamen an die stet, die jm gott saget. 22, 9; wir ziehen da hin an die stet, davon der herr gesagt hat, ich wil sie euch geben. 4
Mose 10, 29; euch die stet zu weisen, wo jr euch lagern soltet.
5 Mose 1, 33; ist aber die stet fern von dir, die der herr dein gott erwelet hat, das er seinen namen da selbs wonen lasse. 12, 21; die stet, darauff du stehest ist heilig.
Jos. 5, 15 (
vgl. ap. gesch. 7, 33); jr saget, zu Jerusalem sey die stete, da man anbeten solle.
Joh. 4, 20; da sie gebetet hatten, beweget sich die stete, da sie versamlet waren.
ap. gesch. 4, 31; das ist die stedte, da wir sterben müssen. Heinr. Julius v. Braunschweig 153
Holland (
Sus. 4, 7); sie ... sollen mich in's gefängnisz schleppen. aber von seinem leichname weg, von der stäte weg, wo ich mich in seinem blute werde geletzt haben. Göthe 10, 115 (
Clav. 4); muszten wir die stätte verlassen, an der uns're grosz - eltern über ein halbes jahrhundert freude und leid mit einander getheilt hatten. Hebbel 8, 112
Werner (
aufz. aus m. leben 10); dort unten am bach der schicksalsfrau richten die knaben der Thüringe bereits die wagenburg an der stätte, wo sie ihr dorf bauen werden. Freytag 8, 162 (
ahnen 1, 1, 9); dasz dieser schatz unheil brächte, solange er nicht zu der stätte zurückgebracht wäre, welcher einst Salomo ihn gestiftet. 17, 190 (
bilder 1, 3);
[] wer sich der stätte naht, wo unser vater ruht, vollkommner musz er wiederkehren. Gotter 1, 274; enthülle dich, dasz ich die stäte finde, wo oft mein mädchen sasz. Hölty 167
Halm (
an d. mond); die stätte, die ein guter mensch betrat, ist eingeweiht. Göthe 9, 104 (
Tasso 1, 1); es trieb mich, die stätte zu sehen, wo die wohnung gestanden. 40, 250 (
Herm. u. Dor. 2); hat Moskau keine stätte, die du liebst? Hebbel 6, 46
Werner (
Demetr. 1, 5). 2@dd)
weniger bestimmt wird stätte
durch ein adjectiv charakterisiert (
vgl.statt II, A, 2,
c): das sol er alles hin aus füren ausser dem lager, an eine reine stete, da man die asschen hin schüttet.
3 Mos. 4, 12; die kinder Gad hatten seer viel vieh, und sahen das land Jaeser und Gilead an fur bequeme stet zu jrem vieh.
4 Mos. 32, 1; Jhesus gieng in eine wüste stete, und betet daselbs.
Marc. 1, 35; ein blick in den anstoszenden schenkraum überzeugte Jenatsch, dasz hier zwischen lärmenden menschen und bettelnden hunden keine kühle stätte zu finden sei. C.
F. Meyer
Jenatsch 62; freue dich also, lebend'ger, der lieberwärmeten stätte. Göthe 1, 273 (
eleg. 1, 10); so liesz ich an verborgner stätte sie ... durch fremde hand erziehn. Schiller 14, 65 (
br. v. Mess. 2, 5).
insbesondere: eine heilige stätte,
locus sanctus. Frisch 2, 321
c; der priester der das sündopffer thut, sols essen an heiliger stet.
3 Mos. 6, 26; als ich auf deinem grabe herumwandelte, edler Erwin, und den stein suchte, ... dasz sich meine verehrung deiner an der heiligen stätte ergossen hätte. Göthe 39, 339 (
von deutscher baukunst); da wäre er besser drauszen ... unter den grünen bäumen geblieben .., wenn er sich nur schwere gedanken und sündhafte versuchungen des hochmuths holte an heiliger stätte! Hausrath
pater Maternus s. 34; sie (
die Israeliten) übernahmen von den Kanaanitern auch die heiligen stätten, an denen ihre vorsassen dem Baal gedient hatten. Smend
alttestamentl. rel. gesch. 50; an heilger stätte ist sie (
die armbrust) aufbewahrt. Schiller 14, 418 (
Tell 5, 2).
in demselben sinne geweihte stätte: die pfaffen sagenn, ann geweychten stetten soll man betten. Joh. Eberlin v. Günzburg 2, 8
Enders. — freie stätte
für gewöhnliches freistatt, -stätte (
theil 4, 1, 122): erinnre mich nicht jener schönen tage, da mir dein haus die freie stäte gab. Göthe 9, 30 (
Iphig. 2, 1). 2@ee)
hieran schlieszen sich zwei redensarten, in denen sowol statt
wie stätte
noch im gebrauch sind. 2@e@aα) keine bleibende städte haben,
passim vagari; der keine bleibende städte hat,
vagus exerro. Steinbach 2, 655; dasz er lerne, dasz wir hier keine bleibende stätt haben, sondern das zukünfftige suchen sollen. Hebr. 13 (13, 15). Schuppius 133.
die zu grunde liegende bibelstelle enthält eigentlich stad =
πόλις,
s.statt II, A, 6,
d; doch findet sich auch in der bibelübersetzung: bis auff diese stund leiden wir hunger und durst, und sind nacket, und werden geschlagen, und haben keine gewisse stete (
ἀστατοῦμεν).
1 Cor. 4, 11.
so auch: allein, Hansz Wurst wolte keine bleibende stätt bey mir haben. ich muste ihn endlich fortziehen lassen. Schuppius 248;
freier, keine ruhe haben: sie konnte weder essen noch trinken, und hatte nirgends eine bleibende stätte.
erzähler d. 18.
jahrh. 27, 3
Fürst; seit sonnenaufgang hat mein bruder keine bleibende stätte. Pfeffel
pros. vers. 1, 27. (
schon mhd. wernde stete
bei Lampreht v. Regensburg,
s. unter statt I, 2,
d, sp. 954.) 2@e@bβ) ein gut wort, findet eine gute stätt. Schuppius 248; dem gibt Salomo ... einen weisen rath und sagt,
Prov. 15.
mollis responsio frangit iram. das ist, eine gelinde antwort stillet den zorn, oder, wie wir Teutschen zu reden pflegen, ein gut wort, findet eine gute stete. 290.
vgl.statt II, C, 2,
a, δ. 2@ff) stätte
mit pronominalen ausdrücken nach präpositionen in allgemeinen ortsangaben, vgl. statt II, A, 3;
so z. b.: das deine augen offen seien uber dis haus tag und nacht, uber die stet, da hin du deinen namen zu
[] stellen geredt hast, das du hörest das gebet, das dein knecht an dieser stet thun wird.
2 chron. 6, 20; und mügets essen an allen steten.
4 Mos. 18, 31. 2@gg) stätte
mit synonymen u. a. ausdrücken zusammengestellt: 2@g@aα) also sagen sie, sind die engel und geister an steten oder örtern. Luther 3, 457
a; erstlich beschreibet er (
Johannes) die personen welche Christum begraben haben ... zu letzt stete und ort, da sie jn hin geleget haben. 28, 417, 33
Weim. ausg.; wann sich jemand vor der offentlichen unehre und schande fürchtet, so machet er (
der teufel) denselben einen nebel für die augen, dasz er gedencket, ort und stäte sey darnach, dasz es niemand leichtlich erfahre. Schuppius 509;
vgl. auch: und David macht sich auff, und kam an den ort da Saul sein lager hielt, und sahe die stete, da Saul lag.
1 Sam. 26, 5 (
beides =
םק) 2@g@bβ) es ist nur zu thun gewest, das der böse geist raum und stet fünde, seine gifft auszulassen. Luther 3, 48
a,
s. ferner unter δ. 2@g@gγ)
andrerseits werden als gegensätze verbunden: so trawe ich jm nicht, er möchte auff zeit und stet lauren, und denn thun, was ich fürchte. Luther 3, 45
b; das geistlich anbeten, setzt Christus wider das leiblich anbeten, welchs die jüden ... an stet und zeit also binden, das es mus eusserlicher weise, wie die stet und zeit bestimpt, geschehen, als hette das gebet sein wesen, krafft, leben, und alle tugent von der stet oder zeit. 481
b. (
hier nähert sich stätte
zuweilen der bedeutung von state,
s.statt II, B,
die es doch auszerhalb des nd. nicht hat; s. den ersten beleg und den unter β.) —
ebenso: wo sie offt gefallen sindt, daselbst man sie zu mehrmaln findt, person und stet nicht können meiden, die sie offt bringt in noth und leiden. B. Waldis
Esop 2, 12, 53. 2@g@dδ)
so in mehrgliedrigen gruppen: wie gut das werck ist, ... wil jm doch gott rawm, stet, zeit, und weise fürbehalten. Luther 3, 267
b; denn es mus ja kein guter mensch sein, ... der es so gar verachten kan, das jm gott selbs stet und raum, person, zeit, und tage dazu bestellet. 6, 34
b; denn wo gott also mit uns handelte, das er uns das leben sehen liesse ym todte odder zeygte unser seelen stet und rawm, weg und weyse, wo sie auff tretten und fussen solte, wo sie auch hyn faren und bleyben solte, so were der tod nicht bitter. 19, 217, 16
Weim. ausg. 2@hh) stätte
am menschlichen körper, vgl. statt II, A, 5,
a: da lies gott der herr einen tieffen schlaff fallen auff den menschen ... und nam seiner rieben eine, und schlos die stet zu mit fleisch.
1 Mos. 2, 21. 2@ii)
stelle in einem buche, vgl. statt II, A, 5,
b: noch will er erst die leut bethOeren, solchs ausz den patribus beweren, ... dern keiner doch nit solches redt, wann man jm nachschlecht auff der stet. Fischart 1, 8
Kurz (
nachtrab 214). 2@kk) stätte
in bezug auf personen, vgl. statt II, A, 6. 2@k@aα)
der platz, wo jemand (
gewöhnlich, von amts wegen)
steht, sitzt u. s. w.: und die priester stunden an jrer stete (
ם־ל), und die Leviten in jrer ordnung.
2 chron. 35, 10,
vgl. 15. — 2@k@bβ)
so auch biblisch, die stelle, wo jemand war (
und nicht mehr ist): es ist noch umb ein kleines, so ist der gottlose nimer, und wenn du nach seiner stete sehen wirst, wird er weg sein.
ps. 37, 10;
vgl.: ein mensch ... blet wie eine blume auff dem felde. wenn der wind darber gehet, so ist sie nimer da, und jre stete kennet sie nicht mehr. 103, 16; und der drach streit und seine engel, und siegeten nicht, auch ward jre stete nicht mehr funden im himel.
offenb. Joh. 12, 8 (
οὔτε τόπος εὑρέθη αὐτῶν).
in diesen belegen ist eine verschiedene nuancierung von stete
zu beobachten: im ersten ist die stete
geblieben, nachdem der innehaber fort ist, sie ist nur leer; in den letzteren ist die stete
selbst nicht mehr kenntlich und daher in dieser specification, als stätte des betreffenden,
nicht mehr vorhanden. 2@k@gγ)
gewöhnlich für den ort, wo jemand sich dauernd aufhält, seine wohnung. so verdeutlicht durch einen relativsatz: [] las uns an den Jordan gehen, und einen jglichen daselbs holtz holen, das wir uns daselbs eine stete bawen, da wir wonen.
2 kön. 6, 2; was ists denn fur ein haus, das jr mir (
dem herrn) bawen wollet? oder welchs ist die stet; da ich rugen sol?
Jes. 66, 1 (
in beiden stellen also geradezu für haus); kam der kaufmann ... an ein fremdes ufer, ... so war sein erstes bestreben sich von dem herrn des grundes eine stätte zu gewinnen, wo er mit seinen genossen nach recht, sitte und glauben der heimat leben durfte. Freytag 18, 251 (
bilder 2, 1, 7);
durch erklärenden gen.: herr ich habe lieb die stete deines hauses, und den ort, da deine ehre wonet.
ps. 26, 8; o Israel wie herrlich ist das haus des herrn, wie weit und gros ist die stet seiner wonung (
ἐπιμήκης ὁ τόπος τῆς κτήσεως αὐτοῦ)?
Baruch 3, 24;
ähnlich auch: war der ort gastlich zu längerem aufenthalt .., so umschanzte er ('
der Hanse') wieder die stätte seines rechts mit graben, pfahlwerk, brücke, thor. Freytag 18, 252;
durch parallele ausdrücke: ich wil aber meinem volck Israel eine stete setzen, und wil es pflantzen, das es daselbs wonen sol, und nicht mehr bewegt werde.
1 chron. 17, 9; das ist die wonung des ungerechten, und dis ist die stete des, der gott nicht achtet.
Hiob 18, 21;
ungewöhnlich (
zumal in neuerer sprache) jemandes stätte
ohne jeden zusatz: welch ein himmlischer garten entspringt aus öd' und aus wüste... wohl den schöpfer ahmet ihr nach, ihr götter der erde! fels und see und gebüsch, vögel und fisch und gewild. nur dasz euere stätte sich ganz zum Eden vollende, fehlet ein glücklicher hier, fehlt euch am sabbat die ruh. Göthe 2, 133 ('
der park'). 2@k@dδ)
ebenso von thieren: kanstu ... die jungen lewen settigen, das sie sich legen in jre stete (
תע), und rugen in der höle da sie lauren?
Hiob 38, 40. 2@k@eε)
auf nd. boden auch für hof, bauernstelle, in umsetzung des nd. stede,
s.statt II, A, 6,
h: in westfälischen gerichtlichen aufsätzen pflegt stette für haus oder gehöft gesetzt zu werden. Heynatz
Antibarb. 2, 444; wenn sein haushalt der ganzen stätte angemessen, nur ein oder ander stück land davon zum todbau versetzt ... ist. Möser
patr. phant. 2, 232 ('
vorschlag zur erleicht. der hofgesessenen schuldner'); der schuldner so wohl als ihre stätten würden sich immer noch besser bey 6 p. c. zinsen stehen. 233. 2@k@zζ) stätte
der toten, grabstätte: so ruhen die liebenden neben einander. friede schwebt über ihrer stäte. Göthe 17, 414 (
schlusz der wahlverw.). —
wieder anders, zu l, δ hinüberleitend: über des erschlagenen stätte (
wo einer erschlagen ist) schwebende rächende geister und lauern auf den wiederkehrenden mörder. Göthe 12, 234 (
vgl. oben 1,
b). 2@ll) stätte
in bezug auf dinge, vgl. statt II, A, 7. 2@l@aα) stätte eines dinges,
der ort, wo es sich (
immer, in der regel oder im vorliegenden falle)
befindet. vgl.: erstlich ist ein ding an eim ort circumscriptive ... das ist, wenn die stet und der cörper drinnen sich mit einander eben reimen, treffen und messen, gleich, wie im fas der wein oder das wasser ist, da der wein nicht mehr raumes nimpt, noch das fas mehr raumes gibt, denn so viel des weines ist, ... auff die weise messen sich, stet und cörper mit einander gleich abe. Luther 3, 457
a.
neben einem synonymon: das ist der ort meines throns, und die stet meiner fussolen, darin ich ewiglich wil wonen.
Hesek. 43, 7 (
beides =
םק).
einem erklärenden gen. nahe kommend: aber die stet unsers heiligthums, nemlich, der thron göttlicher ehre, ist alle zeit fest blieben.
Jerem. 17, 12.
so auch: wo ber kompt denn die weisheit? und wo ist die stete des verstands?
Hiob 28, 12; welchs ist der weg da das liecht wonet, und welchs sey der finsternis stet? 38, 19. 2@l@bβ)
mit possessivem pron.: und (
Josia) ausrottet die hayne, und füllet jre stete (
םק) mit menschen knochen.
2 kön. 23, 14; darumb wil ich den himel bewegen, das die erden beben sol von jrer stet.
Jes. 13, 13.
so bibl. bes. etwas wider an seine stet bringen
u. ähnl.: und sie pflegten ... den stein von dem brunloch zu weltzen, und die schafe trencken, und thaten als denn
[] den stein wider fur das loch an seine stet.
1 Mos. 29, 3; und da die priester ... aus dem Jordan er auff stiegen .., kam das wasser des Jordans wider an seine stet.
Jos. 4, 18; also brachten die priester die lade des bunds des herrn an jre stet in den chor des hauses, ... unter die flügel der cherubim. das die cherubim jre flügel ausbreitten uber die stete der laden.
2 chron. 5, 7
f.; sie heben jn (
den aus gold geschmiedeten gott) auff der achseln und tragen jn, und setzen jn an seine stete, da stehet er, und kompt von seinem ort nicht.
Jes. 46, 7. 2@l@gγ) stätte eines hauses
u. ähnl., platz, auf dem es steht oder gestanden hat oder stehen soll, vgl. statt II, A, 7,
c: sieh dort, mein könig, die stätte deines eigenen hofes. Freytag 8, 160 (
ahnen 1, 1, 9); als im jahr 1219 Waldemar der sieger noch weiter ostwärts auf der stätte einer alten burg der Esthen, Reval genannt, ein Dänenschlosz anlegte. 18, 256 (
bilder 2, 1, 7); sie selbst (
burg Niedeck) ist nun verfallen, die stätte wüst und leer. Chamisso 1, 244
Koch (
riesen-spielz.).
ähnlich stätte eines kohlenmeilers,
grundlage. 2@l@dδ)
nicht selten ist in neuerer sprache stätte eines ereignisses: vor ihnen lag die stätte des kampfes (
wo der kampf stattfinden soll). Freytag 8, 101 (
ahnen 1, 1, 6); sie verflucht die stätte der niederlage. Smend
alttestamentl. rel. gesch. 57. (
vgl. k, ζ.) 2@l@eε)
auch sonst oft mit dem gen. eines abstractums: er (
Alarich) tritt mit wenigen begleitern in die mauern (
Athens) .., betrachtet die stätte alten erdenruhms .., und verläszt achtungsvoll die stadt. Freytag 17, 129 (
bilder 1, 2); ein pilger im heiligen lande trifft nicht so viele stäten religiöser erinnerungen
an. Göthe 16, 111 (
Werther 2,
vgl. oben 1,
b); wie öde, hohl und leer liegt alles vor mir da, und ausgebrannt, ein groszer schutt, die stätte meines glücks. 9, 308 (
nat. tocht. 3, 2).
noch mehr nach k, γ liegend stätte einer rückkehr,
s. unten 4,
b. 2@mm)
in Tuchers
baumeisterb. findet sich schwach flectiertes stette
für schieszplatz: auch liesz ich ine (
den büchsenschützen) die steinen stetten dapei alspalde auch machen. 117, 29; was dann gepruchs ist an der steten, oder deck darüber, ... das soll der stat paumeister machen lassen. 118, 21. 33) stätte
in formelhaften verbindungen mit präpositionen, vgl. statt II, A, 4. 3@aa)
in den meisten der unter statt
besprochenen wendungen findet sich stätte
nur ganz ausnahmsweise. so. wenn sie zur stedte kömpt, werden es die herrn und alle umbstehende vernhemen. Heinr. Julius v. Braunschweig 185
Holland (
Sus.2 3, 1);
henneb. nicht von der stêt gehen. Spiess 242. —
ungewöhnlich an der stätte
für das gewöhnliche an ort und stelle: in euerm kabinette, da lass' ich's gelten, herr! doch an der stätte, da ging's wohl langsamer! Wieland 18, 325 (
sommerm. 2). 3@bb)
nur in den besonders im 16.
jahrh. sehr gewöhnlichen ausdrücken für '
sogleich'
findet sich stätte (
zumeist als dat.)
als gleich häufig neben statt,
vgl. dieses II, A, 4,
b. 3@b@aα)
an stett: der bischoff stund ann stett uff und ging zu ir.
volksbücher (
Zür. handschr. des 15.
jahrh.) 343, 27
Bachmann - Singer. —
sonst immer mit dem artikel: so ... gott also lesteren, dasz warlich nit ein wunder wer, gott strieff (
strafte) sy gleich an der stett. Wickram
rollwagenb. 121, 23
Kurz (67); das nit ein wunder were, der hellisch lebendig teufel fürt sie an der stett hin. 146, 28 (82); geh bring jn (
die karpfen) an der stet meiner köchin in pfarrhof heim. H. Sachs 5, 396
a; der künig noch einen sun het, der an der stet dem vatter sein leben erret.
dichtungen 1,
nr. 148, 38
Goedeke; der apt der winkt im an der stett.
Zimm. chron.2 4, 243, 12; Luna gantz willig an der stett war froh, dasz sie ein ursach hett, sich zu rächen am jungfräwlein. Fischart
dicht. 2, 133
Kurz (
lob der mucken 305).
[] in der bedeutung '
jetzt': mein gmüt ist schwerer an der stett denn weil ich meinen schatz noch hett. H. Sachs 2, 2, 2
c. 3@b@bβ)
am häufigsten auf der stet(t),
vgl. Schm.
2 2, 792: soll mit im ze schikchen haben, so wirt si auf der stet mit ainem chind.
quelle des 15.
jahrh. s. ebenda 793; der wil dich auff der stette erwürgen. Luther 24, 575, 31
Weim. ausg.; glü sie (
stahlbleche) wol, und lesch sie ynn wein, so wird es auff der stet zu essig.
kuchenmeisterey (
Zwickaw 1530) E 8
a; sie wolten auch jr teyl von mir haben, und wolten mich da auff der
stedde gleich todt schlagen. H. Staden
landtsch. der menschfresser leuthen (1557) e 3
a; ohn das Gargantoa zweiffelt man möcht nicht also auff der stätt ein gerecht gesäsz für seine adeliche proportz gehaben.
Garg. s. 246
neudr.; Grandbusier ... befahl jm unverzöglich nachzukommen. fertigt derhalben auff der stätt Baszwein seinen lackeyen, ab. 331; auff der stätt (als wann man vom wolff sagt, so ist er im spil) kam mein mönch daher getrollt. 411; auff solche wort zuckt Zuckdendilen von leder, und durchstach den Schnaderentinger gleich ob der lincken brust, dasz er auff der stätt todt nidersanck. 422; mein raht wer, dasz jhr ewer volck jetzund auff der stätt, wann sie sich nur ein wenig erschnaufft unnd erholt haben, gleich den sturm anlauffen liessen. 423; dessen erschracken die bawern sehr, besassen das gericht auff der stett also stendlingen.
volksb. des 16.
jahrh. s. 398, 8
Bobertag (
Schiltbürger cap. 36); der printz von Conde ... wirdt ... von ... einem gasconischen edelmann, mit einem handrohr durchs haubt geschossen, dasz er auff der stete den geist aufgab. Stumpf
Schweytzer chron. 274
b; wie, wann gott dich auff der stät darnider würff? Albrecht
fluch A B C (1664)
s. 113; der gmeind ich die (
sache) wil zeigen
an. wiewol ich nit bin wolberett, doch sol es beschëhen uff der stett. Ruff
Etter Heini 2813; und da ich diss gesehen hett, muoszt ich hinwegk gehn auff der stett. Fischart
dicht. 1, 105
Kurz (
secten u. kuttenstr. 152); so bald sie dis hett ausgeredt, verschwand sie vor jm auff der stett. 205 (
Domin. leben 2862); eh sie disz hetten auszgeredt, waren sie hindurch auff der stAett. 2, 190 (
glücksh. schiff 438).
ganz vereinzelt mit dem acc.: in dem concilium, da man zalt 1415 jar, da hat der künig ausz allen landen und sprachen erwölt 66 man, die solten sitzen in dem rat, und alles das man in fürpringt, das auf die stett notturftig ist, das solten sie richten und urtailen nach der warhait.
d. städtechron. 5, 64, 20 (B. Zink
chron. v. Augsburg).
ebenso vereinzelt ohne artikel: sobald er das haupt plicket an, uff stett ward zu eym berg der man. Wickram 7, 199
Bolte (
Ovid 4,
c. 20, 1216). 3@b@gγ)
zu stet: da gab Adam alsbalt zu stet der Eva eine schöne lausz. Fischart
dicht. 2, 167
Kurz (
flohes zanck 1180);
gewöhnlich mit artikel: ey, solt in der gantzen gemein dann nicht ein mann gewesen seyn, der an den läusen balt zur stett disz bubenstück gerochen hett? 156 (789); (
unser könig) wolt unbeschwert euch nennen, und jhr maiestet besuchen, da sie jtzt zur stet am ufer wartet der ansprach.
froschm. D 1
a (1, 1, 2, 206).
so noch bei Rückert,
s. unter 1.
b. 44) stätte
in verbalen fügungen findet sich zuweilen, doch sind diese weniger formelhaft gefestigt als die entsprechenden mit statt (
s. das. II, C)
und lassen überall die örtliche bedeutung erkennen. 4@aa)
so besonders deutlich: wir können auff diss mal unser stedte nicht besitzen, sintemal wir diesen tag kläger sein werden, derowegen ist unser bitte, jhr wollet euch dahin setzen, unsere klage anhören. Heinr. Julius v. Braunschweig 185
Holland (
Sus.2 3, 1;
könnte auch als plur. von statt
aufgefaszt werden).
ähnlich jre stete
[] (
plur.?) erfüllen und vertretten,
s. Sarcerius
unter statt I, 4,
e (
sp. 957). 4@bb)
biblisch: in meines vaters hause sind viel wonungen. wens nicht so were, so wolt ich zu euch sagen, ich gehe hin, euch die stete zubereiten (
ἑτοιμάσαι τόπον).
Joh. 14, 2,
vgl.statt II, A, 6,
g, sowie 1 chron. 16, 1
unter statt I, 4,
c (
sp. 956).
so auch: lebe wohl. liebe mich und hilf die gute stäte einer rückkehr für mich bereiten. Göthe
br. 8, 59 (
an Knebel d. 17.
nov. 1786). —
freiere verbindungen: fur welches angesicht flohe die erde und der himel, und jnen ward keine stete erfunden (
τόπος οὐχ' εὑρέθη αὐτοῖς).
offenb. Joh. 20, 11; dennoch ging durch die jungen, phantasievollen geschlechter des mittelalters in die geistliche dichtung manches poetische element ein, auch auf dem dürren boden schuf sich die einbildungskraft eine stätte. Gervinus
gesch. der deutschen dichtung4 3, 11; die hauszmagd war von stund bereit, wo sich die spinn zu weben regt, mit einem besem sies wegfegt, und ward jr da kein stett vergunt, da sie urlaub zu bawen fundt. B. Waldis
Esop 2, 31, 39. 4@cc)
von den eigentlich formelhaften verbindungen, entsprechend statt II, C,
begegnet noch am ehesten stätte finden,
doch mit dem unbestimmten artikel, wenn nicht sonst ein pronominaladj. daneben steht: alle wohlthat wird jre stet finden (
ποιήσει τόπον).
Syr. 16, 14; Sigurd redete zum guten, aber der könig war so böse, dasz kein wort eine stätte bei ihm fand. Dahlmann
gesch. v. Dännemark 2, 95; hatte doch Waser's herzliche theilnahme bei ihm keine stätte, nicht ein einziges erwiederndes wort gefunden. Meyer
Jürg Jenatsch s. 91.
so auch: und ob mein gbetfur ihn (
gott) kein stet findet noch hat,so kumpts doch drat, mir zu gut. Liliencron
hist. volksl. 4,
s. 438 (
nr. 560, 37,
vom j. 1547). 4@dd)
ungewöhnlich ist stätte
für statt (II, C, 3,
d)
in folgender stelle: euer unglückselger streit, der, unauslöschlich wüthend, ... nicht raum noch stätte der versöhnung gab. Schiller 14, 66 (
br. v. Mess. 2, 5). 55)
auch in der unter statt II, D
behandelten gebrauchsweise findet sich stätte
nur ausnahmsweise und nur in verbindung mit präpositionen (
vgl.statt II, D, 2);
zu präpositionaler und conjunctionaler geltung ist es nicht entwickelt. 5@aa)
an — stätte
mit zwischengestelltem gen.: Semiramis, die lag ... ihren herren stets an er solte ihr nur zween tag zu regieren erläuben; als er es verwilligt, läst sie ihren eigenen herrn und könig in ein gefängnüsz werffen, und regiert sie an der zwene tag stett, 42. jahr. Hammer
histor. roseng. (1654) 231.
mit gen. eines pron.: der mann im tiegerfell ... sucht itzt auf seinem rasenbette den jüngling auf, an dessen stätte er klüger, wie ihn däucht, sich aufgeführet hätte. Wieland 17, 37 (
Idris 1, 48).
mit possessivpronomen: von gold ist's keine kette, kein stoff aus fremdem land, es ist an ihrer stätte ein selbstgewobnes band. J. Kerner
dichtungen (1834) 108. 5@bb)
noch vereinzelter mit einer andern präp.; zugleich zu einer bloszen umschreibung verblaszt, vgl. statt II, D, 2,
i: sie (
Hester) wart im (
dem könig Asverus) als lieb, das er sie
zuo einer kunigin stette wolt haben.
volksbücher (
Zür. handschr. des 15.
jahrh.) 332, 11
Bachmann-Singer.