schwören Prät überwiegend (rund 100 mal) in der älteren Form ‘schwur’, nur zweimal ‘schwor’ (GWB9,213 Vs 762
u GWB33,307,7
) 1
den Namen Gottes (zur Bekräftigung einer Aussage) gedankenlos od mißbräuchlich nennen (vgl zB 2.Mose 20,7 u Matth 5,34); zweimal subst; auch (im Hendiadyoin) iSv fluchen Inhalt der Baselischen Reformations Ordnung
zu Pflanzung der Erbarkeit und Ausreutung allerley Misbräuche..1769..4. Wie leichtfertigem S. zu steuern GWB37,109,16 Ephem [1770/71] Bey Gelegenheit des Teufels muß
ich meinen Gedanken über's Fluchen und S. im Drama sagen. Wenn gemeine Leute streiten, ist die Exposition der Gerechtsame sehr kurz, es geht in's Fluchen, Schimpfen und Schlagen über, und der Vorhang fällt zu. Leute von Sitten werden höchstens in einem Anfall von Leidenschaft in einen Fluch ausbrechen GWBB2,67,6 Salzmann 6.3.73 Das braune Mädel das [
Untreue ihres Geliebten] erfuhr,|Vergingen ihr die Sinnen,|Sie lacht' und weint' und bet't' und schwur;|So fuhr die Seel' von hinnen GWB1,165 Der untreueKnabe 10 2
im engeren Sinn: einen Eid ablegen, eine Aussage, einen Sachverhalt oä mit einem Eid bekräftigen; Gott od eine Gottheit zum Zeugen der Wahrheit (u als strafende Instanz im Falle eines Meineids) anrufen; auch ‘den teuren/teuersten Eid s.’ a
einen (förmlichen, feierlichen) Schwur leisten; auch absolut; je einmal in figura etymologica u ‘auf das Schwert s.’ gegen zwey dem Grüdli über wo die 3 Tellen schwuren GWBT1,6,10 v 19.6.75 [
Breme über die bevorstehende Erhebung der Bauern:] Wir überfallen das Schloß, nöthigen die Gräfin zur Unterschrift des Recesses und zu einer eidlichen Versicherung, daß künftighin alle drückenden Lasten aufgehoben sein sollen..Da habe ich nur noch ein Bedenken..Sie wird einen Eid
s. und sich davon entbinden lassen. Man wird ihr beweisen daß ein gezwungener Eid nichts gelte..[
Martin:] Sie soll in der Kirche
s. ..[
Magister:] Das ist nichts..laßt sie in eurer Mitte die Hand auf ihres Sohnes Haupt legen, bei diesem geliebten Haupte ihr Versprechen betheuern.. GWB18,56,8u23 Aufgeregten IV 2 [
Reineke zu seiner Frau, über sein angebliches Vorhaben, durch eine Pilgerfahrt nach Rom u Jerusalem die Aufhebung des päpstlichen Banns zu erwirken:] Wenig hab' ich fürwahr in Rom zu suchen, und hätt' ich|Zehen Eide geschworen, so wollt' ich Jerusalem nimmer|Sehen; ich bleibe bei euch und hab' es freilich bequemer GWB50,82 ReinF VI 271 Leto [
welche die Insel Delos zum Geburtsort ihres Sohns Apoll ausersehen hatte] ..schwur sogleich die heiligen Schwüre:|Wisse die Erde, der Himmel da droben, es wisse der schwarze|Drunten fließende Styx (die seligen Götter verbindet|Diese Betheurung des heiligen Eids): im Tempel des Phöbus,|Hier an seinem Altar soll's ewig duften, vor allen|Ländern und Inseln des Meeres soll er dich immer verehren GWB4,324 Auf die Geburt dApollo 75 Nun kamen Hamlets Freunde zurück und schwuren auf das Schwert GWB22,202,6 Lj V 11 GWB42
1,413,14 InschrHeilsbg Plp GWB9,325 Mahomet 1095 GWB39,166,21 Götz
1 V GWB50,127 ReinF IX 240
uö mBez auf einen Treueid [
Vansen zu den versammelten Bürgern von Brüssel:] wir könnten die spanischen Ketten auf einmal sprengen. [
Soest:] Herre! So müßt ihr nicht reden. Wir haben dem König geschworen. [
Vansen:] Und der König uns GWB8,205,2 Egm II
im Sprichwort [
Reineke rechtfertigt einen Meineid:] Liebe Frau, bekümmert euch nicht!..höret mich an und merket: besser geschworen|Als verloren! So sagte mir einst ein Weiser im Beichtstuhl:|Ein gezwungener Eid bedeute wenig GWB50,82 ReinF VI 265 b
beschwören, durch einen Eid bekräftigen Die Heere [
der Griechen u der Troer] begegnen sich..Hektor schlägt den Zweikampf vor..Der Bund wird symbolisch geschlossen; Agamemnon schwört den Bund und opfert, alle stimmen ein GWB41
1,271,24 Ilias Ausz 3 GWB50,48 ReinF IV 26 c
in/mit einem Eid versichern, geloben; auch in Vbdgn wie ‘(bei) jdm/etw s., daß..’, ‘auf etw/zu jdm s. ..’; in ‘Götz’ wiederholt ‘Urfehde s.’ [
der Bär soll im Auftrag des Königs Reineke vor Gericht laden:] sollt' er sich irgend|Nur vermessen und mir zum Hohne das Mindeste wagen,|Seht, ich schwör' es bei Gott! der möge mich strafen, wofern ich|Ihm nicht grimmig vergölte, daß er zu bleiben nicht wüßte GWB50,14 ReinF I 284 [
Erster Oberrichter:] Ihr Richter des heimlichen Gerichts, die ihr schwurt auf Strang und Schwerdt unsträflich zu seyn, und zu richten im verborgnen, und zu strafen im verborgnen..[
Kläger:] Ich klag
an..Adelhaiden von Weislingen. Sie hat Ehebruchs sich schuldig gemacht, und ihren Mann samt seinem Knaben durch geheime verzehrende Mittel zum Tode gesaugt..[
Erster Oberrichter:] Schwörst du zu dem Gott der Wahrheit, dass du Wahrheit klagst? [
Kläger:] Ich schwöre GWB39,178,15 u 179,12u14 Götz
1 V GWB11,29u32 Elp
2 644u658u709 [G/Riemer] GWB39,85,11 Götz
1 III GWB11,111,10 Clav IV GWB41
1,298,4 Ilias Ausz 14 GWB9,313 Mahomet 832 GWB18,52,1 Aufgeregten IV 1
uö in (abgeblaßten) Beteuerungsformeln; auch im Übergang zu Bed 4; einmal in metasprachl Zshg [
Alcest:] ich verrathe nichts, ich schwör's bei meiner Ehre GWB9,90 Mitsch
3 687 Und ich schwöre bey meinem Leben,|Hätte man Sanckt Paulen ein Bißtum geben,|Poltrer wär worden ein fauler Bauch|Wie coeteri confratres auch GWB38,56 EwJude 39 Da zürnte Nobel, der König,|Rief: So sei es geschworen bei meiner ehlichen Treue,|Diesen Frevel [
Reinekes] bestraf' ich GWB50,94 ReinF VII 93 [
in bedrängter milit Lage erheitert Goethe seine Gefährten mit einer Anekdote aus dem (für die Christen desaströsen) Kreuzzug Ludwigs IX:] in diesem Unheil [
Schlacht von al-Mansura (1250)] spricht der Graf von Soissons zum Ritter Joinville scherzend: Senechal, laßt das Hundepack [
die Sarazenen] bellen und blöken; bei Gottesthron! (so pflegte er zu
s.) von diesem Tage sprechen wir noch im Zimmer vor den Damen GWB33,91,4 Camp GWB50,25 ReinF II 260 GWBB2,303,11 FLStolberg 26.10.[75] K GWB41
1,267,7 Ilias Ausz 1
uö d
in (formelhaften, abgeblaßten) Vbdgn u Wdgn α
‘ich will/wollte (drauf) s. ..’, ‘man sollte s. ..’, ‘ich hätte geschworen..’ oä iSv ich bin/war mir ganz sicher, man könnte wetten, daß..; auch in Präteritio [
Sibylle zu Camille:] Du weißt..wie mein Claudinchen, sobald der Vater im Lehnsessel zu nicken anfängt, weg und in Garten schleicht, und dem Mond was vorsingt. Camille, ich wollt'
s., es ist nicht der Mond! GWB38,130,7 Claud
1 Du mußt in einer verfluchten Hypochondrie stecken. - Ich wollte
s., dir wärs gut, wenn du dich nur ein bissel angriffst GWBB3,120,5 Einsiedel [Mitte Nov 76] Warum ich so lange nicht geschrieben habe, das könnte wohl strafbar seyn wenn Sie meine Briefe mit Ungeduld erwartet hätten..alles zusammengenommen so binn ich doch nur ein abgestandner Fisch, und ich wollte
s. - Doch ich will nicht
s., Sie möchten glauben es wäre mein Ernst nicht GWBB1,210,16f KSchönkopf 1.6.69 [
Götz:] Ich will darauf
s., es dankt mancher in seinem Herzen Gott, daß der Türk dem Kaiser die Wage hält GWB8,32,16 Götz
2 I Aber ohne zu
s. ich unterstehe mich schon ein Mädgen zu verf- wie Teufel soll ich's nennen GWBB1,133,25 Behrisch 7.11.67 GWB12,137 ScherzLR 416 GWBB1,214,17 KSchönkopf 26.8.69 GWB17,54,2 TriumphEmpfindsamk V GWB50,93 ReinF VII 66 GWBB2,166,20 ChKestner 16.6.74
uö ‘auf jdn s.’: beim Raten mit größter subjektiver Gewißheit auf eine bestimmte Person tippen [
den drei im Gasthof ankommenden Damen verrät der Kellner, daß vor ihnen ein Herr eingetroffen ist] Es müsse der Oheim sein, versicherte die Schöne..Niemand als er habe wissen können, daß sie in dieser Stunde hier eintreffen würden..Der Kellner..betheuerte..es sei ein junger, ansehnlicher, kräftiger Mann. Lucie schwur dagegen auf den Oheim: dem Schalk, dem Kellner, sei nicht zu trauen, er widerspreche sich schon eine halbe Stunde GWB25
1,203,17 Wj III 10 Nicht zu weit
‘de credulitate s. wollen’: in Anknüpfung an die Rechtssprache (vgl s v credulitas) zum Ausdruck der felsenfesten Überzeugung, daß ein vorausgesagtes Ereignis tatsächlich eintreffen werde [
Goethe über den Frankfurter Geistlichen Kirchner, der einem jungen Mann Jena als Studienort empfohlen hatte] Ich will wetten, oder vielmehr de credulitate
s., er schickt zu Michaelis keine weitern Frankfurter nach Jena GWBGespr(He3
1,697) Kanzl Müller 6.6.24
‘nicht für etw s.’, ‘nicht auf etw s. wollen’ oä: sich nicht für etw verbürgen können/wollen/sollen Weint, Mädchen, hier bei Amors Grabe; hier|Sank er von nichts, von ohngefähr danieder.|Doch ist er wirklich todt? Ich schwöre nicht dafür:|Ein Nichts, ein Ohngefähr erweckt ihn öfters wieder GWB1,53 Scheintod 3 [
Olearius:] Man pflegt im Sprichwort auf der Akademie zu sagen, so fleisig wie ein Deutscher von Adel..[
Liebetraut:] Sag einer!..Das hab ich mein Lebtag nicht gehört. Hätt mir das einer geweissagt wie ich auf Schulen war, ich Hätt ihn einen Lügner geheissen. Man sieht man muss für nichts
s. GWB39,33,24 Götz
1 I [
Alcest mutmaßt, wer sein Geld gestohlen haben könnte:] Wer nahm's?..Die Köchinn ist zu dumm. [
Der Wirth:] Ich wollte nicht drauf
s. GWBDjG
31,334 Mitsch¹ 335 GWBB1,214,18 KSchönkopf 26.8.69
uö β
‘auf etw/jdn s.’: etw (blindlings) für wahr halten, unbedingt darauf vertrauen; sich (kritiklos) jds Ansicht zu eigen machen; auch in Anspielung auf Horaz, ‘Epistulae’ I 1,14 jeder Bequeme wird..die erste Proposition Newtons wiederholen, darauf
s., versichern, daß alles erwiesen und bewiesen sei und unsere Bemühungen verwünschen GWBN2,18,24 FlP 31 [
Schüler bei der Studienberatung:] Zur Rechtsgelehrsamkeit kann ich mich nicht bequemen.|..Fast möcht' ich nun Theologie studiren.|[
Mephisto:] ..Am besten ist's auch hier, wenn ihr nur Einen hört,|Und auf des Meisters Worte schwört GWB14,93 Faust I 1989 Ich soll nicht auf den Meister
s.,|Und immerfort den Meister hören! GWB2,236 Sprichw 297 γ
‘zu jds Fahne s.’ oä: sich jdm als Anhänger anschließen, sich zu einer Lehrmeinung bekennen, sie sich zu eigen machen [
der Major erfährt von seinem Freund, daß dieser sein jugendliches Aussehen durch Kosmetika konserviert] Für mich, sagte er, wäre ich gar nicht abgeneigt auch zu deiner Fahne zu
s. ..Theile mir etwas von deinen Tincturen, Pomaden und Balsamen mit, und ich will einen Versuch machen GWB24,274,5 Wj II 3 Mann v50Jahren [
nach AGWerners Tod, der die neptunistische Erdentstehungstheorie vertrat] Alles eilt, wieder zu den Fahnen des Vulkanismus zu
s. GWBB31,52,19 Leonhard 8.1.19 K 3
ein als unbedingt verbindlich betrachtetes Versprechen geben a
ein Gelübde tun [
unerwarteter Damenbesuch im Schlafzimmer des späten Gasts] Bleibe, schönes Mädchen! ruft der Knabe,|..Hier ist Ceres, hier ist Bacchus Gabe;|Und du bringst den Amor, liebes Kind!|..Ferne bleib', o Jüngling! bleibe stehen;|Ich gehöre nicht den Freuden
an.|Schon der letzte Schritt ist ach! geschehen,|Durch der guten Mutter kranken Wahn,|Die genesend schwur:|Jugend und Natur|Sei dem Himmel künftig unterthan GWB1,221 Braut vKorinth 54 [
das Liebespaar wird von der Mutter des Mädchens im Bett überrascht] Mutter! Mutter! spricht sie hohle Worte:|So mißgönnt ihr mir die schöne Nacht!|..Dieser Jüngling war mir erst versprochen,|Als noch Venus heitrer Tempel stand.|Mutter, habt ihr doch das Wort gebrochen,|Weil ein fremd, ein falsch Gelübd' euch band!|Doch kein Gott erhört,|Wenn die Mutter schwört,|Zu versagen ihrer Tochter Hand GWB1,225 Braut vKorinth 174 b
‘vor dem Altar s.’: bei einer kirchlichen Trauungszeremonie ein Ehegelöbnis, Trauversprechen ablegen; im Vergl [
Lucidor zu Lucinde:] Hören Sie den Schwur, den ich mir im Innern gethan und den ich unauflöslich laut wiederhole: Nur mit Ihnen wollt' ich leben..Dieß aber sei so fest und sicher als irgend etwas, was vor dem Altar je geschworen worden GWB24,161,24 Wj I 9 Wer ist dVerrät 4
im weiteren Sinn: (mit Nachdruck) beteuern, versichern; auch ‘hoch und teuer/feierlich s.’ oä sowie in emphatischer Parenthese a
mBez auf Gegenwärtiges od Vergangenes: den Wahrheitsgehalt einer Behauptung bekräftigen; auch in od mBez auf Liebesbeteuerungen; einmal ‘etw bei sich selbst s.’: sich (im stillen) selber versichern, daß sich etw tatsächlich so verhält [
die Schauspielergesellschaft liest beim Punsch ein Ritterstück mit verteilten Rollen] Gegen den fünften Act ward der Beifall lärmender und lauter, ja zuletzt, als der Held wirklich seinem Unterdrücker entging, und der Tyrann gestraft wurde, war das Entzücken so groß, daß man schwur, man habe nie so glückliche Stunden gehabt GWB21,199,4 Lj II 10 Sie [
Ferdinands Mutter] zeigte ihm zu seinem Entsetzen eine Berechnung dessen, was dem Vater [
in der Kasse] fehlte; er konnte sich nicht einmal ganz zu dem Silber bekennen, und hoch und theuer schwur er, von dem Golde nichts angerührt zu haben GWB18,213,17 Unterhaltungen [
der Ludwigsritter erkennt, daß ihn sein Gedächtnis getäuscht hat:] o ich Esel! rief er aus; ich alter Esel!..nicht vier Wochen, schwör' ich, sind's, da erzeigte sich dieses Mädchen gegen mich gefälliger als billig, und nun will ich sie nicht kennen und beleidige sie für ihre Artigkeit! GWB27,266,14 DuW 9 Chloe schwöret, sie liebt mich; ich glaub's nicht GWB1,322 Vs 301 VenEpigr 63 GWB18,246,4 Märchen GWB33,247,8 Camp GWBB3,94,2 ChStein 8.8.76 GWB14,151 Faust I 3054 GWB17,166,19 GrCoph II 6
uö poetisch: ‘sich zu jds Liebsten s.’ u in Anrufung der Augen [
Julia:] O Romeo..|Verläugne deinen Vater, deinen Namen;|Wo nicht, so schwöre dich zu meinem Liebsten|Und ich bin länger keine Capulet GWB9,193 RomJul 392 [
Romeo:] Liebt' ich wohl je? Ihr Augen schwöret: Nein!|So schön wie sie war keine, wird nicht sein GWB9,180 RomJul 179
mBez auf bloß Vorgestelltes der Blick..der Ton,|Wenn sie ruft: Pipi! Pipi!|Zöge den Adler Jupiters vom Thron;|Der Venus Taubenpaar,|..Ich schwöre, sie kämen,|Wenn sie den Ton von weitem nur vernähmen GWB2,88 Lilis Park 35 [
Kater Hinze soll im Hühnerstall des Pfarrers als vermeintlicher Dieb totgeschlagen werden] Hinze dachte zu sterben; da sprang er wüthend entschlossen|Zwischen die Schenkel des Pfaffen und biß und kratzte gefährlich,|..Schreiend stürzte der Pater und fiel ohnmächtig zur Erden.|Unbedachtsam schimpfte die Köchin: es habe der Teufel|Ihr zum Possen das Spiel selbst angerichtet. Und doppelt,|Dreifach schwur sie: wie gern verlöre sie, wäre das Unglück|Nicht dem Herren begegnet, ihr bißchen Habe zusammen.|Ja sie schwur: ein Schatz von Golde, wenn sie ihn hätte,|Sollte sie wahrlich nicht reuen, sie wollt' ihn missen GWB50,34 ReinF III 153u155 b
mBez auf Zukünftiges: geloben, versprechen; auch im Hendiadyoin (‘beteuern und s.’, ‘geloben und s.’ usw); gelegentl für prophezeien; einmal (in ‘Reineke Fuchs’) ‘vergeblich s.’ mBez auf einen Wortbruch unter den feurigsten Küssen schwuren wir [
Wilhelm u der Fischersohn] eine ewige Freundschaft GWB25
1,45,1 Wj II 11 [
Iphigenie zu Thoas:] Wenn zu den Meinen je|Mir Rückkehr zubereitet wäre, schwurst|du mich zu lassen; und sie ist es nun GWB10,86 Iph
2 1971 „Ich binn nun der Narr das Mädchen für was besonders zu halten, betrügt sie mich..der erste Augenblick der mir das entdeckte..wäre der letzte unsrer Bekanntschaft,” und das beteuert ich und schwur GWBB2,81,19 Kestner [14.4.73 Korr GB2
1,23] mehrere Personen, und sogar genaue Freunde und Bekannte,
s. und wetten, daß ich das Werk [
betr ‘Lehrjahre’] nach seiner Anlage mit Einem Bande nicht endigen könne GWBB11,42,2 Unger [etwa 7.3.96] K GWB50,178 ReinF XII 155 GWB13
1,51,18 Was wir bringen [1802] GWB1,121 Tischlied 13 GWB1,301 Vs 103 Epist I
uö ‘jdm Tod, Verderben, Rache s.’ usw; einmal ‘es jdm geschworen haben’ [
Märten:] Ein vertrackter Kerl der Schnaps!..Wenn er nur mit Görgen besser stände! Aber der hat geschworen, wenn er ihn wieder im Hause trifft, will er ihn lederweich schlagen. Und Görge hält sein Wort GWB17,262,19 Bürggeneral 5 [
der Fremde, der versucht hatte, Mignon gegen ihren Willen zu küssen:] so will ich dem ungezogenen Ding mit der Peitsche schon Sitten lehren..Mein Herr, rief Wilhelm aus, indem er aufsprang und ihm die Augen für Zorne funkelten, und ich schwöre, daß ich dem Hals und Beine brechen will, der dem Kinde ein Haar krümmt GWB51,236,4 ThS III 8 [
Tybalt:] Hör', Romeo! Der Haß, den ich dir schwor,|Gönnt diesen Gruß dir nur: Du bist ein Schurke! GWB9,213 RomJul 762 [
Mercurius am Ufer des Kokytos:] Wie steht's drüben? [
Charon:] Nimm dich in Acht, sie haben dir's geschworen, wenn du hinüber kommst..Admet und Alceste sind übel auf dich zu sprechen, am ärgsten Euripides GWB38,13,17 GöttHeldWieland GWB50,97 ReinF VII 177u191 GWB16,499,29 Epimen Progr GWB11,26 Elp
2 571 [G/Riemer] GWB50,37 ReinF III 233
uö vom Schicksal ‘jdm etw geschworen haben’ iSv jdm ein bestimmtes Los vorherbestimmt haben [
Claudine, die sich im Wald verirrt hat:] Ich habe Lucinden,|Die Freundin, verloren.|Ach, hat es mir Armen|Das Schicksal geschworen?|Lucinde, wo bist du? GWB11,271 Claud
2 1415 5
‘(sich) etw s.’: einen Vorsatz fassen, sich etw fest vornehmen [
Wilhelm über seine erste kindliche Erfahrung einer Theateraufführung mit notgedrungen improvisiertem Text:] Doch schwur ich mir, wenn ich nur einmal aus dieser Verlegenheit gerettet wäre, mich nie, als mit der größten Überlegung, an die Vorstellung eines Stücks zu wagen GWB21,37,20 Lj I 7 [
aus Regensburg] sonderbar Gestein..Ein Stück war gar zu apetitlich, der Stein aber zu fest, und ich habe geschworen mich nicht auf dieser Reise mit Steinen zu schleppen GWBT1,152,17 v 5.9.86 [
die junge hübsche Bedienung im Gasthof findet Gefallen an einem Reisenden u besucht ihn nachts auf seinem Zimmer:] Der Schein ist wider mich, sonst war ich blöde,|..Mich nennt die Stadt, mich nennt die Gegend spröde;|Nun aber weiß ich, wie das Herz sich kehre:|Du bist mein Sieger, laß dich's nicht verdrießen,|Ich sah, ich liebte, schwur dich zu genießen GWB5
2,347 Das Tagebuch 80 GWBB42,126,7 Zelter 10.4.27 GWBAA19,5 Werth
1 I GWB4,171 Hab' ich tausendmal 1u9 GWB50,206 HermDor II 235
uö 6
PartPrät a
‘geschworene Meister’: wohl Gutachter, Sachverständige1) Dahero ich..anheim stelle, ob Hochdießelben auf Kosten des unterliegenden Theils eine Besichtigung des Plazzes durch Geschworne Meister vornehmen zu lassen geruhen mögten GWBDjG
35,210,17 RAnw [06.03.75] b
‘einer Sache geschworen’ iSv durch einen Eid ihr zugehörig, zum Dienst dort verpflichtet [
Selbstcharakterisierung des Turmwächters Lynceus:] Zum Sehen geboren,|Zum Schauen bestellt,|Dem Thurme geschworen|Gefällt mir die Welt GWB15
1,302 Faust II 11290 c
‘mit jdm in geschworenem Streit sein’: (aufgrund stillschweigender Übereinkunft) tief verwurzelte, anhaltende, unversöhnliche wechselseitige Feindschaft hegen GWB15
1,323 Faust II 11760
→ GWB
ab- GWB
be- GWB
ver- GWB
zu- GWB
Geschworene GWB
Verschworene GWB
Beschwörer GWB
Beschwörung GWB
Verschwörung Syn zu 2c
GWB
beschwören zu 2dα
GWB
wetten zu 4a und b
GWB
beteuern GWB
versichern GWB
zuschwören zu 4b
GWB
geloben GWB
versprechen zu 5
GWB
geloben(sich g.) GWB
vorsetzen(sich v.) GWB
zuschwören(sich z.) 1) vgl DWb4.1.2,4010 s v geschworen Martina EicheldingerM.E.